Monatsarchiv: Mai 2017

Punkt, Punkt, Punkt – (21) – Nach unten geschaut.

Ich wollte Euch jetzt ein Anblick meines verpickelten Dekolletees ersparen, daher kein Foto. Aber wenn ich gerade sitze oder stehe, ist es das, was ich direkt sehe, wenn ich nach unten schaue … Passt halt zum Rest meines überdimensionierten Körpers (also … nicht in der Länge überdimensioniert).

 

Und nun wisst Ihr auch, warum ich so oft Soßen-Flecken auf dem T-Shirt/ der Bluse habe *seufz*

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, manchmal kann es auch fettige Haut sein – oder SEHR trockene *grins*

 

Advertisements

Weekend with Mr. Darcy – Daggis Buch-Challenge

Heute ein Buch zum Thema Urlaub

Weekend with Mr. Darcy startet mit einem Kurzurlaub der Hauptcharaktere, einem verlängerten Wochenende in einem englischen Herrenhaus, in dem sich auf Einladung der Hausherrin Jane-Austen-Fans zu diversen Workshops und Diskussionsrunden treffen.

Es ist ein klassischer Chick-Lit-Roman, mit Happy End, soviel sie gespoilert.

Wir haben zunächst Kathrine, Literaturprofessorin in Oxford, die Jane-Austen lehrt – und auch liebt. Sie hat ein kleines Geheimnis, sie liebt auch die Regency-Schundromane einer gewissen Lorna Warwick. Sie hat der Autorin schon geschrieben und es hat sich zwischen diesen zwei Personen eine gewisse Freundschaft entwickelt, per Brief. Ihr ahnt es – Lorna ist in Wahrheit Warwick Lawton – ein dunkelhaariger, über 1,80 großer, fitter Kerl, der in seiner nicht Schreibzeit Klettern geht mit den Jungs.

Dann haben wir noch eine andere weibliche Heldin, Robyn Love. Sie stammt aus Yorkshire, aus eher einfachen Verhältnissen, ist mit einem Working-Class Jungen, Jace Collins, seit ihrer Schulzeit zusammen – und will sich eigentlich von ihm trennen. Dann fährt er sie zu diesem Wochenend-Urlaub … ohne so recht Verständnis dafür zu haben, er hasst ihre Austen-Filme, liest keine Bücher und ist auch sonst ein eher einfacher Charakter.

Die Hausherrin des Anwesens ist eine ältere Schauspielerin, Dame Pamela Harcourt. Sie hat einen pferdeverrückten kleinen Bruder namens Dan. Also, KLEIN ist relativ. Obwohl er deutlich jünger ist als seine Schwester ist er doch schon ein Mann, der eine City-Karriere aufgegeben hat, um für die Pferde seiner Schwester zu sorgen.

Außerdem sind da noch weitere, überwiegend weibliche, meist bereits im mittleren Alter befindliche Gäste, der Butler der Dame Pamela, mit dem klassischen Butler-Namen Higgins und später taucht auch die Agentin von Lorna Warwick aka Warwick Lawton auf.

Nun beginnt ein munterer Reigen. Robyn erhält einen Antrag an diesem Wochenende, Katherine lässt ihr Haar herunter (ein englischer Ausdruck dafür, den formellen Teil zu verlassen), beide verlieben sich, bei beiden gibt es natürlicherweise Kompliktationen, sonst hätten wir kein Buch … Und es verhält sich auch wieder einer der Herren (wie so oft im Film mit der Gattung Romantic Comedy) wie ein klassischer Stalker … eine Sache, die im realen Leben keine Frau braucht. Im Buch soll ein solches Beharrungsvermögen die Intensität seiner Liebe zeigen …

Wegen des Stalkers ziehe ich eine Kokosnuss ab. Abgesehen davon war es ein unterhaltsames kleines Buch.

Titel:

A Weekend with Mr. Darcy

Autorin:

(Angeblich 😉  ) Victoria Connelly

Seiten:

362

Verlag: AVON – a division of HarperCollins

Erfüllte Aufgabe:

Nun, die junge Dame des Titelcovers trägt eindeutig ein Sommerkleidchen – auch wenn gefärbtes Laub fliegt … und es handelt von einem verlängerten Wochenende, also einem Kurzurlaub … daher habe ich mir erlaubt, das Ganze bei 19 Sommer oder URLAUB auf dem Cover oder im Titel. Sommer scheidet hier aus, aber Urlaub – Wochenendtrip – ist ein wenig gepresst – passt.

Kokosnüsse: 4 von 5

Vier Pfoten für ein Halleluja – Book Challenge

Daggis Buch-Challenge hat mich ein weiteres Buch am Wochenende greifen und lesen lassen – „Vier Pfoten für ein Halleluja“ – ein Ratgeber angeblich von Katzen für Katzen.

Und da haben wir schon wieder meine drei Probleme.

Auch wenn ich das Buch stellenweise erheiternd fand – es war eine Vermenschlichung von Katzen. Und wir wissen alle, wenn man Katzen und Menschen kreuzen würde, würde das Katzen verschlechtern und den Menschen verbessern.

Die Autoren dahinter sind Autoren der amerikanischen Satire-Zeitschrift „The Onion“.  Was in kleinen Artikeln in einer Satirezeitung funktioniert, funktioniert leider weniger gut als Buch. Selbst wenn es sich um verschiedene Themen (Fressen, Schlafen, der richtige Kratzbaum) dreht, hat man spätestens auf Seite 30 das Gefühl, dass man das doch gerade gelesen hat …

Weil es mich aber eben doch manchmal erheitert hat, und weil der deutsche angebliche Katzenautor mit dem Namen „von Murr“ an den berühmten (und qualitativ weitaus höherwertigen) Murr von ETA Hoffman erinnert, drei Kokosnüsse.

Titel: Vier Pfoten für ein Halleluja

Autor: als Autor angegeben Moritz von Murr, wirklich dahinter stehen diverse Mitarbeiter von the Onion

Verlag: List Hardcover (die also auch Taschenbücher vertreiben, denn dies war eine Taschenbuchausgabe)

Erscheinungsjahr: 2010

Seiten: 312

Aufgabe in der Lese-Challenge, die erfüllt wurde: Buch mit einem Tier auf dem Cover oder im Titel. Hier sind drei Katzen auf dem Cover zu sehen.

 

Lange Nacht der Theater, 2017

Gestern Nacht war wieder Lange Nacht der Theater, und mit meinen Freunden eilte ich von Bühne zu Bühne.

Wir begannen im Marionettentheater mit Krimi-Kabarett. Kabarettist erlebt am Telefon live mit wie die Vermieterin umgebracht wird – und die Verdächtigen werden durch diverse Marionetten den Zuschauern näher gebracht. Einer ist der Sohn der Vermieterin (sie sprach ihren Mörder allerdings mit Sie an – das wird Hasso, ihren Sohn, wohl ausschließen). Hasso wurde durch einen gefalteten Hundekopf dargestellt … Die kurze Zeit reichte nicht für alle Verdächtigen, natürlich, es waren ja Ausschnitte aus einem abendfüllenden Stück.

Wenn nicht am 10. Juni Lange Nacht der Museen wäre, würde ich GewaltIch in Erwägung ziehen!

Nächster Stop – Innenstadt, Theatermuseum (im Schauspielhaus). Dort fand eine Lesung statt, Heinz Erhardt Texte. Sehr gekonnt vorgetragen von einem Vorleser, der ohne sich an Erhardt stimmlich anzubiedern, doch dessen Grundausdruck gut vermittelte. Leicht schelmisch, oft ein wenig maulig, immer hintergründig.

Nicht weit vom Theatermusuem ist die Marlene, die theatralische Heimstatt des Travestie-Theaters Die Bösen Schwestern. Nun, wenn man aus Bad Harzburg stammt (was ich nicht tue) kann man die zwei Herren Damen als böse bezeichnen. Bad Harzburg im Schnee ist nicht mal halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago – aber doppelt so tot.

Weiter ging es zum Aegidientorplatz, wo wir für zwei Stationen in die Bahn stiegen, denn wir wollten in die Südstadt, Uhu-Theater. Dort war ein Elvis-Tribute-Act zu sehen. Gute Stimme, konnte Gitarre spielen – aber Elvis … nein, Elvis war er nicht. Weder der Hüftschwung war gekonnt, noch war die wirklich gute Stimme auch nur annähernd die des Kings. Als Zugabe gab es In the Ghetto – und wenn da die Stimme nicht vibriert, passt der Song einfach nicht. Trotzdem war der Sänger nicht schlecht ..

Fünfte Station – für meine Freunde (mit einem Überraschungsgast): das GOP, Club Africa. Ich wollte eigentlich noch in den Rhythmusworkshop, war aber zu spät dran, um mir erst noch ein Ticket an der Kasse abzuholen … so gab es ein großes Eis und laute, nicht wirklich gute Straßenmusik 😛

Anschließend eilten wir noch einmal in die Südstadt. Geplant hatten wir die Magie-Vorstellung, die war aber schon aus – also schauten wir uns in Hinterbühne 1 eine Lyrikerin an. Naja – sie war mit dem morbiden Charme einer Endfünfzigerin, Anfang Sechzigerin ausgestattet, bei der Liebesgedichte nicht kitschig klingen, weil sie mit einem gewissen Maß an melancholischem Humor vortrug. Trotzdem waren wir uns einig – mehr als die knappe halbe Stunde war einfach nicht drin. Und dann bin ich zum nächsten Taxi-Stand gehinkt (wir sind halt eine Menge gelaufen) – und habe mich nach Hause fahren lassen.

Ja, die Nacht hat mir Spaß gemacht. Leider fehlte wieder die Auswahl jenseits von 23 Uhr. Wenn es im letzten Block nur noch GOP und Opernchorkaraoke gibt, ist das einfach zu wenig.

Gut geplant waren wir eigentlich, an den Transportzeiten hat die Panne mit dem Rhythmusworkshop nicht gelegen – nur der Elvis-Freund hat halt überzogen und mich damit den 5. Block gekostet.

Unterhaltungswert: 5 Kokosnüsse von 5

Punkt, Punkt, Punkt (20) – Spontanität will wohl überlegt sein

Letztes Jahr bin ich zweimal Großtante geworden.

Ob sich meine Nichten das gut überlegt hatten? Ich weiß nicht, ob es Spontangeburten waren, aber die Zahl der Nicht-ganz-so-spontanen Geburten nimmt ja derzeit zu.

Ich jedenfalls habe mich ganz unspontan mit 16 bereits festgelegt, dass ich NICHT ein Kind auf die Welt bringen will – nicht spontan und nicht geplant per Kaiserschnitt.

Und je mehr ich darüber lese, desto mehr schüttele ich den Kopf, wie Leute sich dem freiwillig aussetzen. Nicht nur die Wehenschmerzen, auch die ganzen Veränderungen im Unterleib, die Inkontinenz, das Verletzungsrisiko in der Vagina … und das bei Spontangeburten – also „Natürlichen“, unkomplizierten Geburten … Mich schüttelt das.

Ich finde ja, man sollte diese Seiten des Kinderkriegens auch im Biounterricht behandeln. Damit frau weiß, worauf sie sich einlässt – und den Kerlen klar wird, was so eine Schwangerschaft anrichtet.

Soweit ganz spontan meine Gedanken.

Die Spionin im Kurbad

Nachdem ich das letzte Mal ein Buch aus dem „Gute Literatur“-Kanon beendet habe, heute nun „leichte Kost“.

„Die Spionin im Kurbad“ von Andrea Schacht ist ein unterhaltsamer kleiner Band aus den Gattungen „Frauenliteratur“*, „Historisches“, „Krimi“ … also mehr so ein Misch-Kategorien-Buch.

*Frauenliteratur: Alles, was Männer langweilt – Romanzen, Katzenromane, Historische Romane, die sich ausgiebig mit der Mode beschäftigen …

Altea, verarmte Komtess von Lilienstern, besucht mit ihrer Mutter Bad Ems, ein damals (nach 1870/71, deutlich vor dem 1. Weltkrieg) mondäner Kurort, an dem sich zu dem Zeitpunkt auch Kaiser Wilhelm und der Zar von Russland aufhalten (die in diesem Buch nur erwähnt werden). Altea wird von einer Streunerkatze  (aus deren Sicht das Buch erzählt wird) im Garten einer Pension mit einer wirklich unfreundlichen Wirtin entdeckt. Unter den Gästen der Pension befindet sich u.a. eine russische Frau (angeblich Opernsängerin), Olga, die der armen Katze, die mit ihren Jungen Hungers leidet, eher noch einen Tritt verpasst. Nicht so Altea, die ihr Brötchen mit der Katze teilt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Weitere Freunde, die die Katze findet, sind nicht nur Alteas ebenfalls katzenfreundliche Mutter, sondern auch ein mit einem Karthäuserkater angereister Freiherr von Poncet, der in Bad Ems sein Gallenleiden behandeln möchte, dessen im Krieg (1870/71) verwundeter Neffe, der eine Kopfverletzung im Krieg erlitten hatte und nun angeblich an Gedächtnisschwund leidet, sowie ein Fotograf, bei dem sie schließlich eines ihrer Kinder „installiert“.

Schon kurz nachdem die Katze mit ihren Jungen in den Garten der Pension gezogen ist, stirbt eines ihrer Jungen. Vermutlich hat es etwas Giftiges gefressen. Und nur kurz darauf stirbt ein Mann im Badebetrieb, der den gleichen Geruch aufweist wie das Katzenjunge.

Die berühmte Neugier der Katzen lässt also die Streunerkatze ein wenig herumschnüffeln, wobei sie merkt, dass nicht alle sind, was sie vorzugeben scheinen. Ist der Chevalier de Mort seinem Namen („Ritter des Todes“) gerecht geworden? Oder hat der Neffe des Freiherrn etwas zu verbergen? Was ist mit der Russin, die auf vertrautem Fuß mit diesem Neffen steht? Und wieso bietet der verrückte Engländer immer diese wirren Wetten an? Nur kurz danach tauchen zur weiteren Komplizierung noch ein General mit Großnichte auf, von denen die Großnichte, die selber 5 Katzen daheim hat, Sina (unserer Erzählerin) nicht sympathisch ist und der General mehr Delikates zu verbergen hat, als man zunächst glaubt. Und was ist eigentlich mit dem ehemaligen Malermodell, das sich dem Fotografen aufdrängt – und auch sonst fast jedem Mann?

Mit Hilfe ihrer langsam Heranwachsenden Kinder, das Vater-Katers, ihrer Schwester von der anderen Flußseite und dem Kater des Freiherrn gelingt Sina natürlich die Lösung, alle drei überlebenden Kätzchen finden einen Platz für die Zukunft und auch Sina muss am Ende nicht mehr darauf hoffen, dass die Wirtin den Nutzen einer Katze erkennt sondern hat einen Menschen gefunden. Oder … zwei?

Die Geschichte ist locker und spannend erzählt – ABER – das Buch hat auch Nachteile. Die Katzenperspektive ist zwar clever gewählt, weil so die Hintergrundgeschichte von Altea ein Geheimnis bleibt und auch Sachen wahrgenommen werden können, die einem Menschen unzugänglich wären.  Doch bin ich nicht ganz mit so unkätzischem Verhalten wie dem Durchwühlen von menschlichem Papierkram und dem Wiedererkennen von Menschen auf Fotografien einverstanden. Katzen können nicht mal sich selbst im Spiegel erkennen!

Auch andere Momente in diesem Buch gab es, wo sich die Katze nicht wie eine Katze verhalten hat. Z.B. dass sich Katzen nur im Frühjahr paaren, halte ich für ein Gerücht. Unsere Katze hatte 1984 Mitte Mai Junge (sie lief uns trächtig im April zu). Als wir sie Ende Juni kastrieren ließen, war sie schon wieder trächtig. Hier sind die Jungen bereits älter als unsere damals – und damit wäre Sina normalerweise erneut beim Kater gewesen oder der bei ihr – Katzen werfen in manchen Jahren sogar dreimal.

Aber all diese kleinen Ungenauigkeiten beim Thema Katze verzeihe ich der Autorin gern, weil sie eine hübsche kleine und humorvolle Geschichte erzählt.  Genauso wie die allzu überschwängliche Verwendung von Adjektiven. Gibt daher nur eine Kokosnuss Abzug:

Vier von fünf Kokosnüssen.

Titel: Die Spionin im Kurbad

Autorin: Andrea Schacht (von der ihr im Lauf der Buch-Challenge noch Weiteres hier lesen werdet)

Verlag: Blanvalet

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 366

Beitrag zur Buch-Challenge als Nr. 49, Buch das mir geschenkt wurde

 

Trägheit – oder Szenen aus der Vita activa

Und wieder eine Buchbesprechung. Aber was habe ich da gerade gelesen?

Extra wegen Daggis Buchchallenge gekauft, ein Buch, das im Titel eine Todsünde anführt. Doch – ein Roman in diesem Sinne war es nicht wirklich, eher, wie der Titel schon ganz richtig beschreibt, eine Ansammlung von Szenen, losen Gedanken. Ein Kritiker beschreibt den Autoren, Ingomar von Kieseritzky, als den deutschen Woody Allen. Ja, ich denke, das könnte hinkommen. Wenn man den Episodenfilm „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, sich aber nicht zu fragen trauten“ als Vorbild nimmt.

Sex ist allerdings hier nur am Rande das Thema. Hypochondrie – und auch die nur, um eine abgrundtiefe Faulheit zu tarnen.

Doch erstmal zum „Plot“:

Die Geschichte von Valev, der seinen Eltern auf der Tasche liegt, nichts Gescheites lernt, nichts Gescheites vollbringt und von Quacksalber zu Quacksalber eilt und immer abstrusere Theorien über den eigenen Gesundheitszustand aufstellt. Er verlobt sich mit einer Frau namens Vera, die er aber wegen der hygienischen Risiken nicht an sich heran lassen möchte, es dennoch tut, wobei er sich ihr am liebsten nähert, wenn sie einen Foto-ähnlichen Starrezustand einnimmt.

Außerdem wird in den Szenen eingeworfen die Geschichte eines Vorfahren von Valev aus dem 18. Jahrhundert, Roderick von Valev, einem Kurpfuscher, der eine ähnliche Trägheit an seinem Lebensende durchlief, begleitet von einem hypochondrischen Diener – und von einem „Arzt“ und dessen Gefährten, die im 19. Jahrhundert als Kurpfuscher unterwegs waren. Sowohl der Diener als auch der Gefährte des Arztes waren für die Überlieferung der Aufzeichnungen der beiden eher abträglich.

Irgendwann in der Geschichte verfällt der zukünftige Schwiegervater in eine Starre, aus der ihn erst eine Wallfahrt nach Lourdes rettet – wobei die Familie eigentlich protestantische Tischgebete spricht …

Ja, so wirr wie ich es schreibe, ist das Buch auch. Die Zeitebenen, die Orte, die Personen werden brutalst durcheinander geschüttelt. Einige Male kam ich in Versuchung zu schmunzeln, aber ich bin auch kein Woody-Allen-Fan. Daher geht Kieseritzkys Humor weitgehend an mir vorbei.

Vielleicht bin ich auch nur zu ungebildet, da Kieseritzky in diesem Büchlein mehr Fremdwörter verwendet, als ich je außerhalb von fachsprachlichen Publikationen gesehen habe.

Kokosnussfaktor: Weil ich ein paar Mal lächeln konnte gebe ich dem Buch 2 von 5 Kokosnüsse

Trägheit oder Szenen aus der Vita activa

Ingomar von Kieseritzky, ursprünglich 1978 geschrieben, diese dtv/Klett-Cotta-Ausgabe war von 1990.

Seitenanzahl: NUR 202 – viel mehr hätte ich auch nicht überlebt