Monatsarchiv: März 2013

Spirale des Gefallens

Hört sich an wie Zirkel des Grauens, ist aber das Gegenteil. Im heutigen Neudeutsch: Pay it forward. (PIF) Verwandt, aber nicht identisch mit Random act of kindness. (RAK)

Ein RAK – immer dann, wenn man jemandem einen Gefallen tut, einfach weil der andere gerade Hilfe braucht. Das geht von Bus anhalten, wenn da noch jemand einsteigen möchte über an der Kasse die fehlenden Cents bezahlen, wenn jemand gerade nicht mit genug Geld einkaufen geht (und keine EC-Karte hat) – und hat kein bis zu. Man sollte sich damit nicht selbst in eine Lage bringen, wo man Hilfe braucht.

PIF, ist eher die „Rück-„Zahlung des Gefallens. Wenn man nämlich selber so einen RAK erhalten hat (dass jemand für einen eingesprungen ist), dann ist es manchmal gar nicht möglich, das Empfangene zurück zu zahlen. Aber es ist möglich, jemand anderem zu helfen. Daher nix mit Payback sondern Pay it forward.

Ich pflege dazu zu sagen, Gefallen laufen im Kreis – manche Kreise sind dabei auch unvollendet – und vielleicht ist es ja wirklich eine Spirale.

Ich habe selber schon diverse Gefallen erhalten, kleine und größere – und ich versuche,  ein wenig davon „der Allgemeinheit“ „weiter zu zahlen“. Der angenehme Nebeneffekt – man fühlt sich selber besser.

Wie z.B. diese Frau. Fasste an einem Tag den Entschluss ein paar streunende Katzen in der Nachbarschaft mit Futter zu versorgen. Und IHR Tag wurde dadurch besser.

 

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Hypochonder

Schon gestern stieß ich bei meiner kurzen Guardianlektüre (auch liebevoll wegen der vielen Tippfehler Grauniad genannt) auf diesen Artikel – Hypochonder der Welt vereinigt Euch.

Darin wird eine Suchmaschine vorgestellt, mit der man seltene Krankheiten finden kann. FindZebra.

Lustiger Name, die Erklärung dahinter: Man bringt Medizinstudenten bei, eben nicht wie Dr.House zu denken (das macht dann FindZebra) – sondern bei einem Gallopp erstmal an ein gewöhnliches Pferd und nicht an das ungewöhnlichere Zebra zu denken.  (Für Hypochonder müsste es vermutlich find unicorn heißen – man sucht ja nach etwas, was nicht da ist) 😉

Und für all die, die zwar keine Zebras suchen, aber gerne Gesundheitsstörungen bei sich diagnostizieren, die eher „Pferde“ sind, gibt es hier eine von vielen Gesundheitsseiten im Netz.

Ob man Hypochonder ist, kann man natürlich auch testen.

Und ganz beruhigt  – wer krankhaft auf den  Gedanken kommt, er/sie sei schwer krank – würde der einen Hypochondertest machen?? 😉

So, ich ruf dann mal im Büro an und melde mich krank – habe dann ein Wörtchen mit meinem Hausarzt – und begebe mich anschließend vermutlich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten, der Zeit hat *lach* Vielleicht gehe ich auch einfach so ins Bad … 😉 Klingt einfacher.

Wie lang bleibt mir

Nach der Lektüre eines schon fast philosophischen Artikels im Guardian stelle ich mir die Frage

Sollte man mit seiner Zeit nicht etwas bewusster umgehen. Teilweise habe ich das schon angefangen, als mir klar wurde, wie unsicher mein Job hier in dieser Stadt war – und dass ich diesem Flecken Erde vielleicht bald Good-bye sagen muss.

Da nahm ich mir vor, all die schönen Dinge, die es nur hier gibt, mehr zu nutzen. Und auch auszunutzen, dass ich meine Freunde HIER habe.  Als bekennende Sofa-Kartoffel fällt mir das Rausgehen oft schwer. Aber das letzte halbe Jahr ging ich eben doch öfter raus – nutzen, was ich bisher ignoriert habe.

Diese Einstellung, etwas „läuft nicht weg“ – „to take something for granted“ – deswegen muss man sich nicht drum kümmern, deswegen kann man Sachen verschieben, diese Einstellung ist nicht nur in Partnerschaften schädlich.

Man ignoriert das gern, kümmert sich lieber um die „wichtigen“ – oder die „spaßigen“ – oder wenn auch nicht lieber, aber doch dringender um die problematischen Dinge – bis plötzlich die Dinge doch weg sind, die wir für sicher hielten. „If it wasn’t for the last day, nothing would get done“ ist nicht nur das Motto von Bummelanten – es ist auch Ausdruck, dass wir den Eindruck von Vergänglichkeit brauchen, um Sachen als „wichtig“ zu erachten.

Dazu bitte als Soundtrack Bruno Mars „When I was your man“ hören 😉

 

 

Science Fiction – nicht so weit von Science

Wer sie noch nicht kennt, die Reihe von Jasper Fforde, Thursday Next, der sollte zumindest die ersten Bücher mal lesen. Der Fall Jane Eyre, in dem die Titelfigur durch Bücher reist, und ihr Lieblingsbuch verändert.

Die Titelfigur hat ein Haustier – einen Dodo – selbst geklont.  Und was mussten meine müden Augen heute im Guardian lesen?

GENAU

Jules Verne hat Unterseeboote und Raumfahrt in seinen Büchern „vorhergesagt“ – ist Jasper Fforde vielleicht ein geklonter Jules Verne?? 😉

Sprache

Dass die Deutschen mit ihrer Sprache Probleme haben, wissen wir ja nicht erst seit Bastian Sicks „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ (mit unvermeidlichen  Folgebänden).

Dass die Deutschen auch Probleme bei der Verwendung anderer Sprachen haben, ist ebenfalls hinlänglich bekannt – ich sag nur „handy“ – ein handy gibt es im Englischen nicht, etwas ist handy – also handlich.

Dass auch die Engländer keine Sprachgenies sind und sich bei Fremdsprachen nicht gerade mit Ruhm bekleckern, wird jeder Engländer gern zugeben. Und sei es aus Understatement, selbst wenn er akzentfrei sieben Fremdsprachen spricht.

Aber – dass die Engländer richtig Probleme mit der Beherrschung ihrer eigenen Sprache haben, so sehr, dass sie jetzt in Mid-Devon die Regeln aufheben wollen – das ist neu – Anlass ist das fiese kleine Apostroph.

Da plant Mid-Devon das besitzanzeigende Apostroph von Straßenschildern zu entfernen, weil es „Verwirrung stiftet“.

Dass das auch die Engländer irgendwie lustig finden, kann man im Guardian nachlesen.

Dass es sowas noch gibt

Wie die Huffington Post berichtet, hat eine Fluggesellschaft einen Flug warten lassen, damit ein Mann sich noch von seiner sterbenden Mutter verabschieden konnte.

In einer Zeit, in der ein Arbeitgeber der öffentlichen Verwaltung in einer SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT 1000e Mitarbeiter wie Möbelstücke hin und her schiebt (mit dem Erfolg, dass sie in größeren Scharen abwandern, als geplant war), hat hier eine nicht-öffentliche Stelle in einem dem Kapitalismus verschriebenen Land ein Herz gezeigt.