Monatsarchiv: Juni 2017

Liedtexte – Irritierend, zweifelhaft, politisch absolut unkorrekt

Ich bin ja ein Opfer der Textschreiber. Gute Texte transportieren mich in andere Welten (Genesis, Wind and Wuthering, mehr oder weniger das ganze Album), schlechte allerdings …

So jetzt also gerade gehört im Radio:

„Ich möchte mal wissen welcher Film auf dieser Welt einen Oscar erhält, in dem die weibliche Hauptrolle fehlt“

Brokeback Mountain? Moonlight? Und viel früher als das Lied: Apocalypse now?

Seufz – das kann man doch alles herausfinden.

Genauso irritiert mich der Liedtext zu „Jolene“.

„How you could easily take my man“

„I’m begging of you, please don’t take my man
Jolene, Jolene, Jolene, Jolene
Please don’t take him just because you can

You could have your choice of men
But I could never love again
He’s the only one for me, Jolene
I had to have this talk with you
My happiness depends on you
And whatever you decide to do, Jolene“

So einen Bullshit habe ich schon lange nicht mehr gehört. Ist ein Mann denn ein willenloser Gegenstand, den sich eine Frau nimmt? Ein Mann ist ein Mensch mit einem eigenen Willen – dachte ich bisher immer. Und ich habe wahrhaftig keine gute Meinung von Männern, was Beziehungen angeht. Aber ich bemühe mich, fair zu sein. Und fair bedeutet eben auch, dass ich einen Mann nicht als ein Objekt ansehe, das man sich einfach so aneignen kann! Ob Jolene diesen Mann bekommt oder nicht, liegt nicht an ihrem Aussehen oder alleine ihrer Entscheidung, sondern eben auch an der Entscheidung des Typen. Er hat hier die Wahl, wenn Jolene interessiert ist . Und noch schlimmer finde ich die Aussage, dass die Frau, die da angeblich singt, behauptet, sie könnte „niemals wieder lieben“. Das ist so etwas von Nonsens. Wenn der Typ mit nem Herzinfarkt umfällt, würde sie auch nicht bis ans Ende ihres Lebens Witwenkleidung tragen. Es sei denn, sie ist ohnehin schon über 40 (so wie ich), denn wir wissen ja, eine Single-Frau über 40 hat eine größere Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden – als nochmal einen Kerl zu finden.

Nein, ich bin überhaupt nicht glücklich mit diesem Song – denn er zeigt mir ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis in der Beziehung zwischen der bettelnden Person und ihrem Kerl.

Weitere Songs, mit denen ich nicht sonderlich glücklich bin? Natürlich „Every Breath you take“ – eindeutig ein Stalker-Song.

Oder „You and me“ von Milow, ein psychopathischer Kontroll-Freak:

„It would be only you and me“

„I often wish that you had feathers
I’d keep you in a giant cage“

Wer denkt sich denn so einen frauenfeindlichen Scheiß aus? Das lässt wirklich Schlimmes befürchten … Ich weiß, dass die Schreiber das hier durch die Übertreibung lustig gemeint haben. Aber diese Sorte Witze ist echt nicht witzig.

Denn, wir dürfen eines nicht vergessen: Lieder, die im Radio oft gespielt werden, erreichen eine Menge Leute – und beeinflussen diese. Nicht immer bewusst …

Und in Zeiten, in denen Berichte immer wieder auftauchen von Frauen, die irgendwo von einem Kerl monate- oder sogar jahrelang festgehalten wurden oder werden sollten, ist so ein Liedtext einfach nicht witzig.

Denken Songschreiber manchmal nach, wenn sie schreiben?

 

 

 

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Danke, liebe IKEA-Werbung

Hab ich doch wieder etwas gelernt.

Wird in der heutigen IKEA–Werbung behauptet, dass früher Kleiderbügel ein Privileg des Adels waren. DAS hat mich nachschlagen lassen in meiner Lieblingsonline-Enzyklopädie. Und wenn IKEA den Beitrag nicht manipuliert hat*, stimmt es – Adel und Klerus.

„Der Kleiderbügel, wie wir ihn kennen, hat seinen Ursprung im Mitteleuropa des 16. Jahrhunderts. Die ersten Bügel wurden aus Holztruhen zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken für Uniformen weiterentwickelt. Es waren massive Holzbügel mit aufwärtsgebogenen Enden, die zur Stütze der gewichtigen Epauletten an der Uniformjacke dienten. Für wertvolle Gewänder wurden später weitere Bügelmodelle entwickelt; sie waren ein Privileg von Adel und Klerus.“

*aber ich bin ja nicht paranoid, so weit würde die Werbekampagne ja niemals gehen … NIEMALS … oder?

 

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (25) – Hinweise

„Hinweis: Die Beiträge auf meinem Blog geben MEINE Sichtweise der Dinge wieder, meine Meinung (mit der ihr nach Herzenslust argumentieren könnt) und meine Eindrücke. Sie sind nicht allgemeinverbindlich, die Welt ist bunt und wir sind nicht alle gleich.

Die Personen in meinen Geschichten sind rein fiktional, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind zufällig (manchmal borg ich mir von realen Personen etwas, um meinen Charakteren einen Aufhänger zu geben, aber sie sind nie EinszuEins-Übertragungen!)“

Auch solche Hinweise sieht man immer wieder, nicht als Hinweisschild, wie im Straßenverkehr:

Ganz viele davon findet Ihr HIER, ab Seite 60 (Zeichen 350 bis 394, Hinweise).

In Hannover (wie in vielen anderen Städten in Deutschland) gibt es außerdem noch weitere Hinweisschilder, die nicht in der Verkehrsordnung stehen. Eines aus meiner Nachbarschaft habe ich Euch mal fotografiert:

IMG_1031[1]

Mit der kleinen Schrift und der (relativen) Masse Text ist dieser Hinweis auf den Namensgeber der Straße eher für Fußgänger gedacht. Keine Chance, das im Vorbeifahren zu lesen.

Und dann gibt es noch andere Hinweise, in 1099 deutschen Städten mittlerweile zu finden, sowie auch anderswo in Europa, diese hier sind aus der oben erwähnten Straße:

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Das sind vier Stolpersteine.

Wenn es eine Straße mit vielen Opfern war, und die Sonne auf den Metallstiften glänzt, sieht das aus, wie ein leuchtender Pfad:

IMG_1032[1]

Daher mein letzter Hinweis für heute: Auch mal auf den Boden schauen.

 

Offener Brief an die Üstra

Liebe Hannoversche Verkehrsbetriebe,

ich verstehe ja, dass auch Busfahrer nur Menschen sind. Aber eben weil sie Menschen sind, hoffe ich eigentlich auf ein wenig Mitmenschlichkeit.

Situation: 121er Bus, Haltestelle Bismarkbahnhof (also – Ecke Altenbekener Damm). Fahrer hält, weil niemand ein- oder aussteigen zu wollen scheint, für ca. 5 Sekunden, ohne die Türen zu öffnen, und gerade, als er losfahren will, kommt noch ein junger, schmächtiger Mann angeeilt. Es ist heiß, die Leute sind gereizter bei heißem Wetter.

Auf meine Bemerkung, dass da noch jemand zusteigen möchte, sagte der Fahrer: „Soll er das nächste Mal halt pünktlich kommen!“

Also, mal abgesehen davon, dass der Busfahrer eines 121er Busses sich DAS sparen kann – Pünktlichkeit ist auf dieser Linie wegen der vielen Baustellen nämlich wirklich keine Alltagserscheinung, dafür habe ich aber eben wegen der Baustellen Verständnis.

ABER der junge Mann hätte ja vielleicht deswegen nicht besonders frühzeitig an der Haltestelle sein können, weil er gerade mit dem Zug ankam – und nicht früher da sein KONNTE. Oder weil er mit dem 134er Bus ankam, dessen Haltestelle ja ein wenig entfernter liegt seit einigen Jahren.

Oder … und fairerweise muss ich sagen, das sah ich auch erst, als er mir dann entgegen kam, ich stieg nämlich die nächste Haltestelle aus und ging ein wenig zurück, weil ich da wohne – da kam er angehumpelt. Er hatte eine Gehbehinderung und knickte beim Gehen immer ein wenig ein. Er KANN nicht zum Bus rennen!

Ich würde mir schon ein wenig mehr Mitmenschlichkeit wünschen, auch wenn es heiß ist und die Leute wie die sprichwörtlichen Gesengten fahren. Man weiß doch nie, warum die Person eben doch eine halbe Minute zu spät an die Bushaltestelle kommt.

Der junge Mann hat das Ganze übrigens sportlich genommen. Trotz seiner Gehbehinderung. Er sagte, es sei halt heiß, da könnte jeder mal einen schlechten Tag haben. DAS ist Mitmenschlichkeit.

 

Blues für Vollmond und Koyote – BuchChallenge

Heute habe ich also Christopher Moores nächstes Buch beendet: Blues für Vollmond und Koyote.

Ein Indianer der Crow verwschwindet aus seinem Reservat, weil er meint, einen Polizisten getötet zu haben. Er wird zum erfolgreichen Versicherungsvertreter und Spießbürger.

Eigentlich gefällt ihm das Leben, bis er auf eine blonde Frau trifft, die ein uneheliches Kind mit einem Hells Angel hat, aber nicht mehr mit ihm liiert ist.

In diesem Augenblick tritt der Gott Koyote in das Leben des Indianers, und lässt es so ziemlich zur Hölle werden.

Sam land zwar mit Koyotes Hilfe bei der Frau, er hilft ihr bei einer Autopanne, landet dann mit ihr im Bett. Aber alles andere in seinem Leben, seine Wohnung, sein geschäftlicher Ruf, seine unbehelligte Stellung in der Gesellschaft, löst sich in Rauch auf.

Dann läuft auch noch  der Hells Angel Amok (also, nicht wirklich in dem Moment) und nimmt sein etwa zweijähriges Kind mit zu einem Rockertreffen, wo der Vater Drogen verschieben soll.

Die Mutter eilt hinterher. Sam eilt hinter der Mutter her. Dabei wird in Las Vegas noch eine Sicherheitskraft aufgelesen, die dabei hilft, den Jungen aus den Klauen der Rocker zu befreien, leider wird dabei die Mutter erschossen.

Wie nun der Indianer, sein Koyotengott und der Kleine dann doch noch einem Happy End zusteuern, DAS waren die 100 guten Seiten.

Ich muss sagen, dass auch für dieses Buch von Moore gilt, was ich bei den Vampir-Büchern schon nicht überzeugend fand: Die ersten Zwei-Drittel bis Drei-Viertel sind ein wenig zäh, ohne rechten Plan, wo es hingehen soll, erst ab Seite 298 gefiel mir das Buch so gut, dass ich in Gefahr bin, mir noch eines von Moore zuzulegen.

Daher, mit viel gutem Willen, 4 Kokosnüsse, eigentlich eher drei-einhalb.

Autor: Christopher Moore

Titel: Deutsch: Blues für Vollmond und Koyote (auf Englisch hätte der Titel nicht für die Aufgabe der Challenge getaugt, da heißt das Buch Coyote Blue)

Verlag: Goldmann Manhattan

Erscheinungsjahr der Taschenbuchausgabe: 2008

Seiten: 414

Aufgabe der Challenge, die das Buch erfüllt hat: Ein Objekt im Titel oder auf dem Cover, das normalerweise am Himmel zu finden ist (23). Hier wäre das dann der Vollmond.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (24) – Licht und Schatten – Schattenspiele

Heute brauche ich nicht mal groß auf die Suche zu gehen, ich habe bereits einige Fotos in diesem Blog zu dem Thema präsentiert.

Einmal meine Katzen, eine spielt Hide in shadows (eine Elfen-Fähigkeit bei AD&D), der Kater, Zen-Master-Anwärter, hat die Fortgeschrittenen-Klasse gebucht, Hide in light:

Katzen f Kalender 007

Die Katze ist Wiederholungstäterin:

Katzenliebe alt 030

Da hatte ich sie erst einen Tag.

Noch mehr Licht und Schatten fand ich natürlich in Hannover – in unseren Barockgärten, Fotos, die ich auch schon mal gebracht habe:

 

Wo ein Schatten fällt, sind immer auch ein Licht und ein Gegenstand. Nun können wir philosophisch werden. Wirft der Gegenstand den Schatten? Oder nicht vielmehr die Lichtquelle?

PS: Als ich heute meine evil-online-empire-e-mail-Empfehlung des Tages bekam, ratet, was mir da u.a. angeboten wurde?

Dieses Buch. Ich glaube nicht, dass das Zufall war.

I got interviewed by Bacon

Well, not I, but Kessy, my sweet little cat. Or not so sweet, when I read her answers.

Pop over to Bacon to see the interview.

I must have „the talk“ with her again … She makes me appear like a crazy old cat lady. Oh, wait …