Kulinarisch daheim – und unterwegs

Meine Freunde, mit denen ich zusammen koche, kamen vorbei. Ich musste nur vorher Kuchen backen, Suppe kochen (danke, unbekannter Guardian Leser, der du ein Rezept für Pastinakensuppe in den Kommentaren hinterlassen hattest) und den Auflauf vorbereiten.

Außerdem gab es einen Longdrink vorher (das erste Mal in meinem Leben einen Gin-Tonic). Eiswürfel durfte ich daher auch nicht vergessen.

Das Kuchen backen zog sich, die Pastinakensuppe war dagegen schnell gemacht – und dann habe ich geschnibbelt wie ne Wilde, um Kartoffeln, Lauch, Paprika, Zwiebel und Knoblauch vorzubereiten – und beinahe hätte ich es auch noch geschafft, das bereits gewürfelte Fleisch anzubraten, aber dann kamen schon die Gäste.

Das war jetzt kein Problem – wir kochen, wie gesagt, normalerweise gemeinsam. Und es kam der Spruch „Ich wollte schon immer mal wie so ein 70er Jahre Fernsehkoch kochen – ‚ich habe da etwas vorbereitet‘!“ So war das mit dem Anbraten und Form befüllen wenig problematisch, wir wärmten die Suppe und gingen zum gemütlichen Teil des Abends über.

Beim Gin blieb ich beim lokalen Getränk, ja, es gibt hier einen Ginproduzenten. Ich mag in diesem Blog nicht direkt das Getränk abbilden, da das Content für über 18jährige wäre (die unter 18jährigen gucken bitte in ihrem lokalen Supermarkt danach – und ich hoffe, man verkauft es Euch noch nicht, das Zeug hat nämlich 42 Umdrehungen und man sollte es verantwortungsvoll zu sich nehmen! Ab 18 und in Maßen, nicht in Massen! Genauer gesagt, 4 cl pro kleiner Flasche Tonicwater … ) In Großbritannien ist Gin Tonic der Klassiker der Aperitifs.

Dann kam die Pastinakensuppe. Kannten meine Mit-Kocher noch nicht. Zwiebelwürfel anschwitzen, 2 TL Garam Masala mit anrösten, dann mit 1 Liter Brühe und 250 ml Milch ablöschen, 5 bis 6 mittelgroße, geschälte und gewürfelte Pastinaken hinein und dann weich kochen 10 bis 15 Minuten. Zum Schluss pürieren (ein bißchen wie Kürbissuppe oder Möhrensuppe) und eventuell nachwürzen.

Als nächstes ging ich in die Küche, rührte die Saure-Sahne-Sauce für den Auflauf zusammen und gab nach der ersten, abgedeckten Stunde die Sauce drüber und den Käse – und wir haben noch eine Viertelstunde gewartet. Auch der Satte Herbstauflauf war durchaus essbar. Nichts für Fleischliebhaber, dazu war mit 500 g zu wenig für 4 Leute drin, aber schmackhaft.

Das Getränk der Wahl war ein Portugiesischer Rotwein aus dem Supermarkt, den ich nicht selber getrunken habe – soviel Alkohol musste es dann auch nicht sein.

Es blieb etwas übrig – das kann an vielen Dingen gelegen haben – Geschmack? Nun, die zwei Herren tranken mehr als ein Glas. Zu viel Alk – mit dem GT vorneweg? Einfach keine Lust auf Rotwein an dem Abend? Jedenfalls wurde die Flasche nicht leer und ich hab Montag etwas davon in die Tomaten basierte Nudelsoße getan.

Der Abend war entspannt, der Abwasch gewaltig, aber machbar und ich würde es wieder tun 😉

Dann habe ich Montag eine Stehrum-Nudelsoße improvisiert – ich hatte noch Tomatensaft von Dosentomaten da, die in den Auflauf kamen. Und die Saure Sahne des zweiten Bechers, die übrig war, kam auch rein. Außerdem Zwiebel und Knoblauch, Möhren (auch hier Reste des letzten Beutels) Kichererbsen (ich hab da ein paar mehr Kichererbsengläser rumstehen). Etwas von dem Rotwein. Salz, Pfeffer und getrockneter Thymian und getrockneter Oregano. Nudelsoßen sind prädestiniert für die Resteverwertung.

Und gestern ging es mal wieder auswärts essen. Ein relativ neues Lokal, meine Begleitung aß den Flammkuchen (und mochte ihn sehr) – ich hatte das Schweineschnitzel (ich glaub ich hab schon mal erwähnt, dass ich nicht Vegetarier bin) – mit Süßkartoffelpommes (eigentlich Kräuterkartoffeln, aber ich bat um Süßkartoffelpommes, weil ich die gern mag – und es war gegen einen Aufpreis möglich – denn Süßkartoffeln sind teurer als Kartoffeln). Das Schnitzel war lecker, auch wenn es weit von Schnitzel Wiener Art entfernt war – da war nichts platt geklopft, wie man das bei Wiener Art tun würde. Aber die Panade war hervorragend, das Schnitzelfleisch hatte einen wirklich angenehmen Schweinefleischgeschmack, der Beilagensalat war gut und knackig und vor allem war der Salat hinreichend zerkleinert.

Vorher gab es einen alkoholfreien Wacholderlongdrink und dann hatte ich noch die nicht so gut gelungene Mascarpone-Creme. Die war recht lieblos, fast wie zu Butter geschlagene Sahne … Und ich mag cremige Desserts und Mascarpone .. Schade. Die Freundin von mir und ich unterhielten uns noch eine Weile, es gab noch ein Getränk (eine heiße Milch mit Honig – man kann mehr Honig nachfragen, und ich würde das auch empfehlen, aber es war ok für mich gestern).

Preis, ohne Trinkgeld für den Wacholder-Alkoholfreien Drink, das Schnitzel mit Süßkartoffelpommes, das Dessert mit Mascarponecreme mit Erdbeerpüree und die Heiße Milch mit Honig – € 29,10.

Das Lokal hat eine Wochen-Saison-Karte, von der war der Flammkuchen, und es stand noch Pasta mit Kürbis drauf sowie vier weitere Gerichte. Aber ich hatte Schnitzelappetit. Sonst gerne saisonal. Und Kohl mit Speck steht heute bei mir auf dem Speiseplan, da ich noch einen halben Chinakohl im Kühlschrank habe. Und mehlig kochende Kartoffeln im Vorrat. Und ein Paket Speckwürfel.

Erreichbarkeit gut. Bushaltestelle ist keine 5 Minuten weg. Parkplätze? Eher keine – Halloo? Südstadt Hannover, berüchtigt für die Parkplatznot!

Kokosnussbewertung: 3 bis 4. Es fehlt ein Alleinstellungsmerkmal. So geht es unter in den ganzen netten, kleinen Bistros. Und da es für Laufkundschaft zu abgelegen liegt, mehr von Wohn- als von Geschäftshäusern umgeben, muss das Lokal dringend einen Magneten entwickeln. Etwas, das Gäste anderswo nicht finden. Ich persönlich mag die Auswahl an alkoholfreien Getränken z.B. Aber im Dessertbereich besteht Verbesserungspotential.

7 Antworten zu “Kulinarisch daheim – und unterwegs

  1. danke fuer die idee mit der pastinaken suppe, die mach ich glaub an den feiertagen, gute moeglichkeit die obligaten parsnips zu verwenden….

  2. Das klingt nach Spaß. Wir bekommen meistens nur zum Mitnehmen. 🙂

  3. That sounds like a fun evening that you had with your cooking friends.
    Restaurants are getting very expensive here, too. Good thing we don’t often ‚go out‘.

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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