Monatsarchiv: Oktober 2013

Weekly photo challenge: Horizon

2006, for a business meeting, we went to the Baltic Coast

Goals near, intermediate and a blurry future – that is all shown in this photo.

Fall at the Baltic Sea

Fall at the Baltic Sea

Advertisements

Deutsche Ikonen – Icons of Germany (4) Pünktlichkeit, Sauberkeit und Gehorsam

Das sind oder eher waren die drei Standard-Disziplinen für Deutsche. Wenn uns andere Länder immer noch für pünktlich, sauber und gehorsam halten, dann sind sie noch nie auf deutschen Autobahnen und den dazugehörigen Parkplätzen unterwegs gewesen – dort ist weder von Gehorsam noch von Sauberkeit noch eine Spur. Und pünktlich ist der Deutsche nur noch, wenn es was „günschdich“ gibt.

Der Deutsche hat die Pünktlichkeit spätestens mit der Ankunftvon Mobiltelefonen („Bin unterwegs“-Anrufe sind doch überrepräsentiert in Bussen und Bahnen) sausen lassen. Was soll ich mir Gedanken machen, einen Bus zu nehmen, der rechtzeitig da ist – ich muss doch schon im Job immer diszipliniert sein … Sowas habe ich von einer langzeitarbeitslosen ehemaligen Freundin auch schon selber gehört.

Sauber – das war auch nicht immer mit Deutschland verbunden – es gibt da ein herrliches Buch einer englischen Lady, die nie England verlassen hat, und über die Deutschen verbreitete, dass sie ja ganz in Ordnung wären, wären sie nur etwas sauberer. Diesen Zustand haben wir fast wieder erreicht. Nicht nur auf Schultoiletten und in WG-Küchen.

Gehorsam – ich rede nicht von dem Kadavergehorsam, der uns durch zwei Weltkriege trieb – aber wenn die Staatsgewalt etwas fordert, muss ich auch nicht JEDESMAL und aus Prinzip durch alle Instanzen klagen … Und ein paar Gesetze einzuhalten kann doch so schwer nicht sein: Radfahrer könnten bei Dunkelheit doch sicher die Beleuchtung anmachen, oder den Radweg benutzen statt des Bürgersteigs. Autofahrer könnten, statt auf Blitzer mit „Abzocke“-Geschrei zu reagieren, vielleicht mal die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit einhalten, Fußgänger könnten auch mal links und rechts gucken, ehe sie Fahrbahnen betreten … Die Spielregeln mögen uns nicht immer passen, aber manchmal muss man hinnehmen, was einem nicht passt. Das nennt man Zusammenleben, Kompromisse machen, Zuverlässigkeit zeigen … Gehorsam gegenüber den gemeinsamen Spielregeln, die ein Zusammenleben erst ermöglichen, nicht einzelnen Personen gegenüber. Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. (Ja, in Zeiten von Sadomasochismus ist diese Regel mit Vorsicht zu genießen …)

 

 

 

Icons of Germany – Deutschlands Ikonen – Nummer 3 – der Sonntagnachmittagsspaziergang

Der Sonntagsspaziergang – seit vielen Jahrzehnten die Quälerei der bürgerlichen Familie nach dem sonntäglichen, üppigen Mittagsmahl.

Die Eltern würden viel lieber ein wenig Sex haben – oder auch, je nach fortgeschrittener Ehelichkeit, ein Nachmittagsschläfchen machen, gern auch in Kombination. Die Kinder fragen alle paar Minuten, „sind wir schon da?“ oder auch wahlweise „wann gibt es Eis/Kuchen“. Keiner ist da, wo er sein will, keiner tut das, was er gern tut. Aber unausrottbar ist die weitverbreitete Vorstellung, dass es der Familie gut tut, sich gemeinschaftlich gegenseitig zu quälen, sich an den jämmerlichen Resten einer Natur zu erfreuen, die an einem Werktag nur als dreckiges, ungepflegtes Stück Land wahrgenommen wird und sich trotz der immensen Mengen Stresshormone, die ausgeschüttet werden, gemeinsam etwas Gesundem hinzugeben.

Die Ziele sind genauso vorhersehbar wie unspannend, irgendwelche entlegenen Türmchen inmitten von gar nix, siehe z.B.

HIER und DORT

Besonders gern wird dieses uralte (s. Spitzwegbild aus dem 19. Jahrhundert) Ritual hervorgekramt, wenn sich ältere Verwandtschaft einfindet, denen man mit den lokalen Sehenswürdigkeiten (s. HIER und DORT) ein wenig imponieren möchte.

Die eigene Langeweile als Kind wird von heutigen Eltern natürlich verdrängt – so dass sich dieses Ritual schon seit vielen Generationen in Deutschland hält.

Und was kann man dagegen tun? Laufen, schnell weglaufen – allein und möglichst weit.

On Being Alone: Rethinking The Single Life

Könnte es nicht besser sagen, auch wenn ich ein paar Jährchen mehr Erfahrung in diesem Bereich habe.
Could not say it better, even with some years of more experience in this matter.

Lucia Lorenzi

It is a truth universally acknowledged that when a man or a woman reaches a certain age, an age that one also generally associates with sexual attractiveness, fertility, the beginning of economic security and the decline of teenage angst, that he or she will seek a partner, indeed, fervently desire a partner, and do everything within his or her power to meet, marry, and mate. In my nod to Jane Austen, here, I am suggesting, as cheekily as I am earnestly, that the societal standards that are steadfastly ingrained in our psyches regarding relationships are still rather predictable, conservative, and normative. And, if I may be so bold to admit—being myself a young woman of a certain marriageable and fertile age—rather draining, dreary, and downright depressing.

As you, dear reader, can deduce, I am single. Solitary. Unbetrothed, unwed.As long as I have been “eligible” to date, I have generally…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.297 weitere Wörter

Nachwahl

Am Sonntag war also Stichwahl.

Und hinterher? Nun, gewonnen hat in Hannover die Tradition. Und der Oppositionskandidat, der sich mit dem Genossen duzt, hat ihm auch ganz fair kondo – nein – gratuliert.

Aber seine Parteigenossen … Der neue OB ist doch nur von einem Viertel der Wahlberechtigten gewählt worden, tönt es da. Mathematisch richtig. UND? Der Kandidat der Opposition brachte es dagegen nur auf die Hälfte – das wäre ein Achtel … Der eigene, unterlegene Kandidat sieht dadurch NICHT BESSER AUS! Zur Anzweiflung der Legitimation reicht das jedenfalls nicht!! Es kommt einfach nur als Nachtreten und Schlecht Verlieren können an – und macht die Verlierer damit nicht attraktiver!

Ja, die Wahlbeteiligung war katastrophal – es war keine Bundestagswahl nebenbei, und Stichwahlen sind meist eh nicht so wähler-anziehend, außerdem lag es in den Herbstferien. Aber von denen, die sich berufen fühlten, ihr Wahlrecht auszuüben, haben zwei von von dreien dem Gewinner das Vertrauen ausgesprochen. Die Nichtwähler haben ja nicht GEGEN den Gewinner gestimmt, es war ihnen schlicht egal.

Auch hier sage ich wieder nicht, in welchem der beiden Kreise mein Kreuz landete – ob ich den Verlierer oder den Gewinner unterstützte.

Aber an alle Nichtwähler – es war wirklich kein Aufwand, man konnte auch locker erst am späten Nachmittag (ich war gegen 16 Uhr da) ins Wahllokal und man hat mit den zwei Möglichkeiten auch keine Überforderung erlebt, selbst wenn man nur, wie sich das im PISA für Erwachsene herausgestellt hat, auf Grundschulniveau lesen kann.