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Es hat wieder begonnen

Der Covid-Hamster-Wahn … er ist wieder da.

Gestern ging ich einkaufen. Ich habe noch vier Rollen Toilettenpapier, also Zeit, in den nächsten vier Wochen Ersatz zu besorgen. Und da dachte ich, nimm EIN Paket mit, weil ich sowieso einkaufen musste, Zwiebeln waren aus, Milch hatte ich einen Liter verbraucht, Toilettenpapier konnte ich langsam mal wieder kaufen und Haushaltsrollen.

Entweder haben 150 andere Haushalte ähnlich gedacht wegen des Toilettenpapiers … oder die Leute haben wieder drei, vier Pakete gekauft – weil wir ja steigende Fallzahlen haben …

Ok, ich gebe zu, die haben halt einfach Schiss … die brauchen es nötiger als ich *lach

Küchenrollen waren übrigens auch fast aus.

Aber vielleicht ist auch alles ganz anders. (Achtung, Warnung, es folgt eine Verschwörungstheorie, die mir gestern auf dem Thron einfiel:)

Es sind gar nicht Hans und Franzi, die jetzt Toilettenpapier kaufen. Es sind Mitarbeiter der Toilettenpapierhersteller, um die seit dem letzten Run abgeflachte Nachfrage wieder anzuheizen. Schließlich hat die Toilettenpapierindustrie ein Interesse daran, dass es mit den Verkaufszahlen so weitergeht wie im Frühjahr. Das muss es sein.

Die Küchenfee hat ein neues Spielzeug

Aaaargh, ich bin ein Opfer des Amazonmarketings geworden. Ich habe mir ein neues Küchengadget zugelegt, einen Slowcooker. In der Singlevariante (man kriegt wohl auch zwei Leute mit einer Füllung satt).

Schneckenessenzubereiter, vom Marktführer

Ausprobiert wird gerade ein Kartoffelauflauf aus einem Slowcookerkochbuch. Auf hoher Heizstufe (ca. 100 W). In der Wartezeit kann ich abwaschen (erledigt, daher von den ursprünglich mal 3 Stunden schon 28 Minuten weg.) Jetzt kann ich einkaufen gehen. Wenn ich wollte. Aber beim ersten Durchlauf trau ich mich noch nicht.

Laut Rezeptbuch kann ich Hackbraten und Rouladen damit machen, Gemüse schmoren oder gefüllte Paprika zubereiten. Auch Kuchen geht. Pudding im Wasserbad geht übrigens auch!

Werde weiteres berichten.

DHL und die Tücken

Ich hab gestern 2 Sendungen erhalten. Eine wurde mit Hermes bei einer freundlichen Nachbarin zugestellt, die von DHL musste ich abholen. Eigentlich kein Ding.

Jedoch wählte der Fahrer dazu die Filiale am anderen Ende der nicht ganz kurzen Heinrich-Heine-Str. An meinem Ende gibt es einen Kiosk und einen Edekamarkt, die DHL anbieten. Das gilt auch für abzuholende Pakete.

Aber so schwang ich mich in den Bus, nicht wissend, ob mein neues Kochgerät abzuholen war, oder nur etwas Kleines.

Vor dem Laden stand ich dann in der Schlange. Klar, kleiner Laden. Viele Abholer.

Drinnen wurde ich erstmal angemacht, dass ich über eine Stunde zu früh dran wäre, ich sollte doch die Zeiten beachten. Bei allen anderen Abholstellen gilt, erst nach 18 Uhr am Zustelltag. Hier erst ab 12 am Tag danach.

Glücklicherweise war es nur ein kleines Paket. So brauch ich nicht zurück in die Wohnung. 😁

Heute kommt das Kochgerät. 😎

(Nachtrag: Das wurde dann zwar Nachbarn zugestellt, aber ich erfuhr aus dem Internet davon, eine Karte war nicht im Briefkasten).

Kreative Lösung aus dem Dilemma

Wir haben alle von abgesagten Hochzeiten gehört, und Familienfeiern, die kleiner ausfielen als geplant, wegen dieser Krise. Nun hat ein junges Paar die Lösung gefunden.

Im Vereinigten Königreich hat ein indisches Paar in einer Auto-Kino-Style-Zeremonie gefeiert. Mit 200 Gästen, aber jede Familie in ihrem Auto, bis auf die allerengsten Verwandten.

DAS ist es, was uns aus dieser Krise bringt, nicht Jammern, dass es nicht mehr so wie früher ist. Neue Wege finden. Ja, es ist immer noch nicht ideal. Aber es geht! Und zwar ohne Risiken für sich und andere, ohne die Regeln zu verletzen, ohne zum Superspreader-Event zu werden. So nämlich!

Irgendwann ist auch diese Krise vorbei, irgendwann haben wir auch das hinter uns. Bis dahin – seid kreativ, nicht im Regeln brechen, sondern im „Mit den Einschränkungen das meiste draus machen“. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Buch 12/2020

Ich habe mir vor dem Kreta-Urlaub zwei Bücher gekauft, eines von einer Engländerin, einen Roman über die Insel Spinalonga. Das hatte ich vor Kreta angefangen, aber habe erst ein Fünftel gelesen.

Aber beendet habe ich das e-book Little Infamies von Panos Karnezis. Böse Kurzgeschichten von einem kleinen griechischen Dorf mit einem epischen Ende.

Was mir besonders gefiel, war die Tatsache, dass Kanezis die einzelnen Geschichten miteinander verflochten hat, nicht nur, dass die Hauptfiguren in einer Geschichte oft in der nächsten wieder auftauchen, dann als Randfiguren, nein, es wird auch oft Bezug genommen auf die Geschehnisse in der vorherigen Geschichte. Die Geschichten, einzeln gelesen, erinnern teilweise an Hemingway, aber mit (eben teilweise tiefschwarzem) Humor.

Da gibt es den selbstgerechten, „Ihr seid alle Sünder und werdet alle in der Hölle schmoren“-Priester. Die allein lebende Frau, Stella. Sapphire, die Hure. Den Kafenionbetreiber Whale. Den Stationsvorsteher mit seiner Frau, beide kinderlos, sie lustigerweise die Hebamme des Dorfes.

Zeitlich schwer einzuordnen – ich würde sagen, irgendwann in den 50ern? Es gibt bereits Fernseher, aber sie sind selten. Es fahren Busse und Züge, aber unzuverlässig. Die Straßen sind noch weitgehend holprige Karrenpfade.

Bei allen Unzulänglichkeiten der einzelnen Charaktere, hatte ich doch begonnen, die Bewohner dieses Dorfes wert zu schätzen. Das Ende tat mir daher doch ein wenig leid.

Panos Karnezis

Little Infamies

Erscheinungsjahr 2002

Volle fünf Kokosnüsse. Gut geeignete „Gute Literatur“ für den Strandurlaub, weil Kurzgeschichten wunderbar erlauben, das Buch mal aus der Hand zu legen.

Mein erster griechischer Autor – also, wenn man mal von den Klassikern absieht. Und nachdem ich nun mal kurz nach Griechenland reingeschnuppert habe – ja, ist definitiv authentisch.

Altstadt

Also, alte Stadt, heute nur noch Fundamente: wir besichtigten Gournia, aus minoischer Zeit.

Gournia, Gesamtansicht

Benannt nach den runden Steingefäßen, die man in einigen Hausruinen sieht, auf einem Hügel gelegen, man brauchte schon gute Schuhe und gute Augen, um nicht daneben zu treten. Die Stadt (immerhin einige Tausend Einwohner) bestand aus zweigeschossigen Häusern, unten Lagerräume. Es gab ein Gebäude für die Oberschicht, mit entsprechender Infrastruktur und einen Blutopferaltar. So schnell bin ich noch nie von einem Stein gesprungen, nicht dass noch jemand auf dumme Gedanken kommt …

Anschließend ging es dann nach Mochlos.

Traumhafte Ansicht zum Mittag

Und dann hieß es Abschied nehmen. Am nächsten Morgen ging das Taxi um 9 und dann traf ich auf ein ziemlich chaotisches Checkin in Heraklion. Zuerst stand ich bei Eurowings in der Schlange, bis ich mal fragte, mir die Condorschlange suchte. Dann teilte sich die Schlange und ein Teil wollte nach Düsseldorf.

Aber auch dann waren die Schlangen nicht klar getrennt. Und im Gate war es nicht viel besser.

Aber einen Vorteil hatte das späte Einchecken, ich saß in Reihe 2 und sah eine winzige Katze zu ihrem neuen Zuhause reisen. 😺

Alles lief glatt zurück bis zum Bahnhof, an dem der Fahrstuhl nicht in Betrieb war. Aber ein netter Mann bot sich an, meinen Koffer zu tragen!

Schönster Abschluss der Reise, meine Katze hat sich vor lauter Schnurren und Schmusen fast den „Schnurrmuskel“ gezerrt😂

Und nun sind die Koffer leer und eine erste Waschmaschine läuft.

Lassie hat schon gepennt

Der nächste Tag sah uns dann in der Lassithi Hochebene.

Doch zunächst führte uns die Tour zu einem Ölhersteller. Dort verkosteten wir 4 verschiedene Öle, die auf dem Anwesen gepresst werden. Ich war sehr enttäuscht, dass die Herstellung des Bio-Öls keine Jungfrauen involvierte, die nachts bei Vollmond das Öl stampfen 😄.

Dies war auch nicht die aktuelle Presse.

Dann fuhr unser tapferer Busfahrer unendlich viele Serpentinen zur Lassithi-Hochebene, auf der mal Rebellen, Korn und jetzt Obst und Gemüse wuchsen.

Dort war bereits das Ende der Erntezeit eingeläutet, man sah nicht mehr viel an Aktivität. Aber ein paar Gastarbeiter gab es noch. Und dies:

Das hätte Miraculix gefallen, Erdbeeren im Oktober

Und anschließend ruhten wir uns unter einer uralten Platane aus. Es gab auch noch eine Waschstelle im Dorf, und eine sehr anhängliche Jungkatze😄Aber die haben wir da gelassen😆.

Touristenfalle

Eine kleine Hafenstadt, Hauptstadt des Östlichen Bezirks, Agios Nikolaos, sollte eigentlich noch ein bißchen was anderes bieten als Touristenlokale und Andenkenshops. Aber es zeigte die starke Abhängigkeit dieser Region vom Tourismus.

Ich habe am See in einer solchen Tourifalle ein klassisches griechisches Schmorgericht gegessen (Stifado) und zum Andenken ein etwas kleines Katzenshirt erworben. Allein nett am kleinen See zu sitzen war es wert. Und ich habe eine neue Handtasche. Damit ich auch ohne Hosentasche Zimmerzugangskarte, Phone und Taschentücher mitführen kann.

Blick auf den See

Postkarten sind geschrieben und gehen heute raus. 😁😎Touri-Pflichten erfüllt.

Herrliches Heraklion

Doch zunächst ging es Kekse kaufen. Wir fuhren nach Marathos in eine Frauenkooperative, die u. a. Kekse herstellt und verkauft. Herzhaftes Gebäck gab es auch. Natürlich habe ich eine Box Kekse mitgenommen. Nachtrag: Rezept hier.

Anschließend fuhren wir nach Heraklion, zum Archäologischen Museeum. Eine Menge Ausgrabungsfunde von der Insel, die frühesten ca. 7000 Jahre alt. Ich war froh, dass wir unsere Reiseleitung dabei hatten, mir wäre der Kontext sonst nicht bewusst gewesen.

Hölzernes Modell des Palastes von Knossos

Wie oft in der Archäologie gilt: nichts Genaues weiß man nicht. Aber Kreta hatte Einflüsse vom Norden, vom Süden, vom Westen und vom Osten (Dorer, Ägypter, Venetier und Osmanen).

Nach dem Archäologischen Museum Mittagspause am Löwenbrunnen, Blätterteig mit Käse, Bougatsa. Nie vorher gehört, sehr lecker.

Dann ein paar Postkarten gekauft und abends im italienischen Restaurant des Hotels gespeist. Essen war gut, aber der Stuhl hat mich fast umgebracht.

Morgen dann besuchen wir die Nachbarn.

Ausgefallene Bootstour, Serpentinen, Dörfer, ein Kloster, das einen Vogel hat

Es sollte gestern also nach Spinalonga gehen und ich hatte mich darauf gefreut: Boostour, die Szenerie des Romans, den ich lese etc.

Da sollte es hingehen

Aber dann bin ich am Zugang zum Boot gescheitert: ein schmales Brett, nur Seile zur Begrenzung, wackelig.

Ich habe stattdessen in Elounda eine Strandtasche gekauft und Wasser und Sonnencreme (beides hatte die Schwester im Rucksack) und noch ein paar Postkarten, setzte mich dann auf eine Bank am Strand und genoß die Stille. Als der Busfahrer zurück kam, habe ich ihn vollgequatscht und dann kam das Boot auch schon retour.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus in die bergige Umgebung. Eine kleine Pause in einem Kafenion, ein Besuch in einem Kloster, das noch 2 Mönche beherbergt (und diverse Wellensittiche) und dann hätte man noch einen Ausflug nach Plaka (Fischerdorf) machen können. Aber wir zogen es wie die Mehrheit vor, ins Hotel zurück zu kehren. Ein Eis, ein wenig ausruhen und dann fein Essen im Restaurant: Pilzrisotto mit kretischen Pilzen, Dorade und ein kühles Schokoladendessert.

Obwohl es weniger heiß war und wir weniger gemacht haben als am Vortag, war ich müder.

Was mir übrigens auffällt: Der Geruch nach Meer fehlt hier. Kein Seetang, kein Salz! UND – keine Möwen!