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Und jetzt – die Werbung

Gerade im Radio gehört:

Werbung für ein Elektromodell eines französischen Autoherstellers. „Damit ist er schon für XXX € incl. Batterie erhältlich“

Also – hm – wie denn sonst?

Ich meine, schließlich bietet kein Nicht-Elektro-Auto-Hersteller seine Karren an mit: „Damit kann er schon ab XXX € MIT MOTOR erworben werden“ …

So eine Elektroautobatterie ist ja auch nicht einfach mal so im Supermarkt zu kaufen.

Und irgendwie erinnert das an Spielzeugwerbung, in der es normalerweise im Kleingedruckten heißt: „Ohne Batterien, benötigt werden 10.000 AA Batterien“ …

Soll das jetzt heißen, Elektroautos sind Erwachsenenspielzeug? Nur, dass man sie nicht aus Flensburg bekommt …

 

 

 

 

8jähriges

In den 8 Jahren hat sich das Blog ein wenig verändert.

Von einem enthusiastischen Hannover-Entdecker-Blog zu mehr Buchbesprechungen und Rezepten, mit diversen Einsprengseln anderer Themen.

Aber erstmal freu ich mich, dass ich mal was so lange durchgehalten habe. Wohl auch, weil ich es so unregelmäßig führe.

Und so geht es denn in die nächsten 8 Jahre … Oder so

Buch 09 in 2020

Ein Sachbuch, eine Sammlung von Schreib-Inspirationen:

1200 creative writing prompts von Melissa Donovan.

Ich liebe amerikanische Creative Writing prompts, da sie fast immer bei mir etwas auslösen (was könnt ihr dann aus meinem Blog auslesen – aua … ja, ich geb zu, nicht mein bestes Wortspiel). Und auch die 1200 von Melissa Donovan haben meine Zustimmung. Nicht alle 1200. von den 1200 sind 500 für fiktionale Texte, 400 für Poesie und 300 für Sachtexte. Ich habe die 500 für fiktionale durchwühlt und die rausgestrichen, die eher für Kinder oder als Kindergeschichtenanreiz gedacht sind. Auch die Teenager-Stories (erste Liebe) sind nicht so mein Fall.

Aber einige, die ich gut fand:

Ein älteres Paar schaut in der Wüste in den Himmel und erzählt einander vom eigenen Leben.

Eine Frau findet in ihrem Garten ein eigenartiges Ei.

Der Held wacht in einem anscheinend endlosen Blumenfeld auf und weiß nicht, wie er dorthin gelangt ist.

und einige habe ich auch leicht verändert, weil die Version von Ms Donovan mir schon zu einengend war:

Der Held dreht den Schlüssel im Schloss und öffnet die Tür. (Jenseits davon entdeckt er ungeahnte Schrecken – DAS war der Teil, den ich weggelassen habe, da es sonst nur für Horrogeschichten oder Thriller taugt).

Schreib eine Geschichte, in der Leute im Wald wandern und plötzlich von unzähligen Schmetterlingen umgeben sind (eigentlich schreibe eine Kindergeschichte – und hunderte von Schmetterlingen, aber das kann das menschliche Auge gar nicht zählen!)

Wenn ich nichts in den Nachrichten finde, das ich bereits als Inspiration empfinde, wenn ich mich nicht an ungewöhnliche Träume erinnern kann und wenn ich keine ungewöhnlichen Bilder sehe, die in mir eine Geschichte entstehen lassen, sind solche Prompts immer gut geeignet, ins Schreiben zu kommen.

Ich gebe hier die volle 5 Kokosnuss-Bewertung, auch wenn ich einige Prompts sicher nie zum Schreiben nutzen werde, ich weiß, wieviel Arbeit in so einer Prompt-Sammlung steckt. Ich habe mal für eine Freundin 365 (für jeden Tag des Jahres einen) in einen Kalender geschrieben. Da hatte ich ganz schön zu knabbern!

Ich habe das Buch in Englisch gekauft für die Kindle-App – für unglaubliche 3 Euro 23 … Ich denke, ich hab mein Geld schon anderswo schlechter verwendet.

Küchenfee

Heute gab es mal ein altes Cornwallrezept:

Cornish pasty

Es sah so einfach aus, einen Teig aus Mehl, Butter und ein wenig Wasser herstellen, kühlen, ausrollen, Fleisch und Gemüse würfeln und würzen, auf die eine Hälfte der 4 20-cm-Kreise arrangieren, die andere Hälfte drüber klappen und festdrücken, Schlitz rein, damit Dampf rauskann und ab in den Ofen ..

Beim Teig fingen meine drei Probleme schon an … Wie mürbe/klebrig soll er sein? Ist er zu mürbe, lässt er sich nicht gut ausrollen, ist er zu klebrig, wird er zu klitschig … Ich entschied mich für zu bröselig.

Die Investition ins Bio-Fleisch (knapp 80 Euro das Kilo, aber es waren nur 350 g Rindersteak, also nur 30 Euro) war happig, die Rüben, für die ich mich entschied waren Mairübchen (eine gute Wahl), alles in kleine Würfel, gewürzt mit Pfeffer und reichlich Salz (Kartoffeln brauchen Salz, und es war nur wenig am Teig, so dass ich ruhig großzügig sein durfte) und irgendwie mit Teig zugedeckt. Schlitz – kam von allein … mehr Schlitz als Deckel *seufz*

Dann in zwei Etappen gebacken – erst mit 220 ° dann mit 180 ° – zwischendrin tatsächlich noch an die Eiermilch gedacht … und dann aus dem Ofen bugsiert.

Was soll ich sagen? War lecker, Fleisch war zart, Rübchen schmeckte man auch – wenn man es schätzt, die Originalzutaten zu feiern, war dies das richtige Gericht. Aber wo ich sonst eigentlich immer zwei Portionen schaffe (von den vieren) hab ich heut gekämpft .. die restlichen zwei werd ich die Woche zur Arbeit nehmen und in die Mikrowelle stellen.

Der Ofen war insgesamt ca. 1 Stunde an .. so dass es gut war, dass es hier momentan nicht so heiß ist.

Und ich hab nachträglich noch dieses Foto (des besten der vier Pastys) gemacht:

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Und ich merkte, dass die Gratis-Internetkultur sich langsam ihrem Ende nähert – chefkoch.de verweigert mir jetzt den Zugriff auf mein Kochbuch, wenn ich einen Ad-Blocker anhabe … ich werde wohl die Rezeptquelle wechseln müssen.

 

Neulich im Briefkasten

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Postfund

Eine sehr gute Freundin, die mich richtig gut kennt hat mir zur Aufmunterung diese kleine Kostbarkeit in den Briefkasten gesteckt.

Mal wieder ein Liedtext

Stefanie Heinzmann – Mother’s Heart

Ich versteh die Aussage dahinter, versuch nicht dein Aussehen an die Erwartungen anderer anzupassen. Das ist eine sehr löbliche Aussage.

Aber im nächsten Moment singt Frau Heinzmann:

„Don’t go breaking your mother’s heart“
Uhm … also, Muttis Erwartungen sind ok?
Und ich habe ein Riesenproblem mit „Don’t break your mother’s heart
‚Cause she made you this way“ – das nimmt dem „Kind“ auch später im Leben völlig die Autonomie über den eigenen Körper. Das ist ein „Eigentumsanspruch“ der Mutter, der an Sklaverei grenzt … Ne, ne, liebe Mütter. man muss auch damit leben können, dass Kinder irgendwann nicht mehr Mutti Rechenschaft darüber zu geben haben, was sie mit dem eigenen Körper (Tattoos) oder dem eigenen Haar (Haarschnitt, Haarfarbe) machen. Loslassen!
Nur, weil eine Mutter das Kind im eigenen Körper „gemacht“ hat (also – nicht willentlich – sie hat nix zusammen gesetzt, das funktionierte ganz automatisch), heißt das nicht, sie muss nicht akzeptieren, dass ein Kind irgendwann eine eigenständige Persönlichkeit ist, mit eigenem Geschmack, mit eigenen Werten, mit eigenen Vorstellungen. Sie muss nicht alles lieben, was dabei herum kommt, aber sie muss akzeptieren, dass es so ist. Es muss ihr nicht gefallen – es ist nicht ihr Kopf, ihr Körper, ihr Gesicht.
Ich rege mich jedesmal über den Liedtext auf, wenn dieses Lied im Radio läuft. Mütter werden es dagegen wahrscheinlich lieben … man gut, dass ich nicht auf Momsnet unterwegs bin.

Buch 08 in 2020

Chandler zum zweiten – „Die kleine Schwester“. Sehr deutlich kommt hier Chandlers reduzierter Stil heraus (im Gegensatz zum blumigen Stil eines Autors, den ich parallel lese, nicht etwa aus dem 19. Jahrhundert, sondern von 1938).

 

Eine junge Dame aus der Provinz sucht ihren Bruder. Sie hat nicht das Geld, aber Marlowe fängt trotzdem an, zu ermitteln. Er merkt ziemlich schnell, dass nicht alles so provinziell unschuldig ist und am Ende stellt sich heraus, dass nicht die Schwester der jungen Dame das schwarze Schaf der Familie ist – sondern das weiße in einer Herde schwarzer.

Mein Lieblingsstelle war die, in der Chandler die Vergiftungserscheinungen beschreibt, nachdem Marlowe von einem Arzt eine Zigarette akzeptierte.

Auch hier hat Marlowe sein übliches Frauenbild – aber es war dieses Mal gut in der Handlung versteckt, was beim letzten Roman nicht möglich war, da es wenig Handlung gab. Und Marlowe’s Polizeibild – also – es passt leider zum Polizeibild, das sich momentan in den US zeigt.

Würde ich Die Kleine Schwester empfehlen? Ja.

Fünf Kokosnüsse von fünf.

Buch 07-2020

Ich habe jetzt mal einen Horror-Roman gelesen. Horrorstör, so der englische Titel, Horrorstore der deutsche …

Ein IKEA-ripp-off Möbelladen erlebt nachts merkwürdige Dinge, Sachen werden beschädigt, auf einem Möbelstück waren Exkremente zu finden – und weil am nächsten Tag ein Team von der Hauptverwaltung vorbei schaut, kümmert sich der Vize-Manager mit zwei Damen um diese merkwürdigen Vorkommnisse.

Im Laufe der Nacht tauchen zwei weitere Mitarbeiter auf, die (heimlich) eine Art Ghostbuster-Folge drehen wollen, so sind es also Basil, der Manager, mit Ruth Anne und Amy, die erstere eine Orsk (Name der Kette)-Erzmitarbeiterin, die letztere wäre lieber woanders. Die zwei Geisterjäger heißen Trinity (sehr gläubig, also, was Geister angeht) und Matt – der mehr auf Trinity als auf Geister steht und dem auch die Fernsehkarriere lieber wäre als die Arbeit in der Möbelkette.

Kurz vor Öffnung des Ladens sieht Amy (aus deren Perspektive der Autor erzählt) noch einen Fremden im Laden.

Dieser Fremde stellt sich später, in der Nacht, als Carl vor, wohnungsloser Gelegenheitsvater – also, wenn die Ex ihm die Gelegenheit gibt. Und dann passieren merkwürdige Dinge. Die wahrgenommene Umgebung weicht von der ab, die auf Handykameras zu sehen ist. Trinity überredet die anderen zu einer Seance. Natürlich ganz schlechter Gedanke. Während dieser Seance taucht tatsächlich etwas Böses auf, ergreift von einem der Anwesenden Besitz und sorgt dafür, dass die anderen „bestraft“ werden – denn der Laden steht auf einem alten Gefängnis, in dem ein verrückter Gefängniswärter die Insassen gefoltert hat, und als der Laden geschlossen werden sollte und die Leute entlassen, tötete dieser Wärter alle über 300 Insassen.

Amy wird zunächst von Basil gerettet, der sich sogar für sie opfert. Sie entkommt dem Laden zunächst, kehrt aber zurück, um die anderen zu befreien. Dann wird es richtig gruslig.

Und es endet mit der Aufgabe des Ladens durch die Möbelkette – und ein Baby-Geschäft zieht ein … Die Entkommenen heuern dort an, um die, die es in jener Nacht nicht geschafft haben, doch noch raus zu holen.

Das Buch war spannend, es folgte über weite Stellen dem üblichen Horror-Film-Ablauf, es war ja auch teilweise eine Parodie. Aber eine, die auch als Horrorstory funktioniert.

Ich gebe 5 Kokosnüsse von 5.

Horrorstör von Grady Hendrix, gebraucht gekauft im Charity-Bookshop

Buch 06-2020

Aus der Reihe der Krimis mit dem Titel, der an bayrisches Essen anknüpft, hab ich Band 8, Weißwurstconnection, gelesen. Geschrieben von Rita Falk.

Kommissar Eberhofer muss einen Todesfall im neueröffneten Hotel klären. Ein Mann wird ertrunken in der Badewanne aufgefunden.

Der Mann war beim Bau beteiligt und der Kommissar stellt seine amateurhaften Ermittlungen an.

Einen so depperten Kommissar darf es nicht mal in der Provinz geben. Und würde in diesem Fall nicht statt des uniformierten Dorfpolizisten eine Mordkommission anrücken?

Die Charaktere sind Abziehbilder, die einzige Interessante ist die Oma vom Eberhofer. Das ganze Dorf würd auch nicht so hochdeutsch daher reden, aber dann wäre das Ding für Nichtbayern natürlich unlesbar.

Zwei Kokosnüsse von fünf, weil ich den Tathergang auch schon früh erraten hab. Würd ich noch einen aus der Reihe lesen? Wenn er mir vor die Füße fiele und ich nix anderes zum Lesen finde. Aber kaufen werd ich keinen mehr. Nicht mal gebraucht.

Buch 05-2020

Ein Abhängiger erzählt von seinen Problemen. So weit, so Christiane F. Aber „Bob, der Streuner“ ist nicht einfach ein Remake von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, das ich mit 12 gelesen habe.

Es ist vielmehr die Geschichte eines Methadonabhängigen, der einem verletzten Katerchen hilft. Was dazu führt, dass er auch sein eigenes Leben in Ordnung bringen muss. Dass das im Land von Tony Blair nicht immer so einfach war, ist klar, aber heute wäre es vermutlich unmöglich. Denn die Einstellung der englischen Gesellschaft zu Randgruppen ist negativer geworden, Hilfen werden immer weiter gekürzt.

Doch Bowen traf auf den Kater 2007, eine freundlichere Zeit.

Was mich an dem Bich gestört hat, waren hochdramatische Kapitelanfänge, nur um Ende die Spannung verpuffen zu lassen. Jedes Mal! Aber am Ende bekam ich mit, dass Bowen wohl unter Angstzuständen leidet, es ist daher sein persönlicher Stil.

Ich vergebe 4 Kokosnüsse, weil es mir so oberflächlich erschien, dass 5 übertrieben wären. Aber mit Kater hat es ja auch einen Bonus.