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Im Auge des Betrachters

Dieses Bild hier, ich kann es wegen Copyright nur verlinken, zeigt eine Statue eines holländischen Künstlers.

Der Louvre findet diese Statue zu obszön.

Für mich wieder ein klarer Fall, in dem der Betrachter seine (pornographische) Fantasie auf ein Kunstwerk projiziert.

Schauen wir uns das Kunstwerk nochmal genauer an. Was sieht man:

Man sieht eine vierbeinige Kreatur und einen Menschen. Der Mensch steht hinter dem Vierbeiner und hat eine Hand an das Tier gelegt.

Was man nicht sieht, ist das, was die Louvre-Leute und ihr Publikum „sehen“ – man sieht keine sexuelle Handlung. Das kann ein Scherer sein, der ein Schaf schert. Ein Mann, der seinen Hund streichelt, ein Schlachter, der ein Kalb zur Schlachtbank führt.

Aber ein Mann der Sex mit einem Tier hat? Also, ich sehe weder heruntergelassene Hosen, noch habe ich sonstwie den Eindruck, dass hier die Kleidung in einer Weise arrangiert ist, die eine Penetration geradezu aufdrängt.

Der Künstler hat sein Werk übrigens Domestikator genannt – jemand, der ein Tier zum Nutz- oder Haustier macht. Nicht Dominator – das hätte ja noch etwas von Dominatrix. Oder Perpetrator – das hätte dann etwas von Eindringen oder Durchdringen. Nein, Domestikator – Domestizierung ist der Vorgang, bei dem ursprünglich wild lebende Tiere von Menschen zu Haustieren gemacht werden – wie das mit Kuh und Hund geschah, und wohl auch mit der Katze, obwohl da immer noch ungeklärt ist, wer wen domestiziert hat 😉 …

All diese „Pornographie“-Rufer – die sollten sich mal gründlich im Spiegel betrachten! Ich empfehle dazu einen Song, und ich empfehle selten Lieder auf Deutsch:

 

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Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (41) – Nebel

Wie es der Zufall so wollte, habe ich es sogar geschafft, mal ein Bild von Nebel von meiner Wohnung aus zu schießen (nein, das ist nicht die Dreckschicht auf dem Fenster, das ist tatsächlich Nebel).

Fast eine Schwarz-weiß-Aufnahme mit Farb-Akzent, ist es doch ein „ganz normales“, d.h. unbearbeitetes Foto an einem frühen Morgen vor zwei Wochen – inhannover:

IMG_1056[1]

Nebel ist ein bißchen so wie die Welt in Stephen King Langoliers:

„Die Überlebenden erkennen, was mit der Welt geschieht, wenn die Gegenwart zur Vergangenheit wird: Die „Langoliers“ kommen und fressen sie auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Gebäude, Autos, Bäume, Startbahnen – ihre Fressspur ist das schwarze, absolute Nichts.“

(Aus dem Wikipedia-Artikel zum Film)

Nur, dass das Nichts grau ist. Aber wie bei den Langoliers wirkt alles irgendwie „tot“ und „verbraucht“ … Das sonst so rote Haus auf der anderen Straßenseite ist nur noch ein blasser Schein seiner selbst, und dunkel, wie die Gebäude in der Welt der Vergangenheit … Nebel hat immer etwas Unwirkliches, solange er noch die Sicht behindert.

Glücklicherweise ist es hier nicht ganz so dramatisch, die Welt hinter dem Nebel ist nicht weg – und im Haus gegenüber ist später auch das Licht angegangen.

Einen schönen, ruhigen Sonntagmorgen. Und wir hier in Niedersachen: GEHEN WÄHLEN!! Wollte ich nur mal angestoßen haben.

Daggis Buch-Challenge – ein weiterer Beitrag – Sonntags im Maskierten Waschbär

Autor: Stefan Nink

Blanvalet-Taschenbuch-Verlag

Erscheinungsjahr: Da streiten sich die Geister. In meinem Buch steht 2016, bei Amazon steht Oktober 2015

Aufgabe, die erfüllt wurde: 35 – ein Buch, das 2016 erschienen ist (so jedenfalls der Klappentext)

Auch im Dritten Band der Reihe scheucht Siebeneisen mit seinen beiden Freunden wieder über die halbe Welt – dieses Mal: Südwestliches Nordamerika und Süd- und Mittelamerika, genauer:

Es beginnt mit dem Auffinden einiger handgeschriebener Büchlein von einem Bayern, der im 19. Jahrhundert nach Nordamerika auswanderte, dort Buffalo Bill und einige Indianer kennen lernte und von einem dieser Indianer den Aufenthaltsort des letzten Vermächtnisses der Inka erfahren haben will.

Siebeneisen weigert sich dieses Mal zunächst, die Reise anzutreten, da er sich auf die wilden Abenteuer von Wipperfürth und „Schatten“ (eigentlich: O’Shady) nicht einlassen will. Er wird dann aber hineingezogen, als die beiden sich in Las Vegas festnehmen lassen.

Von dort geht es auf eine Kreuzreise auf die Galapagos-Inseln, allerdings nur allein für Siebeneisen, da die beiden anderen auf Kaution das Land zuerst nicht verlassen dürfen.

Siebeneisen erfährt dann in Ecuador etwas von einem kleinen Dorf, in dem die letzten echten Nachfahren der Inka lebten, ehe es vor wenigen Jahrzehnten entdeckt wurde – die Leute wurden daraufhin umgesiedelt, weil sie noch in einer Original Inka-Siedlung lebten. Auch Schatten und Wipperfürth sind inzwischen weiter auf der Suche, sie fuhren direkt nach Machu Picchu – allerdings nur fast – weil Wipperfürth seinen schwer übergewichtigen Freund lieber stundenlang durch den Dschungel schleifen wollte als wenige Sol mehr für die komplette Bustour zu bezahlen – sie kamen nie in MP an – dafür trafen sie auf Siebeneisen, der inzwischen das Dorf besuchte, in das man die Inka-Nachfahren umgesiedelt hatte … Auch Siebeneisens Lebensgefährtin schlug dort auf. Und gemeinsam zog man in die Wüste, wo man in einer Kirche die Lösung des Rätsels fand. Allerdings verfolgt von ein paar Fliesenlegern aus New York, die dachten sie würden für einen New Yorker Gangsterboss arbeiten und ihrerseits von ihm, weil sie in seinem Restaurant den Boden nicht fachmännisch verlegt hatten … – die hatten von diesem sagenhaften Inka-Vermächtnis nämlich durch weitere Hefte des Bayern erfahren … und nun fand man sich zum Showdown in dieser Kirche ein – und ein Enkel dieses Bayern tauchte auch noch auf.

Die anschließende Ehrung von Siebeneisen durch den Italienischen Konsul in New Orleans im Maskierten Waschbären lasst Euch doch vom Autoren selber erklären.

Ich mag diese Buchreihe sehr. Ich habe den ersten Band geschenkt erhalten und die Wilde Jagd nach Schattens Miterben war richtig lustig. Der zweite Band handelte vom letzten Miterben – aber vor allem von der Jagd nach einer Statue, die einem bankrotten Maharadscha wieder zu Mitteln verhalf. Den habe ich mir bereits für die Buch-Challenge geholt, Buch, das in Asien spielt.

Beide Male hat die Geizhals-Connection von Wipperfürth und Schatten dem armen Siebeneisen abenteuerliche Reisewege und Unterkünfte beschert.

In diesem Band ist Siebeneisen wesentlich aufsässiger. Aber besser geht es ihm damit auch nicht, er erlebt immer noch witzige Sachen bei Transport und Unterkunft und erreicht am Ende sein Ziel, ohne dass es ihn reich und berühmt macht – naja, jetzt wenigstens ein bißchen.

Der Stil, vor allem die Charakterführung erinnert an Pratchetts bessere Tage (wie er immer wieder zwischen den Fliesenlegern und den eigentlichen Helden der Reihe hin und herschwenkt – eindeutig)

Ich erkenne mich in den drei Figuren einfach wieder: Siebeneisens Abneigung gegen Pur teile ich voll und ganz seit meine letzte Mitbewohnerin ihre Liebe dazu gefunden hatte … ich bin einfach kein Schlagerfreund. Und ich bin ein schrecklicher Besserwisser wie Wipperfürth. Außerdem scheine ich ungefähr Schattens Körpermaße zu haben. Und geizig bin ich auch noch – allerdings anders als Wipperfürth mehr dann, wenn es um mich selber geht, Wipperfürth hat ja in den ersten beiden Bänden lieber auf Siebeneisens Kosten gespart.

Das Buch ist witzig, eignet sich für einen netten Nachmittag auf der Couch und erhält von mir fünf Kokosnüsse von fünf, weil die Prämisse dieses Mal leicht geändert wurde und auch Wipperfürth und Schatten richtig leiden. Vor allem unter Wipperfürths falscher Sparsamkeit.

Stefan Nink hat außer dieser Reihe noch zahlreiche Reiseführer und Bildbände zu verantworten – er war definitiv schon in den Canyons, die er hier am Anfang des Buches beschreibt, er war auch schon in Südamerika, allerdings eher in Patagonien als im Hochland der Anden … zumindest hat er über das letztere noch keinen eigenen Reiseführer geschrieben.

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (40) – Herbst

Herbstzeit ist Erntezeit ist Weinlesezeit – hier mal ein lustiges Gedicht aus dem Jahr 1888:

Die 88er Weine

In diesem Jahr am Rheine
sind leider gewachsen Weine,
die an Wert nur geringe,
es reiften nur Säuerlinge
im Verlauf dieses Herbstes,
nur Herberes bracht´ er und Herbstes.
Zu viel Regen, zu wenig Sonnenschein
ließ erhofften Segen zerronnen sein,
nichts Gutes floss in die Tonnen ein.
Der 88er Rheinwein
ist, leider Gottes, kein Wein,
um Leidende zu laben,
um Gram zu begraben,
um zu vertreiben Trauer;
er ist dafür zu sauer.
An der Mosel steht es noch schlimmer,
da hört man nichts als Gewimmer,
nichts als Ächzen und Stöhnen
von den Vätern und Söhnen
den Müttern und Töchtern
über den noch viel schlechtern
Ertrag der heurigen Lese.
Der Wein ist wahrhaft böse,
ein Rachenputzer und Krätzer;
wie unter Gläub´gen ein Ketzer,
wie ein Strolch, ein gefährlicher,
in dem Kreise Ehrlicher
unter guten Weinen erscheint er.
Aller Freude ist ein Feind er,
aller Lust ein Verderber;
sein Geschmack ist fast noch herber
als der des Essigs, des reinen,
ein Wein ist es zum Weinen.
Aber der Wein, der in Sachsen
in diesem Jahr ist gewachsen
und bei Naumburg im Tale
der raschfließenden Saale,
der ist saurer noch viele Male
als der sauerste Moselwein.
Wenn du ihn schlürfst in dich hinein,
ist dir´s, als ob ein Stachelschwein
dir kröche durch deine Kehle
das deinen Magen als Höhle
erkor, darin zu hausen.
Angst ergreift dich und Grausen.
Aber der Grüneberger
ist noch sehr viel ärger.
Lass ihn nicht deine Wahl sein!
Gegen ihn ist der Saalwein
noch viel süßer als Zucker.
Er ist ein Wein für Mucker,
für die schlechtesten Dichter
und dergleichen Gelichter.

Er macht lang die Gesichter,
blass die Wangen; wie Rasen
so grün färbt er die Nasen.
Wer ihn trinkt, den durchschauert es,
wer in trank, der bedauert es.
Er hat etwas so Versauertes,
dass er sich nicht lässt mildern
und nur schwer ist zu schildern
in Worten oder Bildern.
Aber der Züllichauer
ist noch zwölfmal so sauer
als der Wein von Grünberg.
Der ist an Säure ein Zwerg
gegen den Wein von Züllichau.
Wie eine borstige wilde Sau
zu einer zarten Taube,
so verhält sich, das glaube,
dieser Wein zu dem Rebensaft
aus Schlesien. Er ist schauderhaft,
er ist grässlich und greulich,
über die Maßen abscheulich.
Man sollte ihn nur auf Schächerbänken
den Gästen in den Bechern schenken,
mit ihm nur schwere Verbrecher tränken,
aber nicht ehrliche Zecher kränken.
Wenn du einmal kommst
in diesem Winter nach Bomst,
deine Erfahrung zu mehren,
und man setzt, um dich zu ehren,
dir heurigen Bomster Wein vor,
dann bitt´ ich dich, sieh dich fein vor,
dass du nichts davon verschüttest
und dein Gewand nicht zerrüttest,
weil er Löcher frisst in Kleider
und auch in das Schuhwerk leider.
Denn dieses Weines Säure
ist eine so ungeheure,
dass gegen ihn Schwefelsäure
der Milch gleich ist, der süßen,
die zarte Kindlein genießen.
Fällt ein Tropfen davon auf den Tisch,
so fährt er mit lautem Gezisch
gleich hindurch durch die Platte.
Eisen zerstört er wie Watte,
durch Stahl geht er wie durch Butter,
er ist aller Sauerkeit Mutter.
Stand halten vor diesem Sauern
weder Schlösser noch Mauern.
Es löst in dem scharfen Bomster Wein
sich Granit auf und Ziegelstein.
Diamanten werden sogleich,
in ihm hineingelegt, flaumenweich,
aus Platina macht er Mürbeteig.
Dieses vergiss nicht, falls du kommst
in diesem Winter einmal nach Bomst.
Johannes Trojan,  (* 14. August 1837 in Danzig; † 21. November 1915 in Rostock) war ein deutscher Schriftsteller und weil er schon über 70 Jahre verstorben ist, liegt auf seinem Werk kein Urheberrecht mehr. Dieses Gedicht stammt nicht aus der Sammlung Scherzgedichte, die ist nämlich schon von 1883 – und dieses Gedicht wurde im November 1888 geschrieben.

Ich bin über dieses Gedicht in den späten 70ern des letzten Jahrhunderts gestolpert, als ich noch ein Kind war und es in einer vergessenen Kochzeitungssammlung (Menü) meiner Mutter fand. Meine Schwester hat sich die Mühe gemacht, es auswendig zu lernen. Ich kann nur einzelne Passagen … Aber in Anbetracht dessen dass wir 2017 auch eher mäßige Sonneneinstrahlung hatten, bin ich gespannt, wie sich der 2017er entwickelt …

 

Fehlleistung Tagesschau-Seite

Am 27.09. Bildunterschrift unter dem Wetterphoto des Tages:

Wetterbild vom 27.09.2017

Fachwerkhäuser an der Fulda in Hann, Niedersachsen (Foto: Gunter Hartmann)

So weit, so schön. Moment mal: Hann?

Gemeint ist  Hann. Münden. Früher mal bekannt als Hannoversch Münden (ich wusste gar nicht, dass die frühere Abkürzung heute offizieller Städtenamen ist, wieder was gelernt.)

Shop around the world – Dessert-edition

Mmm – desserts!

Teddy hosts this month‘ culinary blog hop.

I love desserts. It’s a rare day when a dessert is offered and I decline one – but it has happened …

Usually I am with the SWEET-dessert-brigade. But today I want something else, for all those who are not into the sugar-variety:

Gorgonzola-pears (serves two)

2 ripe pears

1 kg about 2 € – though they are now in season and could be less – but you only need two – which is about 400 g, if you choose big ones, and 300 g, when you are not so greedy. That leaves you with 0,80 € (of course you can also buy only ONE big one – about 200 g)

1 table spoon lemon juice, I always have a lemon in my storage – but I found an organic lemon direct juice – costs about € 1,25 – but you need only a table spoon, approx. a tenth of that – that is 0,13 €

1 table spoon chopped walnuts – 100 g cost 9,49 – but you only need about a half of the packet (depends on the size of your pears, of course) 4,75 € (the priciest item here)

40 g Gorgonzola (or more if you chose big pears) – or any other mild, creamy blue cheese

I chose Galbani Gorgonzola Cremosa – priced around 2 Euro for 150 g – you need a third of that 0,77 €

20 g butter – a knob of butter from the fridge – costs about 0,20 €

For decoration purposes 4 blue grapes – but if you cannot stand grapes, leave them out.

Peel the pears, half them, core them and take the stem out (all of it, even the stringy white parts). Then smother the pears in lemon juice. Roll the outside part of the pears in walnuts.

Mix cheese and butter, fill into an icing (or piping) bag and pipe it into the pear halves (there should be a big hole where the core was). Halve the grapes and decorate.

The sweetness of the pears and the savoury filling make a nice change from those puddings/desserts we usually spoil ourselves with in my cooking group.

This comes to a total of 6,65 €. For two. But you only make effort for a dessert when you have something special, the rest of the days it is ready bought ice-cream or a ready bought dessert …

For the US-readers:

7,83 Dollar – just in case you wondered.

20 g are about 0,7 ounces – we don’t bother with cups here.

It should be cheaper in the States: You have way cheaper walnuts, haven’t you? Those were the main cost-source in this recipe. And you can choose any kind of mild, creamy blue cheese, it doesn’t have to be Gorgonzola, though then those pears would not be Gorgonzola pears but Blue Cheese pears.

As I have taken it from a cookbook (bad, bad Fran) I should at least give the source:

Lukullisches für zwei Personen, by Karin Brüchmann. A gem of a book but the English speaking world is left in the dark, that is why I dared to bring it on my blog. I have done all the translation and I am very willing to give Ms Brüchmann her due – I love her book and can only recommend, if you are able to understand German, to buy it, but it’s only available as a used book now!

 

Endergebnis, amtlich – wenn auch vorläufig

Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht die AfD bei 12,6 %. D.h. ungefähr jeder 8. Wähler hat sein Kreuz dort gemacht. Ok, wir hatten „nur“ eine Wahlbeteiligung von 75,6 %. D.h. es waren nur etwa 45 Millionen wählen und von denen war es jeder 8.

5,6 Millionen haben es in diesem Land immer noch nicht begriffen. Für ein komplexes Leben gibt es keine einfachen Lösungen – und ein NEIN ist kein Argument. Ich wusste gar nicht, dass das deutsche Schulsystem so schlecht ist.