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Offener Brief an die Kanzlerin

Liebe Frau Merkel,

wir müssen reden. So geht es nämlich nicht.

Als Bundeskanzlerin sind Sie ja verpflichtet, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland einzuhalten.

Diese Verpflichtung resultiert aus Artikel 1, Absatz 3, in dem steht:

„Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.“

In Artikel 2 steht im Absatz zwei: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

Erst viel später im Grundgesetz steht etwas zu Eigentum, in Artikel 14. Und das enthält im Absatz zwei gleich eine Einschränkung: „Eigentum verpflichtet! Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“ Also nix mit, nur der Eigentümer ist zu betrachten.

So löblich Autobesitzer es finden mögen, dass sie weiterhin mit ihren Dreckschleudern meine Atemwege belasten dürfen, in dem sie überall langfahren, wo sie gerade langfahren wollen, denke ich doch, dass Ihre Auslegung, dass das Eigentumsrecht der Autobesitzer über mein Recht auf körperliche Unversehrtheit geht, nicht völlig mit dem Gedanken unseres lieben Grundgesetzes konform geht.

Bitte überdenken Sie doch noch mal ihre Prioritäten.

Auf der einen Seite das Recht darauf, nicht an Abgasen zu ersticken und von Feinstaub und anderen gesundheitlich nicht förderlichen Stoffen verschont zu bleiben, auf der anderen Seite das Recht darauf, mit einem älteren Wagen eben diese Stoffe überall da produzieren zu dürfen, wo eine Straße lang führt. Ich finde wirklich, dass meine und natürlich nicht nur meine, Gesundheit vorgeht. Den Autofahrern bleibt nämlich, ihr Auto gegen ein umweltfreundlicheres auszutauschen. ICH dagegen kann meine Lungen nicht austauschen. Und meine Bronchien auch nicht.

Vielen Dank für Ihre Geduld, viel Erfolg beim Nachdenken

Ich huste ihnen etwas – also VOR … meine Bronchien sind nämlich angegriffen

Ihre Fran Hunne

 

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Schreibanregungen 4

Hm – lass mich nachdenken – Lukas und Paul(us) sind in Alaska unterwegs … zum Fischen … dann Grizzly … oder einer dieser amerikanischen Serienkiller … oder Ms Palin, die ja dort u.a. auf die Jagd geht.

Spannender wäre natürlich, den Lukas-Evangelisten auf die Zeitreise ins heutige Alaska zu schicken …

Aber vielleicht fällt mir ja noch etwas ganz anderes ein.

Gestern hab ich ausnahmsweise mal abends fern gesehen (also, Live-Stream im Netz, mein Fernseher geht ja nicht mehr wg Digitalisierung). Bares für Rares gab es in einer Abendausgabe. Das waren gestern zweieinhalb Stunden Bares für Rares, abgewaschen hab ich auch noch – und schwupps, war der Tag auch schon rum … Luke und Paul, Alaska … mmmh

 

Schreibinspiration 3

Gestern kam ich nicht zum Schreiben, weil ich zu meiner Arbeit auch noch einen Termin beim Augenarzt hatte – heute wird es auch nur vielleicht ABENDS etwas.

Doch hier erstmal die Inspiration des Tages:

  • Kirchliche Gedenktage

Hier also ein Bischof, der sich für die Armen einsetzt? Und einer, der seine Stellung lieber benutzt, um sich selber ein schönes Leben zu machen? Ein Streitgespräch? Mit göttlicher Botschaft für die Armen?

Schreibinspiration 2

16.10.

  • Kirchliche Gedenktage
  • Weitere Informationen zum Tag

Die Hedwig kennen wir schon, dass war die Herzogin, die nach 22 Jahren eine Josefsehe mit 7 Kindern führte … oder so …

Gallus war ein Mönch, auf dessen Namen der Name der Stadt St. Gallen zurück geht. Und außerdem bedeutet er HAHN.

Marguerite war eine Nonne, auch wieder eine junge Frau, die nicht heiraten wollte, dieses Mal sogar erst aus dem 17. Jahrhundert. Sie hatte als Nonne dann Visionen.

Und dann bleiben der Welternährungstag und der USA: Boss Day …

Gerhard S. machen wir also zum Boss der armen Marguerite, die er zwingt, ihm zum Boss-Day immer einen Kuchen zu backen … oder vielleicht fällt mir auch was ganz anderes ein …

Herzogin Aurelie und der Weiße Theresien-Stab

Die junge Herzogin fühlte sich gar nicht gut. Das war zu erwarten, hatte ihre Mutter ihr gesagt – und so hielt sie sich tapfer aufrecht, auch wenn ihr sterbenselend war. Sie ging mit ihrem Mann in die Kirche, dieses geradezu wollüstig ausgemalte und verschnörkelte Bauwerk voller Gold und halbnackter Engelchen. Wie schön war doch die einfache, weiß ausgemalte Kirche daheim bei ihren Eltern gewesen. Doch hier, hier war alles prunkvoll, schwülstig geradezu. Daheim ein schlichtes Kreuz über dem Altar, hier ein gequälter Heiland in allen blutigen Details. Auch das drehte ihr den Magen um. Und der Weihrauch noch dazu – so etwas war sie nicht gewohnt. Daheim roch man nach Seife, manchmal auch sanft nach ein wenig Essenz, zarte Düfte und nicht diese Wolken, die es ihr noch unerträglicher machten.

Nein, Herzogin Aurelie war nicht glücklich. Aber sie hatte auf Geheiß ihres Vaters den Herzog geheiratet, seine Religion angenommen und sich daher den neuen Sitten und Gebräuchen hier zu unterwerfen.

Was ihr auch schwer fiel, war dieses rauf und runter im Gottesdienst, knien, stehen, sitzen, stehen, wieder knien oder war es wieder sitzen? Sie machte es ihrem Manne nach, aber verstand immer noch nicht, wann sie wo zu sein hatte. An Tagen, an denen ihr Mann sie nicht begleiten konnte, ging sie mit einer Hofdame in den Gottesdienst, die ihr dezent anzeigte, was nun erforderlich war.

Das Volk hatte gemurrt, als sie ankam, sie Ketzerin genannt und noch immer wurde sie kritisch beäugt. Daher war es so wichtig, dass sie alles hier richtig machte, hier, wo man sie sah. Daher war es auch wichtig, jeden Tag zur Kirche zu gehen, auch wenn ihr immer so übel war und sie den lateinischen Sermon des Priesters nicht verstand. Latin lernten daheim die Frauen nicht. Französisch, Spanisch – ja, aber nicht Latein.

Dieses Christentum hier war ihr so fremd, und mit der anderen Sprache wurde es nicht barmherziger. Dabei hätte sie so gerne Trost aus den Worten des Priesters gezogen. Aber sie verstand seine Worte nicht. Oh, die Predigt schon, die war immer voller Sünde und Hölle und dass man besser ewig lebte, denn nach dem Tod würde man nur leiden. Doch Aurelie wusste nicht, ob sie noch lange leben würde. Viele junge Frauen überlebten die Geburt nicht – und sie würde ihrem Herzog bald schon ein Kind schenken, hatte ihre Mutter ihr geantwortet, als sie ihr schrieb, dass ihr immer morgens so schlecht war.

In der stickigen Kirche mit den vielen Leuten und ihren Ausdünstungen wurde ihr wieder schwindelig. Und sie blickte auf die Gottesmutter mit dem toten Heiland auf dem Schoß – nun Maria hatte es ja auch als junge Frau überlebt – und manches Weib hatte auch viele Kinder geboren – und verloren – vielleicht war ihr Ende ja doch nicht so nah? Aber der Anblick Marias, die im ihren Sohn trauerte, gab ihr keine Kraft

Die Messe ging an ihr vorüber. Sie kämpfte gegen die Übelkeit, lächelte tapfer ihrem Manne zu (ihre Mutter hatte ihr klar gemacht, dass sie den Herzog mit diesem Weiberkram in Ruhe lassen musste), schaute angemessen ernst, bei den Worten des Priesters und stand auf, kniete nieder, setzte sich, stand auf – bis die Messe endlich vorbei war. Kein Trost, keine Unterstützung in dieser Kirche für sie.

„In nomine patri et filii et spiritu sancti“

„Amen“ scholl es aus allen Kehlen, auch aus ihrer

Beim Verlassen des Herzogsgestühls, wurde ihr schwarz vor Augen, blind griff sie nach vorn, um einen Sturz zu vermeiden, da, ein weißer Holzstab, dessen Farbe bereits abzublättern schien, Aurelie griff zu. Es war der Stock der Heiligen Theresa, die hier, wie alle anderen Frauen in dieser Kirche auch, als Leidende abgebildet war, anstatt ihre Verdienste zu würdigen. Doch dieser Stock ermöglichte es Aurelie, einen Sturz zu vermeiden – er schien fast aus der Hand der Statue ein wenig nach unten gerutscht zu sein. Gut, dass sie nicht daran gezogen hatte. Aurelie richtete sich wieder auf und folgte ihrem Mann. Dankbar warf sie einen Blick auf das Gesicht der Heiligen. Heute Abend würde sie beim Nachtgebet die Heilige Theresa nicht vergessen, gegen Theresiens Leiden ging es ihr doch gut!

 

*Es ist nicht der ursprünglich gedachte Konflikt der Heiligen gegen die Herzogin. Wir haben hier nur einen Konflikt von Aurelie mit der Gesellschaft und dem neuen Leben, keinen Konflikt Theresa – Aurelie, wie ich ihn zuerst im Kopf hatte. Theresa trägt dazu bei, dass Aurelie das neue Leben annehmen kann. Aber so geht es mir meist mit Kurzgeschichten, bei denen ich eine bestimmte Richtung im Kopf habe.*

Schreibinspiration des Tages (1,5)

Vom gestrigen Ergebnis ermutigt, habe ich mir erlaubt, heute mal selber auf Wikipedia nachzuschauen, was es denn so an Feier- und Gedenktagen gibt:

Das macht für mich also

Katholische, spanische Theologin

Evangelische Herzogin/Adlige/Landesfürstin (nein, die echte Hedwig war nicht evangelisch, Luther gab es noch lange nicht! Sie lebte im 12. und 13. Jahrhundert)

Aurelie und Therese als Namen

und ein weißer Stock/Stab

Klingt nach gutem Geschichtenstoff.

Wir haben eine weltliche Herrscherin und eine Theologin mit entgegengesetzten Grundansichten, und einen weißen Stock (als Symbol für Blindheit – oder auch in ganz anderer Funktion). Damit haben wir einen Grundkonflikt auf Glaubensebene (was sich ja ganz eindeutig auf den Alltag durchschlagen kann) und Konflikte treiben eine Geschichte nun mal.

Kann man was draus machen.

Alternativ kann die Theologin eine „weiße Hexe“ sein, die sich selber als Mystikerin verkauft und prophetische Kräfte besitzt oder vorgibt zu besitzen … (Teresa von Avila hätte sich hier nicht wieder erkannt, aber das schöne ist ja, Inspirationsquelle bedeutet nicht, dass ich mich sklavisch dran halten muss – freies Assoziieren ist erlaubt und erwünscht).

Wer schreibt mit?

Und wer konkreter Futter braucht:

Hier haben wir eine ähnlich lustige Legende wie die um die auch so jungfräuliche Königin Elizabeth (die Erste, ihr Heiden)

Hedwig:  Nach 22-jähriger Ehe hat sie der Überlieferung nach mit ihrem Mann enthaltsam gelebt. Ihrer Ehe entstammen vier Söhne und drei Töchter.

Ähem … wer auch immer da überliefert hat, weiß nicht, oder ignoriert, woher die kleinen Kinder kommen. Vielleicht ist es natürlich auch nur blöd formuliert und soll bedeuten, dass sie erst 22 Jahre normal verheiratet waren, dabei 7 Kinder produziert haben und als sie dann 34 war, haben sie das körperliche ihrer Beziehung eingestellt und noch 30 Jahre ohne Sex miteinander verbracht (was ja nicht ausschließt, dass da noch was an der Seite gelaufen sein könnte, Heinrich war 9 Jahre älter als seine Frau).

Teresa von Avila war später, kann also Hedwig nie getroffen haben. Sie wurde 1515 geboren und starb 1582.

Eine dem Gedenktag entsprechende Bauernregel lautet: Zu Theres‘ beginnt die Weinles‘.

In der christlichen Ikonographie wird Teresa von Ávila im braunen Habit der unbeschuhten Karmelitinnen mit weißem Chormantel und schwarzem Schleier, mit den Attributen Buch und Feder, mit einem Herzen mit dem Christusmonogramm, mit Geißel, Dornen und Pfeil, mit der Taube des Heiligen Geistes dargestellt.

Es kann sich auch, da Teresa gegen den Willen ihres Vaters ins Kloster ging, da sie nicht heiraten wollte, um eine Auseinandersetzung zwischen einer vielfachen Mutter und einer lebensfernen Gelehrten handeln …  Oder die zwei finden zusammen, um ein Problem zu lösen … Ach, der Möglichkeiten sind so viele …

Und hier nun ist der Link zu meiner Geschichte:

https://inhannover.wordpress.com/2018/10/15/herzogin-aurelie-und-der-weisse-theresien-stab/

 

 

 

 

Insektizid

Sie hatte wirklich genug. Genug von den Alten, die ständig nur rumjammerten, dass sie sterben mussten (jeder musste sterben), genug von den Fruchtfliegen, die über das reife Obst herfielen, genug von den immer gleichen Schokoladengaben, die ihr die Angehörigen schickten, die sich selber nicht ins Hospiz trauten, mit dem Auftrag, Mama/Tante Auguste/Opa Hamelmann diese Schokolade zu verfüttern. Und das alles für 7,50 die Stunde, denn die ach so christlichen Betreiber dieser Einrichtung zahlten nicht Mindestlohn.

Sie bröckelte die Schokolade (sie hasste Schokolade) in einen großen Topf und schmolz sie, fing sich einige aus der Fruchtfliegenwolke und stopfte sie mit in den Topf, übergoß damit die schon leicht angefaulten Erdbeeren/Weintrauben/überreifen Bananenscheiben, ließ dieses fest werden und stellte es den Hospiz-Gästen hin:

„Heute ist Tag des Hospizes, bitte greifen sie zu, es gibt Schokoladen-Frucht-Konfekt zum Dessert!“

Die Alten und Kranken lutschten, oder knabberten begeistert die dargebotene Süßigkeit.

„Was sind denn das für schwarze Körner,“ fragte Opa Hamelmann, den seine Eltern auf den Namen Burkhard getauft hatten, aber keiner nannte ihn mehr so.

„Ich hatte noch Mohnkörner übrig,“ log sie ungerührt. Wobei es nicht wirklich gelogen war – die Mohnkörner waren nur immer noch übrig …

„Ah, Mohn, meine Mutter machte immer Mohnkuchen für uns Kinder zum Geburtstag,“ sagte Tante Auguste und lächelte „Mama“ zu. „Das ist aber eine nette Überraschung heute!“

Sie zog sich wieder in die heiße Küche zurück. Anstatt sich besser zu fühlen, fühlte sie sich nun mieser als zuvor. Was hatte sie sich dabei gedacht, ihre Laune an den Sterbenden auszulassen?