Monatsarchiv: Dezember 2014

Ausgepackt

Erstmal die Lösung vom gestrigen Rätsel:

Egal ob „Krippe“, „Krippenszene“, „Heilige Familie“ oder „Stall in Bethlehem“ – alles geht, ist ja schließlich Weihnachten.

Und ansonsten – mein Umweltgewissen schlägt – in meiner Küche stapeln sich die Gelben Säcke (für Leute aus anderen Ländern, die hier mitlesen: Abfallsäcke für Umverpackungen) – ja ich bin bereits bei der MEHRZAHL angekommen.

Zum einen wäre heute Abfuhrtermin, der natürlich ausfällt. Und zum anderen kam durch das Fest natürlich einiges dazu. Egal ob eingeschweißte Bücher, Weihnachtsbaumnetz (aber ohne krieg ich den Baum nicht mit dem Bus hierher) oder Umverpackungen um die Lebensmittel – die Mehrheit der Sachen, die in diesem Haushalt konsumiert werden, ist verpackt. Da hilft auch nicht das eine oder andere Pfandglas Joghurt, die gelegentliche Pfandflasche für Saft oder lose Ware von der Käsetheke. Plastik aller Orten. Und was machen wir mit soviel Müll? Ich stecke die Kunststoffe natürlich in den Gelben Sack, wie auch die Weißblechdosen oder eventuell vorhandene Alufolie (glücklicherweise der kleinste Teil).

Papier stapelt sich hingegen in meinem Abstellraum (früher mal euphemistisch als Arbeitszimmer bezeichnet) – denn was ist ein Geschenk ohne wenigstens einen Hauch von Geschenkpapier – da geht noch was, Altpapier ist schließlich Rohstoff – HEY ich kann Rohstoffe herstellen! Stellt sich die philosophische Frage, wann wird aus der Zeitung/dem Pizzakarton/dem Toilettenpapierkartonkern/dem Geschenkpapier/… denn Altpapier? Wenn ich das Geschenk ausgewickelt, die Zeitung beiseite gelegt, das letzte Blatt im Bad vom Kern abgewickelt habe? Oder erst dann, wenn ich es INS ALTPAPIER GEPACKT habe? Und sollte ich, z.B. zum Basteln, wieder Papier herausholen (Zeitungspapier oder Karton) – recycle ich dann bereits hier? Wird so mein Abstellraum wieder zum Arbeitszimmer? Fragen über Fragen und es ist noch vor 7 Uhr am Weihnachtsmorgen …

Aber man könnte natürlich auch sein Verhalten ändern.

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Schlichte Gedechte (24)

Drei Figuren, jung und alt,
sitzen draußen, da ist’s kalt.
Drumherum pfeift nicht der Wind,
Engel preisen hier ein Kind.
Auch Ochs und Esel sieht man da.
Dies feiert man jetzt jedes Jahr.
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Gestern sahen wir den Schneemann dreckig grinsen.

Schlichte Gedechte (23)

Kaltes Herz und schwarze Zähne

womit ich sehr selten gähne

lach ich gern bei Schnee und Eis.

Kommt die Sonne raus dann schwitze ich

scheint sie länger jau dann sitze ich

meine Welt wird schmutzig-weiß.

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Gestern hatten wir die Schlittenfahrt,

wird gern auch mit der Erschaffung von heute gepaart.

Schlichte Gedechte (22)

Sitz auf Kufen

Jauchzen und Rufen

Wenn der Schnee fällt

nix mit Stille Welt

Rote Backen

dicke Jacken

schwere Schuh

runter im Nu

die Kleinen werden hoch gezogen

das ist nicht gelogen.

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Gestern hat Frau Ttonari (das zweite T hat seine eigene Geschichte) gelöst: Lebkuchen – und wieder gehen 99 Gummipunkte an den Rater. 100 gäbe es nur bei perfekter Lösung, aber wir wissen ja:

Nobody is perfect.

Sorting Wrapped Gifts on a Snowy Evening

YES – my English classes pay off, finally – I recognised the original.

Drinking Tips for Teens

Whose gift this is I do not know
I wrapped it seven days ago.
There’s no distinctive marking here
Except this festive store-bought bow.

The box’s shape is kind of queer
Two lumpy mounds like a brassiere
But feels like wood or frozen cake;
Don’t ever wrap while drinking beer.

I give the gift-wrapped box a shake
And know I’ve made a huge mistake.
Who gets this gift will have to sweep;
I’m pretty sure I heard it break.

The checkout lines are long and deep
But I must shop before I sleep,
Though malls at Christmas make me weep,
Though malls at Christmas make me weep.

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Schlichte Gedechte (21)

Aus diesem Stoff baut man ein Haus

– und einen Mann (der guckt dann raus).

Wird das dann noch hübsch verziert

nicht nur Hänsel danach giert.

Fein gewürzt und mit Oblaten

kommt er aus Nürnberg – wer kann’s raten?

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Na, klingeln sie noch in den Ohren?

Die Glocken waren’s, hafra hätt’s geschworen.

 

Magie

Vorgestern am Abend schleppte ich meinen Kadaver rüber zum Schützenplatz. Dunkel war’s, kein Mond schien helle

Auch Schnee lag nicht auf dem grünen Flur

Trotzdem freute ich mich. Ich ging mit einem Freund zu Hans Klok.

Houdini stand auf dem Ticket – aber wir bekamen Klok – und das war nicht schlecht. Diverse Box-Tausch-Tricks (eine Person unten in der Box, die andere oben, Tuch hoch, danach die eine oben, die andere in der Box) wurden genauso mit unglaublicher Schnelligkeit vorgeführt, wie eine übers Publikum wandernde Glühbirne (und er brachte noch anderes zum Schweben) langsam ihre Magie ins Publikum ausstrahlen durfte. Zur Abwechslung gab es noch ein paar Artisten (der „schnellste Jongleur der Welt“ hatte dabei einen schlechten Tag – oder St. Fallentin, der Tag des Schutzheiligen der Jongleure), Balanceakte, eine Hochseilartistin aus Schanghai, einen Artisten aus dem Chinesischen Nationalzirkus.

Und ein Paar weitere klassische Artisten, das er als Andrej und Tomek vorstellte. Aber Andrej war natürlich nur der Codename – eigentlich hieß er Vladimir und wollte die russische Rubelkrise mit seinem Nebenverdienst aus der Welt schaffen, daher auch seine Stellungnahme, dass er sich nicht verantwortlich fühle für die Rubelkrise.

Es gab natürlich doch noch Houdini-Stunts zu sehen. Einen davon führte er bereits zur Bewerbung seiner Shows am Steintor vor – aus einer Zwangsjacke heraus musste er sich innerhalb einer Minute befreien – dazu noch zwei Fußfesseln lösen – um nicht von einer zuklappenden Stahlschere mit Zähnen zerquetscht zu werden.

Das andere war ein klassischer Houdini-Trick (muss sich gefesselt aus einem Wassertank befreien) … Und  ich denke, ich habe mich tatsächlich an der Nase herumführen lassen.

Nach Klok gibt es genau zwei Arten Publikum: Die einen kommen, um sich unterhalten zu lassen, denen wünschte er viel Spaß. Die anderen, um seinen Tricks auf die Schliche zu kommen – denen wünschte er viel Glück. Und das brauchte man bei seinem Tempo auch. Wenn ich nicht den einen oder anderen aus dem Fernsehen gekannt hätte – KLOK hätte mich 1000prozentig überzeugt. Auch so war er viel zu schnell, um ihn zu SEHEN, wie er die Illusionen vollbrachte. Seine Schnelligkeit bestimmte das ganze Programm – bis auf den „geerbten“ Glühlampentrick.

Außerdem ist Klok Schauspieler, wie man in seinem Wikipedia-Profil nachlesen kann – mit Tendenzen zur Komödie. Er nimmt sich selbst dabei auch auf die Schippe. Und das mag ich ja gern.

Alles in allem – der Abend war nicht hinterhergeschmissen (42 Euronen auf der Tribüne, und dann hatte mein Begleiter noch einen der Zeltmasten vor sich, der ihn aber nicht wirklich störte), aber er war es wert.

Natürlich saß wieder der zwei-Meter-Mann des Publiums gerade vor UNS – dieser hatte Glatze – und so machte ich meinen Uralt-Zirkus-Witz: „Die Männer mit den Glatzen setzen sich bitte in die erste Reihe, damit die Einarmigen in der zweiten besser klatschen können.“ Was ist der Unterschied zwischen Klok und mir – außer, dass ich nicht ganz so bezaubernd bin? Meine Witze sind eindeutig schlechter.