Seriously, China?

Aus dem Guardian zum Thema Amerikanisch-Chinesischer Handelskrieg:

„China’s official Xinhua news agency added: “The wise man builds bridges, the fool builds walls. …” “

Übersetzt:

Die offzielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua fügte hinzu: „Der weise Mann baut Brücken, der Narr baut Mauern. …“

Uhm, ja … also – ich will ja nichts sagen. Aber weder wir Deutsche noch die Amis haben das mit dem „Eine Mauer an Grenzen bauen“ angefangen …

https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Wall_of_China

Ich sag ja nur … War gerade ungeschickt gewählt, diese Redewendung.

 

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DIY – or rather, don’t

Mach es selber – oder besser, frei nach Bletschacher’s Bärenführer-Gedicht:

Drum wollen wir zusammenfassen:

Wer es nicht kann, soll’s lieber lassen.

 

Ausgangssituation:

Abfluss verstopft im Bad (ich bin langhaarig und außerdem faul, allerdings wasche ich mir die Haare nicht im Waschbecken, sondern in der Dusche und habe dort auch ein Sieb im Abfluss). Ich also munter: PÖMPEL-time!

Was ist ein Pömpel? DAS hier:

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Mit diesem hab ich also Druck auf mein Rohr ausgeübt. Das funktioniert bei neuen Rohren, von einem Fachmann installiert, auch gut. Nun war mein Rohr 17 Jahre alt, und ich habe die Pflege etwas … vernachlässigt. Daher gab es Ablagerungen auch außen, die letztlich dazu führten, als der Druck kam:

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Ein Loch (die zwei anderen dunklen Stellen sind nur Reflexionen, aber das dreieckige rechts, das ist ein Loch, noch von dem Haarpropfen, der da saß, von innen halb bedeckt).

Ein Loch im Abfluss ist nicht zielführend, ich suchte schließlich keine Alternative zur Gebrauchtwasserentsorgung. Also nahm ich mir einen Tag frei, und ging einkaufen, zum Baumarkt.

Und weil ich nicht so oft im Baumarkt bin, hab ich mir gleich noch einen Toilettendeckel mit Brille neu gekauft, denn beim alten bröselten die Abstandhalter. Ich erwähnte glaub ich schon, dass ich kein Leichtgewicht bin.

Also, im Baumarkt, Toilettendeckel waren leicht zu finden, und ich bin ja nicht von vorgestern, ich weiß immerhin, dass es wichtig ist, wie weit die Schrauben voneinander entfernt sind, wenn man so Ding auf dem Porzellanteil neu installieren will. Erster Versuch, schick, mit Absenkautomatik – wie gern hätte ich meinen Mitmietern erspart, dass mein Toilettendeckel nachts knallt. Aber leider war nicht so ohne weiteres zu entnehmen, wie weit die Schrauben voneinander entfernt sind. Ich also zur Info. Dort hat man, schon leicht angesäuert, dass ein Karton zu öffnen war, mich schauen lassen, aber leider ging nicht daraus hervor, wie weit die Schrauben auseinander liegen, wenn montiert wird. Und ich hätte das Ding zwar umtauschen können, aber nur, wenn die Folie nicht angetastet wird. Aus hygienischen Gründen. Und man wollte sich auch nicht darauf einlassen, dass ich die Folie nur am Schraubteil löse. Also, neu umgucken. Ich habe ein Modell gefunden, wo ich genau sehen konnte, wieweit die Schrauben voneinander entfernt waren. PERFEKT.

Nun noch einen Siphon finden. Ooops … DAS Teil ist schwerer zu finden, aber NOCH obskurer war die notwendige Wasserpumpenzange. Es gab sie dann unter Eisenwaren, aber auch da irgendwo versteckt. Ich hätte wenigstens einen Hinweis auf WERKZEUGE erwartet. Für Dumpfbacken wie mich, wir können nicht alle im Baumarkt wohnen.

Ich hab eine eindeutig unterbeschäftigte Kassiererin gefragt, der ich dann den schon mitgeschleppten Klodeckel erst mal hinterließ. Es war wirklich nicht viel los im Baumarkt und zu dem Zeitpunkt waren vier Kassen geöffnet.

Als ich wiederkam, war vor mir eine Rentnerin mit Rentnerbuggy, der die Kassiererin das Kleingeld aus der Geldbörse heraussuchen musste. Meinen Klodeckel sah ich nirgends. Ich fragte nach (Fehler, Fragen hat sie gar nicht gern) und bezahlte dann mein Werkzeug und mein Material. Bin jetzt stolze Besitzerin einer Wasserpumpenzange für über 20 Euro (dem Billigteil traute ich nicht).

Bei mir in der Wohnung: alten Abfluss abmachen – kein Problem. Ekelgefühl überwinden, verstopftes Rohr abschrauben und rausziehen, dabei zweimal in den Finger schneiden – YEAH, ich hab am Montag Trophäenwunden!

Dann neues Rohrsystem zusammenschrauben. Es sind nur drei Rohre, wie lang kann das dauern. AHEM … Also, sagen wir es mal so – zwei verschiedene Arten von Dichtung, drei gleichaussehende Muffen, und eine Scheibe, um den Anschluss an der Wand abzudecken, das ist eine endliche Anzahl von Möglichkeiten. Die eine Dichtung kann man in zwei Richtungen aufs Rohr stecken – und kein Mensch hat bei Youtube ein Video hochgeladen, was wohin gehört *wein* Bei Obi las ich immerhin, dass es anschließend nicht tropfen darf.

… also, ich habe es zusammengeschraubt, in die Wand gesteckt und am Waschbeckenstutzen festgeschraubt … und nein, es tropft nicht:

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Läuft …

Also, ja, es steht ein Eimer drunter. Und wenn heut nicht Freitag wäre, würd ich auch versuchen, einen Profi zu bekommen. So werd ich wohl mit dem Eimer noch einen Tag leben müssen. Immerhin ist jetzt nix mehr verstopft. Und ja, ich sollte hin und wieder das Ding auseinanderschrauben und von Haaren befreien.

Der Toilettendeckel dagegen:

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Passt, wackelt (!) und hat Luft.

Und mein Bad ist jetzt auch wieder ausdauernd gewischt …

Ich blute auch fast gar nicht mehr …

Lange Nacht der Museen 2018

Gestern war Lange Nacht der Museen hier in Hannover. Und zwar die ZWANZIGSTE. Ein schönes Jubiläum sollte man meinen, Zeit mal so richtig auf die Kacke zu hauen und mit Stil zu feiern.

Denkste Puppe, nicht in Hannover.

Hier denkt man sich:

Museumsbesucher sind eh alle schon älter. Die waren schon die letzten 19 mal dabei. Und wissen auch ohne Werbeaktion, dass Lange Nacht der Museen ist. Also statt MEHR Geld für die Werbung auszugeben, drucken wir Flyer, die nur im Museum erhältlich sind (in den Bahnen und Bussen hab ich jedenfalls keine gesehen), machen keine Plakataktion wie sonst in den Jahren zuvor und die Museen, die mitmachen, machen auch nicht so viel, wie vorher, weil die Leute ja eh kommen.

Denkfehler 1 – die Lange Nacht der Museen ist nur für die Leute, die ich eh in Museen erwarte. Die Lange Nacht der Museen soll ja GERADE neue Leute fürs Museum begeistern. Also muss ich MEHR tun, nicht weniger.

Denkfehler 2: Die Leute, die sowieso schon ins Museum kommen wollen das gleiche sehen und hören wie sonst auch. NEIN – die Lange Nacht der Museen soll ja gerade neue Perspektiven eröffnen, Museen entstauben und auch die üblichen Museumsgänger mit neuen Eindrücken ausstatten!

Denkfehler 3: Museen müssen immer todernst in der Selbstdarstellung sein. Das schreckt eventhungrige junge Museumsgänger eher ab. Schlaftablettenartige, formelgefüllte Vorträge über das Gezeigte erinnern zu sehr an die bereits in der Schule verhassten und von Kabarettisten immer wieder zu Recht aufs Korn genommene Kunstphrasendresch-Maschinen. Braucht kein Mensch.

Und so hat Denkfehler 1 dazu geführt, dass mit der Konkurrenz durch das wirklich schöne Wetter kaum jemand auftauchte. Wie uns um 23 Uhr im Landesmuseum eine Dame verriet: Es waren nicht mal 1000 Leute da. NICHT MAL 1000. Ca. ein Zehntel von dem, was sonst kam!

Denkfehler 2 – wieder Landesmuseum:

Ich schau gerne im Landesmuseum vorbei, es ist mit seiner klassischen Gemäldesammlung ein herrlicher Kontrapunkt zum Sprengel, in dem ich auch war:

(ja, Kontrapunkt ist auch so eine Phrase …)

Aber ich hatte es schwer, den Freund, der mit mir durch die Nacht lief, davon zu überzeugen, dass es lohnenswert sei, dort aufzutauchen. Auf der Website wurde nur verraten, dass man sich „ums Mittelalter“ kümmert. Keine Hinweise darauf, was man sonst noch zu sehen bekommt, welchen Themen des Mittelalters man das Augenmerk schenkt, wann welche Führungen stattfinden. Wir gingen aber, weil es vom Sprengelmuseum zurück zum Museum August Kestner oder auch auf dem Weg zur Stadtbibiliothek auf dem Weg liegt, trotzdem vorbei. Und hörten einen Kurzvortrag über Architektonische und Perspektivische Darstellung von 1400 bis ca. 1525. Mit einer sehr engagierten Führenden, mit einer äußerst kleinen Gruppe (konnte ich an den Fingern von zwei Händen abzählen und hatte noch Finger übrig), mit reichlich Zeit für Fragen, mit schönen Beispielen von Altären, denen ich SONST nicht diese Infos entnommen hätte. Schade, dass das Landesmuseum NICHT die Werbetrommel gerührt hat (auch wenn ICH so profitierte).

Wie sah mein Abend nun aus:

Ich traf mich mit besagtem Freund um 18 Uhr vor dem Museum für Energiegeschichte. Besagter Freund ist in der IT-Branche und wir bewunderten eine programmierbare Rechenmaschine aus dem Jahr 1935, mit der Materialwirtschaft und Entgeltzahlung vorgenommen wurde. Auf dem beigefügten Foto sah man – NUR MÄNNER. Also, die Herren waren nicht etwa mit Programmieren beschäftigt, sie wendeten die Maschine nur an!

Auch sehr schön waren die kleine Reiseschreibmaschine (nein, kein Kugelschreiber … eine Vorvariante des Laptops), die Rechenmaschine, und im Vergleich dazu ein Smartphone. Ca. ein Zehntel so klein wie die Rechenmaschine, und verglichen mit dem Buchungsautomaten vielleicht ein Hundertstel.

Mein Bruder hat Büromaschinenmechniker gelernt, in den frühen 80ern. Der hat sowas wie die Rechenmaschine und die Schreibmaschine noch in der Ausbildung kennen gelernt – heute wartet er Drucker. Repariert wird ja nicht mehr …

Im Museum für Energiegeschichte sahen wir uns ein Improvisationstheater an. Als sie eine Location suchten, warf ich „Tankstelle“ ein (ich hatte dem Freund in die Hand versprochen, dass ich nicht wieder etwas wie „Porno“ sage.) Uhm – ich kann nichts dafür, dass es in eine ekstatische Autowäsche mit vielen sexuellen Anspielungen ausartete, ehrlich, ich bin dieses Mal sowas von unschuldig!

Danach konnte ich den Freund überzeugen, mal beim Feuerwehrmuseum vorbei zu schauen. Das wird den Standort „Feuerwehrstraße 1“ bald verlassen, daher wurde es wirklich Zeit, dass ich endlich mal dort aufschlug. Es liegt ja auch gleich um die Ecke und so gingen wir dorthin. Dort gab es fast mehr engagierte Freiwillige als Leute, die sich interessierten. Auch das liegt an der Darstellung im Flyer. Bisher weigerte sich mein Begleiter nämlich, dort hin zu gehen, weil man ja „nur alte Helme“ sehen würde. Nein, natürlich nicht. Man erfuhr von Brandherren, die schon vor 400 Jahren vorbeugenden Brandschutz betrieben und tatsächlich auch entsprechende hoheitliche Macht hatten, das durchzusetzen! Man hörte von der Verpflichtung jedes Haus-Herren, einen Eimer, einen größeren Wasserbehälter und eine Leiter vorzuhalten. Man hörte von der Verpflichtung ALLER MÄNNER ZWISCHEN 20 und 50, im Brandfalle zu helfen. Diese Verpflichtung besteht angeblich noch immer, wird aber nicht mehr benötigt heutzutage.

850 Berufsfeuerwehrleute (Beamte) sichern den Brandschutz in Hannover, dazu kommen noch etliche Freiwillige Feuerwehren und auch Werksfeuerwehren, die natürlich vor allem ihren Arbeitgeber schützen sollen, aber bei einer Katastrophe sicher auch einspringen. Und was ich noch lustiges erfahren habe: Sie üben auf dem Truppenübungsplatz Bergen – den ich mal bei der Bundeswehr betreut habe. Voll des Lobes war der Feuerwehrmann. Natürlich nur, wenn dort keine Schießübungen der Truppe stattfinden.

Früher waren die Feuerwächter auf einem Kirchturm untergebracht,  bis in Hamburg der Wächter auf seinem Turm verbrannte. Dann baute man FeuerWACHEN – jetzt wissen wir auch, warum es WACHEN heißt.

Die Wache bei mir ums Eck wird bald aufgegeben, das Gebäude ist 80 Jahre alt und man hat woanders schon neu gebaut. Dann muss sich auch die Feuerwehr nicht mehr durch die Südstadt quälen, wo sie in der Sallstraße stecken bleibt, sondern kann über die Einfallstraßen in die Nähe des Zielorts, von wo aus sie dann doch wieder kleinere Straßen benutzen muss – aber je weniger sich die großen Fahrzeuge durch kleine, enge Straßen quälen müssen, desto schneller sind sie!

Wir erfuhren etwas von der militärischen Geschichte (bis 1945 musste ein Feuerwehrleiter IMMER Offizier sein).  Und dass einer der Hannoverschen Leiter tatsächlich auch noch Bücher geschrieben hat (und ein Bühnenstück). Dieses Museum war, wie ich mir das schon dachte, ein Highlight – nur leider sind sie in puncto Öffentlichkeitsarbeit nicht so gut wie im Feuerlöschen.

Womit wir wieder bei Denkfehler 1 wären!

Dass wir in Hannover weltweit die erste vollmotorisierte Löschflotte hatten, sie mal so am Rande angemerkt. Von wegen Provinz. Die Wagen fuhren auf Batterie (nein, nicht AAA) und der mit der schweren Pumpe war mit Dampfkraft betrieben (es war also ein Feuer auf dem Feuerwehr“auto“). Und dass Löschen im Winter für Feuerwehrleute lebensgefährlich war (weil die Autos auch noch reine Cabriolets waren), sei auch nicht vergessen. Ich könnte noch Stunden weiter schreiben, über die historischen Beatmungsgeräte (Frankenstein lässt grüßen) – und wir haben uns noch nicht mal die echten Feuerwehrwagen auf dem Hof angesehen!

Aber wir wollten ja noch weiter. Sprengelmuseum (nein, kein Schokoladenmuseum, aber Herr Sprengel, den Begründer, kennen wir natürlich von der Schokolade) war die nächste Station. Dort gab es eine Führung durch die Sonderausstellung, die eindeutig Denkfehler 3 beging. Ella Bergmann-Michel und ihr Mann Robert Michel waren das Thema dieser Ausstellung. Und die sehr kompetente Fachkraft verlor mich beim zweiten Objekt, das sie beschrieb. Ihre Phrasendrescherei, ihre teilweise kritiklose Identifikation mit den Ausgestellten, ihr durch komplizierte Ausdrucksweise nicht sehr eingängiger Vortrag … all das ließ mich mich zurück ziehen, ich sah mir stattdessen einen Werbefilm von Ella Bergmann-Michel gestaltet, an, der für Beiträge zur Erwerbslosenspeisung warb.

Dabei gefiel mir durchaus, was ich sah, und einige Aspekte der Lebensgeschichte sowie des künstlerischen Schaffens waren ja wichtige Informationen! Aber nicht so gestelzt. Das war der museale Alptraum, den wir aus der Schulzeit und aufgezwungenen Museumsbesuchen kennen. Leute, die nur selten ein Museum besuchen und nicht wenigstens solide Lateinkenntnisse hatten oder wenigstens an dergleichen Diktion gewöhnt waren, und sei es durch das Lesen entsprechender Fachliteratur, verließen den Vortrag wie sie herein kamen und wurden im Vorurteil bestärkt, dass Museen nichts für „normale“ Leute seien. (Ja, andere Meinungen sind erhältlich.)

Ich kannte die Dame schon aus früheren Vorträgen (was mir erst auffiel, als ich sie sprechen hörte) und kann nur hoffen, dass irgend jemand mal übers Herz bringt, ihr zu sagen, dass sie doch mal so reden solle, dass auch Leute ohne Abitur ihr folgen können. Ich halte mich (vielleicht ja fälschlich) nicht für blöd, aber ich fand diesen Vortrag SUPER ANSTRENGEND zu verstehen – und ich hab immerhin ein Gumminasium besucht (nein, keine Clownschule, obwohl wir auch Clowns hatten), Latinum gemacht, gute Kunstlehrer gehabt.

Auf diese Weise predige ich Kirchen und Museen leer … Wissenschaft ist schön, und wenn sie vor einem Fachpublikum diesen Vortrag hält, wird es nicht auffallen. Aber wenn sie ahnungslose „mal ins Museum hinein schnuppern“ wollende Museums-Touristen dazu bringen wollte, sich jetzt eine Jahreskarte fürs Sprengelmuseum zu holen, sorry, Thema verfehlt.

Es ist wirklich schade, weil die Werke der Künstler durchaus ansehnlich sind. Abstrakte Kunst, aber vom Feinsten.

Anschließend hörten wir uns noch den Rest vom Klavierspieler an, der sich tapfer durch ein ständig wechselndes Publikum spielte. Nicht unbedingt jedermanns Geschmack, aber ein paar der Stücke mochte ich durchaus. Seine Paganini-Variationen und ein Stück, das an Ragtime-Jazz erinnerte.

Und dann ging es eben „mal gucken, was sie im Landesmuseum haben“. Alternativ wären wir auch zur Stadtbibliothek gewandert, dort gab es eine Band. Aber im Landesmuseum sahen wir eben den gemütlichen Vortrag mit der fröhlichen (23 Uhr abends) gut informierten Vortragenden, die wenigstens so sprechen konnte, dass man sie verstand.

Letzte Station war das Museum August Kestner. Mal wieder Ägypten in der Taschenlampenführung, mal wieder so heiß, dass es kaum auszuhalten war. Ich bin rausgeflüchtet. Habe dann im kühleren Foyer auf meinen Begleiter gewartet.

Anschließend Taxi. Um 1 war ich daheim.

War die Lange Nacht der Museen toll? Ja, klar. Hätte man Sachen besser machen können? Aber sicher! Und zwar vieles.

Gehe ich nächstes Jahr wieder? Geplant hab ich das.

Trotzdem kann ich dieses Mal nur VIER Kokosnüsse geben. Die eine Nuss Abzug ist für die Denkfehler der Organisatoren.

 

 

Gestern im TV

Also, ich schau ja nicht viel fern. Ich hab normalerweise unter der Woche den Fernseher gar nicht an und am Wochenende selten, gibt zuviel Internet, das mich beschäftigt, Sprachen lernen, Writing Prompt schreiben, im Guardian kommentieren, Browser Spiel spielen.

Aber gestern Abend hatte ich wenig Lust auf Internet, hab nur noch ein wenig Puzzle gespielt am Computer, nebenbei hab ich den Fernseher angemacht. Ich mag real-crime-TV. Auf RTL 2 (bitte nur kleine Steine).

Echte Fälle werden nachvollzogen, gestern von Medical Detectives, manchmal (ich meine sonntags) fokussieren sie auf von Frauen verübte Morde. Aber sonntags gucke ich nicht mehr so gern. Weil mir dann dasselbe passiert, was gestern passiert ist.

Ich saß so, vor mich hin puzzelnd, auf dem Sofa, im TV läuft Folge um Folge von Medical detectives. Ein wirklich interessanter Fall war eine Bombenserie bei einem Bundesgericht – ein anderer eine Bombenserie von einer obskuren fundamental-christlichen Terroristenvereinigung (wie ISIS nur „christlich“ motiviert – also, durch bewusste Fehlinterpretation der christlichen Botschaft, fokussierend auf Passagen im Alten Testament).

Meine Katze drängte mich ins Bett, aber ich wurde nicht so richtig müde. So saß ich da und puzzelte und sah mir Trash-TV an … und auf einmal sah ich durch die Jalousien, wie hell der Himmel war. Da war es plötzlich 4 Uhr dreißig.

Und so verschwendete TV meine Lebenszeit, als ich noch mehr TV sah. Heute bleibt der Kasten aus – bis Kabarett auf 3sat kommt.

Für die WM geb ich mir Dispens …

 

Gestern gab es was zu essen

Also, es gibt natürlich für mich TÄGLICH etwas zu essen, ich lebe ja in einem Land der ersten Welt und noch dazu in relativem Wohlstand (relativ verglichen mit Leuten, die nur Geld für das Allernotwendigste haben und oft nicht mal das).

Aber gestern hab ich mal wieder gekocht.

Etwas vegetarisches (nein, nicht vegan, sorry Veganer, aber ich bin Omnivor, ich mag Eier und Sahne und Butter und nein, ich habe zwar noch eine Ahnung, wie ich Butter und Sahne ersetzen könnte,wenn ich denn wollte, aber spätestens bei den Eiern im Frühlings-Eier-Ragout hört es auf … vielleicht ist das Rezept einfach nicht für Euch), mit Milchprodukten (sorry Laktoseintoleranz-Leider – ich vertrage Laktose) und mit Gluten (im Weizenmehl – sorry Coeliac-Patienten). Also eigentlich ein ganz normales, fleischfreies Gericht für Leute, die nicht besondere Anstrengungen unternehmen (müssen).

Das Rezept ist von Chefkoch.de – daher hier nur ein Link.

Meine Anpassungen:

  • Ich habe die Petersilie weggelassen, weil ich zu faul war, nochmal zum Einkaufen raus zu gehen und Petersilie neu zu kaufen. Ich wollte nämlich schon letztes Wochenende dies Rezept zubereiten, hatte Petersilie im Topf gekauft, die mir dann, dank meines braunen Daumens einging.
  • Ich habe weißen statt Grünen Spargel genommen, weil ich den Grünen nicht bekommen habe letzte Woche. Auch nach einer Woche im Kühlschrank war der weiße Spargel noch gut und nicht verfault oder verschimmelt!
  • Ich hatte einen Senioren-Moment – und habe die Mehlschwitze falsch zubereitet. Anstatt das gesamte Mehl in der aufgelösten Butter goldbraun anzuschwitzen, hab ich nur einen Teil hinein getan … Ich wollte es nach und nach hinzufügen, habe aber gleichzeitig telefoniert und bin wohl doch weniger multitaskingfähig als ich dachte. Aber als ich dann die Brühe hinzugefügt habe, fiel es mir auf und habe wie ’ne Wilde gerührt, und dabei die zweite Hälfte Mehl dazu gegeben. Ging auch. Und dann Milch und Sahne dazu. Man muss halt ordentlich rühren!
  • Ich hab beim Abschmecken gemerkt, dass ich noch Muskat dran geben würde. Beim nächsten Mal …
  • Ich hab den Zitronensaft weggelassen. Weil ich beim Abschreiben des Rezepts – ähja, mein Drucker muss dringend gereinigt werden, damit ich demnächst ausdrucken kann, sozusagen die pre-digitale Variante, oder ich nehme den Laptop doch in die Küche (mach ich nicht so gern, wegen des Drecks, der beim Kochen entsteht) ODER – ich schaffe mir zum Kochen ein Tablet an, oder einen schicken Sklaven, der zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her läuft und nachliest, was als Nächstes kommt – also ich hab vergessen aufzuschreiben, wann ich den Saft dazugebe. Da stand nun mein ausgepresster Zitronensaft – und wanderte nicht mit ins Ragout …

Also, nach all diesen Veränderungen (ungeplant) hat es mir trotzdem geschmeckt und ich werde es sicher wieder ausprobieren.

So kam ich wenigstens dazu, mal wieder weißen Spargel zu essen (eigentlich sollte ich das jedes Jahr tun, ich lebe schließlich in einer Gegend, die wegen ihrer sandigen Böden Spargelland ist) – aber es fehlte mir eben auch Farbe.

Gedauert hat die ganze Kocherei nur, weil ich den Spargel schälen musste (das entfällt bei Grünem Spargel natürlich) und nebenbei telefoniert hab … Sonst war der Aufwand eigentlich gering. Gemüse putzen, Kartoffeln und Möhren in Scheiben schneiden, Spargel in Stücke und Kohlrabi in Stifte, Wasser für Brühe aufkochen, Brühpulver und Gemüse rein, wer noch n zweiten Pott abwaschen will, kann gern dann schon die Mehlschwitze anfangen, ich wartete, bis das Gemüse durch war, hab dann das Gemüse in einen tiefen Teller untergebracht, die Brühe umgefüllt (weil sie ja zum Ablöschen der Mehlschwitze gebraucht wird) – und dann im selben Topf die Soße gemacht. Weder schwer noch langwierig. Die Eier kochte der Eierkocher. Deswegen heißt der ja so …

Mein Eierkocher ist übrigens dieser. Zwei Nachteile an dem Gerät sind, dass der kleine Griff für das Tablett, auf dem die Eier sitzen, nicht stabil ist und dass der Zirp-Ton, mit dem das Ende der Kochzeit angezeigt wird, gewöhungsbedürftig und eher leise ist. Ich hab Angst, dass ich, sollte ich tatsächlich drei oder vier Eier auf einmal zubereiten, das Ding abbreche. Da ich meist zwei Eier koche, ist es für mich aber kein Grund, das Ding schlecht zu reden. Und was den Ton angeht, muss ich schon in der Küche bleiben, da ich im Wohnzimmer diesen Ton nicht hören würde. Ansonsten nimmt das Ding wenig Platz ein und sieht lustig aus. Und kocht die Eier, wie der Name schon sagt.

Zimmerlautstärke

Zimmerlautstärke ist …

wenn das Schnurren der Katze das Radio übertönt.

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Online-Sprachkurs Russisch

Ich habe, beruflich bedingt, viel mit russischen Urkunden zu tun, daher sind elementare Grundkenntnisse der russischen Sprache für mich im Dienst hilfreich. Ich hatte daher zwei Wochenenden Russischkurs gebucht vor einer Weile, das hat mir auch sehr weiter geholfen, es wurde aber keidn Nachfolgekurs angeboten. Dann habe ich ein Wochen-Seminar, wieder von Anfang an, gebucht, eine Art Bildungsurlaub, nur dass ich dafür klassichen Erholungsurlaub genommen habe. Drei Tage nahm ich daran teil, dann hatte ich leider eine Erkrankung, die das aus dem Haus gehen schwer machte.

Immerhin kam ich dieses Mal wesentlich besser mit als beim ersten Mal.

Zwischenzeitlich hatte ich Babbel angetestet, aber wegen der Kosten erstmal verworfen.

Wöchentlich einmal stattfindenden Abendkurse bringen mir nix. Ich brauche intensiveren Input, mehr Übungen. 16 Leute im Kurs mögen in der Volkshochschule aus Wirtschaftlichkeitsgründen anstrebbar sein, aus pädagogischen Gründen sind derart große Gruppen beim Sprachenlernen katastrophal. 6 Leute – das würde garantieren, dass jeder dran kommt, jeder gefordert ist, sich keiner verstecken kann. Bei 16 Leuten hab ich in 90 oder 135 Minuten (2 bis 3 Schulstunden) nicht mal 10 Minuten als Schüler, und da ja noch Stoff-Vermittlung durch den Lehrer stattfindet, bin ich eher bei 5 und darunter. Das und nur einmal pro Woche und dann noch mit Unterbrechungen durch Ferien (schließlich finden die Kurse nicht in den Schulferien statt) hindert mich daran, mir einen klassischen Abend-Russischkurs bei der vhs zu buchen.

Nun hat mir vor 11 Tagen meine Schwester zu duolingo geraten. Duolingo ist kostenlos (in der Basisversion, die mir auf jeden Fall reicht, da ich ja noch sehr am Anfang bin).

Ich bin froh, dass ich das Alphabet inzwischen beherrsche (weitestgehend, allerdings sind die sch-tsch-ts-Laute mit ihren Zeichen immer noch ein Fall für Verwechslungen). Denn DAS könnte ich bei Duolingo nicht lernen. Duolingo ist nicht strikt strukturiert, die Übungen sind zwar immer unter einem großen Aufhänger, aber nicht wie in einem Anfängerkurs mit Regeln durchsetzt (Regeln gibt es nur in der Desktop-Version, als App, so meine Schwester, sind diese nicht verfügbar).

Das sorgt zwar für größere Abwechslung beim Üben, aber um Struktur hineinzubringen oder selber zu schreiben, muss ich zusätzlich auf andere Quellen zurück greifen. Für Druckschrift fehlt mir die russiche Tastatur (und nein, es hilft nicht, eine russische Tastatur auszuwählen, wenn ich raten muss, wo die Buchstaben sind, weil sie bei meinem Laptop nicht aufgedruckt sind).

Und doch, ich habe das Gefühl, ich mache auch unstrukturiert Fortschritte. Sprache ist eh nicht stringent, da lernt man viel durch Nachahmen (und da Duolingo mit einem spricht und auch eigene Sprachbeiträge fordert, lernt man auch ein wenig die andere Sprachmelodie – also, ein wenig.)

Also stolpere ich mich seit 11 Tagen durch meine Russischlektionen (und zwar täglich).

да, ежедневно – ja, täglich. (Da, eschednewno)

Und damit mir nicht langweilig wird, gibt es noch ein paar Wiederholungen meiner Französischkenntnisse … après tout c’est gratuitement (schließlich ist es umsonst).

Lustigerweise gibt es, wenn man sich als Deutsch-Muttersprachler einträgt, keinen Russischkurs, daher habe ich mich als Englisch-Sprecher ausgegeben. Das ist lustig, da ich so alle russischen Sätze ins Englische übersetzen muss (zwei Fliegen mit einer Klappe) – und umgekehrt. Mein Französischkurs wurde dann automatisch mir als Englisch-Sprachiger zugeordnet. Das führt zu so abstrusen Fehlern, dass ich eine Sprache lese – und dann den Satz, anstatt zu übersetzen, einfach noch mal in derselben Sprache hinschreibe. Solange ich nicht die russischen Beispielsätze ins Französische übersetze, ist es wohl noch im Rahmen. Sonst bin ich wieder bei Babel.

Es gibt da auch einen Chinesischkurs … *Ein ganz klein wenig verlockt bin, aber zur Zeit ist mir Russisch einfach wichtiger. Ich hab allerdings schon mal drei Sprachen nebeneinander gelernt: Als ich ab der 9. Französisch zu Englisch und Latein dazu bekam – nur hatte ich da jeweils zwei Jahre zwischen den einzelnen Anfängen. Heute lerne ich Französisch zur Wiederholung – weil ich ja viel vergessen habe. Und Russisch ist ja nicht wirklich im dritten Lernjahr. Bei weitem nicht! Also muss Chinesisch noch ein wenig warten.*

Ihr wisst ja:

Optimisten lernen Englisch,

Pessimisten lernen Russisch

und Realisten lernen Chinesisch.

Dans cet esprit. (In diesem Sinne) Oder auch: в этом ключе (We ätom klutschje)

(Was man nicht alles online nachschlagen kann …)