In der Zeitung

Demnächst soll die Verwaltung kundenfreundlicher werden. Indem man die Wartemarken absschafft in der Stadtverwaltung. Und nur noch nach telefonischer bzw. online-Voranmeldung Zugang zur Verwaltung bekommt.

KUNDENFREUNDLICHER, doch, sagte der zuständige Dezernent. Nix mehr mit spontan mal einen Nachmittag im gut gewärmten Warteraum verwarten, bis die hochherrschaftliche Verwaltung einen herein ruft, nein, jetzt muss man genau planen, um einen Termin nachsuchen, nach Möglichkeit mit der unpersönlichen Maschine, um dann gnädig eine Audienz zugesprochen zu bekommen.

Sicher, Stunden zu warten ist auch nicht schön! Und eine gleichmäßigere Auslastung der Ämter wäre auch wünschenswert (zur Zeit sammelt sich alles am Montag). Aber wenn ich meinen Personalausweis dringend neu beantragen müsste, weil ich überraschend ins europäische Ausland will – aber ich bekomme keinen Termin? Und ich kann mir meine Zeit noch gut einteilen, nicht jeder hat die Möglichkeit mitten im Arbeitstag mal eben für zwei Stunden alles fallen zu lassen, um von der Arbeitsstelle zur Behörde zu fahren, dort sein Anliegen zu erledigen und dann zurück zu fahren. Das wird dann laufen wie mit den Arztterminen, die auch alle nach 15 oder 16 Uhr wollen – weil zwischen 9 und 15 Uhr nun mal immer noch die meisten Leute unabkömmlich am Arbeitsplatz sind.

 

 

Man kann nicht 52 mal hintereinander eine schlechte Kurzgeschichte schreiben (2)

Setz dich hin, nimm dir’n Keks

Thorsten kam nach der Feier ein wenig später als sonst in sein Büro. Das hatte er sich auch verdient. Er hatte so lange auf die Beförderung warten müssen. Nun hatte er gestern, nachdem er die Benachrichtigung erhalten hatte, dass er beim nächsten Schwung dabei sein würde, mit den Kollegen gefeiert.

Alle hatten sie ihm gratuliert. Auch Burkhard, wenn auch mit dem falschen Grinsen eines Übergangenen. Burkhards Ansicht nach wäre jedes mal er selber dran gewesen, wenn eine Beförderung an stand.Eine Ansicht, die weder der Vorgesetzte noch die Personalstelle teilten.

Lotti hatte nicht versucht, ihre eigene Enttäuschung zu verbergen: „Wie gut, dass du ein Thorsten und keine Tanja bist,“ hatte sie ihm gesagt. Aber dem teuren Wein, den er gestern ausgab, hatte sie trotzdem reichlich zugesprochen.

Nur schwer einschätzen konnte er auch die Reaktion von Simone. Sie hatte ihm zwar gratuliert, mit den Worten: „Endlich hat es mal den Richtigen getroffen.“ Aber Thorsten war sich nicht so sicher, dass dies nicht doch sarkastisch gemeint war. Simone verzog nie eine Miene.

Aber einer zumindest gönnte ihm die Beförderung und hatte ihm heute Morgen einen Schokokeks hingelegt. Thorsten hatte noch nicht gefrühstückt, so ließ er sich den Keks genussvoll schmecken.

Der Rest des Tages ließ ihn ziemlich kalt. Irgendjemand kam rein und beschwerte sich, weil der Gemeinschaftsdrucker nicht funktionierte. Dann wurde eben mal nicht gedruckt. War doch egal, wann die Schreiben raus gingen, heute oder Morgen …

Kollege Bauer ließ sich bei Thorsten über den neuesten Schnitzer von Bürokraft Anna aus. Thorsten machte nur Mmm – er wurde schon wieder hungrig. Anna hatte doch eh nur eine befristete Stelle, das Problem löste sich also eh durch Zeitablauf, was sollte man sich da aufregen?

Auch die nächsten Tage lag jeweils ein einzelner Schoko-Keks auf seinem Schreibtisch – und Thorsten, dem der erste so gut geschmeckt hatte, aß sie alle.

Am Tag vor der Beförderung kam er früher, er musste noch zur ärztlichen Untersuchung, bevor er morgen seine Beförderung in die Hand gedrückt bekam. Dieses Mal lag kein Keks auf dem Schreibtisch.

Stattdessen meldete sich auf seinem Telefon sein snap-chat account:

„Kollegiale Grüße – das waren Haschkekse! Viel Spaß beim Drogentest heute!“

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 (2), Lieblingssendung, ohne die es nicht geht

Ich sehe kaum fern. Von daher ist mein Fernseher oft wochenlang aus.

Aber natürlich habe auch ich ein paar Sendungsfavoriten. Da ist „Der kleine Lord“ vor Weihnachten. Oder die „Sportschau“, wenn Hannover es wieder in die erste Bundesliga geschafft hat.

Aber viel häufiger habe ich eine Lieblingssendung im Radio:

Ich bin schon als Kind darauf geeicht worden, bei Nachrichten leise zu sein. Und das habe ich mir so nachhaltig angewöhnt, dass ich auch am liebsten in Ruhe meine Radio-Nachrichten höre. Und am liebsten höre ich den Kurier um 12 auf NDR 2.

Diese Sendung hat immer mehrere Teile. Zuerst ein aktuelles Thema, das ausführlicher behandelt wird, dann ein zweites, gefolgt von einem Block mit Kurzmeldungen. Zum Schluss gibt es dann nochmal einen längeren Beitrag. Und erst danach wird zur Börse geschaltet. Auf diese Weise bekommt man auch im flüchtigen Medium Radio ein paar Hintergrundinformationen.

Und dass meine Kollegen nicht gerade in der Zeit von 12 Uhr bis 12:10 Uhr mein Büro stürmen sollten, wenn es irgendwie vermeidbar ist, habe ich auch schon klar gemacht 😉

Book-Challenge 2017 (2)

daggis-welt.de hat die besagte Book-Challenge laufen. In der letzten Woche habe ich mich vordringlich damit beschäftigt, die entsprechenden Bücher aus meinem SuB hervor zu ziehen – oder (gebraucht, wenn das günstiger war) zu bestellen.

Heute kam schon die erste Lieferung – also, zwei, eine kam per Post, die andere per Hermes, das war die größere von beiden.

Aber vorstellen will ich hier und jetzt natürlich das Buch, das ich in der gerade vergangenen Woche gelesen habe.

Kategorie 15: Ein Sachbuch oder eine Biografie. Ich wählte ein Sachbuch.

Holy Sh*t“ – nein, das ist kein Fluch von mir, das ist der Titel des Buches von Melissa Mohr. (Und er ist bewusst so gewählt. Dazu gleich mehr)

Untertitel: A brief history of swearing.

Zunächst teilt Ms Mohr Fluchen in zwei Kategorien auf: Oath – also, religiös geprägt (daher Holy) und Obszönitäten (sexuell – wer kennt den „Scheiß-“ nicht? – oder auch Körperausscheidungen betreffend – kennen wir auch, einfachstes Beispiel in unserer Sprache der inzwischen antiquierte „Rotzjunge“).

Ms Mohr beginnt ihre Exkursion in die Niederungen der Sprache im Lateinischen. Überlieferungen u.a. aus Pompeii (wie Inschriften an Hauswänden, ja, es gab auch schon vor über 2000 Jahren Graffiti) und diverse Vergleiche von Texten verschiedener Niveaustufen haben ihr dabei vor allem eines gezeigt: Thematisch waren diese Flüche/Verwünschungen/Beleidigungen und auch einfach nur verstärkende Ausrufe im Bereich „Shit“ anzusiedeln – also Sex und den menschlichen Körper betreffend.

Sie bringt Beispiele, Männer wurden dort vor allem damit beleidigt, dass man ihnen unterstellte eine eher „passive“ – also für die Römer eher weibliche – zu spielen.

Dies änderte sich im Englischen Sprachraum im Mittelalter. Wo die römische Gesellschaft von einer gewissen sexuellen Freizügigkeit geprägt war und die römische Götterwelt eben keinen monotheistischen Glauben verkörperte war das Mittelalter ein Zeitalter, in dem alles dem monotheistischen christlichen Glauben untergeordnet war. Während alle Körperfunktionen incl Vermehrung aufgrund der im Mittelalter üblichen Wohnformen sowieso ein Teil des Alltags waren, waren Worte, die diese Körperfunktionen benannten einfach nicht tabuisiert, und damit ungeeignet, zu schocken. Wohingegen jeder Verstoß des „du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen“ eine Sünde darstellte. Flüche wie „Gottverdammich“ waren daher im Mittelalter ein z.T. sogar von der Obrigkeit verfolgter Verstoß gegen die gesellschaftliche Ordnung.

Diese Einstellung milderte sich erst wieder ab mit dem 17./18. Jahrhundert. Die Privatsphäre war nun wichtiger geworden, Zeugungen wurden nicht mehr vor Zeugen vorgenommen und alles aus dem Bereich des menschlichen Körpers wurde in feiner Gesellschaft nicht offen angesprochen. Das gipfelte im viktorianischen Zeitalter in der bekannten Prüderie, die schon die Erwähnung eines Tischbeins als unfein darstellte.

Im 20. Jahrhundert wurde diesen beiden Kategorien  dann eine dritte zur Seite gestellt, die Beschimpfung durch den Gebrauch von rassistischen Ausdrücken. Sie wird auch in der heutigen Zeit als Tabubruch empfunden (Das Lied „10 kleine …“ wird in Kindergärten nicht mehr in der ursprünglichen Fassung gesungen, u.a. auch, weil ein Teil der Kinder heute eine dunklere Hautfarbe hat.)

Außerdem geht sie in ihrem Epilog auf die Funktion von Fluchen ein: Fluchen erlaubt uns, Dampf abzulassen, ohne körperliche Gewalt auszuüben. Mohr sagt außerdem voraus, dass Fluchen wieder das Heilige betreffen wird, einfach weil Sex heutzutage immer weniger zum Tabu taugt, wo schon in der Grundschule aufgeklärt wird.

Melissa Mohr

Holy Sh*t – a brief history of swearing,

Verlag Oxford University Press

Erscheinungsjahr: 2013

Umfang: 263 Seiten (excl. Literatur- und Stichwortverzeichnis)

Warum wählte ich dieses Buch?

Ich bin immer entsetzt, wenn Leute wegen jedem Scheiß gleich auf die Barrikaden gehen. Verzeihung, wegen jedem „Scheiß-„. Ich kann mich durchaus ohne Fluchen ausdrücken, und im Beruf und auch sonst so im Allgemeinen bin ich kein Mensch, der jeden Satz mit „verdammt“ oder „Scheiß-“ verziert. Aber ich finde, dass dieser Teil der Sprache seine Berechtigung hat, wie Ms Mohr sehe ich darin ein Ventil.

Und außerdem lese ich gerne etwas über die Entwicklung von Sprachen. Daher dieses Sachbuch.

Huch, jetzt hätte ich beinahe die Bewertung vergessen. Ich habe schon wesentlich lustigere Bücher zu langweiligeren Themen gelesen, hier hat Ms Mohr sicher etwas verschenkt, daher nur 4 von 5 Kokosnüssen.

 

Update 2. Woche Neues Jahr

Letzten Sonntag gab es den ersten Schweinebraten meines Lebens – also SELBSTGEMACHTEN … gegessen habe ich Schweinebraten schon tausende male. Ich habe einen Schlauchbraten gemacht, mit einem Bratschlauch von einer bekannten Gefrierbeutelmarke … Es hat funktioniert. Ich war noch nicht völlig begeistert, aber es war nicht sehr arbeitsintensiv, das ist schon mal gut. Das Fleisch wird mit ganz wenig Flüssigkeit in den Schlauch gegeben, mit Zwiebeln und Knoblauch, gewürzt (bei mir war es Senf, Pfeffer, Salz und Paprika) und dann für 1,5 bis 2 Stunden im heißen Backofen „links liegen gelassen“. Da hat man reichlich Zeit, Kartoffeln und Gemüse zu machen. Die Sauce ist mir nicht gelungen. Die Saure Sahne hat kleine Klümpchen produziert und der gute Dornfelder tat mir in der Pampe richtig leid.

Fast durch bin ich mit Holy Sh*t – (Buch No. 2 der Bücher-Challenge 2017 von daggis-welt.de) – Rezension folgt.

Über die (mir) neue Location habe ich ja schon geschrieben. Und die Geschichte der Woche steht noch aus.

Gekauft habe ich auch – ganz viele Bücher … Aber damit soll es dann dieses Jahr fast gewesen sein. Bei bestem Willen habe ich eben doch nicht für alle Kategorien etwas gefunden in meinem Stapel ungelesener Bücher – außerdem komme ich so dazu, auch mal neue Autoren zu lesen, Autoren, auf die ich sonst nicht aufmerksam geworden wäre.

Wenn ich die Stapel der jetzt für 2017 aufgestellten Bücher so betrachte (und ein paar der neu bestellten fehlen noch), weiß ich nicht, ob ich dazu komme, aber ich werde im Luther-Jahr 2017 vielleicht auch noch etwas mit Luther lesen. (Das ist keine Kritik an Daggis Liste, sie hat entweder nicht dran gedacht oder wollte nichts, was mit Religion zu tun hat in ihrer Liste).

Es gibt da eine Graphic Novel  „Luther“– sowas wollte ich schon immer mal testen. oder ein Buch über „Irrtümer über Luther: Hier stehe ich, es war ganz anders„. Wir haben schließlich einen Feiertag mehr in Niedersachsen aufgrund von Luther (und in allen Bundesländern, in denen der Reformationstag nicht Feiertag ist) dieses Jahr. Das sollte genug Zeit für einmal Luther sein.

 

Ein neuer Ort im Januar

Teil des Neues Jahr Projekts

Ich war gestern mit Kollegen bei einem Teamabend. Freiwillig. Mal ganz woanders, Limmerstraße, Weinbar, mit gegenüber liegender, angeschlossener Pizzeria.

Ich hatte, ausnahmsweise mal, ein alkoholisches Getränk – einen Aperol Spritz. So einen habe ich noch nicht gehabt, auch wieder etwas Neues. Außerdem hatte ich eine Pizza vegetaria – Käse-Gemüse-Verhältnis hätte für meinen Geschmack andersrum sein können, weniger Käse, mehr Gemüse, aber lecker war es auch so rum

Die Kollegen tranken sich durch die Weine, ich hatte noch ein Tiramisu – und kam mit einer sehr moderaten Rechnung raus: 17,30, für eine nicht gerade kleine Pizza, einen Aperitif und ein Dessert. Nicht übel. Ja, klar, Trinkgeld gab ich auch, aber das hielt sich in Grenzen. Nicht aus Böswilligkeit, der Deutsche gibt halt nicht viel Trinkgeld, weil die Löhne bei uns besser sind als z.B. im Service in den Vereinigten Staaten.

Die Musik war italienische Sommerurlaubsmusik der 70er und 80er. Eine CD auf Dauerschleife. Aber wenn man mit 6 Personen am Tisch sitzt, ist es nicht so entscheidend, man unterhält sich.

Alles in allem war der Barkeeper sehr freundlich (5 Kokosnüsse), die Pizza schmackhaft (4, da ich gerne mehr Gemüse gehabt hätte), das Dessert ein klein wenig zu fad im Geschmack – als wenn Sahne drin wäre, was sie aber, glaube ich, nicht war (2 – 3 Kokosnüsse), die Getränkeauswahl für Nicht-Alkoholtrinker sehr bescheiden (Mineralwasser oder je eine Limo Orange/Zitrone, keine Säfte!) (1 Kokosnuss), die Musik ein wenig eintönig (1 Kokosnuss) und so komme ich auf solide 3 bis 4 Kokosnüsse (Musik ist nicht gleichwertig mit dem Essen zu werten in meinen Augen, und die alkoholfreie Getränkeauswahl in einer Weinbar auch nicht unbedingt ausschlaggebend).

 

 

 

 

Daggis Buch-Challenge 2017 (1)

Daggi von daggis-welt.de hat auf ihrem Blog u.a. eine jährliche Buch-Challenge laufen. Dabei gibt sie 60 Kategorien für Bücher vor, aus denen man sich dann selber Bücher zum Lesen aussuchen kann.

Ich habe mich heute für die Kategorie 27 entschieden:

Schriftsteller, der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten von Amerika kommt. Das war eine echte Herausforderung, aber ich habe ein Buch in meinem Bücherstapel gefunden, das diese Kategorie erfüllt. Ein sehr dünnes Buch, allerdings: Das Komitee von Alex Gfeller.

Zum Autor:

Gfeller, geboren 1947 in Bern, eindeutig ein SCHWEIZER, erfüllt das Kriterium, aus keinem der drei genannten Staaten zu kommen.

„Das Komitee“ erschien 1983, meine Ausgabe ist fast 30 Jahre alt, dtv  von 1987. Ich habe das Buch allerdings bei einem Abverkauf von „Mängelexemplaren“ günstiger gekauft und nicht 7 DM 80 ausgegeben. Das war der Preis auf dem Buch.

Auf den nur 118 Seiten wird eine dystopische Gesellschaft nach einem Krieg mit allen zur Verfügung stehenden Massenvernichtungswaffen angerissen, in der die Überlebenden in Bunker“gemeinschaften“ existieren, die sie tagsüber verlassen, um irgendwas zum Überleben zu finden. Es gibt auch Mutanten und Kinder sind nur in Banden von Gesetzlosen unterwegs und werden selten älter als 10.

In dieser „Gesellschaft“ versucht jeder für sich zu existieren. Das Schadereignis liegt mehr als 30 Jahre zurück und eine echte Gemeinschaft gibt es nicht mehr. Empathie findet sich nur noch im Wörterbuch unter F wie Fremdworte und Wörterbücher gibt es nicht mehr.

An dem Tag, an dem die Novelle einsetzt, erfährt der Anti-Held der Geschichte von einem Ort, an dem es noch unzerstörte Gebäude gäbe. Doch zu Fuß ist dieser Ort nicht wirklich zu erreichen. Daher ist sein Interesse zunächst gering, sich auf den Weg zu machen. Das ändert sich, als er von einer Bekannten zu einer Bunkergemeinschaft geführt wird, die sich durchaus noch umeinander kümmert, ein Konzept, das ihm zunächst fremd und unverständlich erscheint. Doch er lässt sich schließlich motivieren, eine Expedition zu diesem Ort zu wagen, begleitet von seiner Bekannten, die als Prostituierte überlebt, von seiner Pritschennachbarin, von einer Frau aus dieser anderen Bunkergemeinschaft und einem Mutanten, der in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen. Fahrzeuge gibt es nämlich so gut wie keine mehr – aber in dieser Bunkergemeinschaft befindet sich ein Feuerwehrwagen mit Wassertank.

Die Expedition wird gewagt, die Gebäude werden erreicht – und die erhofften Materialien auch gefunden. Aber die Gebäude befinden sich in einer hochtoxischen Zone und die Expedition endet in einer Katastrophe.

Ein dystopischer Roman, eben. Und das Ende ist auch noch unbefriedigend, voller Fragen.

Aber ich habe es eh nicht so mit Schweizer Autoren, fürchte ich. Martin Suter fand ich auch schon nicht wirklich lesenswert und den hoch gelobten „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier (ein Pseudonym von Peter Bieri) eher langweilig. Ok, Spyri und Dürrenmatt andererseits … Also – ich werde mich wohl weiter durch Schweizer Schriftsteller lesen, um mir ein breiteres Bild zu machen.

Mein Urteil: „Das Komitee“ liest sich wie ein Fragment.Und was mich am Ende enttäuscht, bekommt nicht viele Kokosnüsse (mein Blogmaßstab) von mir. Hier würde ich 2 vergeben, aufgrund der Kürze und der Fragen am Ende. Wenn ich noch Fragen zur Geschichte habe, kann ich mir die wichtigen Fragen, die der Roman ja durchaus behandelt, ja nicht mehr stellen.

Es ist dem Roman auch seine Entstehungszeit anzumerken: Saurer Regen und Massenvernichtungswaffen aller Couleur – die Zeit der Grünen und der Friedensbewegung, als ich gerade im Endspurt der Schule war.