Poetry Challenge – die Lyrik-Herausforderung

Ich bin von Katzenworld herausgefordert worden (böser, böser Junge, das sollte ein paar Schläge mit der Katzenangel setzen, aber hinterher magst du das noch …) ein Gedicht über Katzen zu schreiben, auf Deutsch (und/oder Englisch?)

Ich könnte jetzt beigehen und einfach das, was ich mal als Teenager verbrochen habe, der breiten Öffentlichkeit kund und zu wissen tun

(Recycling:)
Da liegst du vor mir grauer Tiger
ganz sacht zuckt deine Tatze
was magst du sehn in deinem Traum
du graue Miezekatze?
Erkletterst du in deinem Traum
grad einen Baum?
Träumst du vom Speck, mit dem Mäuse fängt?
Oder von dem, der tief im Keller hängt?
Was immer träumst du Schnurretier –
träumst manchmal du mit Lieb’ von mir?

Wie gesagt, DAS habe ich mit 14 oder 15 verbrochen (ein ganz klein wenig angepasst, weil das Wort Liebe darin vorkommen sollte) und soll natürlich heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen.

Traumpfoten
Sanft wie Mondlicht
schleichen sie durchs Schlafgemach
leis wie Eulenflug
erobern sie die Menschenstatt
Warm wie Frühlingssonne
umhüllt die Schlafende der schnurrende Gesang
traumhafte Pfoten
tun ihre Liebe kund.

And now the translation

Dream paws
Soft like moonlight
they sneak through the bedchamber
silent like an owl’s flight
they conquer the human lair
warm like spring sun
the slumbering is entranced by the purr song
dreaming paws
proclaim their love.

Trauer

Hier nun eine traurige Nachricht, für alle, die gestern keine Nachrichten gehört haben:
Sir Terry Pratchett, Autor der Scheibenwelt-Reihe, ist gestern verstorben.

Wer im Guardian die zahlreichen Kommentare seiner erschütterten Leser liest, bekommt sogar einen Pratchett gezeigt, der weit über seine Fähigkeiten als Autor hinausgeht. Viele, die ihn getroffen haben, berichten von seinem Humor, einige von seiner Menschlichkeit.

Da war der Kommentar von einer Person, deren Schwester einen Platz in einem Seminar bei Pratchett gebucht hatte. Und sie war nun schwer krank und konnte nicht teilnehmen. Die Person hat dies Pratchett mitgeteilt – und bekam dann einen Anruf von ihrer Schwester, dass Pratchett sich bei ihr gemeldet hatte! Sie bekam die Kursmaterialien zugeschickt und alle guten Wünsche.
Oder bei einer Buchsignierstunde, ein junger Mann kaufte den neuesten Band und Pratchett signierte es und der junge Mann scherzte: “Wenn sie noch eine Stunde da sind, könnte ich nach Hause fahren und meine anderen Bücher von Ihnen auch noch zum Signieren herbringen.” Pratchett sagte: “Dann mal los!” – Und hat sie alle signiert.

Einige Geschichten berichten von seiner Bescheidenheit, so z.B. Leute, die auf einem der DiscWorld-Treffen waren und ihn abends in der Stadt trafen. Sie grüßten ihn mit “hullo Terry” – und er sagte “Endlich normale Leute!”
Und auch wenn ihm das gegen den Strich gehen würde – sorry, Sir Terry – die Welt hat gestern einen ganz Großen verloren.
Er starb übrigens im Kreise seiner Lieben – sehr passend mit seiner Katze auf dem Bett!

Und die Idiotie geht (noch) weiter

Erneut haben ca. 80 bis 100 geistig Verwirrte den Opernplatz als Sammelpunkt genommen. Vielleicht macht das Hannover ja ein Stück sicherer, immerhin war der Platz abgesperrt und man wusste, wo man die Idioten finden würde.

380 – 400 haben sich dagegen aufgestellt – sicher auch keine Kinder von Traurigkeit, denn eine Gegendemo war nicht angemeldet. Die legale Gegenveranstaltung war erneut ein Friedensgebet in der Marktkirche, bei dem aber auch deutlich weniger Teilnehmer als sonst gekommen waren.

Hoffentlich hört der Spuk bald auf – denn wenn jeder mit einer kruden Verschwörungstheorie mit etwas über 50 Gleichgesinnten eine ganze Innenstadt blockieren kann, werden deutsche Städte bald unbewohnbar.

Deutsche Bahn baut

Liebe Deutsche Bahn AG

mir eine “Anwohnerinformation” zu Bauarbeiten in den Briefkasten zu werfen ist so ungefähr das Äquivalent feierlustiger junger Nachbarn, die in derselben Weise eine ihrer Feten ankündigen.

Ihr habt Ende Januar also “Bescheid gesagt, dass es vom Samstag 7.2. bis Mittwoch, 11.2. lauter werden kann”. Das ist eine zivile Geste, ich kann mit Ohrenstöpsel schlafen.

Ich sehe auch ein, dass Eure Bauarbeiten nirgendwo anders stattfinden können als natürlich an den vorhandenen Gleisanlagen. Das ist in Ordnung. Und dass Bauen nicht immer leise ist, ist mir auch klar.

Dass es nachts erfolgen muss, wenn wenige Züge unterwegs sind, kann ich verstehen. Wir sind ja nicht so. Dass wenn Züge passieren müssen, gewarnt werden muss, ist mir auch klar. Was ich mich viel mehr frage ist:

Warum lasst Ihr noch Güterzüge über eine Strecke laufen, die bebaut wird? Es ist auch möglich, wenn eine Brücke unterspült wurde, die Züge woanders lang fahren zu lassen, wie ihr nach der letzten Flut gezeigt habt. Und das sogar über Monate, sogar Ausfälle wurden dann möglich.

Das soll für 5 Tage nicht machbar sein? Denn, würde die Strecke in den bebauten Nächten nicht befahren, würden die in unregelmäßigen Abständen betätigten, sehr lauten Warnsirenen nicht ertönen, die Arbeiten müssten auch nicht unterbrochen werden und alles wäre schneller – und leiser. Die eigentlichen Baugeräusche höre ich nicht, aber die Sirenen haben mich heute Nacht um halb zwei geweckt und am Wiedereinschlafen gehindert. Trotz Ohrenstöpsel. Und erst um 5 kroch ich völlig übermüdet ins Bett zurück, schlief nochmal bis halb 8 (gut, dass mein Arbeitgeber auch späte Arbeitsbeginne unterstützt) und langsam weicht der Zombie-Status aus dem Hirn.

Alternativ – wenn so ein Zug vorbei fährt ist ein HÖRBARES Signal eben nicht ideal – wie wäre es, wenn Ihr ein neues Warngerät einführt, eines, dass vibriert und statt mit Geräuschen mit Lichtshow auf sich aufmerksam macht – ein Armband z.B.?? Bitte, gern geschehen. Der Nächste bitte.

Fat-shaming im Hausfrauen*-Radio

Heute hörte ich mir den Anfang von “Tietjen talkt” an. Zu Gast war Til Schweiger, wenigstens mal ein Name, den ich schon mal gehört hatte. Sonst ist die Redaktion eher darauf bedacht, B-Promis einzuladen.

Ich schlage vor, beim nächsten Mal Siegmar Gabriel einzuladen. Warum? Nun, sie hat ihn völlig unnötigerweise in dieser Sendung verunglimpft. Sie wollte darauf hinaus, dass es unbeantwortete Fragen gäbe, die sich wohl jeder schon mal gestellt habe. Und als Beispiel brachte sie: “Warum nimmt Siegmar Gabriel nicht mal ein paar Kilo ab?”

Nun, Frau Tietjen, dazu habe ich ein paar Dinge zu sagen.

Herr Gabriel ist Politiker, die wählen wir wegen ihrer Parteizugehörigkeit und/oder Sachkompetenz, nicht wegen ihres Aussehens.

Herr Gabriel wird sicher wissen, dass er nicht dem herrschenden Schlankheitsideal entspricht, damit entfällt auch die Notwendigkeit, sich “über ihn lustig zu machen”, weil man ja nur Gutes will und es dem Siegmar (auch bekannt unter dem Spitznamen “der dicke Siggi”) doch endlich mal jemand sagen muss. Und in einem Witz verpackt tut das doch auch gar nicht weh, nicht wahr?

Egal wie man zu seinen Leistungen als Minister steht – sein Aussehen als Kritikansatz zu wählen ist unter aller Kanone – ich bin mir sicher, das ginge besser von einer seriösen Journalistin, stellt sich nun die Frage, ob auch von Ihnen.

Und zum Thema “Warum nimmt man nicht mal eben ein paar Kilochen ab?” – Sie wissen schon, dass für 95 % aller Probanden, die sich einer Diät unterziehen, das ganze mit Jo-Jo-Effekt und nur kurzfristigem Erfolg endet? Und bei den anderen 5 % zählen schon 2 Kilo, die ein Jahr unten bleiben, als Erfolg. Und glauben sie mir, ich habe eine Gewichtsklasse mit Herrn Gabriel – da sieht man 2 kg nicht! Selbst wenn er also ein paar Kilochen abgenommen hätte, würden sie immer noch diesen Spruch zur Erheiterung eines schlanken Schauspielers bringen, weil sie einfach nicht wüssten, dass Herr Gabriel 2 kg abgenommen hat. (Wie gesagt, damit wäre er schon bei den 5 % , die überhaupt Erfolg haben.)

Also, das nächste Mal, wenn man einen Witz über Leute macht, die nicht anwesend sind – vielleicht mal vorher informieren und nachdenken. Danke.

*Hausfrauen-Radio? Na, weil die Sendung am Sonntag zwischen 10 und 12 läuft, da ist die Zielgruppe die in der Küche stehende “Mutti” … Sage mir keiner, dass dies eine Zeit ist, in der  überwiegend Männer typischerweise Radio hören.

Ich als Kinderfreie schalte ja auch nur ein, wenn ich Langeweile habe – und noch abwaschen muss – und mich der Gast interessiert.

Der schlechte Witz… (94)…

Ursprünglich veröffentlicht auf Herr und Frau Müller:

Herr MuellerDer Nerd-Witz zum Wochenende.

Präsentiert von Herrn Müller:

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Bunt

Der Abend heute stand für mich unter dem Motto “Bunt statt braun”:

Es drohte sich hier ein Trüppchen breit zu machen, mit dem ich meine kleine Provinzstadt nicht in Verbindung gebracht sehen möchte. Wir sind Hannover, wir sind NICHT Hagida – Hass gegen Islam deutscher Ausprägung – oder so ähnlich.

Ich sprang also um 17 Uhr in eine Bahn vor meiner Behörde, fuhr in die Innenstadt, wunderte mich über die vielen jungen und auch älteren Menschen, die um die Zeit unterwegs waren – und die fast alle mit mir am Kröpcke (unserem zentralen Bahnhalt) ausstiegen. Als ich dann auf die Hauptroute zum Versammlungsort einschwenkte, sah ich, dass sie NICHT zum Versammlungsort von Hagida wollten – sondern wie ich, die Hannoversche Marktkirche anstrebten. Kirchen waren schon 1989 der Zuflucht derjenigen, die sich nicht als schweigende Mehrheit vereinnahmen lassen wollten. Die Hannoversche Marktkirche konnte ich nicht betreten, ein großes Plakat wurde hochgehalten: Kirche überfüllt. Immerhin hatte ich es bis zum Eingangsportal geschafft. Vom multireligiösen Gebet bekam ich nichts mit, aber ich sah die Hannoveraner um mich:

Alte (sicher schon bis 80) und Junge (wenige Wochen alt), Frauen und Männer, Studenten, Gewerkschafter (davon viele, die hatten das organisiert), Rentner und Beamte, Atheisten, Christen, Juden und Muslime (rein alphabetische Reihenfolge, keine Wertung), Deutsche und Ausländer, die kaum deutsch sprachen, verschiedenste Hautfarben, Singles wie ich, die allein dorthin kamen, Paare, verheiratet oder auch nicht, Familien (in den verschiedensten Formen), Witwer und Witwen, Freunde. Geistliche, Weltliche, Laute und Schweigende, Plakatträger und die, die einfach nur ihre Fäuste in den Taschen geballt hatten.

Es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis sich die Massen zum Versammlungsplatz in Bewegung setzten. Dort bekam ich nur noch die letzten Redner mit – aber das machte nichts. Das Zeichen war gesetzt.

Wir haben sie im Verhältnis von (nicht mal) 1 zu 85 übertroffen:

Hagida<200, Gegendemonstranten ungefähr 17.000. Zur gleichen Zeit gingen im wesentlich größeren München 20.000 auf die Straße mit dem gleichen Ziel:

Toleranz und Integration, nicht Ausgrenzung und Monokultur. Auch in Leipzig wurden die ca. 1000 von Demagogen verhetzten und die Rechtsextremen bei weitem durch die Gegendemonstranten (30000) übertroffen. Nur Dresden … was soll ich sagen? Mehr als sonst, sagen die beim Heute-Journal. Dresden, du lernst es nimmer. Bleibst ein Außer-Raum-Dresden …