Gestern in Küche und Bad (1)

Ich kam gestern Abend vom Einkauf nach Hause, sprach mit meiner Tante, die mir nachträglich zum Geburtstag gratulierte, packte dann meine Einkäufe weg – u.a. hatte ich bei Penny diese herrlichen Halb-Blatt-Küchentücher gekauft. Die packe ich immer in meinen Kücheneinbauschrank, oben hinter die kleine Tür. So wollte ich das auch gestern, da sah ich, als ich so hochschaute (ich bin ja nur 1,65) einen Fleck. Zuerst dachte ich: Ein Schatten? Ich holte meine Taschenlampe: Kein Schatten.

Decke und Wand zeigten einen dunkleren Weißton – WASSERSCHADEN. Ich war zuerst ein wenig erschrocken, aber dann wurde mir ziemlich schnell klar, ich kann nur die Hausverwaltung anrufen … Um Viertel nach Acht. Hurrah! Der Typ war auch leicht genervt, als ich nicht schnell genug auf den Punkt kam – hey, ich ruf da nicht zum Spaß an und habe mich als allererstes entschuldigt!

Das schien mir irgendeine Zentralnummer, wenige Minuten darauf rief mich ein anderer junger Mann an, wesentlich freundlicher. Da war ich schon im Bad gewesen und hatte gesehen – auch da Wasserflecken.

In der Küche roch es nach nasser Wand (kennt Ihr den Geruch, wenn ihr die Tapeten abreißt und sie vorher eingewässert habt? So ähnlich.)

Ich schilderte also noch mal, dieses Mal kürzer, das Problem und er setzte sich mit dem Klempner in Verbindung – heute Morgen soll jemand vorbei schauen. Der wird sich das Ganze erst mal anschauen, ich sollte meine Nachbarn vorwarnen, dass jemand da sein müsste oder den Schlüssel rausrücken sollte – sonst würde die Wasserversorgung lahm gelegt. Fanden wir nicht witzig, ich stand mit meinem Festnetz-Fon im Hausflur bei den Nachbarn, da klingelte es erneut – dieses Mal die Klempnerfirma, in der nächsten halben Stunde soll jemand kommen. Ich bin gespannt.

 

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Gestern Abend an der Bahnhaltestelle

Ich kam spät vom Dienst (fragt nicht) und ging gegen 21 Uhr auf meine Bahnhaltestelle zu. 21:04 Uhr sollte meine nächste Bahn fahren und da sah ich auf der Treppe einen blonden jungen Mann sitzen (eher Anfang als Mitte 20), den Kopf in den Händen, zusammengekauert. Es war 21 Uhr – und es wurde kühl. Die Stufen waren mit Sicherheit auch nicht kuschlig warm. Ich fragte ihn, freundlich (also, so freundlich wie ich das sein kann – ich bin eher vom Schlag raue Schale): „Geht es Ihnen nicht gut!“ Er guckte mich an, sprach leicht schleppend, aber nicht, wie einer der betrunken war, er bräuchte jemanden, der ihn zur anderen Haltestelle bringt. Ihm sei schwindelig. Aber er hätte nicht getrunken. Das war mir aber auch egal – auch Betrunkenen muss man helfen!

Also nahm ich ihn bei der Hand, pfiff auf die Bahn und ging mit ihm vorsichtig rüber zu der anderen Haltestelle, wo ich ihn auf den Bahnsteig (wieder Stufen) in seine Richtung begleitete. Er musste zu einer Haltestelle, an der es einen Hochbahnsteig gab. Ich bat trotzdem, einen jungen Mann, der mit ihm in die richtige Richtung fuhr, darauf zu achten, dass der junge Mann sicher aus der Bahn kam. Er ging nämlich sehr unsicher. Und viele werden wohl denken, dass er einen getrunken hat, aber er roch so nicht und er sah so auch nicht aus (keine glasigen Augen) – auch die behinderte Sprechweise war irgendwie anders. Er sagte, er sei Epilektiker, hätte wohl zu wenig getrunken (nur 1 Liter) – auch wenn das nicht viel ist – so ist das normalerweise keine Menge, mit der man an einem kühlen Tag dehydriert.

Ich hoffe, er kam sicher nach Hause. Ich hoffe, es war kein Schlaganfall. Ich hoffe, ich habe nichts falsch gemacht, als ich NICHT die 112 angerufen habe … Schlaganfallsymptome hatte er ja, auch wenn er nicht halbseitig gelähmt war (das war bei meiner Oma auch erst später der Fall!) – und ich frage mich wirklich, ob ich genug getan habe.

Ich habe sicher schon mehr getan als andere, auch in Anbetracht der Uhrzeit, immerhin bin ich eine  Frau mittleren Alters und habe einen jungen Mann angesprochen und ihn sicher dorthin gebracht, wo er hingebracht werden wollte. Aber war das wirklich genug?

Hätte ich nicht doch darauf bestehen sollen, Experten zu rufen? Hätte, hätte Fahrradkette … Ich wüsste trotzdem gern, ob es richtig war …

Zu meiner Entschuldigung – das mit dem Schlaganfall kam mir erst später in den Sinn. Dabei war ich doch gerade beim Erste-Hilfe-Auffrischer und sollte es eigentlich wissen. Dieses Ansprechen aber, das habe ich zumindest mitgenommen aus dem Erste-Hilfe-Kurs.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (37) – Lost Places

Aufgegebene Siedlungen? Gibt es hier im Stadtgebiet Hannover eher weniger. Straßen, die verschwunden sind, dagegen schon mal. Hier in Hannover z.B. die Potthofstraße. (Sorry, ich weiß nicht, ob der Link funktioniert – ich werde immer automatisch bei Postcrossing angemeldet).

Dazu in einem anderen Blog, das sich in diesem Beitrag mit einer Familiengeschichte befasst:

“ Die Potthofstraße wohl benannt nach einer Töpferei auf einem Nachbargrundstück war eine Nebenstraße senkrecht zur Osterstraße und endete als Sackgasse an der Stadtmauer.“

Es wird sicher noch wesentlich mehr davon geben, weil sich in Hannover die Straßenverläufe immer mal wieder geändert haben, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles in Schutt und Asche lag und Hannover ein autofreundlicheres Gesicht bekam.

Was hier in Hannover dagegen reichlich an Orten verlustig gegangen ist, sind historische Gebäude. Die Altstadt wurde, so der Krieg sie nicht erwischt hat auch aus sanitären Gründen „aufgeräumt“ – und intakte historische Bauten dorthin umgesetzt. (Ihr glaubt das nicht? Steht zumindest so bei Wikipedia)

Aber auch durch den Krieg nicht beschädigte historische Gebäude wurden teilweise noch spät in den 50ern und Anfang der 60er niedergemacht, um dann einem eher umstrittenen Projekt Platz zu machen, das anschließend doch nicht verwirklicht wurde.

Die Rede ist hier von der innerstädtischen Wasserkunst.

Stadtbaurat Hillebrecht hat eine Menge zu verantworten, u.a. den Abriss des Friederikenschlösschens (in der gleichen Fotogalerie wie die Wasserkunst, da sind eine Menge historischer Gebäude zu sehen, die heute nicht mehr existieren).

Also – auch in Hannover gibt es solche verlorenen Plätze. Aber natürlich keine echte „Wüstung“ – d.h. von den Siedlern aufgegebene Orte.

Dies ist ein Beitrag aus Sunnys Blogparade Punkt-Punkt-Punkt.

 

NEUES JAHR – Rezept

Wir haben gestern gekocht.

Das Rezept ist nicht meins, Copyright liegt bei Chefkoch, daher hier der Link.

Wir haben in folgenden Punkten das Rezept geändert:

Ich kaufte Chinakohl statt Weißkohl, dessen Blätter sind leichter weich (also rollbar) zu kochen. Und ich kaufte keinen normalen Frischkäse, sondern Frischkäse in einer gewürzten Form, genannt INDIA … Davon verwendeten wir auch deutlich mehr als die 50 g … (nein, wir haben NICHT eine Null hinzugefügt). Außerdem kaufte ich bereits mit Basilikum und getrockneten Tomaten gewürztes Couscous (aus Versehen, aber es hat wirklich nicht geschadet!).

Dann begann die Küchenschlacht … Einen großen Topf füllten wir mit Wasser, steckten den Kohlkopf hinein und ließen weich kochen. Den Couscous ließen wir mit 350 ml Wasser und 2 EL Öl ziehen (nach Packungsanweisung). Wir hielten uns ansonsten an das angegebene Rezept, kochten dazu Kartoffeln (weil alle drei Mitköche schon Reis an dem Tag hatten) und konnten dann um halb 9 essen. Dazu hatte ich für die Gäste einen korsischen Landwein (rot, trocken) gekauft.

Anschließend kramte ich in meinem TK-Fach die letzten zwei Blaubeer-Eis heraus und ließ sie probieren. Nur so als kleine Süßigkeit … Ich hatte schon voll aufgegeben und auch die andere Frau der Runde war nicht mehr in der Lage, noch Eis zu essen.

Dies war eines der wenigen Male, wo wir uns in der Menge ans Rezept gehalten haben (naja fast, wir haben die Soße verdoppelt und mehr Käse in die Füllung getan) und es blieb anschließend noch eine Kohlroulade übrig. Nicht, weil es nicht geschmeckt hätte …

Ich werde wohl doch Couscous in meinen Vorrat aufnehmen – eignet sich wirklich gut zum vegetarischen Gemüse füllen.

Es sind Rezepte wie dieses, die ICH in der fleischlosen Küche liebe, Rezepte wo Gemüse noch Gemüse sein darf und NICHT Fleisch nachahmen soll. Und es sind Rezepte, in denen fast immer Käse eine Rolle spielt – vegan ist einfach nicht mein Ding.

Next up –

 

Warum sagen einem die Computerexperten immer, man soll den Computer mal ganz runterfahren?

Gestern, ich kam vom Einkaufen nach Hause, ging online, wir wollten hier kochen, bei Chefkoch hatte ich am Morgen vorher ein Rezept für Kohlrouladen mit vegetarischer Füllung gefunden, Einkaufszettel war ja schon erledigt.  Rezept nochmal schnell nachgeschaut, abgeschrieben (weil ich den Rechner nicht in die Küche schleppe, obwohl es ein Laptop ist) und ein bißchen rumgesurft, dann geputzt und abgewaschen, womit ich fertig war, bevor meine Freunde kamen – und wieder an den Laptop gegangen. Wollte einen zweiten Tab im Browser aufmachen – KEINE INTERNETVERBINDUNG.

HALLOOOO? Der Rechner war nicht mal ausgeschaltet! Es hatte allerdings in der Zwischenzeit gewittert.

Mein eigenes WLAN war nur noch relativ schwach. Und der Rechner sah die Box, aber er konnte sich nicht verbinden. Ich also Rechner herunter gefahren, Rechner wieder angeschaltet, dasselbe Ergebnis. Box besucht. Die Diode für WLAN leuchtete. Hmm …

Box augeschaltet und wieder eingeschaltet. Naja, dann klingelte es schon.

Gut, dass ich das Rezept old school aufgeschrieben hatte. Wir kochten, aßen, besprachen mein WLAN-Problem – Empfehlung der Computer-Experten: Ich sollte mir per LAN-Kabel Rechner und Box verbinden und mal schauen …

Und dann war ich wieder allein mit meinem Problem. Ich zog den Stecker vom Laptop-Netzteil (jedes Mal, wenn ich meinen Stecker gezogen habe, hat sich der Computer neu mit der Box verbunden), steckte ihn wieder rein, aber war dann zu müde, nochmal nachzusehen.

Und jetzt poste ich diesen Artikel – ohne LAN-Kabel 😀

DARUM sagen die Experten immer, mal ausschalten, wieder einschalten und nachschauen, ob das Problem behoben ist … WEIL ES FUNKTIONIERT!

Buch-Challenge 2017 – die nächste Aufgabe

Mal eben als kleine Bettlektüre habe ich mir Wiener Sagen von Franz Sales Sklenitzka gegönnt (nachdem es gerade schwere Literatur gab).

Eine hübsche kleine Kollektion Wiener Geschichtchen – manche würd ich vielleicht eher als Anekdoten, andere als Märchen bezeichnen, aber Sagen passt schon.

Was mich an dieser Kollektion besonders erfreut hat, waren die kurzen historischen Anmerkungen nach jedem Text. Kontext finde ich immer erfreulich. Das lässt diese kleine Kollektion auch aus der üblichen Sammlungn von Sagen/Märchen/Legenden heraus ragen.

Die Sprache war übrigens nicht von Österreichischen Spezialausdrücken geprägt, was ich als Nicht-Österreicher als angenehm empfand.

Titel: Wiener Sagen

Autor (da mit Erläuterungen, kann man wohl von einem Autoren sprechen): Franz Sales Sklenitzka

Erscheinungsjahr: 1992 (2. Auflage, die erste stammt aus 1991),

Verlag: Jugend und Volk (klingt martialisch, aber die Sammlung kam mir jetzt nicht Volk-glorifizierend vor)

Aufgabe, die ich bei Daggis Buch-Challenge erfüllt habe: 28 – Autor mit deinen Initialien – dass ich nicht wirklich Hunne heiße, weiß ja inzwischen jeder. Meine Initialien lauten SFS, aber auf die Reihenfolge kam es nicht an.

Und ja, es war eines der Bücher, die ich extra für die Challenge angeschafft habe.

Unterhaltungswert: 5 Kokosnüsse von 5.

Buch-Challenge 2017

Und hier wieder mal ein hinter mich gebrachtes Buch zu Daggis Buch-Challenge.

Heute Salman Rushdie, Shame. (Ja, schon wieder „gute Literatur“)

Plotzusammenfassung:

Junger Arzt aus fragwürdigem Mutterhaus (Elternhaus kann man angesichts des nicht wirklich identifizierten Vaters nicht sagen) lernt einen jungen Offizier und einen späteren Politiker kennen, die in der Zukunft eines jungen Landes bei Indien (Nicht-Pakistan) wichtige Rollen spielen und deren Leben miteinander verknüpft ist.

Weitere wichtige Rollen spielen Frauen – Ehefrauen, Mütter und Töchter. Nach einer dieser Töchter (später auch eine Ehefrau) ist das Buch benannt. Sie ist geistig behindert und wie sich heraus stellt, auch besessen – was zu blutigen Exzessen führt.

 

Dieses Buch gehört in die Kategorie “ Magischer Realismus“.

Das Land, in dem das alles spielt ist ein Abbild von Pakistan, die religiöse Identität des Landes, die durch die Abspaltung von Indien verstärkt wird, spielt eine wichtige Rolle, genauso wie die „üblichen“ Startschwierigkeiten eines Entwicklungslandes (Nepotismus, Korruption, Militärputsche etc.).

Der Ton des Buches ist zu Anfang überdreht komisch, der Humor verliert sich aber ziemlich schnell und aus der Komödie wird eine Tragödie griechischen Ausmaßes. Seltsamerweise konnte ich ab dem Zeitpunkt das Buch leichter lesen.

Salman Rushdies Stil (ich habe es im Englischen Original gelesen) ist die Lektüre auf jeden Fall wert – mir gefiel es wesentlich besser als Coelho (mit dem ich das Buch, trotz der heftigen Proteste der Reading Group des Guardian in dieselbe Kategorie des Magischen Realismus einordnen möchte). Der einzige Wehrmutstropfen: Manchmal schrieb sich der Autor in das Buch. Dann wechselte er in die Ich-Form und riss einen aus dem (fiktiven) Pakistan in die reale Welt. Es erläuterte für mich von der indisch-pakistanischen Geschichte unbeleckte Leserin sicher das eine oder andere, aber es zerriss eben den Text. Und dann die ständigen Vorschauen auf Ereignisse, die z.T. Jahre später folgen sollten … Ein Spannungsbogen blieb zwar, aber es nahm halt Sachen vorweg, die ich noch gar nicht wissen wollte.

Daher würde ich „Scham“ nur 4 von 5 Kokosnüssen geben. Mit dem Prädikat lesenswert.

Titel: Shame

Autor: Salman Rushdie (der danach dann die berüchtigten Satanischen Verse schrieb)

Erscheinungsjahr: 1983 (Scham als solches, nicht diese Ausgabe, die war von 1995)

Seitenzahl: 286

Verlag: Vintage UK Random House

Kategorie der Challenge, die ich damit erfüllt habe:

60 – Buch, das jemand für dich bestimmt hat. Ich nehme diesen Monat an der Reading Group des Guardian teil und Leser des Guardian haben diverse Bücher zum Thema Trennung Pakistan/Indien vorgeschlagen – der Guardian-Literatur-Reporter hat dann durch Los Shame bestimmt. Wofür ich dankbar war, weil das Buch nur knapp 300 Seiten hatte – auf Englisch bei 800 oder 1000 Seiten zu lesen würde ich in einem Monat nicht schaffen -und man will ja auch vorher fertig sein, um noch an den Diskussionen teilzunehmen.

PS: Es hat mir übrigens nicht bei meinem Stapel ungelesener Bücher geholfen, da ich es mir erst kaufen musste … Aber jetzt habe ich immerhin auch mal was von Rushdie gelesen.