Frankreich tut was gegen Lebensmittelverschwendung

Immer wieder werfen Supermärkte Lebensmittel weg, die noch völlig in Ordnung sind. Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, Frischwaren, die einfach nur nicht mehr hübsch aussehen (Obst und Gemüse). In Frankreich ist jetzt ein neues Gesetz in Kraft gesetzt worden, mit dem dieser Verschwendung ein Ende gesetzt wird. Anstatt die nicht mehr verkauften Produkte im Hof noch mit Bleichmittel zu übergießen, um zu verhindern, dass sich Leute diese Lebensmittel aus dem Müll holen und davon leben, sollen Supermärkte jetzt mit Wohltätigkeitsorganisationen zusammen arbeiten, die diese Produkte abholen und verteilen. Das “Unbrauchbarmachen” soll ganz verboten werden.
Sicher, da sind noch Fragen offen, z.B. Was passiert, wenn doch mal ein Produkt verdorben ist? Man kann dann wohl kaum dem Supermarkt einen Vorwurf machen!
Aber der Ansatz ist es, der zählt. Auch in Deutschland wandern zuviele Lebensmittel in den Müll – nicht zuletzt bereits in den Supermärkten.

Evakuierung

Es wurde eine Bombe gefunden – ein Blindgänger, bei Bauarbeiten. Das ist nichts Ungewöhnliches in dieser reizenden Provinzstadt. Die Bombe lag seit mindestens 70 Jahren im Boden und viele Jahrzehnte haben Kinder darüber gespielt und getobt – das Gelände war mal eine Grundschule.
Die Schule wurde aufgegeben, mit anderen zusammengelegt, das Gelände soll neu genutzt werden, die alte Schule wird abgerissen – und bei den Bauarbeiten findet sich diese Bombe.
Das alles ist nicht ungewöhnlich in Hannover. Was ungewöhnlich ist: Die Bombe ist bei der Entdeckung bewegt worden – sie musste also umgehend unschädlich gemacht werden – und es mussten über 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Dazu das eine oder andere Haustier.
Ich sitze hier an der Frontlinie, wenn man so will, das letzte Haus, das noch nicht evakuiert werden musste. Auf der anderen Straßenseite war Evakuierungsgebiet.
Ich werde eine sehr sichere Nacht verbringen, da gleich auf der Kreuzung, an der das Haus liegt, in dem ich wohne, sich die Ordnungskräfte breit gemacht haben. Dort belehren sie alle diejenigen, die zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit dem Rollstuhl und in einigen Fällen sogar mit dem Auto noch IN DAS EVAKUIERUNGSGEBIET wollten, dass hier kein Weg “nach Küßnacht” führt. Die Busroute hat hier die nächste fünf Haltestellen keinen Ausstieg, einsteigen ist gestattet. Ab 0 Uhr bricht der ÖPNV hier zusammen.
Von meinen Kollegen ist einer betroffen, der hat sich ein Hotelzimmer genommen, klugerweise, bevor alle anderen eines wollten, die Hotels sind jetzt voll (Quelle: NDR). Eine Freundin von mir hat es auch getroffen, aber sie findet Unterschlupf bei einem anderen Freund. Ich bin vor allem froh, dass ich in der Wohnung bleiben konnte – meine zwei Felidae schätzen nämlich gar nicht, viele Stunden in ihren Transportboxen zubringen zu müssen!

Jazz in der Unesco Stadt der Musik

Wir sind zur Zeit Stadt der Musik, von der UNESCO bestätigt. Und zum Beweis, machen wir das, was wir die ganzen Jahre schon gemacht haben: Musik.
Also, nicht ich – ich bin ja schröcklich unmusikalisch. Aber wir laden uns Leute ein, die es können. Z.B. am “Vatertag”. Vors Rathaus. Dort gibt es ein Frei-Luft-Konzert. Frei ist dort nicht nur die Luft, sondern auch das Konzert.
Angefangen mit er Jazzband Hannover, die solide mit Jazz das zu der Zeit (10 Uhr) noch vorwiegend ältere Publikum erwärmte (Achtung, dies werde ich öfter erwähnen: Es war kalt!).
Anschließen auf die Bühne gebeten wurde die Chris Barber Band. Ebenfalls solide, Klassiker wie Ice-Cream an seinem Geburtstag spielend hat der 85-jährige Chris Barber auch eine Menge erzählt. Leider war nicht alles gut zu verstehen – lag entweder an seinem Alter – oder an der Klangqualität, die aber bei der Musik ok war.
Die traditionelle Gospel-Chor-Einlage haben wir uns traditionell geschenkt und sind ins Ichi-Ban essen gewesen (ausnahmsweise wählte ich etwas Warmes und kein Sushi – mir war kalt).
Etwa um 13 Uhr betrat dann Dwayne Dopsie die Bühne mit seinen Mannen. Und das Muskelpaket lieferte ab – da wurde sogar mir warm. Der Waschbrett-Spieler schrammelte sich teilweise durchs Publikum und unterstützt wurde das Ganze noch von einer temperamentvoll spielfreudigen Amanda Shaw, die bereits in ihrem ersten Stück mit einer Stimme überraschte, die doppelt soviel Gewicht hatte wie die kleine Sängerin.
Die Überraschung des Tages für mich war wie gut Marquess und die Bigband zusammen klangen. Es gab den spanischen Liedern etwas Mexikanisches und hat sie NICHT, wie von mir befürchtet, verlangsamt. Nur die Bitte der Jungs, mitzusingen … also, den Text (oh-oh-ooooh)hab ich ja noch hinbekommen, aber SINGEN? Das wollt Ihr nicht wirklich.
Candy Dulfer hat u.a. ihren großen Hit “Lily was here” gebracht. Ihre Saxophon-Klänge von weich und anschmiegsam zu rotzfrech und funkig waren definitiv hörenswert. Aber für mich ging es dann doch zu sehr in die Funk-Richtung. Ich habe etwa eine halbe Stunde vor Schluss den Platz verlassen. Nicht, weil die Künstlerin nicht geliefert hätte – ich hatte nur eine andere Vorstellung davon, was sie liefern würde.

Eine nicht so lange Nacht

Eigentlich heißt es ja LANGE Nacht der Theater.
Leider verkümmert diese Institution hier in eine kurze …

Am 25.4. bin ich also mal wieder mit einem Freund losgezogen, für 12 € uns eine Nacht bespaßen zu lassen. Nun, es fing gut an – ich stand am 14. eine Stunde im Vorverkauf, um uns zwei Veranstaltungen zu sichern, um 18 Uhr das TAK (Kabarett, Ich dagegen bin dafür, Johannes Kirchberg)und anschließend in der Werkstatt Galerie Calenberg eine Doppelveranstaltung (Jango Erhardo/ Lina Lärche). Wir schafften es auch ohne Ticket noch in die Faust (Stefanie Seeländer und Herr Schmid am Klavier), mussten dann aber logistisch eine Pause einlegen, weil die Vorstellungen in der Südstadt von der Faust aus nicht zu erreichen waren. Um 22 Uhr haben wir uns für Varieté entschieden und mein Begleiter setzte eine Stunde Wartezeit ein (um 23 Uhr war nicht mehr viel Auswahl und das Neue Theater schon ausgebucht), um um 0 UHr im Neuen Theater noch ein paar Rühmann-Stücke um die Ohren zu bekommen.
Was mich geärgert hat:
Dass bereits um 23 Uhr nur noch wenige Spielstätten sich überhaupt an der angeblich so Langen Nacht beteiligten. Bei wenig Auswahl und gewissen Präferenzen (kein Tanztheater, keine Oper) kam ich so um kurz vor 23 Uhr daheim an.
Dass die Theaterbusse so selten fahren, dass man kaum eine Chance hatte, damit irgendwo zur rechten Zeit zu sein.
Dass das Opernhaus sich völlig auf Oper festlegt. Das war in anderen Jahren anders, viel attraktiver, als noch Jazz nachts um 0 Uhr gespielt wurde (immer gern genommen) und auch mal nur Instrumentales/Skurriles gebracht wurde (ich denke immer noch gern an das Halbstunden-Solo für zwei Percussionisten zurück – das hat sogar meinen damals sehr skeptischen Begleiter überzeugt).
Was mich erfreut hat:
Die gute Laune aller Beteiligten. Sowohl der Profis wie auch der “Kunden”.
Die Vorstellungen im TAK, in der Faust und im Rampenlicht-Varieté, alles drei wirklich unterhaltsam. Johannes Kirchberg hatte ebenfalls einen eher musikalischen Abend, lästerte über unsere Generation genauso wie über die nachfolgende. Von Jango Erhardo war ich nicht so begeistert (humoristische Pantomime zu unbekannten deutschen Schlagern) und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Lina Lärche eine Dame oder ein Herr Dame war – aber das war nicht ausschlaggebend, Lina hatte Witz. Ich war mir einig, dass ein ganzer Abend Jango Erhardo (jedenfalls mit diesem Programm) vermutlich nicht befriedigend wäre, die Grann Damm de la Schangsang aber hätte ich mir auch noch länger angehört.
Frau Seeländers apokalyptisches Abenteuer in Ostdeutschland, eine Variante von Hotel California, unterhielt meinen Begleiter und mich genauso wie ihr Startsong, Eisprung … Die zwei schenkten sich wenig auf der Bühne, immer ein Brüller.
Und das Rampenlicht-Varieté ist schneller, moderner und damit jünger als die Variante im GOP. Es sind junge Künstler aus Hannover und Umgebung, eine Diavolo-Nummer, Äquilibristik, eine Drahtseilnummer und eine Tuchnummer (es ist ja nur eine knappe halbe Stunde Zeit) – nur der Conferencier muss noch ein wenig üben – der war bemüht abgeklärt – und kam damit ziemlich verkrampft an.
Die Rühmann-Show im Neuen Theater wurde mir hinterher von meinem Begleiter nahe gebracht: Von Charlies Tante über Feuerzangenbowle, von “Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun” bis zu “Ein Freund, ein guter Freund” soll alles da gewesen sein. Und ein nachdenklicher Monolog aus “Der Hauptmann von Köpenick”.
Alles in allem – der Abend hat 12 Euro gekostet – ich war 2 Stunden unterhalten, ist wie im Kino, nur abwechslungsreicher. Und ich habe jetzt zwei neue Spielstätten besucht.
Mein Wunsch für 2016 (dann am 28. Mai!):
Mehr Abwechslung auch nach 22 Uhr, Busse, die es auch ermöglichen von Route Grün zu Route Blau oder Rot zu wechseln, ohne dass man eine Vorstellung aussetzen muss, und bitte, liebes Opernhaus, höre mit diesem Snobismus auf!

How to have a rant. Guestrant #9

franhunne4u:

Mal auf Englisch, nobody’sreadingme hatte mich eingeladen, nachdem ich mich beim letzten Guest-Rant “beschwert” hatte, der sei viel zu nett. An all die netten Eltern da draußen – das ist kein Aufreger über Eltern generell – nur über manche schlechte Gewohnheiten mancher Eltern. Komischerweise scheinen die sich in Hannover alle zu sammeln.

Ursprünglich veröffentlicht auf nobodysreadingme:

A splendid Teutonic rant from my friend Fran. If you don’t say ‘Yup, that’s the truth,’ you’ve been living in a cave for several years.

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Spring comes again, and there they are, out to get us.
They come either in triple cohorts, along the pavement, no space for anybody else, so if you do not walk in their direction, you can only jump under the bus. Or the lorry, whatever drives by.

If you do not walk into their direction, it gets worse. They become a pack of wolves, out to get you, shoving their tank-like wheeled protrusion right into your heels – and you are ALWAYS slower than them. “Out of our way” they seem to scream, “we have single-handedly saved the world by pushing these geniuses out of our formerly hot and yummy bodies. You owe us for the sacrifice! Down with you, slave!”

Unlucky you, when…

Original ansehen noch 308 Wörter

Poetry Challenge – die Lyrik-Herausforderung

Ich bin von Katzenworld herausgefordert worden (böser, böser Junge, das sollte ein paar Schläge mit der Katzenangel setzen, aber hinterher magst du das noch …) ein Gedicht über Katzen zu schreiben, auf Deutsch (und/oder Englisch?)

Ich könnte jetzt beigehen und einfach das, was ich mal als Teenager verbrochen habe, der breiten Öffentlichkeit kund und zu wissen tun

(Recycling:)
Da liegst du vor mir grauer Tiger
ganz sacht zuckt deine Tatze
was magst du sehn in deinem Traum
du graue Miezekatze?
Erkletterst du in deinem Traum
grad einen Baum?
Träumst du vom Speck, mit dem Mäuse fängt?
Oder von dem, der tief im Keller hängt?
Was immer träumst du Schnurretier –
träumst manchmal du mit Lieb’ von mir?

Wie gesagt, DAS habe ich mit 14 oder 15 verbrochen (ein ganz klein wenig angepasst, weil das Wort Liebe darin vorkommen sollte) und soll natürlich heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen.

Traumpfoten
Sanft wie Mondlicht
schleichen sie durchs Schlafgemach
leis wie Eulenflug
erobern sie die Menschenstatt
Warm wie Frühlingssonne
umhüllt die Schlafende der schnurrende Gesang
traumhafte Pfoten
tun ihre Liebe kund.

And now the translation

Dream paws
Soft like moonlight
they sneak through the bedchamber
silent like an owl’s flight
they conquer the human lair
warm like spring sun
the slumbering is entranced by the purr song
dreaming paws
proclaim their love.

Trauer

Hier nun eine traurige Nachricht, für alle, die gestern keine Nachrichten gehört haben:
Sir Terry Pratchett, Autor der Scheibenwelt-Reihe, ist gestern verstorben.

Wer im Guardian die zahlreichen Kommentare seiner erschütterten Leser liest, bekommt sogar einen Pratchett gezeigt, der weit über seine Fähigkeiten als Autor hinausgeht. Viele, die ihn getroffen haben, berichten von seinem Humor, einige von seiner Menschlichkeit.

Da war der Kommentar von einer Person, deren Schwester einen Platz in einem Seminar bei Pratchett gebucht hatte. Und sie war nun schwer krank und konnte nicht teilnehmen. Die Person hat dies Pratchett mitgeteilt – und bekam dann einen Anruf von ihrer Schwester, dass Pratchett sich bei ihr gemeldet hatte! Sie bekam die Kursmaterialien zugeschickt und alle guten Wünsche.
Oder bei einer Buchsignierstunde, ein junger Mann kaufte den neuesten Band und Pratchett signierte es und der junge Mann scherzte: “Wenn sie noch eine Stunde da sind, könnte ich nach Hause fahren und meine anderen Bücher von Ihnen auch noch zum Signieren herbringen.” Pratchett sagte: “Dann mal los!” – Und hat sie alle signiert.

Einige Geschichten berichten von seiner Bescheidenheit, so z.B. Leute, die auf einem der DiscWorld-Treffen waren und ihn abends in der Stadt trafen. Sie grüßten ihn mit “hullo Terry” – und er sagte “Endlich normale Leute!”
Und auch wenn ihm das gegen den Strich gehen würde – sorry, Sir Terry – die Welt hat gestern einen ganz Großen verloren.
Er starb übrigens im Kreise seiner Lieben – sehr passend mit seiner Katze auf dem Bett!