Monatsarchiv: Februar 2013

Mysteriös

Ich bin kein großer Fernsehmensch, gestern aber entschloss ich mich, es mal mit einer neuen Serie zu versuchen. Eine Mystery-Krimi-Serie.

Das Konzept klang ganz einladend – junger Mann, frischer Polizist, findet heraus, dass er einer der letzten Nachfahren der Grims ist – und gegen all die bösen Buben aus den Märchen kämpfen muss.

Soweit, so gut. Mal was anderes, dachte ich. Setzte mich auf mein Sofa und machte den Fernseher an.

Seine Tante, bei der er aufwuchs, wird vor seinem Haus von einem Mann angefallen – und die Polizei nimmt natürlich die Ermittlungen auf. OK, aber wieso man IHN mit ermitteln lässt, wieso man, wo man kein Motiv für den Angriff hat, nicht akribisch im Wohnwagen der Tante nachsucht – rätselhaft. Schließlich ist der Teil der Polizeiarbeit „normal“ – und da versucht man IMMER, über das Opfer ein Motiv zu finden. Später im Krankenhaus, Angriff auf die Tante, der Held ist gerade zu Besuch und wird selber angegriffen. Würde normalerweise eindeutig Polizeischutz für ein paar Tage ergeben – Täter entkam und könnte es ja erneut versuchen – nix.

Die Tante erzählt dann ihrem Neffen, dass er, wie alle Grimms, die wahren Gesichter der Bösewichte sehen könnte – wenn diese besonders angespannt seien. Und wo sieht er überall komische Fratzen? Im normalen Alltag – junge Frau geht vorbei, Gesicht verändert sich – wo war denn da der Grund, warum diese Frau plötzlich ihre „Maske fallen ließ“? Stelle ich Regeln in einer Geschichte auf, muss ich sie befolgen.

Während der Ermittlungen zum ersten Fall lernt der junge Ermittler dann einen Mann kennen, dessen Gesicht sich ebenfalls zu einer Fratze verändert, wieder ohne Grund für das „Maske fallen lassen“. Zuerst für ihn Hauptverdächtiger im Fall, vertraut er diesem Mann plötzlich, nach nur einem Gespräch, fährt mit ihm mitten in der Nacht in eine einsame Gegend … Und sein Misstrauen kehrt auch nur im Scherz zurück, als der Helfer Probleme bekommt, die „Maske“ aufrecht zu erhalten.

Mal abgesehen davon, dass die eigentlichen Fälle so zu kurz kamen, dass sie hauptsächlich brutal waren – nicht mysteriös. Junge Frau wird beim Jogging zerfleischt, Kind wird entführt und im Keller „auf Vorrat“ gehalten. Zweiter Fall Junges Paar bricht in ein Haus reicher Leute ein, nur um „Spaß zu haben“ – und der Mann wird von einem nach Hause kommenden Bewohner angegriffen, die junge Frau kann entkommen – einem Bären davon laufen. Bären sind schnell … die junge Frau aber kommt zum Auto und fährt davon. Dann hat sie nix  Besseres zu tun, als zur Polizei zu gehen.

Wenn jemand in ein Haus einbricht, wird er/sie natürlich ganz sicher zur Polizei rennen, wenn der Kumpane brutal angegriffen wird. Klar – wie jeder gesetzestreue Bürger … ups, sie war ja nicht gesetzestreu …

Die zweite Folge endet dann mit einer „rituellen Jagd“ – bei der die  drei jungen Bären ihre Opfer hetzen – ach – Bären sind Einzelgänger und jagen nicht im Rudel? Wen stört’s … längere Hetzjagden sind übrigens auch nicht gerade bärentypisch.

Die Geschichte mit der Tante endet dann damit, dass sie bei einem weiteren Angriff stirbt, und als sie beerdigt wird, steht auch gleich ein Grabstein dort. JAAAA – GENAU, den hat sie fertig im Wohnwagen mitgeführt, nehme ich an – und es gibt auch keine Wartezeit, bis auf einem Grab ein Stein aufgestellt werden kann. Kleinigkeiten, sicher, aber so viele davon!

Das einzige Mysterium der ganzen Serie:

Wieso hat es die Serie in eine zweite Staffel geschafft? Alles andere war eher brutal, unlogisch und nicht besonders spannend.

Was lange gärt, wird endlich …

Wir sind ja einiges gewohnt aus dem Land der Unbegrenzten Möglichkeiten, auch merkwürdige Gesetze (wobei wir da nicht mal bis nach Amerika schauen müssen, in Paris wurde gerade erst der Bann auf Frauen in Hosen aufgehoben).

Aber – dass im Staat Mississippi bis vor kurzem Sklaverei noch nicht offiziell verboten war, das ist schon bemerkenswert.

Bis 1995 hat es gedauert, bis sich das Parlament dort dazu entschlossen hat, endlich für den Verfassungszusatz zu stimmen, den alle anderen Staaten schon angenommen hatten, auch die urpsprünglichen Verweigerer. 1995, das ist nicht vor kurzem? Na, mit einer parlamentarischen Abstimmung allein ist es halt nicht getan. Dieses Gesetz musste nun auch noch offiziell registriert werden. Und das dauert halt. Dieses Jahr hat ein Bürger aus Mississippi dann mal nachgeforscht … bis zu dem Zeitpunkt war dieses Gesetz noch nicht offiziell registriert worden. Er wandte sich dann die entsprechenden Stellen – und siehe da, jetzt hat auch Mississippi endlich die Sklaverei ganz offiziell verboten. Im Jahr 2013.

(Quelle)

Da wird plötzlich die späte Rehabilitierung von Galilei durch die katholische Kirche etwas weniger skurril. DAS war immerhin DREI JAHRE bevor in Mississippi auch nur abgestimmt wurde, um die Sklaverei offiziell zu verbieten. 😉

Sternstunden

Hannover ist jetzt auch im Sonnensystem vertreten.

Nachdem die kleine Provinzstadt, in der ich meine Residenz nahm, schon vor einiger Zeit Leute nach Nordamerika und Kanada ausgelagert hat (schlagt doch bei Wikipedia einfach mal Hanover nach), gibt es jetzt auch eine Dependance im Sonnensystem, ein Kleinplanet (eben sehr passend zu einer Provinzstadt), mit einem Durchmesser von 1,5 km, zwischen Mars und Jupiter gelegen. Unter Nummer 295565 von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt.

Eine Stadt, in der die Herschels schon vor langer Zeit Sterngucker waren, und zwar beide Geschwister, also auch die Dame – eine solche Stadt hat eine Sternstunde verdient.

Und die gibt es auch heute Abend – mehr oder weniger – bei der Vorauswahl zum Eurovision Song Contest.

Hannover ist die Sternstadt! Starcity! Den ersten deutschen Weltraumbahnhof bitte hier bauen ;-))


Zufälle gibt’s, die gibt’s nicht

Da hat ein Comic-Kalender doch tatsächlich den Papstrücktritt vorhergesehen:

http://www.spiegel.de/panorama/skurriles-zum-papst-ruecktritt-prophetischer-comic-mysterioeser-blitz-a-882939.html

Und dann schlug auch noch der Blitz an dem Tag in den Petersdom ein.

Dazu passend, aber erst NACH dem Rücktritt des Papstes die Karikatur aus der HAZ, zu finden bei Tomicek. Die Adresse bietet eine Auswahl an, 11. Februar zeigt die gemeinte.

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Auch die Titanic, Expertin für Untergänge, außer Sonnen-, hat heute als Startcartoon einen ausnahmsweise mal geschmackvollen Beitrag zum Thema Papst.

Wer erst später hinschaut – es gibt auch ein Archiv für die Start-Cartoons. http://www.titanic-magazin.de/postkarten.html?&cat=181&cHash=ab5f96ad636811fafbb3ee50e11b5a8a

 

Unangemessener Humor

Als Krümelmonster Bahlsen erpresste, erfuhren wir alle, bis auf natürlich Polizisten und andere von Berufs wegen humorlose Personen, was das heißt, lachen zu müssen und nicht zu dürfen.

Und vielleicht bin ich auch nicht die einzige, die herzhaft gegen ein Grinsen ankämpfen muss, wenn mich die Flughafenkontrolle fragt, ob ich mein Gepäck selbst gepackt habe und ob ich es seitdem mal aus den Augen verloren habe …
Glaubt es mir, nicht grinsen, dann ist man schneller im Flugzeug.

Richtig hart ist es, wenn man zu einer Beerdigung erschienen ist, und wegen irgendwelcher seltsamen Wendungen des Pfarrers grinsen muss – ich gestehe hier: Als bei der Beerdigung einer wirklich geliebten Verwandten die Geistliche etwas von „Staub zu Staub“ murmelte, habe ich laut vor mich hingedacht, dass das meine Verwandte niemals geduldet hätte, sie wäre eine sehr saubere Person gewesen.

Gerade ist es mir wieder passiert. Schlagzeile in meiner englischen Lieblingszeitung:

Falling lifeboat kills cruise ship crew

Ich kann nicht anders, aber dieses Boat LIFEBOAT zu nennen hat mich aufprusten lassen. Natürlich ist es der korrekte Ausdruck. Aber … Nun, wer so wie ich an unangebrachter Stelle grinsen muss, wird mich verstehen.