Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (22) – Türen

Heute habe ich mal ein Foto für Euch, eine GROSSE Tür aus Hannover, ein Eingang in die Altstadt inhannover.

Stadtportal

Die einsame Gestalt im Portal hat eine Vorgeschichte: Dies war ein geführter Abendspaziergang, und die Gesellschaft, die diesen durchführte, hatte ein paar Schauspieler an markanten Punkten aufgestellt – hier einen Wachmann, der erst bestochen werden wollte 😉 Leider dauerte es eine Weile, bis wir darauf kamen, schließlich waren wir alles ordentliche Beamte, wir sind das einfach nicht gewohnt, selber bestechen zu müssen, wir lassen bestechen … *NATÜRLICH NICHT! DAS WAR EIN SCHERZ – WIR SIND UNBESTECHLICH*

Rechter Hand, das große Gebäude war ein Teil der Stadtbefestigungsanlage. Heute ist es das Historische Museum.

„Außerdem nutzt das Museum die hohe Bruchsteinmauer des von 1643 bis 1649 erbauten, herzoglichen Zeughauses. Bei der zum Hohen Ufer liegenden Mauer handelt es sich um einen Abschnitt der Stadtmauer.“ Und da wir hier vom Ufer aus auf das Tor gucken, sehen wir hier den Stadtmaueranteil.

Das Museum eröffnet in der bald kommenden Langen Nacht der Museen seine Türen und stellt danach seine Dauerausstellung um.

Und dann haben wir in der Altstadt noch eine bekannte Tür, nur dass diese viel jünger ist, sie wird 2019 60.

Sie ist in der ältesten Kirche der Stadt zu finden, unserer Marktkirche:

„Das Bronzeportal des Westeingangs (des heutigen Haupteingangs) schuf 1959 Gerhard Marcks. Es zeigt unter dem Motto discordia et concordia (Zwietracht und Eintracht) unter dem zweistämmigen Lebensbaum menschliche Grundsituationen, wobei der Bildhauer auch nicht die unmittelbare Vergangenheit Deutschlands aussparte, wie man an den Szenen mit Galgen und Panzer, einem Naziredner, Leichenbergen und brennenden Häusern sieht. Über allem erscheint im oberen Feld der auferstehende Christus. Das Portal ist eine Stiftung der Stadt Hannover zum 600-jährigen Bestehen der Marktkirche.“

Wikipedia

Und nun – hereinspaziert!

 

Buch-Challenge Cursed and Cherished

Ich habe eigentlich vorgehabt, als Buch für die Challenge mit dem gelben oder orangen Cover etwas „gute Literatur“ zu lesen, und habe Cortazar angefangen, Die Gewinner. Aber dann bin ich umgeschwenkt auf ein weiteres Regency-Romance-Buch. Cursed and Cherished – Verflucht und Geschätzt, ein Roman aus einer Reihe von Bree Wolf (oder auch Sabrina Wolf).

Ich bin ein Georgette-Heyer Fan und habe daher schon zig Romane gelesen, in denen ER und SIE zueinander finden in der Zeit von 1809 bis 1820.

Auch dieses war keine Ausnahme. Sogar den Beginn, man heiratet erst und findet dann zueinander, gab es schon bei Heyer.

Sie, jüngere Tochter eines reichen Händlers und dessen Ehefrau, er ein Herzog (das war das erste, was mich störte, dass die Autorin es nicht drunter tat). Er heiratet sie wegen der Mitgift, was sie weiß, aufgrund eines Vorschlags seines Verwalters. Er fragt sie nicht mal, sondern ausschließlich ihren Vater. Was sie zutiefst verärgert.

Nach der Eheschließung verweigert sie ihm denn auch die ehelichen Rechte. Er findet nach ein wenig Hin und Her eine Lösung, natürlich, sonst wäre es keine Romanze sondern ein Drama. Und als die beiden dann endlich einander bereit sind, ihre Liebe zu gestehen (und kurz davor stehen, den notwendigen Erben anzustreben), kompliziert sich die Sache dadurch, dass sie herausfindet, warum er Schulden hatte.

Nein, es wäre zu einfach, hier in ihm einen Spieler oder einen Vater zahlreicher Bastarde zu vermuten.

Ich las es gern an einem Tag, an dem ich nicht so recht wach wurde (die letzte Woche hat mich irgendwie angestrengt) und den ich daher weitestgehend liegend verbrachte.

284 Seiten, zwei, drei Stunden … auch auf Englisch nicht wirklich eine Herausforderung.

Den Detailreichtum einer Georgette Heyer darf man nicht erwarten, und die inflationären Herzöge der Zeit sind unhistorisch. Aber mal davon abgesehen waren mir beide Charaktere sympathisch, er mehr als sie (aber das kenne ich von Mrs. Heyer) – sie stellte sich manchmal schon selten dämlich an.

Daher solide 4 Sterne, ich hätte 5 gegeben, wenn es kein Herzog gewesen wäre, der angeblich auch noch mit dem nächsten König befreundet war und von seinem Verwalter sich die Braut aussuchen lässt.

 

Punkt, Punkt, Punkt – (21) – Nach unten geschaut.

Ich wollte Euch jetzt ein Anblick meines verpickelten Dekolletees ersparen, daher kein Foto. Aber wenn ich gerade sitze oder stehe, ist es das, was ich direkt sehe, wenn ich nach unten schaue … Passt halt zum Rest meines überdimensionierten Körpers (also … nicht in der Länge überdimensioniert).

 

Und nun wisst Ihr auch, warum ich so oft Soßen-Flecken auf dem T-Shirt/ der Bluse habe *seufz*

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, manchmal kann es auch fettige Haut sein – oder SEHR trockene *grins*

 

Weekend with Mr. Darcy – Daggis Buch-Challenge

Heute ein Buch zum Thema Urlaub

Weekend with Mr. Darcy startet mit einem Kurzurlaub der Hauptcharaktere, einem verlängerten Wochenende in einem englischen Herrenhaus, in dem sich auf Einladung der Hausherrin Jane-Austen-Fans zu diversen Workshops und Diskussionsrunden treffen.

Es ist ein klassischer Chick-Lit-Roman, mit Happy End, soviel sie gespoilert.

Wir haben zunächst Kathrine, Literaturprofessorin in Oxford, die Jane-Austen lehrt – und auch liebt. Sie hat ein kleines Geheimnis, sie liebt auch die Regency-Schundromane einer gewissen Lorna Warwick. Sie hat der Autorin schon geschrieben und es hat sich zwischen diesen zwei Personen eine gewisse Freundschaft entwickelt, per Brief. Ihr ahnt es – Lorna ist in Wahrheit Warwick Lawton – ein dunkelhaariger, über 1,80 großer, fitter Kerl, der in seiner nicht Schreibzeit Klettern geht mit den Jungs.

Dann haben wir noch eine andere weibliche Heldin, Robyn Love. Sie stammt aus Yorkshire, aus eher einfachen Verhältnissen, ist mit einem Working-Class Jungen, Jace Collins, seit ihrer Schulzeit zusammen – und will sich eigentlich von ihm trennen. Dann fährt er sie zu diesem Wochenend-Urlaub … ohne so recht Verständnis dafür zu haben, er hasst ihre Austen-Filme, liest keine Bücher und ist auch sonst ein eher einfacher Charakter.

Die Hausherrin des Anwesens ist eine ältere Schauspielerin, Dame Pamela Harcourt. Sie hat einen pferdeverrückten kleinen Bruder namens Dan. Also, KLEIN ist relativ. Obwohl er deutlich jünger ist als seine Schwester ist er doch schon ein Mann, der eine City-Karriere aufgegeben hat, um für die Pferde seiner Schwester zu sorgen.

Außerdem sind da noch weitere, überwiegend weibliche, meist bereits im mittleren Alter befindliche Gäste, der Butler der Dame Pamela, mit dem klassischen Butler-Namen Higgins und später taucht auch die Agentin von Lorna Warwick aka Warwick Lawton auf.

Nun beginnt ein munterer Reigen. Robyn erhält einen Antrag an diesem Wochenende, Katherine lässt ihr Haar herunter (ein englischer Ausdruck dafür, den formellen Teil zu verlassen), beide verlieben sich, bei beiden gibt es natürlicherweise Kompliktationen, sonst hätten wir kein Buch … Und es verhält sich auch wieder einer der Herren (wie so oft im Film mit der Gattung Romantic Comedy) wie ein klassischer Stalker … eine Sache, die im realen Leben keine Frau braucht. Im Buch soll ein solches Beharrungsvermögen die Intensität seiner Liebe zeigen …

Wegen des Stalkers ziehe ich eine Kokosnuss ab. Abgesehen davon war es ein unterhaltsames kleines Buch.

Titel:

A Weekend with Mr. Darcy

Autorin:

(Angeblich 😉  ) Victoria Connelly

Seiten:

362

Verlag: AVON – a division of HarperCollins

Erfüllte Aufgabe:

Nun, die junge Dame des Titelcovers trägt eindeutig ein Sommerkleidchen – auch wenn gefärbtes Laub fliegt … und es handelt von einem verlängerten Wochenende, also einem Kurzurlaub … daher habe ich mir erlaubt, das Ganze bei 19 Sommer oder URLAUB auf dem Cover oder im Titel. Sommer scheidet hier aus, aber Urlaub – Wochenendtrip – ist ein wenig gepresst – passt.

Kokosnüsse: 4 von 5

Vier Pfoten für ein Halleluja – Book Challenge

Daggis Buch-Challenge hat mich ein weiteres Buch am Wochenende greifen und lesen lassen – „Vier Pfoten für ein Halleluja“ – ein Ratgeber angeblich von Katzen für Katzen.

Und da haben wir schon wieder meine drei Probleme.

Auch wenn ich das Buch stellenweise erheiternd fand – es war eine Vermenschlichung von Katzen. Und wir wissen alle, wenn man Katzen und Menschen kreuzen würde, würde das Katzen verschlechtern und den Menschen verbessern.

Die Autoren dahinter sind Autoren der amerikanischen Satire-Zeitschrift „The Onion“.  Was in kleinen Artikeln in einer Satirezeitung funktioniert, funktioniert leider weniger gut als Buch. Selbst wenn es sich um verschiedene Themen (Fressen, Schlafen, der richtige Kratzbaum) dreht, hat man spätestens auf Seite 30 das Gefühl, dass man das doch gerade gelesen hat …

Weil es mich aber eben doch manchmal erheitert hat, und weil der deutsche angebliche Katzenautor mit dem Namen „von Murr“ an den berühmten (und qualitativ weitaus höherwertigen) Murr von ETA Hoffman erinnert, drei Kokosnüsse.

Titel: Vier Pfoten für ein Halleluja

Autor: als Autor angegeben Moritz von Murr, wirklich dahinter stehen diverse Mitarbeiter von the Onion

Verlag: List Hardcover (die also auch Taschenbücher vertreiben, denn dies war eine Taschenbuchausgabe)

Erscheinungsjahr: 2010

Seiten: 312

Aufgabe in der Lese-Challenge, die erfüllt wurde: Buch mit einem Tier auf dem Cover oder im Titel. Hier sind drei Katzen auf dem Cover zu sehen.

 

Lange Nacht der Theater, 2017

Gestern Nacht war wieder Lange Nacht der Theater, und mit meinen Freunden eilte ich von Bühne zu Bühne.

Wir begannen im Marionettentheater mit Krimi-Kabarett. Kabarettist erlebt am Telefon live mit wie die Vermieterin umgebracht wird – und die Verdächtigen werden durch diverse Marionetten den Zuschauern näher gebracht. Einer ist der Sohn der Vermieterin (sie sprach ihren Mörder allerdings mit Sie an – das wird Hasso, ihren Sohn, wohl ausschließen). Hasso wurde durch einen gefalteten Hundekopf dargestellt … Die kurze Zeit reichte nicht für alle Verdächtigen, natürlich, es waren ja Ausschnitte aus einem abendfüllenden Stück.

Wenn nicht am 10. Juni Lange Nacht der Museen wäre, würde ich GewaltIch in Erwägung ziehen!

Nächster Stop – Innenstadt, Theatermuseum (im Schauspielhaus). Dort fand eine Lesung statt, Heinz Erhardt Texte. Sehr gekonnt vorgetragen von einem Vorleser, der ohne sich an Erhardt stimmlich anzubiedern, doch dessen Grundausdruck gut vermittelte. Leicht schelmisch, oft ein wenig maulig, immer hintergründig.

Nicht weit vom Theatermusuem ist die Marlene, die theatralische Heimstatt des Travestie-Theaters Die Bösen Schwestern. Nun, wenn man aus Bad Harzburg stammt (was ich nicht tue) kann man die zwei Herren Damen als böse bezeichnen. Bad Harzburg im Schnee ist nicht mal halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago – aber doppelt so tot.

Weiter ging es zum Aegidientorplatz, wo wir für zwei Stationen in die Bahn stiegen, denn wir wollten in die Südstadt, Uhu-Theater. Dort war ein Elvis-Tribute-Act zu sehen. Gute Stimme, konnte Gitarre spielen – aber Elvis … nein, Elvis war er nicht. Weder der Hüftschwung war gekonnt, noch war die wirklich gute Stimme auch nur annähernd die des Kings. Als Zugabe gab es In the Ghetto – und wenn da die Stimme nicht vibriert, passt der Song einfach nicht. Trotzdem war der Sänger nicht schlecht ..

Fünfte Station – für meine Freunde (mit einem Überraschungsgast): das GOP, Club Africa. Ich wollte eigentlich noch in den Rhythmusworkshop, war aber zu spät dran, um mir erst noch ein Ticket an der Kasse abzuholen … so gab es ein großes Eis und laute, nicht wirklich gute Straßenmusik 😛

Anschließend eilten wir noch einmal in die Südstadt. Geplant hatten wir die Magie-Vorstellung, die war aber schon aus – also schauten wir uns in Hinterbühne 1 eine Lyrikerin an. Naja – sie war mit dem morbiden Charme einer Endfünfzigerin, Anfang Sechzigerin ausgestattet, bei der Liebesgedichte nicht kitschig klingen, weil sie mit einem gewissen Maß an melancholischem Humor vortrug. Trotzdem waren wir uns einig – mehr als die knappe halbe Stunde war einfach nicht drin. Und dann bin ich zum nächsten Taxi-Stand gehinkt (wir sind halt eine Menge gelaufen) – und habe mich nach Hause fahren lassen.

Ja, die Nacht hat mir Spaß gemacht. Leider fehlte wieder die Auswahl jenseits von 23 Uhr. Wenn es im letzten Block nur noch GOP und Opernchorkaraoke gibt, ist das einfach zu wenig.

Gut geplant waren wir eigentlich, an den Transportzeiten hat die Panne mit dem Rhythmusworkshop nicht gelegen – nur der Elvis-Freund hat halt überzogen und mich damit den 5. Block gekostet.

Unterhaltungswert: 5 Kokosnüsse von 5

Punkt, Punkt, Punkt (20) – Spontanität will wohl überlegt sein

Letztes Jahr bin ich zweimal Großtante geworden.

Ob sich meine Nichten das gut überlegt hatten? Ich weiß nicht, ob es Spontangeburten waren, aber die Zahl der Nicht-ganz-so-spontanen Geburten nimmt ja derzeit zu.

Ich jedenfalls habe mich ganz unspontan mit 16 bereits festgelegt, dass ich NICHT ein Kind auf die Welt bringen will – nicht spontan und nicht geplant per Kaiserschnitt.

Und je mehr ich darüber lese, desto mehr schüttele ich den Kopf, wie Leute sich dem freiwillig aussetzen. Nicht nur die Wehenschmerzen, auch die ganzen Veränderungen im Unterleib, die Inkontinenz, das Verletzungsrisiko in der Vagina … und das bei Spontangeburten – also „Natürlichen“, unkomplizierten Geburten … Mich schüttelt das.

Ich finde ja, man sollte diese Seiten des Kinderkriegens auch im Biounterricht behandeln. Damit frau weiß, worauf sie sich einlässt – und den Kerlen klar wird, was so eine Schwangerschaft anrichtet.

Soweit ganz spontan meine Gedanken.