Heute auf der Seite von NDR 2

Bettina Tietjens Sendung „Tietjen talkt“ hat heute eine Kinder- und Jugendbuchautorin eingeladen.

Leider wird das Ereignis auf der Seite folgendermaßen angekündigt:

„die gelernte Lehrerin“ – also – bereits als ich zur Schule ging, kamen Lehrer um ein STUDIUM nicht herum, da war nix mit LEHRE … gelernte Lehrerin ist eindeutig sachlich falsch – soweit ich weiß, wurden Lehrer nie in einer LEHRE ausgebildet.

Doch wenn man dem Link dann folgte, las man Folgendes:

„Fast ein Fünftel aller Kinder in Deutschland können nach der vierten Klasse nicht sinnentnehmend lesen, sagen Studien aus dem vergangenen Jahr. Kirsten Boie schreibt seit über 30 Jahren Bücher für Kinder und Jugendliche und ist deshalb über diese Zahl besonders erschüttert. Dabei hat sie mit zum den „Kindern vom Möwenweg“ oder dem „Kleinen Ritter Trenk“ viel Schmöker-Stoff erfunden. Vom Spaß und der Not mit dem Lesen spricht Kirsten Bioe bei Bettina Tietjen.“ (sic!)

Mal abgesehen von der Benutzung des Wortes „sinnentnehmend“ … ein Fachsprachenausdruck, der nur in Verbindung mit Lesen gebraucht wird … und nicht gerade zur Sinnvermittlung beiträgt … der zweite Satz danach erschüttert mich!

„Dabei hat sie mit zum“ …  Ähm – liest das jemand nochmal durch, ehe es veröffentlicht wird? Wenn ich mich mit dem Thema mangelhaftes Leseverständnis auseinandersetze, sollte ich dann nicht meine Sätze sorgsam formulieren? Ja, ich weiß, wie das entstanden ist. Da wollte jemand ursprünglich „mit … Buchtitel … zum [insert word] beigetragen“ schreiben und hat sich dann umentschieden. Dabei aber leider den Text nicht nochmal geprüft.

Und ganz besonders mies ist es, den Namen der Autorin im letzten Satz falsch zu schreiben. Es sollte schnell gehen. Aber ein wenig mehr Sorgfalt hätte echt nicht geschadet.

Ich liebe meinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und zahle dafür gern. Gerade deshalb bitte ich ja um mehr Qualität. Das ist doch keine RTL-website!

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Lange Nacht der Theater

Es war mal wieder, unvermeidbar wie Weihnachten – und mit genauso viel Spaß (ich liebe Weihnachten nämlich).

Wir hatten uns auf Improtheater im Pavillon gefreut, aber da war schon dicht, also wichen wir aus auf die Zaubershow in der Hinterbühne. Gefiel uns wirklich, wirklich gut: Ein Zauberer, der seine Tricks in hübschen Geschichten versteckte.

Das nächste waren dann die Pudernäschen im Cafe Lohengrin – Schnulzen der 50er, aufgesteppt und angewitzt.

Als nächstes zog es uns zurück zum Pavillon, immer noch kein Durchkommen. Also ging es zum Rampenlicht – Akrobatik und Jonglage von Jugendlichen. Dieses Mal solide und nicht ganz so frisch daher kommend.

Dann mussten wir uns sputen, um zum Theatermuseum zu kommen, wo aus der Fuchsberger Biografie gelesen wurde. Teilweise nachdenklich, teilweise auch sehr lustig – ich hätte dem noch stundenlang zuhören mögen.

Vom Theatermuseum dann wieder zurück zur Hinterbühne, ein Angriff auf religiöse Werte – unserem christlichen Freund hat es natürlich nicht gefallen, aber ich fühlte mich bei „Heidenspaß“ doch unterhalten. Wir können nicht alle denselben Geschmack haben.

Und zum Schluss gab es dann eine Hommage an Leonhard Bernstein, der am Samstag 100 geworden wäre. Zwei Stücke werden in Hannover gerade aufgeführt, WestSideStory (in der nächsten Spielzeit 20 mal am Start) und jetzt Freitag Condite.

Es war leider so, dass weder das Uhu-Theater, noch das TAK und auch nicht das Neue Theater mitmachten, was für lange Schlangen sorgte – und viele Leute frustiert nach Hause schickte.

Die Nacht der Museen folgt am 09.06.2018

 

Heute am Straßenrand

Donnerstags ist hier Altpapierabfuhr. Gestern in der Zeitung: Aha: Altpapier ruiniert das Stadtbild. Das Altpapier werde „Zu jeder Tages- und Nachtzeit“ an die Straße „geschmissen“ … Lose natürlich.

Später im Artikel:

Aha hat zu Jahresbeginn die Bedingungen für Sammlung angezogen, Mitarbeiter sollen kein Altpapier in Kartons mehr mitnehmen, sondern nur noch solches in Tonnen und Blauen Säcken. Gleichzeitig wurde der blaue Sack kostenpflichtig.

Ähem … wie kommt’s, dass jetzt immer mehr Altpapier lose bereitgestellt wird? Kann es sein, dass dieselben Bürger, die (falsch) die blauen Säcke als billige Mülleimerbeutelalternative angesehen haben, sich nun weigern, Geld für die blauen Säcke auszugeben?

Was wir als nächstes sehen werden, ist noch weniger sortierter Müll – dann werden die Restmülltonnen voll damit sein. Das bringt Aha dann zwar wieder Geld, aber eben auch kein gesammeltes Altpapier mehr.

Und was die auf Wertstoffinseln bereitgestellten Altpapiercontainer angeht – hier gibt es im ganzen Umkreis von drei Straßen NUR einen Container. EINEN – und gestern habe ich diesen vom Bus aus gesehen – an dem stand – lose bereitgestelltes Altpapier (also, Kartons) … Ja, Aha, Ihr könntet auch einfach zugeben, dass Ihr mit den kostenpflichtigen Säcken ein Eigentor geschossen habt.

Heute in den Nachrichten

Auf der Tagesschauseite von heute wurde gemeldet, dass das Handwerk eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes fordere, in dem ein Achstundentag festgeschrieben sei.

Das lese ich mit Erstaunen. Denn mein Dienstherr verlangt von mir als Beamter dass ich jeden Tag 8 Stunden 12 „in der Bütt“ stehe. Die Wochenarbeitszeit ist für Bundesbeamte auf 41 Stunden per Gesetz festgelegt. Unsere Arbeitszeit ist flexibel, ich kann also an manchen Tagen deutlich weniger, an anderen deutlich mehr arbeiten – die Grenzen sind:

Mindestens 11 Stunden zwischen Arbeitsende des einen Tages und Beginn des neuen – sowie maximal 13 Stunden an einem Tag auf der Arbeit anwesend, davon ist eine Pause von 45 Minuten abzuziehen – ich kann also längstens 12:15 Arbeitszeit an einem Tag erbringen.

Was der Staat für seine eigenen Staatsdiener für gut und richtig hält (und ich beschwere mich nicht, klar würde ich auch lieber nur 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche leisten müssen, aber ich habe mich inzwischen mit 41 Stunden arrangiert) – kann er das dem Handwerk vorenthalten? Das Handwerk muss dann allerdings auch der Mindestpause zwischen den Arbeitsleistungen zustimmen – denn ein Beschäftigter braucht Ruhezeiten. Schlafen, Hygiene, Einkäufe und Essen – da sind 11 Stunden schnell rum mit!

Und – das Handwerk darf dann nicht noch zusätzlich fordern, dass der Arbeitnehmer auch nach Arbeitsende noch unendlich erreichbar ist.

Beides geht nicht. Entweder – kein 8-Stunden-Tag – dann ist aber auch gut mit dem Verlassen der Arbeitsstätte. Oder – 8-Stunden-Tag – und ebenfalls geregeltem Sonder-Arbeitseinsatz (klar braucht ein Klempner Leute in Rufbereitschaft …)

Deutsche Arbeitnehmer sind einsichtig, der Arbeitgeber muss auch sein Geschäft am Laufen halten können. Aber der Mensch ist keine Maschine, er braucht Ruhezeiten, er braucht ungestörte Familienzeiten, schließlich will der Arbeitgeber in nächster Generation sozial kompetente Arbeitnehmer, er braucht Zeit, den Nicht-Arbeitsalltag zu absolvieren.

Außerdem – die Wahrheit ist doch – die meisten Handwerksbetriebe haben ihre Arbeitnehmer schon lange nicht mehr im reinen 8-Stunden-Modus. Da wird die Saison ausgenutzt und zu anderen Zeiten abgefeiert. Weil es sinnvoll ist.

Spät kommt sie – aber mein erstes Buch für 2018 hab ich nun auch gelesen

Wieder mal wollte ich an der Buch-Challenge von Daggi teilnehmen – aber irgendwie habe ich mich nicht so richtig zum Lesen motivieren können. Nun bin ich erkältet, da habe ich mal eben schnell ein dünnes Taschenbuch zwischengeschaltet (eigentlich lese ich gerade eine e-book-Version von Orhan Pamuks Schnee, aber Bildschirm geht gerade gar nicht, blendet tierisch).

Jetzt beendet habe ich: Her Privates We von Frederick Manning. Das Buch stammt aus dem Jahr 1929 und beschreibt die Erfahrungen von Herrn Manning im Ersten Weltkrieg, nur dünn verschleiert durch seinen Protagonisten Bourne. Manning war Australier, der aber in Großbritannien lebte und auch in der Englischen Armee diente.

In dem Buch finden wir uns an der Seite eines einfachen Soldaten, der eher einzelgängerisch ist, aber die distanzierte Kameradschaft von Soldaten zu schätzen weiß. Das Buch setzt ein nach den blutigen Tagen von der Somme Juli/August 1916 und endet im November.

Letztes Jahr begann ich meine Leserei mit Poilu, dem Tagebuch eines französischen Ersten Weltkriegsteilnehmers. Dieser Roman nun (eine nur dünn verhüllte Autobiographie mit fiktivem Ende) erinnerte mich stark an dieses Tagebuch. Von Im Westen nichts Neues dagegen kenne ich (meine ich) nur den Film (und wenn ich das Buch doch gelesen haben sollte, ist das schon viele, viele, viele Jahre her). Aber ich habe den Eindruck, als wenn Remarque sehr viel mehr Fiktion geschrieben hat.

Es gab auch etwas, das mir an Her Privates We nicht gefiel – immer wieder gleitet der Held Bourne in philosophische Betrachtungen des Kriegs ab – und genau dann scheint er den Krieg zu glorifizieren. Für mich ist Krieg jedoch die Kapitulation des Intellekts vor der Gewalt.

 

Neues Buch

Ich brauche mal wieder einen Regency-Romance Kickstarter,  weil ich dieses Jahr noch gar nicht gelesen habe. Also habe ich mir einen Barbara Metzger auf meinen Laptop geladen, The duel. Gute Wahl.

Ich habe gerade nur die zwei Voranstellungen zum ersten Kapitel gelesen, und schon gelacht:

„Honor is everything to a man“

Anonymous, On the Nature of Marriage

„Pride is everything to a man. He is just too proud to admit that, so he calls it something finer.“

Anonymous’s wife

Diese „Zwiesprache“ hat die Autorin über alle Kapitel gesetzt – immer wieder der Mann die Ehre und das rationale Denken der Männer feiernd – und die Frau das Ganze hinterfragend.

 

Ich freue mich aufs Wochenende!

Gerade in der Werbung

Ich mag die neue Werbung eines Bodenstaubwischers (Ihr wisst, welches Produkt ich meine, nicht wahr, auch ohne dass ich den Namen erwähne).

Da ist eine junge Frau, die sich darüber äußert, dass sie mit ihren Haustieren viele Haare in der Wohnung hätte. Und dann greift Ihr Kerl zum Produkt und sammelt diese Haare ein. Ohne dass er irgendwie als lustiger Versager daher kommt. Einfach so.

Ich liebe diese Werbung. Nicht wegen des Produkts. Weil hier mal nicht zu den hässlichen Rollenklischess gegriffen wird, die sonst die Werbung dominieren. Keine Hausfrau, deren ganze Lebenserfüllung von der klinischen Reinheit ihrer Böden abhängt, kein Kerl, der nicht weiß, was er zum Bodenreinigen verwenden soll und den Frau auslacht. Sondern ein Kerl, der ganz einfach mal zum modernen Produkt greift. Ohne nun ins Mansplaining abzudriften. Einfach so.

Danke, Werbeagentur.

 

Nachtrag:

Hier ist der Clip: