Buch 4 / 2019 – immer noch ohne Challenge

Cats in the belfry hat einen Nachfolger, also, nicht nur einen, aber einen direkten: Cats in May. Dieses habe ich jetzt mal als e-book auf dem Handy gelesen (oh weh, ertappt, ich habe seit Dezember ein Smartphone und nutze es auch).

Mrs Tovey nimmt uns wieder mit in ihr Cottage, erzählt uns vom Vorgänger der Katzen, dem Eichhörnchen und seiner Eigenartigkeiten, vom Enkel des Reverends, der sich der kinderfreien Toveys „annimmt“ und vom Gärtner, der nicht als Mörder daherkommt …

Ihr Schreibstil ist flüssiger geworden (das macht die Routine), man merkte im ersten Buch nur ein ganz klein wenig (damals gab es noch gute Lektoren, heute sparen die Verlage diese sich zumeist), dass sie eine Amateurin war. Dieses Buch ist runder, sie nimmt die Pointe nicht mehr vorweg. Aber auch das erste war schon besser als manch anderes Amateurbuch, das eine wahre Geschichte erzählt.

Hier haben wir erneut laute kleine Geschichten, die viel über die Toleranz der Engländer für bunte Vögel sagen. Und auch hier konnte ich wieder sehr oft laut lachen. Allein an der Bahnhaltestelle hat das auch niemanden gestört.

Wieder fünf von fünf Kokosnüssen. Band drei folgt, aber nicht direkt darauf, sonst verliert sich das Ungewöhnliche.

Doreen Tovey

Cats in May

E-book (sonst steht hier NOCH ein Buch mehr rum …)

 

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Und jetzt wieder die Werbung

Gerade im Radio:

Gelobt wird Eva, wg. ihres Könnens als Zahnärztin. Weswegen sie auch nichts von Autos verstehen muss, und ihrem VW-Gebrauchtwagenhändler vertrauen soll.

Ja, klar. Gute Zahnärztin fährt gebrauchten VW.

ZAHNÄRZTIN. Das sind die, bei denen Morgenstund buchstäblich Gold im Mund hat. Gebrauchtwagen. Volkswagen. Ja, is denn heut schon erster April?

Buch3/2019 – wieder ohne Challenge

Das von mir hier erwähnte Buch hab ich nun durch.

Cats in the belfry – auf deutsch gibt es das auch als „Die Katze mit den blauen Augen“ von Doreen Tovey.

Das Buch wurde Mitte der 50er erstveröffentlicht, und neben den vielen humorvollen Erlebnissen der Toveys Doreen und Charles mit ihrer Siamkatzenbande gibt es eben auch ein sehr hübsches 50er-Jahre ländliches England Szenario. Die Toveys hatten eine Zugehfrau, die angesichts der Katzenbande irgendwann Reißaus nimmt, einen Gärtner, in den die eine Siamkatze verliebt ist, einen Father Adams, der immer mit guten Ratschlägen vorbei kommt, die Reitschullehrerin, die sie bittet, die Katzen drin zu behalten, da sie Pferde verstören … eine Tieren nicht sonderlich zugeneigte Tante, die gleich am ersten Abend von der Katze um das Samtpfötchen gewickelt wird, eine tierverrückte Großmutter, die ihre unverheiratete Tochter mit dieser Tierliebe in den Wahnsinn treibt … Autos sind noch eine Seltenheit, Pfadfinder sind noch Realität und die Tierarztbesuche erinnern ein wenig an Der Doktor und das liebe Vieh (all creatures great and small) – eine der Lieblingsserien aus meiner Kindheit, (dass das eigentlich auch eine Buchserie ist, hab ich erst Jahre später in der Bücherei herausgefunden!)

Ich kann verstehen, warum die Leute, die im Bücherblog des Guardian ihre Kommentare hinterlassen, mir so warm dieses Büchlein (nur ca. 150 Seiten) ans katzenliebende Herz gelegt haben.

Werde ich mir auch den zweiten Band holen? Worauf ihr wetten könnt!

Doreen Tovey

Cats in the Belfry

1957

155 Seiten

Verlagsveröffentlichung

 

Japanische Schwimmerin, Europäische Winterküche und ein wenig Narretei.

Heute hatten meine Freunde, mit denen ich mich regelmäßig zum Kochen treffe, und ich als Rezept zum Kochen rausgesucht: Entenbrust Teriyaki. Da wird die Entenbrust angebraten, mit (japanischer) Sojasauce, Mirin und Sake-Mischung abgelöscht und dann auf Lauch serviert.

Weil uns die Fleischmenge vom Rezept ein wenig spartanisch erschien, 400 g für vier Personen, haben wir „ein wenig“ mehr an Entenbrust genommen .. *ahem* – wir landeten hinterher bei dem zweieinhalbfachen …

Dazu gab es noch Reis, natürlich. Und einen Wintersalat: Fenchel, kleingehobelt und angebraten, mit Chicoree und Orangen (dünne Scheiben, ohne Pelle natürlich). Und mit Honig-Balsamico Soße und Pinienkernen. Der war nicht abgesprochen, aber nur der Lauch war mir zu wenig Gemüse.

Der Salat war für meine Freunde kostenfrei (wir beteiligen uns immer an den Einkaufskosten), aber ich hatte für den Salat noch alles da vom letzten Mal, bis auf den Dill (und frisch hab ich den auch nicht bekommen). Ich war ja froh, dass es so sinnvoll weg kam.

Weil der Fenchel angedünstet war, hat er auch den Salat nicht dominiert. Aber ich hätte das eh nicht geschmeckt, die Geruchsnerven sind immer noch im Warnstreik. Von meinen Freunden gab es für diesen Spontaneinschub jedenfalls reichlich Beifall.

Und dann hatten wir als Nachtisch noch ganz schlichte Schokoladenmuffins. So schlicht, dass ich sie vorher schon zusammengerührt habe, die waren gerade ofenfertig, als der erste kam.

War gut, dass ich die schon vorher gemacht hatte. Weil wir durch den Extra-Salat alle Hände voll zu tun hatten. Und die Muffins konnten so in Ruhe schon abkühlen.

Unser Zwei-einhalb Gangmenü bestand also aus einem Japanischen Hauptgericht aus einem Kochbuch (daher von mir kein Link), mit europäischer Winterbeilage (Rezeptlink geht zu Chefkoch) – und einem amerikanischen Dessert – Muffins mit Raspelschokolade im Teig, auch aus einem Backbuch, daher kein Rezept.

Es ist schon einen Tag oder zwei her, seit ich süße Muffins gemacht habe – die letzten waren immer herzhaft, mit Käse, Schinken, Paprika oder Zucchini … Aber heute durften sie süß sein. Und kamen so gut an, dass ich zum ersten Mal meine Freunde überreden konnte, die Reste mitzunehmen.

Als Getränk hatten wir dazu einen französischen Roten (also, die Freunde) und Johannisbeerschorle … oder auch nur Wasser, das war dann nicht französisch …

Es war auf jeden Fall wieder köstlich – und hat auch nur vier Töpfe, eine Pfanne und ein Muffinblech erfordert *hahaha – hab ich schon erwähnt, dass mein innerer Schwabe sich gegen eine Spülmaschine wehrt? Dafür darf sie abwaschen.* Von den paar Brettchen, den Messern und Löffeln, den Rührstäben vom Mixer, dem Besteck und Service, den Gläsern etc. wollen wir mal nicht reden. Und Schüsseln .. Aber das war es absolut wert.

Es war allerdings nur ein kurzes Treffen. An einem anderen Abend gern wieder länger, aber zwei meiner Freunde sanieren gerade ihr neues Haus. Also, neu für sie … Und da wird am Samstag rangeklotzt. Dementsprechend fertig waren sie heut Abend.

Der dritte im Bunde hat heute gekarnevalt … Ja, es findet in Hannover Straßenkarneval statt. Eigentlich ein Paradoxon. Für Kölner auch eher lachhaft … Stellt Euch also grau gekleidete Herren (Sakko und Stoffhose, Mittelscheitel und Hornbrille) vor, die auf Kommando ein unenthusiastisches HELAU sich abringen … das ist Hannoverscher Straßenkarneval. Nein, ich weiß, das ist nicht so, aber verglichen mit Köln kommt es einem so vor.

Ich erinnere mich da an einen trüben Samstag, später Morgen, in der Nähe vom Rathaus (als die vhs dort noch lag). Ich kam von einem Schreibkurs in der Mittagspause und da standen zwei Wagen (ja, in Zahlen 2) und warteten darauf, dass es los ging … und von einem kam ganz unenthusiastisch ein Karnevalsgruß. Weit und breit waren außer mir und dem einsamen Narren auf seinem Wagen keine Leute unterwegs …

DAS ist die Realität hinter dem Hannoverschen Straßenkarneval. Also, war es, vor gut 20 Jahren. Es mag sich was geändert haben seither.

Närrische Grüße.

Satire wird mal wieder von der Realität überholt

DAS hier:

 

Und jetzt musste ich das hier im Guardian lesen.

Es ist Zeit meine Koffer zu packen, die Erde anzuhalten und auszusteigen.

 

Vorbesitzer

Dieser Artikel im Guardian ließ mich mal wieder nachdenken. In diesem Falle über die Frage: Was ist in dieser Wohnung schon alles passiert.

Alle unter Euch, die nicht nur in Neubauten groß wurden, kennen diesen Gedanken – oder verdrängen ihn erfolgreich – je nach Gemüt.

Aber dieses Haus ist 1929 gebaut (oder 1939, wenn meine Nachbarin unter mir recht hat, aber ich bezweifle das, weil die anderen Häuser hier drumrum alle um die 1929/30 sind) – und damit 90 Jahre alt – oder 80. Und in den 1930ern sind Leute noch öfter daheim gestorben und Kinder daheim geboren worden und an Kinderkrankheiten verstorben.

In das erste Jahrzehnt dieses Hause fiel auch der Beginn der Nazi-Zeit. Wieviel Hitler-Wähler wohnten an dieser Adresse oder gar in dieser speziellen Wohnung?

Oder wohnte hier eine jüdische Familie oder SPD-Wähler, die in den Jahren ab 1933 immer größeren Repressalien ausgesetzt waren?

Vor diesem Haus gibt es jedenfalls keinen Stolperstein.

Polizeieinsätze hab ich ja schon in diesem Blog geschildert … aber vor mir wohnte hier eine ältere Frau – also, noch deutlich älter als ich. Dass hier ähnlich interessante Geschichten in meiner Wohnung stattfanden wie bei der Autorin des Artikels halte ich für unwahrscheinlich. Allerdings nicht ausgeschlossen. Und ich vermiete ja auch nicht über AirBnB.

Allerdings hab ich den Verdacht, dass mein Vermieter die Wohnung neben mir für Kurzzeitmieter nutzt! Dort ist nämlich manchmal LICHT an, nur an wenigen Tagen hintereinander, dann ist die Wohnung wieder leer und verwaist. Und es klebt immer noch der Name der Vormieterin auf der Klingel … am Briefkasten dagegen ist KEIN neues Namensschild.

 

 

 

Schwabengene

Ich muss mich jetzt outen: Ich bin von einem Urgroßvater her Schwäbin. D.h. ein Achtel von mir ist Schwabe. Und ich fürchte, das Sparsamkeitsgen gehört dazu. In seiner übersteigerten Form.

Woran ich das gerade jetzt fest mache?

Ich musste gestern zur Apotheke und habe das genutzt, um auch gleich in den Supermarkt zu huschen (ist bei mir ja alles ums Eck). Lebensmittel einkaufen ist ja gestattet, auch wenn man krank ist. Und wie ich so die Region von Obst und Gemüse verlasse, komme ich am Tchibo-Stand vorbei, wo ich Pantoffel in meiner Größe fand.

Nun sind Pantoffel nicht ungewöhnlich, aber in meiner Größe (42) eher selten. Normalerweise gehe ich trotzdem dran vorbei. Nur – vorletztes Jahr hatte ich nach über 20 Jahren treuer Dienste meine Papillon-Korksohlen-Latschen entsorgen müssen und mir im August 2017 ein neues Paar mit Korksohle gekauft, allerdings von einer Nicht-Marke … und die waren mir schon vor Weihnachten unter den Fersen weggebröselt. Nun … ich hatte da noch ein altes Paar Filz-Latschen rumstehen … sehr geschmackvoll – fanden jedenfalls die Motten. Und die mussten es dann trotz der Auflösungserscheinungen tun, weil die Sohlen ja noch ok waren.

Ich wollte die ganze Zeit dieses Gelumpe ersetzen. Aber ich war auch nicht bereit, dafür in die Stadt zu fahren und dort richtig Geld in die Hand zu nehmen.

Tadaa – hier nun meine neuen Hausschuhe:

https://www.tchibo.de/hausschuhe-p400120183.html

Für den ruinösen Preis von 7,99 – immerhin habe ich nicht die für 6,00 Euro genommen. (Die waren nicht da und ich weiß auch nicht, ob die Größe 41/42 gehabt hätten).

Was ist daran sparsam? Ich HABE immerhin neue gekauft … ABER ich hab eben auch gut drei Monate gewartet, bis ich es getan habe – und ich habe dieses Mal eben deutlich weniger ausgegeben als das letzte Mal. Und die Bestellung dieser Schuhe erfolgte im Auugst 2017 – die haben also nur 1 1/3 Jahre gehalten. Jetzt bin ich gespannt, wie lange es diese Dinger tun. Wenn diese nur ein Jahr halten, waren sie ihr Geld auf jeden Fall wert.

Und daher war noch Geld übrig für ein Katzenbuch. Das mich den ruinösen Preis von 0,63 Euro kostete – plus circa das Fünffache an Porto und Versand …