Endergebnis, amtlich – wenn auch vorläufig

Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht die AfD bei 12,6 %. D.h. ungefähr jeder 8. Wähler hat sein Kreuz dort gemacht. Ok, wir hatten „nur“ eine Wahlbeteiligung von 75,6 %. D.h. es waren nur etwa 45 Millionen wählen und von denen war es jeder 8.

5,6 Millionen haben es in diesem Land immer noch nicht begriffen. Für ein komplexes Leben gibt es keine einfachen Lösungen – und ein NEIN ist kein Argument. Ich wusste gar nicht, dass das deutsche Schulsystem so schlecht ist.

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Wahlhelfer

Heute war ich ja im Wahllokal. Da saßen vier Wahlhelfer, einer nahm meine Wahlbenachrichtigungskarte entgegen und verkündete meinen Namen, ein anderer glich das mit der Liste ab (schließlich hätte ich ja Briefwahl mit meinem Perso im Rathaus machen können, das fließt in die Listen mit ein, die Wahlbenachrichtigungskarte allein kann das nicht sicher stellen, dass ich nicht zweimal wähle), der dritte händigte mir den Wahlzettel aus – und der vierte zählte die Wahlbenachrichtigungskarten – das ist wichtig für die Meldungen über die Wahlbeteiligung. Die Leute, die wählen kommen OHNE Karte werden durch Platzhalterkarten mitgezählt – ich kenne das von der Kommunalwahl, da sitz ich nämlich dort.

Noch war man guten Mutes – es war zwischen 10 und 11. Ich machte schnell meine Kreuze, warf den Stimmzettel in die Urne und den Wahlhelfern ein „Danke sehr!“ zu und ging wieder.

Zwei meiner Kollegen müssen auch ran. Der eine gehört zu den Leuten, die die Briefwahlunterlagen zählen. Ab 15 Uhr (oder so) werden die Umschläge mit den Versicherungen, das alles seinen geordneten Gang ging, von den Wahlumschlägen getrennt (schließlich soll ja nicht der Stimmzettel dem Wähler zugeordnet werden) und wie die eigentliche Stimmabgabe werden auch die Briefwahl-Zettel erst nach 18 Uhr ausgewertet.

Dieses Mal kann Zählerei ab 18 Uhr ein wenig dauern (aber es gibt nicht nur EIN Briefwahllokal in Hannover, sagte mir der Kollege, also nicht nur eine kleine Gruppe von Leuten, die die Wahlzettel auswerten muss. Das ist auch gut so, das letzte was ich las (Donnerstag morgen in der Bahn): 73.000 Briefwahlunterlagen … nur für Hannover. Das folgt einem bundesweiten Trend.

Ich kann die Bedenken mancher Experten verstehen, die da sagen, die Grundsätze der Wahl (allgemein, gleich, geheim und frei) seien da nicht sicher gewahrt, aber die Vorzüge sind eben: Mehr Leute, denen es zu mühselig ist, ihr Wahllokal aufzusuchen, wählen überhaupt. In Zeiten, in denen jede Stimme zählt, um die Extremisten klein zu halten, bin ich dafür. Ich sehe aber noch ganz andere Risiken: Briefwahl bietet immer auch die Möglichkeit, das Stimmrecht meistbietend zu verkaufen.

Dass die Stimmzettel dagegen kopiert werden können und so mehrfach Stimmenabgabe möglich ist, ist wegen der auch bei der Briefwahl durch das Prozedere ab 15 Uhr gegebenen Abgleichung mit den Wählerlisten eher ein vernachlässigbares Risiko. Wobei ich nochmal betonen möchte – es wird NUR festgestellt, ob der eigentliche Wahlumschlag verschlossen ist, ob die Person, die auf dem Begleitschreiben angeführt ist, wahlberechtigt ist und ob diese (oder eine Vertrauensperson) unterschrieben hat. Es wird zu dem Zeitpunkt NICHT der Wahlumschlag geöffnet!

Ich weise vorsorglich darauf hin, dass es sich bei dem Verkauf des Wahlzettels um eine Straftat handelt:

In Deutschland regeln dies §§ 107 ff. Strafgesetzbuchs.

§ 107a

(1) Wer unbefugt wählt oder sonst ein unrichtiges Ergebnis einer Wahl herbeiführt oder das Ergebnis verfälscht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Hier hat der Verkäufer eines Wahlzettels ein unrichtiges Ergebnis herbei geführt. Der Käufer hat unbefugt gewählt. Beides ist strafbar.

Und aus gutem Grund sind Handyfotos vom Wahlgang verbote

§ 107c Verletzung des Wahlgeheimnisses

Wer einer dem Schutz des Wahlgeheimnisses dienenden Vorschrift in der Absicht zuwiderhandelt, sich oder einem anderen Kenntnis davon zu verschaffen, wie jemand gewählt hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Eine der Nebenfolgen solcher Straftaten kann sein der Verlust des passiven und aktiven Wahlrechts (also, sich wählen zu lassen oder selber zu wählen).

So, das hat doch mal eben mein nicht bestandenes Jura-Studium beruhigt.

Ich jedenfalls bin heute ganz allgemein und aus freien Stücken ins Wahllokal geschlendert, habe die gleiche Wahlbenachrichtigung abgegeben wie sie alle Wahlberechtigten und habe dann geheim hinter dem Schirm (in der Wahlkabine – früher waren das wirklich Vorhang-Kabinen wie Umkleidekabinen!)  meinen Wahlzettel markiert.

Was ich markiert habe, sage ich nicht – s. oben meine Rechtsbelehrung!

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (38) – Zeit

Dieser Blogpost verlässt jetzt mal Hannover, Stadt, und fährt in die Region:

Wennigsen. 15 km südwestlich von Hannover, über 14.000 Einwohner, mit so lustigen Ortsteilen wie

Waldkater“ und „Steinkrug

Außerdem liegt im Wennigser Gemeindegebiet das Rittergut der Freiherrn Knigge – ja, genau der Knigge, im Ortsteil Bredenbeck.

Was aber nun hat das alles mit ZEIT zu tun?

Nun, der o.a. Adolph Freiherr Knigge (das VON ist umstritten, auf seinem Grabstein steht es nicht) hatte ja „Über den Umgang mit Menschen“ geschrieben, kein Benimmratgeber, sondern eine soziologische Abhandlung. Und da gilt dann wieder der alte lateinische Ausruf: O tempora, o mores. Oh Zeiten, oh Sitten.

Etwas, das dem Wandel unterworfen ist – und von Älteren wird immer der Untergang der Zivilisation beklagt, nur weil die Jüngeren „Zöpfe abschneiden“ und andere modische Vorstellungen haben. Aber das war, wie man an der Klage in Latein sehen kann, schon bei den alten Römern so. Ups – deren Zivilisation IST ja untergegangen …

Warum jetzt aber komme ich auf Knigge und Wennigsen? Weil ich nach Sonnenuhr und Hannover geschaut hatte – und dabei mir jener Artikel aus dem Jahr 2013 auffiel
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Wennigsen/Nachrichten/Sonnenuhr-ist-ein-Meisterwerk

Ein weiteres Photo seht Ihr auch im Wennigsen-Artikel bei Wikipedia (Link oben).

Ich wusste aber nicht, ob ich es bis Sonntag noch nach Wennigsen schaffe (die Bahn dorthin fährt nicht weit von hier) und ein eigenes Foto mache. So schaute ich mich halt ein wenig online in Wennigsen um – und da fiel mir der Knigge „vor die Füße“.

Dies ist ein Beitrag aus der Reihe Punkt, Punkt, Punkt von Sunny.

Gestern in Küche und Bad (1)

Ich kam gestern Abend vom Einkauf nach Hause, sprach mit meiner Tante, die mir nachträglich zum Geburtstag gratulierte, packte dann meine Einkäufe weg – u.a. hatte ich bei Penny diese herrlichen Halb-Blatt-Küchentücher gekauft. Die packe ich immer in meinen Kücheneinbauschrank, oben hinter die kleine Tür. So wollte ich das auch gestern, da sah ich, als ich so hochschaute (ich bin ja nur 1,65) einen Fleck. Zuerst dachte ich: Ein Schatten? Ich holte meine Taschenlampe: Kein Schatten.

Decke und Wand zeigten einen dunkleren Weißton – WASSERSCHADEN. Ich war zuerst ein wenig erschrocken, aber dann wurde mir ziemlich schnell klar, ich kann nur die Hausverwaltung anrufen … Um Viertel nach Acht. Hurrah! Der Typ war auch leicht genervt, als ich nicht schnell genug auf den Punkt kam – hey, ich ruf da nicht zum Spaß an und habe mich als allererstes entschuldigt!

Das schien mir irgendeine Zentralnummer, wenige Minuten darauf rief mich ein anderer junger Mann an, wesentlich freundlicher. Da war ich schon im Bad gewesen und hatte gesehen – auch da Wasserflecken.

In der Küche roch es nach nasser Wand (kennt Ihr den Geruch, wenn ihr die Tapeten abreißt und sie vorher eingewässert habt? So ähnlich.)

Ich schilderte also noch mal, dieses Mal kürzer, das Problem und er setzte sich mit dem Klempner in Verbindung – heute Morgen soll jemand vorbei schauen. Der wird sich das Ganze erst mal anschauen, ich sollte meine Nachbarn vorwarnen, dass jemand da sein müsste oder den Schlüssel rausrücken sollte – sonst würde die Wasserversorgung lahm gelegt. Fanden wir nicht witzig, ich stand mit meinem Festnetz-Fon im Hausflur bei den Nachbarn, da klingelte es erneut – dieses Mal die Klempnerfirma, in der nächsten halben Stunde soll jemand kommen. Ich bin gespannt.

 

Gestern Abend an der Bahnhaltestelle

Ich kam spät vom Dienst (fragt nicht) und ging gegen 21 Uhr auf meine Bahnhaltestelle zu. 21:04 Uhr sollte meine nächste Bahn fahren und da sah ich auf der Treppe einen blonden jungen Mann sitzen (eher Anfang als Mitte 20), den Kopf in den Händen, zusammengekauert. Es war 21 Uhr – und es wurde kühl. Die Stufen waren mit Sicherheit auch nicht kuschlig warm. Ich fragte ihn, freundlich (also, so freundlich wie ich das sein kann – ich bin eher vom Schlag raue Schale): „Geht es Ihnen nicht gut!“ Er guckte mich an, sprach leicht schleppend, aber nicht, wie einer der betrunken war, er bräuchte jemanden, der ihn zur anderen Haltestelle bringt. Ihm sei schwindelig. Aber er hätte nicht getrunken. Das war mir aber auch egal – auch Betrunkenen muss man helfen!

Also nahm ich ihn bei der Hand, pfiff auf die Bahn und ging mit ihm vorsichtig rüber zu der anderen Haltestelle, wo ich ihn auf den Bahnsteig (wieder Stufen) in seine Richtung begleitete. Er musste zu einer Haltestelle, an der es einen Hochbahnsteig gab. Ich bat trotzdem, einen jungen Mann, der mit ihm in die richtige Richtung fuhr, darauf zu achten, dass der junge Mann sicher aus der Bahn kam. Er ging nämlich sehr unsicher. Und viele werden wohl denken, dass er einen getrunken hat, aber er roch so nicht und er sah so auch nicht aus (keine glasigen Augen) – auch die behinderte Sprechweise war irgendwie anders. Er sagte, er sei Epilektiker, hätte wohl zu wenig getrunken (nur 1 Liter) – auch wenn das nicht viel ist – so ist das normalerweise keine Menge, mit der man an einem kühlen Tag dehydriert.

Ich hoffe, er kam sicher nach Hause. Ich hoffe, es war kein Schlaganfall. Ich hoffe, ich habe nichts falsch gemacht, als ich NICHT die 112 angerufen habe … Schlaganfallsymptome hatte er ja, auch wenn er nicht halbseitig gelähmt war (das war bei meiner Oma auch erst später der Fall!) – und ich frage mich wirklich, ob ich genug getan habe.

Ich habe sicher schon mehr getan als andere, auch in Anbetracht der Uhrzeit, immerhin bin ich eine  Frau mittleren Alters und habe einen jungen Mann angesprochen und ihn sicher dorthin gebracht, wo er hingebracht werden wollte. Aber war das wirklich genug?

Hätte ich nicht doch darauf bestehen sollen, Experten zu rufen? Hätte, hätte Fahrradkette … Ich wüsste trotzdem gern, ob es richtig war …

Zu meiner Entschuldigung – das mit dem Schlaganfall kam mir erst später in den Sinn. Dabei war ich doch gerade beim Erste-Hilfe-Auffrischer und sollte es eigentlich wissen. Dieses Ansprechen aber, das habe ich zumindest mitgenommen aus dem Erste-Hilfe-Kurs.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (37) – Lost Places

Aufgegebene Siedlungen? Gibt es hier im Stadtgebiet Hannover eher weniger. Straßen, die verschwunden sind, dagegen schon mal. Hier in Hannover z.B. die Potthofstraße. (Sorry, ich weiß nicht, ob der Link funktioniert – ich werde immer automatisch bei Postcrossing angemeldet).

Dazu in einem anderen Blog, das sich in diesem Beitrag mit einer Familiengeschichte befasst:

“ Die Potthofstraße wohl benannt nach einer Töpferei auf einem Nachbargrundstück war eine Nebenstraße senkrecht zur Osterstraße und endete als Sackgasse an der Stadtmauer.“

Es wird sicher noch wesentlich mehr davon geben, weil sich in Hannover die Straßenverläufe immer mal wieder geändert haben, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles in Schutt und Asche lag und Hannover ein autofreundlicheres Gesicht bekam.

Was hier in Hannover dagegen reichlich an Orten verlustig gegangen ist, sind historische Gebäude. Die Altstadt wurde, so der Krieg sie nicht erwischt hat auch aus sanitären Gründen „aufgeräumt“ – und intakte historische Bauten dorthin umgesetzt. (Ihr glaubt das nicht? Steht zumindest so bei Wikipedia)

Aber auch durch den Krieg nicht beschädigte historische Gebäude wurden teilweise noch spät in den 50ern und Anfang der 60er niedergemacht, um dann einem eher umstrittenen Projekt Platz zu machen, das anschließend doch nicht verwirklicht wurde.

Die Rede ist hier von der innerstädtischen Wasserkunst.

Stadtbaurat Hillebrecht hat eine Menge zu verantworten, u.a. den Abriss des Friederikenschlösschens (in der gleichen Fotogalerie wie die Wasserkunst, da sind eine Menge historischer Gebäude zu sehen, die heute nicht mehr existieren).

Also – auch in Hannover gibt es solche verlorenen Plätze. Aber natürlich keine echte „Wüstung“ – d.h. von den Siedlern aufgegebene Orte.

Dies ist ein Beitrag aus Sunnys Blogparade Punkt-Punkt-Punkt.

 

NEUES JAHR – Rezept

Wir haben gestern gekocht.

Das Rezept ist nicht meins, Copyright liegt bei Chefkoch, daher hier der Link.

Wir haben in folgenden Punkten das Rezept geändert:

Ich kaufte Chinakohl statt Weißkohl, dessen Blätter sind leichter weich (also rollbar) zu kochen. Und ich kaufte keinen normalen Frischkäse, sondern Frischkäse in einer gewürzten Form, genannt INDIA … Davon verwendeten wir auch deutlich mehr als die 50 g … (nein, wir haben NICHT eine Null hinzugefügt). Außerdem kaufte ich bereits mit Basilikum und getrockneten Tomaten gewürztes Couscous (aus Versehen, aber es hat wirklich nicht geschadet!).

Dann begann die Küchenschlacht … Einen großen Topf füllten wir mit Wasser, steckten den Kohlkopf hinein und ließen weich kochen. Den Couscous ließen wir mit 350 ml Wasser und 2 EL Öl ziehen (nach Packungsanweisung). Wir hielten uns ansonsten an das angegebene Rezept, kochten dazu Kartoffeln (weil alle drei Mitköche schon Reis an dem Tag hatten) und konnten dann um halb 9 essen. Dazu hatte ich für die Gäste einen korsischen Landwein (rot, trocken) gekauft.

Anschließend kramte ich in meinem TK-Fach die letzten zwei Blaubeer-Eis heraus und ließ sie probieren. Nur so als kleine Süßigkeit … Ich hatte schon voll aufgegeben und auch die andere Frau der Runde war nicht mehr in der Lage, noch Eis zu essen.

Dies war eines der wenigen Male, wo wir uns in der Menge ans Rezept gehalten haben (naja fast, wir haben die Soße verdoppelt und mehr Käse in die Füllung getan) und es blieb anschließend noch eine Kohlroulade übrig. Nicht, weil es nicht geschmeckt hätte …

Ich werde wohl doch Couscous in meinen Vorrat aufnehmen – eignet sich wirklich gut zum vegetarischen Gemüse füllen.

Es sind Rezepte wie dieses, die ICH in der fleischlosen Küche liebe, Rezepte wo Gemüse noch Gemüse sein darf und NICHT Fleisch nachahmen soll. Und es sind Rezepte, in denen fast immer Käse eine Rolle spielt – vegan ist einfach nicht mein Ding.

Next up –