Monatsarchiv: November 2013

Druckerzeugnis

Wie dieses Highlight der Tagesschauredaktion verrät, baut die liebe Umwelt soviel Druck auf, dass es jetzt, weil es ja gegen und für alles eine App gibt, auch eine rein digitale Freundin gibt. Der digitale Freund soll folgen.
In mancher Hinsicht ist es doch vielleicht hilfreich gewesen, mutterlos aufzuwachsen und so die Frage nach den Enkelkindern nicht gestellt zu bekommen.
Aber es sind ja nicht nur die Mütter, die diesen Druck aufbauen. Die Gesellschaft an und für sich macht es kinderlosen Frauen (weniger den Männern, komischerweise) schwer, einfach ihr Leben zu leben.
Das fängt schon an damit, dass man die Geburtenrate mit Kinder per Frau misst. Hä, hab ich was verpasst, sind Männer in dem Prozess jetzt obsolet?
Dann muss man sich als Kinderlose ständig verteidigen für die Lebenswahl, aber keiner stellt sich hin und fragt eine Schwangere: Warum hast du dich dafür entschieden?
Und dieses ungläubige Staunen, wenn man als kinderloser Single mit seinem Leben zufrieden ist … („das sagst du nur so, hast du keine Angst, dass du was verpasst, du hast nur noch nicht den richtigen gefunden“)
So werden eben manchmal Kinder geZEUGt, die eigentlich von ihren Müttern gar nicht gewollt werden. Aber die Mütter gaben dem DRUCK nach, weil es mit dem Druck einfacher ist, eine unglückliche Mutter zu werden als den Status als glücklicher Single zu verteidigen.
Dass die moderne Gynäkologie uns theoretisch die WAHL lässt ob Mutter oder nicht, dass manche von uns Verantwortung übernehmen, in dem wir uns eben nicht fortpflanzen, dass nur weil ich eine Frau bin, Mutterschaft nicht mein Lebenszweck sein muss – das alles zählt nichts, wenn andere ihren Wunsch auf mein Kind durchsetzen wollen.
Mit 16 wusste ich bereits, Mutterschaft ist nichts für mich – und das Leben hat mich bestätigt, ich hätte meinen Uterus in Alkohol eingepackt – aber nicht mal 10 Jahre später war ich der Gynäkologin alt genug, meine eigene Entscheidung zu treffen.
Mit 38 hat mir die damalige Ärztin dann sogar das Recht entzogen auf mein eigenes Risiko hin die Hormone weiter zu nehmen – war zu alt, für die Hormone, sagte sie, aber wenn ich anschließend schwanger geworden wäre, hätte ich das 1000fache an diesen Hormonen produziert … Das kleinere Übel wäre sicher das Rezept gewesen … Man gut, dass keine Schwangerschaft droht. Aber muss das wirklich sein, dass man mir die Herrschaft über meinen eigenen Körper abspricht?
Wieso haben von Ärzten über Politiker über die Putzfrau in unserer Firma jeder das Recht darauf, eine Meinung zu meiner Fruchtbarkeit zu haben – nur ich nicht?
Nein, liebe Freunde, ich bin auch weiter nicht schwanger – und die Gefahr dahingehend schwindet glücklicherweise auf natürliche Art. Aber dass das mit der Gleichberechtigung nocht nicht wirklich weit her ist, sieht man daran, dass Frauen mit 26 nicht selbstbestimmt darüber entscheiden dürfen, dass sie endgültig keine Kinder wollen – obwohl sie bereits mit 18 wählen, Auto fahren und sich bis über beide Ohren verschulden oder auch zu Tode schuften dürfen!

Und so frage ich mich andauernd, wieviele der Kinder wirklich von diesen Müttern gewollt wurden – und wieviele nur entstanden sind, weil sie sich dazu genötigt fühlten.

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Fire alarm – Brandmelder

Ich habe heute in meiner Wohnung drei Brandmelder installiert bekommen – einen im Schlafzimmer – wo er mir wenig nutzt – wenn mich da ein Feuer überrascht, bin ich gefangen, weil ich dann nicht mehr durchs brennende Wohnzimmer komme – und aus dem 2. Stock-Fenster spring ich so ungern mit den Katzis unterm Arm.

Einen im Wohnungsflur (hätte es da nicht einer pro Etage im Hausflur getan?) – und einen im Arbeitszimmer – man gut, dass ich staubarmes Katzenstreu verwende.

Jetzt kommt das Überraschende – ich bin nicht mehr so dagegen, wie noch vor drei Stunden – ich habe nämlich erstaunlich großzügige Vermieter – ich bekam den Rolls Royce unter den Feuermeldern – ein von der NSA gesponsortes Modell, das jegliche Manipulation sofort an die Zentrale weiter meldet. Mit Ton und Bild *just kidding* Aber das eben auch mit Langzeitbatterie (hält ca 10 Jahre) ausgestattet ist und einmal jährlich kommt die Firma zum Warten. DAS sind vernünftige Einstellungen – auch wenn die NK dabei in die Höhe steigen. So muss eben weder die über 80jährige Seniorin noch ich vertikal zu kurz gekommene Version mitten in der Nacht mit den Tücken der Technik kämpfen – ist die Batterei bei der Wartung schwach, wird sie ausgetauscht – wir sind nicht diejenigen, die auf die Leiter müssen!

Es wurde auch nicht gebohrt, sondern in die Decke geschraubt – die Installation von drei Dosen war in 10 Minuten locker erledigt.

Wenn ich mich jetzt nachts nach links drehe, sieht die NSA gleich meine neue Richtung. 😉 BS – natürlich sind es nur Rauchmelder! Obwohl – ich überlege ernsthaft, ob ich nun Vorhänge und einen Himmel an meinem Bett installiere. 😛 Damit etwas Phantasie bleibt. Die Realität ist einfach sterbenslangweilig für Zuschauer.

Und warum war der Post-Titel zweisprachig? Ich hatte da mal eine lustige Begegnung mit einem Feueralarm – in London, in einem dieser chicen Ledersessel-Cafés – man sitzt da ahnungslos einen Text schreibend in einem Café, auf einmal fällt mir auf, dass ein Streifenpolizist das Lokal betreten hat – ich sehe mich um – alle weg, nur ich und die Tresenkraft – und so ein schriller Laut, der sich schon ein paar Minuten in mein Unterbewusstsein gefräst hat …Der Feueralarm war ausgelöst – und ich wäre verbrannt, weil ich das schrille Klingeln nicht als Alarm erkannt habe. Soviel dazu, dass ein Rauchmelder alles richtet. Man muss nicht nur ein Signal bekommen – man muss auch darauf geeicht sein, es zu beachten!

Wenn ich schlafe, bin ich ja sogar noch kreativer als im Wachzustand – was für absurde Traumsituationen werde ich mir wohl ausmalen, wenn tatsächlich mal dieser Schrillton nachts losgehen sollte?? Ich bin noch nicht ganz vom lebensrettenden Effekt überzeugt Aber zumindest glaube ich, diese Version wird die Belästigung in Grenzen halten.

SanKra

Heute Nacht (gegen 5 Uhr) stand ein Sanitätskraftwagen – auch gern als SanKra abgekürzt – vor der Haustür. Ich mache kurz nach den 5 Uhr-Nachrichten die Jalousien hoch – und der SanKra blockierte die Straße, aus der der Bus neuerdings kommt, da eine Großbaustelle die normale Route in eine Richtung unbefahrbar macht.

In Erwartung einer Auseinandersetzung von morgendlich noch ungestimmten Busfahrern und dem Notfallvehikel wartete ich ein paar Minuten – ja, ich bin fies –  ehe mir dämmerte – oh Mann, da könnte ja jemand drin liegen. Aber die Liege war leer, als der Fahrer aus dem hinteren Teil des Wagens ausstieg und es war auch kein Warnlicht an. Gegen 4 hatte ich irgendwelche Geräusche im Hausflur gehört … Was, wenn es jemandem im Haus erwischt hat?

Wenn ich so ein orangerotes Riesenbaby vor meinem Haus stehen sehe, nehme ich immer gleich das Schlimmste an. Und so schlägt meine Phantasie Purzelbäume – jemand heute Nacht verstorben und die SanKra-Besatzung konnte nicht helfen und musste noch erst das Ableben dokumentieren?

Oder war es einfach nur ein kleines Päuschen, weil die Nachtschicht heute die Besatzung so gefordert hatte? Bäcker und Supermarkt hatten heute Nacht jedenfalls noch nicht offen …

Ich werde es wohl so schnell nicht erfahren. Aber eines weiß ich – es gehört nicht zu meinen Lieblingsanblicken, morgens, wenn es noch dunkel ist, draußen vor dem Haus ein SanKra zu sehen.