Monatsarchiv: Dezember 2021

Neujahrsvorsätze

Gerade habe ich bei meiner Puzzle-App ein weiteres Bild gelöst. Zu sehen war eine noch leere Liste und ein paar hübsch gestaltete Kärtchen, auf denen folgendes zu lesen war:

„be happy“, „eat better“, „smile more“, „find love“,“be awesome“ und „save money“.

Zuerst gefiel mir das Bild ganz gut, aber etwas nagte an mir.

Dann begriff ich es: Das waren nur Allgemeinplätze. Um als echter Vorsatz Wirkung zu entfalten, mussten quantifizierbare Parameter her.

Also nicht:“sei glücklich“ sondern „finde jeden Tag drei Dinge, die dich glücklich gemacht haben“. Dann habe ich etwas Konkretes und eine Zeitkomponente. Am Ende des Tages kann ich nachvollziehen, wie ich mich geschlagen habe.

Genauso mit „Iss besser“. Viel zu allgemein. „Ich nehme mir vor, Montag, Mittwoch und Samstag selber zu kochen, Fertiggerichte zählen nicht!“ Auch hier habe ich eine Zeitkomponente, und einene konkrete Aussage dazu, was „besser essen“ heißt.

Lächle mehr – wenn dir jemand einen schönen Tag wünscht, ein Kollege mit einer Frage kommt oder du den Bus betrittst. Schon haben wir eine konkrete Aufgabe und die Zeitkomponente/Gelegenheit.

Find love hat in den Neujahrsvorsätzen nix verloren! Das ist etwas, das nicht in unserer Macht steht. Aber „geh freitags aus, kleide dich anziehend, geh alle 4 Wochen zum Friseur, lass dir die Zähne sanieren, nimm 20kg ab, etc“ das steht in unserer Macht. Unrealistische Ziele dagegen (lass dir Flügel wachsen) nicht.

Be awesome – sei fantastisch – nach welchen Maßstäben bemesse ich das? Auch zu unkonkret, nicht quantifizierbar, nicht überprüfbar.

Save Money – easy peasy Ich leg dann mal nen Cent weg 🤑Geld gespart💵💶😁. Soo einfach ist es, seinen Vorsatz zu halten😆

Nee, natürlich gehört auch das quantifizierbar. „Ich nehme mir dann vor, die Yacht nicht zu kaufen, die ich mir sowieso nicht leisten kann! Millionen gespart!“ Nicht realistisch. Ich hätte diese Millionen eh nie ausgegeben.

„Ich frage den Chef nach ner Gehaltserhöhung! Dann gebe ich aber nur das Geld aus, das ich bisher hatte. ZAPP – gespart!“

Nee, liegt nicht in meinem Einflussbereich.

Stattdessen: Ich gehe nicht zum Bäcker/in die Kantine oder zur Tankstelle und nehme mir stattdessen Butterbrot, selbst gemachten Nudelsalat oder selbst gemachte Puffer mit. Kommt billiger, Differenz kann ich sparen.

Auch beim Sport kann ich sparen, statt ein Sportstudio zu besuchen, kann ich mich daheim hinstellen und zu einem Youtube Video trainieren. Oder ich kann zügig spazieren gehen. Beides ist kostenfrei. (Sind nur Beispiele)

Oder ich schaue mir meinen Kleiderschrank kritisch an, brauche ich neues? Oder kann ich den überquellenden Schrank mal gründlich durchgehen, neue Combos wagen oder etwas reparieren (lassen) und spare mir so den saisonalen Großeinkauf! Geht auch mit dem Schuhschrank.

All das ist konkreter als „Spar Geld“ und ich bin sicher, ihr findet eure Sparmöglichkeit.

Jetzt haben wir das Was, nun müssen wir festlegen, wieviel und bis wann. Jede Woche 20 Euro wäre so ein konkretes Ziel.

Ihr versteht jetzt, was ich meine mit, „Save Money“ klingt sehr hübsch, ist aber so erst mal als Ziel unbrauchbar. Denkt dran, wenn Ihr Eure Guten Vorsätze ins Auge fasst.

Konkret, Zeitfaktor, Überprüfbarkeit und Realismus. Es gab das auch als Eselsbrücke. Ist nämlich schon ein alter Hut. Ich wollte nur noch mal dran erinnert haben. Dann klappts auch mit den Vorsätzen! Guten Rutsch!

Gut geht’s!

Hängematt

Gut geht es dem Kleinen. Die „Tante“ hat beim Aufbau der Hängematte geholfen und nach einigem Überlegen befand Merlin, dass so eine Heizungshängematte genau das ist, was ihm hier noch gefehlt hat.

Kessy ist glücklich, dass er ihr dann nicht den Platz auf dem Sofa streitig macht. Alles ist gut.

Die sehr lange OP merkt man ihm nicht mehr an – das einzige, was darauf hindeutet, ist sein deutlich verbesserter Allgemeinzustand. Er hängt nicht mehr nur in der Küche ab, wo er immer noch gefüttert wird und sein Klo hat, sondern er kommt gern ins Wohnzimmer, wird wagemutiger, geht mehr auf die Kessy zu und schnuppert an ihr. Noch sind sie nicht wirklich beste Freunde, aber schon ganz gut co-existierende Mitbewohner. Und heute, als Kessy ihre Zoomies hatte, war er ganz neugierig. Noch ist ihre Größe für ihn ein wenig einschüchternd. Sie ist eine große Katze, was bei FunTom gut war, weil der ein Riese war.

Merlin ist eher klein.

Sie hingegen ist immer noch ein wenig irritiert, weil sein langes Fell in ihren Augen so aussehen muss, als wenn er es andauernd sträubt.

Aber es gibt keine Revierkämpfe, lediglich hin und wieder ein „Komm mir nicht zu nah“-Fauchen – gelegentlich, nicht häufig. Meist kommen sie gut miteinander aus (das wärmt das Frauchen-Herz).

Kater fühlt sich auch schon deutlich weniger knochig an. Immer noch viel zu dünn, ja, aber deutlich weniger knochig. Und vorläufig sieht es so aus, als wenn trotz Antibiotikum der Durchfall durch ist. Noch zwei Tage muss ich ihm beides geben, dann muss ich mal sehen, wie es ihm so geht – und ihn nochmal beim Arzt vorstellen. Und dann in ca. 5 Wochen hat er die nächste ZahnOP vor sich, da ja nicht alles in den drei Stunden erledigt werden konnte.

Schaut ihn Euch nochmal genau an. Fällt Euch was auf? Seine Augen – soviel sauberer – und nicht, weil ich wie ne Verrückte an ihm rumsäubere – nein, das macht er inzwischen selber!

Ihm geht es deutlich besser!

Der Tag der Tage

Merlin ist noch in der Klinik, war 3 Stunden auf dem Tisch und sie sind nicht fertig geworden.

Sie haben 11 Zähne gezogen und Reste anderer entfernt. Das mit dem Eiter hat das Antibiotikum ziemlich beseitigt.

Abholen kann ich ihn am Vorabend. Vermutlich. Er wird noch für heute ein Opioid bekommen. Das Tierchen muss schreckliche Schmerzen gehabt haben, mit den ganzen Vereiterungen, abgebrochenen Zähnen und den Restwurzeln. Die Tierärztin jedenfalls hat geröntgt und sofort gewusst, dass das Gebiss Probleme bedeutet, weil sie sah, dass die Wurzeln unten weiter waren. Was Probleme beim Ziehen verursacht.

Ich freu mich schon auf die Rechnung.

Kleiner Rückschlag

Ich hatte die Küchentür einen Spalt aufgelassen, um es dem Kater zu ermöglichen, mal kurz hier rein zu schauen. Nun ist Kessy neugierig, wie alle Katzen, und schlich sich in die Küche. Was auch immer dort passiert ist – die Küchentür war dann angelehnt (das kann sie nicht öffnen) – sie jammerte rum – und hatte sich in die andere Ecke der Küche, in die Höhle unter dem Kratzbaum verzogen. Der Kater bewachte stolz seine Beute.

Was auch immer da abging, es wurde wohl einer vom anderen überrascht und die Fluchtmöglichkeit war meiner Kessy versperrt. Mein Merlin griff sie aber nicht an, als ich dazukam, er saß auch nicht direkt vor der Höhle, nur auf dem Stuhl, von dem er sie im Blick hatte, und sie ihn. Was auch immer die zwei miteinander hatten – wir sind zurück bei Tür zu. Katze muss sich erholen. Sie ist 12 und nicht mehr die Jüngste. Soweit ich das sehen kann, ist sie nicht verletzt – nur in ihrem Stolz. Merlin fand das sehr angenehm – er kannte sonst nur die dominante Katze in seinem Leben. Diese Katze hier ist nicht dominant.

Zwischenstand – Elend: noch 3 – FranHunne 2

Also, zur Pause steht es Elender Zustand des Katers – Vorsprung verringert, zwar sind die Zähne noch genauso schlimm wie zuvor (das ändert sich hoffentlich am Mittwoch) und er schnieft auch noch (das kann auch am Zahnzustand liegen). Außerdem hat er Durchfall vom Antibiotikum bekommen. Aber:

Ich (natürlich vor allem in Gestalt der von mir beauftragten Tierklinik) immerhin 2 messbare Erfolge!

Der Kater hat nicht nur keine Parasiten mehr (die waren nach einer Woche hin), sondern er hat jetzt endlich messbar ein paar Gramm zugenommen! Meine Tier-(eigentlich Baby-)Waage zeigt 100 g mehr an als beim letzten Wiegen am Montag. Es geht in die richtige Richtung.

Die 100 g sind nicht ganz sicher, da die Waage nicht geeicht ist. Aber beim letzten offiziellen Wiegen am Dienstag Morgen zeigte auch die tierärztliche Waage immer noch 3 kg an. Er wird jetzt am Mittwoch wieder gewogen. Und dienstags ist zwar nur Gewicht gehalten gewesen, aber … er hat ja derzeit wg Antibiotikum mit Durchfall zu kämpfen. Daher verbuche ich die Zunahme, auch wenn sie eventuell ein wenig geringer als 100 g ausfällt, als Erfolg!

Der große Durchbruch kommt hoffentlich mit der ZahnOP. Oder kurz danach, da ich wohl noch ein paar Tage weiter Antibiotikum geben werden muss. Und sollte die eine OP nicht reichen (so ein kleines Tier darf nicht ewig in Narkose liegen), muss er eventuell noch ein zweites Mal unters Messer. Doch das ist eine Möglichkeit, mit der ich mich befasse, wenn Mittwoch die OP vorbei ist und mir die Ärztin sagt, was Sache ist, also was sie geschafft hat – und ob noch mehr anliegt im Mäulchen.

Sie betonte schon am Dienstag erneut, dass er vermutlich schon mindestens Monate lang Schmerzen hatte. Das wird auf jeden Fall besser werden. Die massiven Entzündungen können dann endlich abklingen. Und auch wenn ich wohl noch bis Februar oder März mit dem Kater bei der Tierklinik ein und aus gehen werde, solange es ihm hinterher besser geht, ist es das auf jeden Fall nicht nur finanziell Wert.

Einer der Kommentare unter meinem Blog hat mich ein wenig verwundert, als ich sagte, dass ich mit vermutlich über 2000 Euro rechne, um den Kater wieder völlig herzustellen. Dass ich finanziell besser da gestanden hätte, hätte ich mir ein Züchter-Tier besorgt. Also – ich habe den Kater nicht aufgenommen, weil er ein Rassekater (Birmakater) ist und ich ihn „für umsonst“ bekam.

Ich habe ihn aufgenommen, weil er medizinische Hilfe brauchte, die sein Vorbesitzer nicht bereit oder in der Lage war, ihm zukommen zu lassen. Damit dies Tier nicht länger leidet, langsam und elendig und mit starken Schmerzen verhungert. Um dieses Tier zu retten, gebe ich Geld aus. Ich gebe es nicht aus, weil ich unbedingt einen neuen und dann auch noch einen Rasse-Kater haben wollte. Ich gebe es aus, damit es Merlin wieder gut geht. Ich wäre bereit, dasselbe für einen Kater unbestimmter Rasse (Europäisch Kurzhaar) auszugeben! Dieser Kater benötigte Hilfe. Ich kann ihm nicht selber helfen (oder nur ein wenig) – aber ich kann es mir leisten, ihm die Hilfe zu verschaffen, die er braucht. Als ich zuerst von ihm hörte, war mir gar nicht bewusst, dass er einer Rasse angehört. Ich bin nämlich gar kein Rassekatzen-Freund. Und gerade diese Rasse hat keine große genetische Vielfalt. Wäre für mich ein absolutes No-Go, selbst wenn ich eine Katze aus einer Zucht wollte. Aber auch ein Birmakaterchen hat ein Recht darauf, ein ordentliches Leben zu führen. Und daher hab ich meine Rassekatzen-Bedenken hinten angestellt, um ihm Hilfe zukommen zu lassen. Für mich ist die beste Rasse immer noch Tierschutz-Katze. Dieser Kater wäre eigentlich ein Fall für den Tierschutz gewesen, aber was der Tierschutz nicht weiß … Manchmal muss man eben handeln, wenn es geht, ohne auf offizielle Stellen zu vertrauen. Nicht illegal, das niemals. Mir wurde der Kater freiwillig vom rechtmäßigen Vorbesitzer übergeben. Aber eben ohne Umwege über irgendwelche Tierwohlorganisationen.

Ja, kostet zwei Tausender. Ich lebe nicht so verschwenderisch. Das was ich mir leisten will, kann ich mir leisten. Und den Kater medizinisch versorgen zu lassen, das will ich mir leisten. Ich hoffe, ich habe jetzt alle Fragen zu den Finanzen beantwortet.

Verwegen

Kater war mit mir das zweite Mal beim Tierarzt. Er bekam zur Voruntersuchung nochmal Blut abgenommen. Ins Mäulchen wurde noch mal geschaut, daa Herz abgehört.

Das Mäulchen hat immer noch Vereiterungen drin, aber es ist alles ein wenig besser geworden. Die Tierärztin meinte, er sähe deutlich besser aus.

Das stieg ihm zu Kopf. Kaum wieder hier, erkundete er die Wohnung und kam ins Schlafzimmer. Dort erkundete er zunächst Kessys Höhle. Dann traf er sich mit „der Dame des Hauses“. Es wurde genäselt, ohne irgendwelche „%€&#§¥@“ Kommentare! Sieht gut aus.

Jetzt Däumchen gedrückt halten für den 22.

Nun muss er sich erholen. Bin zur Busenfreundin ernannt.

Advent, Advent

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Na gut, wenn Ihr* unbedingt wollt

Advent, Advent

Ob Floh wohl brennt?

Erst eins, dann zwei, dann drei und vier

Dann ist erleichtert Mensch und Tier

* Ihr wolltet nicht? Sorry, mein Fehler

Mein Kater und die hier wohnende Katze bekamen gestern ärztlich verordnetes Flohmittel. Katze kann nicht viel haben, aber für den Fall dass sie doch einen bei den kurzen Ortsterminen mit Kater einen aufgesammelt hat, wird sie mitbehandelt.

Beim hellen Katerfell sieht man nun die Krabbeltiere in Scharen fliehen, sie krabbeln in die oberen Schichten des Lanhaarfells, wo sie mir auffallen und meinem Flohkamm zum Opfer fallen. Biologische Bubblefolie.

Und so sehe ich nun mit eigenen Augen, was mir die Fressnapfmitarbeiterin mitgeteilt hat :man sollte bei Parasitenbefall nicht auf frei verkäufliche Mittelchen setzen, wie das der Vorbesitzer tat. Nur die vom Tierarzt verschriebenen sind wirklich effektiv. Spart das Geld beim Tiershop und tragt es zum Tierarzt. Dankt mir später. Eure Tiere profitieren genauso wie der Tierarzt davon.

Und vergesst nicht, zu saugen und die Betten und Liegeplätze zu waschen, wo es möglich ist. Um die Eier loszuwerden. Aus denen werden nämlich neue Flöhe, das wollt Ihr nicht!

Einen springfidelen dritten Advent wünsche ich allen😁

Frau Doktor hat das Wort

Wir waren am Dienstag in der Tierklinik. Blutwerte überprüft, Parasitenbekämpfung, er hat Flöhe und Ohrmilben und mit den Flöhen sind dann Würmer möglich. Ja, Flöhe können Würmer übertragen.

Dann kam die Waage: Kater hat 3 Kilo. Ich war überrascht! Dachte, es wäre noch weniger. Aber auch so ist er zu dünn.

Und schließlich der Blick ins Maul. Wenn ich den Kater schon länger gehabt hätte, hätte sie ihn dem Tierschutz übergeben und mich angezeigt. Der Zahnstein erreichte schon fast die Zahnspitzen, das ganze Maul voller Entzündungen, abgebrochene Zähne, deren Reste noch im Kiefer stecken. Der Termin für das Zähne ziehen und Kiefer von Resten befreien soll der 22. sein. Bis dahin darf ich ihm Schmerzmittel und Antibiotika geben. Wir sehen uns nächsten Dienstag wieder.

Gut: Die Medikamente sind flüssig. Mit Thunfischsaft kann Merlin überzeugt werden. Und weil er nun keine Schmerzen hat, frisst er sehr gut.

Heute hab ich ihm dann noch Pasten gekauft, Malzpaste, die bei Haarballen hilft, Energiepaste, die ihm ordentlich Energie zuführt, und Multivitamin mit Thunfischgeschmack. Sollte er mal den Thunfischsaft leid sein, hilft das vielleicht weiter. Und es gab eine Welpenbürste. Eine mit Draht braucht es ja nicht. Birmakatzen haben keine Unterwolle. Aber die weiche fühlt sich gut für ihn an, er hat schnurrend seinen Bauch präsentiert. Heute war er sehr schmusig.

Morgens war er neugierig und schaute, was im Wohnzimmer so passiert. Eine Couch? Findet er gut. Dass Kessy diese für sich reklamiert? Findet er nicht so gut.

Aber bis auf ein bißchen Fauchen passierte nix. Übersetzt heißt das soviel wie: „*&@%##“ und ist normaler Teil der Kommunikation zwischen erwachsenen, miteinander nicht vertrauten Tieren. Sein Stuhlproblem (war ein wenig zu hart) habe ich mit der Sahne scheinbar in den Griff bekommen.

Jetzt graut es mir davor, dass ich das Ohrreinigungszeug in seine Öhrchen einbringen muß. Und die Flohkur, die ihm auch gegen die Ohrmilben helfen soll muß ich noch beiden in den Nacken träufeln. Haltet mir weiterhin die Däumchen.

Guten Morgen

Also, ließ ich die Katzen heute zueinander sagen. Kessy benahm sich gut, als ich sie in die Küche ließ. Kein Maul aufreißen, blieb still und schnupperte nur. Und Merlin? Beobachtete sie. Misstrauisch. Aber auch er fauchte nicht.

Er saß auf dem Küchentisch und schaute ihr zu, wie sie unten drunter lang ging. Fell noch leicht gesträubt, aber die Strategie sie immer wieder mit der Anwesenheit des anderen zu konfrontieren, scheint nicht falsch zu sein. Jeder hat seinen Bereich, jeder hat sein Futter. Seine eigenen Liegeplätze (ja, natürlich reinige ich den Küchentisch bevor ich da drauf Gemüse schneide).

Warum ich Merlin auf dem Tisch dulde? Er ist es so gewohnt, er ist 9 Jahre alt und die Küche ist derzeit der einzige Raum, den er hat, da muss er in die Vertikale ausweichen dürfen. Er ist das erste Katzentier, das ich bekomme, das es gewohnt ist, auch manchmal vom Essen abzubekommen. DAS ist eher mein NoGo. Man muss sich seine Kriegsschauplätze schlau wählen.

Ich weiß, nach der Katzendreckgeschichte klingt das erstmal eklig. Aber ich hab ihn ja vor dem Tischbesuch erwischt und vom Anhängsel befreit und Tisch wird halt vor dem Benutzen gründlich abgeseift.

Wenn er das Clear vom Tierarzt hat und in die Restwohnung einzieht, wird er vermutlich sowieso nicht mehr in die Küche wollen. Dann desinfiziere ich den Tisch noch mal gründlich. Derzeit muss ich halt meine vertikalen Freiflächen vor Benutzung abseifen. Umständlich, aber machbar.

What is your hill to die on?

Ich mag immer noch keine Katze auf Tisch und Arbeitsfläche. Aber bevor ich den verstörten, entwurzelten Kater hier erziehe, will ich, dass er erst mal ankommt. Er hat genug Stress. Gestern Abend lag er auf dem Tisch, meinen Arm um ihn gelegt. Ein kleines Häuflein Unglück, so kam es mir vor. Aber dann hat er ein ganz bißchen leise geschnurrt. So saßen wir eine Viertelstunde. Und gespielt hatten wir ja auch schon. Wir gewöhnen uns schon noch aneinander.

Jetzt wird gespielt

Wir haben jetzt ein paar Minuten miteinander gespielt. Und, ja, er benutzt sein Katzenklo, aber Birmakatzen haben halblanges Fell. Da bleibt mal was kleben.

Und so habe ich einen neuen Titel, in England aufgegeben, bin ich jetzt Groom of the stool. „Seine Heiligkeit“ lässt sich gut händeln.

Er bleibt verschmust mit mir und hat beschlossen, Kessy zu ignorieren, solang sie ihm nicht zu nah kommt. Es könnte schlechter sein.