Monatsarchiv: September 2015

Dumme-Fragen-Tag – ich weiß es doch auch nicht …

Heute ist Dumme-Fragen-Tag.
Es gilt die alte Weisheit:
Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Mit Ausnahmen:
Manchmal ist es nicht so sehr die Frage an sich, die dumm ist, aber sie (zu dem Zeitpunkt) zu stellen, ist manchmal kein Zeichen von herausragender Intelligenz.

Beispiel:
Wenn mir jemand etwas erklärt, ist es nicht sinnvoll gleich am Anfang eine Menge Fragen zu stellen. Ich brauche doch erst eine gemeinsame Grundlage. Erst wenn ich nach dem Erklären etwas nicht verstanden habe, oder wenn die Erklärung an einem Punkt angelangt ist, wo ich etwas verstanden haben muss, um das nächste zu verstehen, ist es sinnvoll nachzufragen. Die Frage an sich ist nicht dumm, aber es macht keinen Sinn sie zu stellen, wenn ich die Antwort noch nicht verstehen kann und weiter nachfragen muss.

Manchmal hilft einfach mal die Klappe halten (guter Rat von Herrn Nuhr, und auch noch umsonst, jedoch leider auch oft vergeblich) – und zuhören.

Und in diesem Sinne gibt es dann doch wieder dumme Fragen.
Für alles andere, was man als „dumme Fragen“ abqualifiziert, weil die Antwort zu kompliziert wird, gibt es Tante Google (Nein, ich habe nicht zu Google.com verlinktk, das findet Ihr noch selber, oder? Das ist ein lustiges Video, wenn Google ein Büro hätte und ein Kerl wäre, davon gäbe es dann noch zwei Teile.). Oder GuteFrage.net. Oder auch die vielgeschmähte, aber doch immer wieder hilfreiche Tante Wikipedia (die brauche ich doch auch nicht zu verlinken, oder?).
Bitte sehr. Gern geschehen.

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Multi-Tasking Schwangerschaftstest

Dieser Blogbeitrag richtet sich weniger an meine weiblichen Leser, höchstens an die, die männliche Bekannte/Verwandte/Freunde haben.

Ich surfe gern ziel- und zwecklos im Internet und auf einer meiner Goto-Unterhaltungsseiten (quickmeme) stolperte ich über einen Beitrag:
Ich hielt das zuerst für ein „jaja, behaupten kann das jeder“ Beitrag: Hier hat „angeblich“ ein Mann einen in seinem Badezimmerschrank hinterlassenen Schwangerschaftstest seiner Ex benutzt. Aus Jux. Und er erhielt ein positives Ergebnis. (Fotos im verlinkten Beitrag zu sehen. Allerdings natürlich nicht vom Vorgang der Benutzung.)
Er hielt das für einen guten Witz, verbreitete das über social media, bis jemand sagte, er solle doch mal zum Arzt gehen – das könne ein Zeichen von Hodenkrebs sein. BINGO!
Sehr früh erkannt, da noch keine Beschwerden vorlagen, durchaus behandelbar.

Und ich dachte, ja, klar – Hodenkrebsfrüherkennung durch Schwangerschaftstest – ein urban myth …

Na, Tante Google im Internet weiß ja bekanntlich alles und verwies mich auf eine Seite, die ernsthafter angelegt ist:

http://www.testicularcancerawarenessfoundation.org
Dort wird auch der „Mythos“ vom Schwangerschaftstest erwähnt. Und siehe da, es gibt bestimmte, SELTENE Hodenkrebsarten, die in der Tat das Schwangerschaftshormon HCG produzieren! NICHT ALLE TUMORARTEN – die häufigeren z.B. nicht!! Also – ein negativer Schwangerschaftstest bei einem Mann bedeutet nicht, er hat keinen Hodenkrebs.
Aber ein positiver sollte unbedingt einen Arztbesuch nach sich ziehen. Und zwar ZÜGIG!

Danke für Eure Aufmerksamkeit. Ob Ihr, geneigte männliche Leser jetzt alle losrennt und die Schwangerschaftsteststäbchen kauft, müsst Ihr selber entscheiden. Wie gesagt, es ist KEIN ERSCHÖPFENDER Test. Das sagt die Awareness-Foundation nämlich auch. Wiegt Euch nicht in falscher Sicherheit. Wenn irgendetwas mit dem Gemächt sich „anders“ anfühlt – besser mal zum Arzt gehen.

Es hat schon einen Grund, warum Männer früher sterben als Frauen – einer davon ist, dass sie nicht genügend Vorsorgeuntersuchungen betreiben. Früherkennung trägt aber zur Überlebensrate bei!

Und das habe ich nun sogar vor Movember und als Frau erwähnt – weil mir Eure Gesundheit nämlich nicht egal ist, auch als Feministin nicht. Zyniker werden jetzt sagen, klar, „Sklaven“ will man nicht verlieren – sind ja schließlich nützlich – aber da ich derzeit „unbemannt“ bin (wie sich das für eine crazy old cat lady gehört), sollte ich von diesem Verdacht freigesprochen sein. Oder wie ich es auf quickmeme gelesen habe:
I love my slaves like my coffee: Free.
Also – bei mir wäre das natürlich Tee.

Standpunkt

Wie Herr und Frau Müller schon mal dargelegt haben, sollte man hier auch mal einen Standpunkt vertreten.
Hier ist mein neues Lieblings-Youtube-Video. Danke Frau Kebekus:

Bücherrezensionen

Da draußen in der weiten Blogwelt finden sich ja die extremsten Meinungen.
Heute wurde zum zweiten Mal in der Indie-Autoren-Szene Druck auf Leser erzeugt, dass ein Leser „gefälligst eine Buchrezension“ zu schreiben habe …
Beim ersten Fall kann ich es noch verstehen, ein Autor der seine Bücher mit dem Hinweis umsonst hergibt, dass er dafür nur eine ehrliche Rezension wünscht, kann erwarten, dass wenigstens eine kurze Rezension erfolgt.
Ein Autor, der seine Bücher für umsonst hergibt im Rahmen von Preisausschreiben dagegen, das ist meine Meinung, kann nicht erwarten, dass ich alle meine Leseprojekte auf die Seite lege, mich seinem, von mir nicht ausgewählten, Werk widme und dann auch noch eine Rezension von professioneller Qualität abliefere. Sorry, but no.

Die nächste Aufforderung, ein Buch zu rezensieren, weil man ihm/ihr ja Dank schulde für die harte Arbeit (Hallo, was ist mit anderen Produkten, die ich kaufe, schulde ich den Leuten in der Tamponfabrik keinen Dank für die hygienische Herstellung eines Produkts, ohne dass mein Leben sicher anders verlaufen wäre? Danke!) allerdings kann ich so gar nicht nachvollziehen.

Ein Buch ist ein Produkt. Ich bezahle, ohne genau zu wissen, ob es seine Versprechen hält, wie bei vielen Produkten. Ich konsumiere es dann. Wenn es mir gefällt, empfehle ich es meist weiter. Aber einen Zwang dazu sehe ich nicht. Dem Autor Dank dafür schulden, dass er ein Buch geschrieben hat? *heiseres Lachen* Nein, wenn ich es tatsächlich, unbezahlt (!), rezensiere, dann schuldet mir die schreibende Person etwas. Wenn es ein schlechtes Buch war, Dank dafür dass ich zeige, wo es hakt, eigentlich Aufgabe einer Agentin/eines Herausgebers (aber an denen fehlt es den Indie-Autoren), wenn es mir gefallen hat, Dank dafür, dass ich unbezahlt die Arbeit einer Werbeagentur übernehme!

Nein, liebe Autoren da draußen im Land, ich schulde Euch Geld für Eure Bücher. Im allgemeinen habe ich das bezahlt, bevor ich das Produkt auf seine Tauglichkeit prüfen konnte. Ich schulde Euch nicht Dankbarkeit, Verehrung, Anerkennung, Lobhudelei. Und erst recht sehe ich nicht ein, weil ich ein Produkt gekauft habe, dass ich zusätzlich zu dem Geld, das ich für das Produkt hinlege, noch mit meiner Lebenszeit bezahle! Geht und holt Euch Eure Ego-Streicheleinheiten von den Verkaufszahlen, von den Lesern, die freiwillig rezensieren (mache ich doch auch oft hier im Blog, aber nicht, weil ich Danke sagen will, sondern für Euch, meine Blogleser, damit Ihr wisst, was ICH an dem Buch gut oder mies fand – Spoiler, demnächst hier in diesem Theater ein echter Verriss!). Aber nicht von denen, die ein Buch gekauft haben, es mal kurz gelesen und dann gleich wieder vergessen haben.

Ich bin selber manchmal ein Schreiber (ich rede nicht von den Blogbeiträgen) – manchmal reiche ich meine noch sehr rohen Stücke an Familie und Freunde weiter – und bekomme ehrliche Kritik. Manchmal nicht mal das. Eine Reaktion meistens. Aber wenn ich meine Geschichten für Geld anbieten würde (was ich wohlweislich nicht tue, weil ich es beim ersten, rohen Entwurf belassen will, Schreiben soll für mich Spaß bleiben), dann erwarte ich NICHT, dass nun alle Welt in Verzückung gerät und mein Produkt anpreist.

NEIN, LESER SCHULDEN EINEM AUTOR, DER IHNEN GEFÄLLT, KEINEN DANK! (Das Schlüsselwort ist hier SCHULDEN.)

PS: Danke Sir Terry Pratchett!

Asking for Help – Please Share and Help Me Find My Sister

Not much chance that my little German blog reaches out to South Korea, but where there is life there is hope. My mother took about 24 years to find her family after she was displaced during the chaos at the end of WW II. There were the friendly people of the German Red Cross Search Unit helping. Time to repay.

Postkartenfail

Ich habe mir am Freitag neue Postkarten gekauft. Eine allerdings werde ich nicht verschicken – weil ich ein ernsthaftes Problem mit dem „Joke“ habe.
Eine Postkarte, das Bild eine Tafel Schokolade, darüber groß die Buchstaben: „Schlanke Menschen sind nur zu doof zum Essen.“

HALT – So nicht! Das ist die umgedrehte Variante von Fat-Shaming, das ist Slim-Shaming. Und hat genauso wenig Platz unter meinen Postkarten wie das andere. Dickenwitze dürfen nur Dicke reißen, Dünnenwitze dürfen nur Dünne reißen, Witze über Leute jüdischen Glaubens solltenn nur Leute jüdischen Glaubens machen. Türkenwitze will ich nur von Bülent Ceylan und anderen Betroffenen hören.

Wie beim dicken Menschen weiß der Betrachter bei einem schlanken Menschen doch nur eins: Wie die Person aussieht. Nicht mehr und nicht weniger.
Warum die Person so ist, wie sie ist, ist Spekulatius.

Es gibt genügend gesundheitliche Gründe, es gibt Leute, die einfach immer dünn waren (und wahrhaftig keinen Bogen ums Essen machen) und es gibt Leute, die einfach gern dünn sind. Will ich nicht dafür verspottet werden, dass ich dick bin, darf ich den nicht verspotten, der es nicht ist. Alles andere ist scheinheilig.

Die Karte wird also nicht über Postcrossing verschickt – aber ich kann sie an den Hersteller schicken, die-kartenwerkstatt.de. Wenn ich eine postaliche Adresse herausbekomme. Mit ein paar passenden Worten, warum das nicht i.O. ist und auch nicht lustig.