Monatsarchiv: Mai 2018

Gestern gab es was zu essen

Also, es gibt natürlich für mich TÄGLICH etwas zu essen, ich lebe ja in einem Land der ersten Welt und noch dazu in relativem Wohlstand (relativ verglichen mit Leuten, die nur Geld für das Allernotwendigste haben und oft nicht mal das).

Aber gestern hab ich mal wieder gekocht.

Etwas vegetarisches (nein, nicht vegan, sorry Veganer, aber ich bin Omnivor, ich mag Eier und Sahne und Butter und nein, ich habe zwar noch eine Ahnung, wie ich Butter und Sahne ersetzen könnte,wenn ich denn wollte, aber spätestens bei den Eiern im Frühlings-Eier-Ragout hört es auf … vielleicht ist das Rezept einfach nicht für Euch), mit Milchprodukten (sorry Laktoseintoleranz-Leider – ich vertrage Laktose) und mit Gluten (im Weizenmehl – sorry Coeliac-Patienten). Also eigentlich ein ganz normales, fleischfreies Gericht für Leute, die nicht besondere Anstrengungen unternehmen (müssen).

Das Rezept ist von Chefkoch.de – daher hier nur ein Link.

Meine Anpassungen:

  • Ich habe die Petersilie weggelassen, weil ich zu faul war, nochmal zum Einkaufen raus zu gehen und Petersilie neu zu kaufen. Ich wollte nämlich schon letztes Wochenende dies Rezept zubereiten, hatte Petersilie im Topf gekauft, die mir dann, dank meines braunen Daumens einging.
  • Ich habe weißen statt Grünen Spargel genommen, weil ich den Grünen nicht bekommen habe letzte Woche. Auch nach einer Woche im Kühlschrank war der weiße Spargel noch gut und nicht verfault oder verschimmelt!
  • Ich hatte einen Senioren-Moment – und habe die Mehlschwitze falsch zubereitet. Anstatt das gesamte Mehl in der aufgelösten Butter goldbraun anzuschwitzen, hab ich nur einen Teil hinein getan … Ich wollte es nach und nach hinzufügen, habe aber gleichzeitig telefoniert und bin wohl doch weniger multitaskingfähig als ich dachte. Aber als ich dann die Brühe hinzugefügt habe, fiel es mir auf und habe wie ’ne Wilde gerührt, und dabei die zweite Hälfte Mehl dazu gegeben. Ging auch. Und dann Milch und Sahne dazu. Man muss halt ordentlich rühren!
  • Ich hab beim Abschmecken gemerkt, dass ich noch Muskat dran geben würde. Beim nächsten Mal …
  • Ich hab den Zitronensaft weggelassen. Weil ich beim Abschreiben des Rezepts – ähja, mein Drucker muss dringend gereinigt werden, damit ich demnächst ausdrucken kann, sozusagen die pre-digitale Variante, oder ich nehme den Laptop doch in die Küche (mach ich nicht so gern, wegen des Drecks, der beim Kochen entsteht) ODER – ich schaffe mir zum Kochen ein Tablet an, oder einen schicken Sklaven, der zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her läuft und nachliest, was als Nächstes kommt – also ich hab vergessen aufzuschreiben, wann ich den Saft dazugebe. Da stand nun mein ausgepresster Zitronensaft – und wanderte nicht mit ins Ragout …

Also, nach all diesen Veränderungen (ungeplant) hat es mir trotzdem geschmeckt und ich werde es sicher wieder ausprobieren.

So kam ich wenigstens dazu, mal wieder weißen Spargel zu essen (eigentlich sollte ich das jedes Jahr tun, ich lebe schließlich in einer Gegend, die wegen ihrer sandigen Böden Spargelland ist) – aber es fehlte mir eben auch Farbe.

Gedauert hat die ganze Kocherei nur, weil ich den Spargel schälen musste (das entfällt bei Grünem Spargel natürlich) und nebenbei telefoniert hab … Sonst war der Aufwand eigentlich gering. Gemüse putzen, Kartoffeln und Möhren in Scheiben schneiden, Spargel in Stücke und Kohlrabi in Stifte, Wasser für Brühe aufkochen, Brühpulver und Gemüse rein, wer noch n zweiten Pott abwaschen will, kann gern dann schon die Mehlschwitze anfangen, ich wartete, bis das Gemüse durch war, hab dann das Gemüse in einen tiefen Teller untergebracht, die Brühe umgefüllt (weil sie ja zum Ablöschen der Mehlschwitze gebraucht wird) – und dann im selben Topf die Soße gemacht. Weder schwer noch langwierig. Die Eier kochte der Eierkocher. Deswegen heißt der ja so …

Mein Eierkocher ist übrigens dieser. Zwei Nachteile an dem Gerät sind, dass der kleine Griff für das Tablett, auf dem die Eier sitzen, nicht stabil ist und dass der Zirp-Ton, mit dem das Ende der Kochzeit angezeigt wird, gewöhungsbedürftig und eher leise ist. Ich hab Angst, dass ich, sollte ich tatsächlich drei oder vier Eier auf einmal zubereiten, das Ding abbreche. Da ich meist zwei Eier koche, ist es für mich aber kein Grund, das Ding schlecht zu reden. Und was den Ton angeht, muss ich schon in der Küche bleiben, da ich im Wohnzimmer diesen Ton nicht hören würde. Ansonsten nimmt das Ding wenig Platz ein und sieht lustig aus. Und kocht die Eier, wie der Name schon sagt.

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Zimmerlautstärke

Zimmerlautstärke ist …

wenn das Schnurren der Katze das Radio übertönt.

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Online-Sprachkurs Russisch

Ich habe, beruflich bedingt, viel mit russischen Urkunden zu tun, daher sind elementare Grundkenntnisse der russischen Sprache für mich im Dienst hilfreich. Ich hatte daher zwei Wochenenden Russischkurs gebucht vor einer Weile, das hat mir auch sehr weiter geholfen, es wurde aber keidn Nachfolgekurs angeboten. Dann habe ich ein Wochen-Seminar, wieder von Anfang an, gebucht, eine Art Bildungsurlaub, nur dass ich dafür klassichen Erholungsurlaub genommen habe. Drei Tage nahm ich daran teil, dann hatte ich leider eine Erkrankung, die das aus dem Haus gehen schwer machte.

Immerhin kam ich dieses Mal wesentlich besser mit als beim ersten Mal.

Zwischenzeitlich hatte ich Babbel angetestet, aber wegen der Kosten erstmal verworfen.

Wöchentlich einmal stattfindenden Abendkurse bringen mir nix. Ich brauche intensiveren Input, mehr Übungen. 16 Leute im Kurs mögen in der Volkshochschule aus Wirtschaftlichkeitsgründen anstrebbar sein, aus pädagogischen Gründen sind derart große Gruppen beim Sprachenlernen katastrophal. 6 Leute – das würde garantieren, dass jeder dran kommt, jeder gefordert ist, sich keiner verstecken kann. Bei 16 Leuten hab ich in 90 oder 135 Minuten (2 bis 3 Schulstunden) nicht mal 10 Minuten als Schüler, und da ja noch Stoff-Vermittlung durch den Lehrer stattfindet, bin ich eher bei 5 und darunter. Das und nur einmal pro Woche und dann noch mit Unterbrechungen durch Ferien (schließlich finden die Kurse nicht in den Schulferien statt) hindert mich daran, mir einen klassischen Abend-Russischkurs bei der vhs zu buchen.

Nun hat mir vor 11 Tagen meine Schwester zu duolingo geraten. Duolingo ist kostenlos (in der Basisversion, die mir auf jeden Fall reicht, da ich ja noch sehr am Anfang bin).

Ich bin froh, dass ich das Alphabet inzwischen beherrsche (weitestgehend, allerdings sind die sch-tsch-ts-Laute mit ihren Zeichen immer noch ein Fall für Verwechslungen). Denn DAS könnte ich bei Duolingo nicht lernen. Duolingo ist nicht strikt strukturiert, die Übungen sind zwar immer unter einem großen Aufhänger, aber nicht wie in einem Anfängerkurs mit Regeln durchsetzt (Regeln gibt es nur in der Desktop-Version, als App, so meine Schwester, sind diese nicht verfügbar).

Das sorgt zwar für größere Abwechslung beim Üben, aber um Struktur hineinzubringen oder selber zu schreiben, muss ich zusätzlich auf andere Quellen zurück greifen. Für Druckschrift fehlt mir die russiche Tastatur (und nein, es hilft nicht, eine russische Tastatur auszuwählen, wenn ich raten muss, wo die Buchstaben sind, weil sie bei meinem Laptop nicht aufgedruckt sind).

Und doch, ich habe das Gefühl, ich mache auch unstrukturiert Fortschritte. Sprache ist eh nicht stringent, da lernt man viel durch Nachahmen (und da Duolingo mit einem spricht und auch eigene Sprachbeiträge fordert, lernt man auch ein wenig die andere Sprachmelodie – also, ein wenig.)

Also stolpere ich mich seit 11 Tagen durch meine Russischlektionen (und zwar täglich).

да, ежедневно – ja, täglich. (Da, eschednewno)

Und damit mir nicht langweilig wird, gibt es noch ein paar Wiederholungen meiner Französischkenntnisse … après tout c’est gratuitement (schließlich ist es umsonst).

Lustigerweise gibt es, wenn man sich als Deutsch-Muttersprachler einträgt, keinen Russischkurs, daher habe ich mich als Englisch-Sprecher ausgegeben. Das ist lustig, da ich so alle russischen Sätze ins Englische übersetzen muss (zwei Fliegen mit einer Klappe) – und umgekehrt. Mein Französischkurs wurde dann automatisch mir als Englisch-Sprachiger zugeordnet. Das führt zu so abstrusen Fehlern, dass ich eine Sprache lese – und dann den Satz, anstatt zu übersetzen, einfach noch mal in derselben Sprache hinschreibe. Solange ich nicht die russischen Beispielsätze ins Französische übersetze, ist es wohl noch im Rahmen. Sonst bin ich wieder bei Babel.

Es gibt da auch einen Chinesischkurs … *Ein ganz klein wenig verlockt bin, aber zur Zeit ist mir Russisch einfach wichtiger. Ich hab allerdings schon mal drei Sprachen nebeneinander gelernt: Als ich ab der 9. Französisch zu Englisch und Latein dazu bekam – nur hatte ich da jeweils zwei Jahre zwischen den einzelnen Anfängen. Heute lerne ich Französisch zur Wiederholung – weil ich ja viel vergessen habe. Und Russisch ist ja nicht wirklich im dritten Lernjahr. Bei weitem nicht! Also muss Chinesisch noch ein wenig warten.*

Ihr wisst ja:

Optimisten lernen Englisch,

Pessimisten lernen Russisch

und Realisten lernen Chinesisch.

Dans cet esprit. (In diesem Sinne) Oder auch: в этом ключе (We ätom klutschje)

(Was man nicht alles online nachschlagen kann …)

 

Noch ein Buch – mein viertes

Gestern Nachmittag habe ich Joachim Fuchsberger gewidmet. Oder besser seinem Buch „Denn erstens kommt es anders …“. Erschienen im Jahr 2007, noch zu seinen Lebzeiten (Herr Fuchsberger verließ uns 2014) erzählt er darin Geschichten aus seinem Leben. Nicht immer ganz wahrheitsgetreu, wie ihm seine Frau vorwarf, aber er antwortete in typischer Fuchsbergermanier, dass er seine Version lieber möge.

Nun kenne ich die Realität nicht, aber die Version, die er uns so präsentiert, gefiel mir auch.

Er wurde 1927 geboren, vier Jahre nach meiner Stiefgroßmutter, und teilt sich den Geburtstag mit meiner Schwester. Er wuchs also vor allem in der „dunklen Zeit“ Deutschlands auf. Deutlich jünger als meine Großväter (beide Jahrgang 1910) und deutlich älter als mein Vater (Jahrgang 1942). Er machte den Krieg als Feuerwart, Flakhelfer und später als junger Soldat mit (er war 18, als der Krieg endete). Seine Geschichten aus der dunklen Zeit erscheinen mir zumindest ehrlich, denn er schont weder seinen Vater, der zuerst ein sehr überzeugter Nazi, nur wenig später dann (schon vor der Reichspogromnacht) ein sehr enttäuschter Nazi war. Auch die anfängliche Begeisterung des jungen Fuchsbergers (der unausweichlich Mitglied der üblichen Jugendorganisationen war) ließ nach 1938 deutlich nach.

Der Krieg hat dann den noch jungen Fuchsberger schnell sehen lassen, welch grausames Geschäft Krieg war. Er hat von einem Turm auf dem Rathaus in Düsseldorfs Altstadt die erste Bombennacht in Düsseldorf erlebt. Immer wieder tauchen in diesen eigentlich ja sehr grauenvollen Geschichten unserer deutschen Geschichte dabei Menschen auf, die eben das Bild der anonymen Masse aufbrechen. Menschen, die versuchen, anderen gegenüber fair zu bleiben, Menschen, die Rücksicht auf die noch sehr jungen Beteiligten nehmen, Menschen, die das Schwarz-Weiß-Bild von Nazi-Deutschland aufbrechen.

Und Fuchsberger schont weder den Vater noch sich selber. Er erzählt von dieser Zeit, von der ersten Begeisterung des Vaters, dessen Stolz auf die Uniform, er erzählt von seinem eigenen Stolz als Ordensempfänger nach der ersten Bombennacht. Aber er spart eben auch nicht an Kritik mit seinem jugendlichen Arschloch-Ich (seine Worte, nicht meine).

Er nimmt uns mit zu seinem „ersten Mal“ (während der Nachtwachen mit einem der Mädels, die als Ersthelferinnen bereit standen), berichtet dann von seinem Glück, sowjetischer Kriegsgefangenschaft entronnen zu sein, und der Lüge, mit der er seine Kriegsgefangenschaft beendete (Bergleute wurden früher entlassen, also gab er an, in den Minen zu arbeiten, wo er dann auch später Kohle abbaute).

Er arbeitete dann mit seinem Vater zusammen, der Druckmaschinen reparierte, und kam so in Kontakt mit der Presse.

Seine schulischen Leistungen litten schon als Junge unter seinen Streichen, seiner Abenteuerlust – und dann später unter dem Krieg. Er sollte ein Notabitur nach dem Krieg nachholen, aber die Lehrer an der Anstalt waren weder nach seinem, noch nach dem Geschmack seines Vaters, so dass seine schulische Karriere mit mittlerer Reife endete.

Er machte Ausstellungsradio, fing dann beim Bayrischen Rundfunk an, wurde dort Nachrichtensprecher, heiratete eine Sängerin, der zuliebe er dann seine Karriere als Nachrichtensprecher aufgab, die Ehe hielt aber nur kurz.

Dann kamen erste Auftritte als Moderator (er sprang einmal für Hans-Joachim Kulenkampff ein), als Schauspieler (wobei er ziemlich schnell eine Hauptrolle in den 08/15 Filmen erhielt), eine neue Liebe, die seine zweite Ehefrau wurde (diese Ehe sollte dann fast sechzig Jahre halten, bis zu seinem Tod), ein Kind, das die Karriere seiner Ehefrau (auf deren eigenen Wunsch) beendete. Ab da flacht das Buch etwas ab. Das liegt wohl daran, dass sich Krisen und Rückschläge spannender lesen als Erfolge.

Seine szenische Erzählweise weicht einer Art Aufzählung, nur noch wenige Szenen werden aus der Zeit nach den 70ern erzählt. Am deutlichsten in Erinnerung aus den 70ern ist allerdings seine Tätigkeit 1972 als Chefsprecher der Olympischen Spiele in München.

Von seinen Filmen erzählt er wenig, so hätte ich mir noch einen Satz zu einem meiner Lieblingsfilme mit ihm gewünscht, zum Fliegenden Klassenzimmer. Doch da kam gar nichts.

Erst gegen Ende, in Australien, seinem zweiten Zuhause (Heimat blieb für ihn bis zu seinem Tode Deutschland, obwohl er die doppelte Staatsbürgerschaft hatte) nimmt seine Erzählweise noch einmal Szenen auf – und er erwähnt seinen letzten Kinofilm, Neues vom Wixxer. Anfangs stand er dem Projekt sehr, sehr skeptisch gegenüber, wollte partout nicht Teil des ersten Films werden. Aber als er dann den ersten Teil auf DVD zugeschickt bekam, änderte er seine Meinung. Sein letzer Kinofilm davor war aus dem Jahr 1982, „Der Fan“. Dazwischen kamen noch einige Fernsehfilme, doch von 1998 bis 2007 hat Fuchsberger keine Filme gedreht. Auch nach dem „Neues vom Wixxer“-Film hat er nur noch Fernsehfilme gemacht. Dafür Theater. U.a. mit Ralf Bauer.

Ich konnte das Buch heute Nacht nicht aus der Hand legen bis ich es beendet habe, aber wegen der abfallenden zweiten Hälfte gibt es doch nur 4 von 5 Kokosnüssen. Die aufzählende Erzählweise war sicher dem Buchumfang geschuldet (und dem halt doch sehr langen Leben, in dem sovieles passiert ist), aber ich fühlte mich am Anfang des Textes mehr mitgenommen.

„Denn erstens kommt es anders …“ von Joachim Fuchsberger

Erscheinungsjahr 2007

Verlag: Lübbe-Verlag (Hardcover-Ausgabe, gebraucht gekauft)

345 Seiten (es hätten bei 80 Jahren ruhig ein paar mehr sein dürfen!)

Erfüllte Aufgabe der Lesechallenge: 19 – Buch, das Musik/TV/Film oder Kunst zum Thema hat.

Nun, Fuchsberger war ein TV- und Filmstar, seine erste Ehefrau war Sängerin und er hat sogar Schlagertexte geschrieben. Wenn das nicht diese Aufgabe perfekt erfüllt, weiß ich nicht …

 

 

Heute eingetroffen

Ich hatte ja in meinem Post über die Lange Nacht der Theater erwähnt, dass wir uns eine Lesung aus der Fuchsbergerschen Biographie gegönnt haben. Es war so gut, dass ich mir diese Biographie bestellt habe – heute traf sie ein. Ein gebrauchtes Hardcover, mit einem Namen und der Jahreszahl 2007 drin. Den Namen werde ich natürlich nicht veröffentlichen.

Und wie ich mir das schon gedacht habe, liest sie sich genauso gut, wie sie sich angehört hat.

Dazu später mehr – es wird Aufgabe 16 meiner Challenge. Und sollte nicht allzu lange dauern.