Monatsarchiv: Juli 2012

Freude schöner Götterfunken – mit Steeldrums

Heute Abend werde ich, nachdem ich meine American Diner Pläne für heute zu den Akten legen musste, doch noch das Karibik-Lokal in der Nähe des Lister Platzes testen können.

Die Währung, in der gute Taten zurückgezahlt werden, nennt sich gute Freunde! Und mit so einer Person werde ich heute zu karibischer Atmosphäre im derzeit etwas bewölkten Städtchen flüchten. Bis später!

Es war eine eher dominikanische Küche, obwohl auch jamaikanische Elemente auf der Speisekarte standen. Aber die Musik war eindeutig eher spanisch 😉

Um 17 Uhr öffnete das Lokal, kurz nach 19 Uhr betraten wir es, hatten einen schönen Platz am Fenster. Viele Pärchen waren zu sehen, jünger als wir, draußen saßen ebenfalls Leute. Keine Tischdecken, aber Tischsets, Papierservietten.

Die Karte bot viel Exotisches: Papaya, Papageienfisch, Mango zu Ente

Wir teilten uns eine Vorspeise

Geröstetes Weißbrot belegt mit karibischem Avocado-Krebsfleisch-Cocktail

Das Brot, das wir bekamen, war nicht geröstet.

Dann nahm meine Begleitung für diesen Abend Pato Tobago Flugentenbrust flambiert mit karibischem Rum
in Mangosauce. Dazu Maniokwurzel.

Flambiert wurde nicht – jedenfalls nicht so, dass es dem Gast sichtbar war.

Ich bestellte Loro Mambo
Papageifisch mit Papaya, Paprika und Kokosmilch in Honig-Sojasauce zubereitet

Dazu Kochbananenpüree.

Die Ente war solide. Die Mangosauce  schmeckte nach Mango, aber war nicht so süß, dass es in einem herzhaften Essen störte. Die Maniokwurzel – ähnlich einer sehr sämigen, aber leicht zähen Kartoffel. Fügte sich sehr gut als Beilage zu den Saucen. (Die Beilagen kamen in Extra-Schüsselchen, so das beides von beiden probiert werden konnte).

Der Fisch war scharf angebraten und kam in einer großzügigen Portion daher, die dunkle Gemüsesauce wies weniger Gemüse auf als erhofft. Die Sauce war auch einen Hauch bitter. Ob Kokosnussmilch wirklich drin war, ließ sich nicht feststellen.

Dazu passte die nur leicht  süssliche Kochbanane hervorragend, die die Bitterstoffe in der Sauce band.

Nach einer ziemlichen Pause rang ich mich noch wegen der Abrundung zu einem Nachtisch durch

Crema Fantastica Hausgemachtes Sahnedessert zubereitet mit frischen Mangos
Die Mangos müssen in homöopathischer Dosis im Sahnedessert püriert gewesen sein, es gab Mangosirup dazu. Aber es schmeckte ganz hervorragend!

Zu trinken hatte meine Begleitung einen Caipirinha und eine Mangoschorle, ich nahm zwei alkoholfreie Cocktails.

Die Gesamtrechnung, zwei Personen Hauptspeise, einmal Vorspeise, einmal Dessert, vier Getränke kostete 61,40.

Kokosnussfaktor 5 von 5! Auch ohne Steeldrums. 😉

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Chinese ohne Kontrabass

Heute also mal die Nationalküche angetestet, die nach Italienern und Griechen wohl die verbreiteste „fremde“ in Deutschland ist.

War in den 50er Jahren Italien exotisch, in den 70ern dann der Grieche wurde es ab den 90ern des vergangenen Jahrhunderts auch auf dem Land üblich, ein Chinarestaurant „in der Nähe“ zu haben. Wobei „Nähe“ ein relativer Begriff ist, wenn man auf dem Land „in the middle of nowhere“ wohnt.

Den Chinesen, den ich nun heute aufgesucht habe, habe ich nicht mehr fußläufig erreicht. Das hätte ich auch haben können, aber die Restaurantbesprechungen des nahen Gastronomiebetriebs auf einer Website haben mich davon Abstand nehmen lassen. So habe ich also ein Lokal besucht, dass mehrere gute Kritiken erhalten hat, dafür in einem eingemeindeten Vorort liegt. Obwohl der Tiergarten in der Nähe ist, war weder Wildschwein noch Reh auf der Karte 😉

Ich habe von der bei Chinesen üblichen, üppigen Mittagskarte gewählt, Bratnudeln mit Hähnchen, davor gab es eine Gemüsesuppe und zwei Mini-Frühlingsrollen. Die Gemüsesuppe war einem Feuergott geweiht, ich entschloss mich daher, sie diesem auch zu opfern und mich nicht selber damit zu nähren.

Die kleinen Frühlingsröllchen waren sehr lecker, mit süßer Chilisauce. Natürlich war nur Weißkohl drin, für mehr war einfach kein Platz.

Im Hauptgericht erwartete ich dann, da auch Gemüse angekündigt war in den Bratnudeln, zu viel. Ich bekam zwei Stäbchen Karotte, ca. 1 Zwiebelachtel, eine gute Anzahl Bambussprossen, drei Ringe Lauch – nein, ich will nicht übertreiben, es waren nur zwei.

Außerdem war dieses dünne asiatische Omelett in Stücken enthalten – und außerordentlich gelungen gebratenes Fleisch. Hähnchen wird schnell trocken, dieses war perfekt. Aromatisch, durch (wichtig bei Hähnchen), saftig. Das und die Bratnudeln, denen man die Eiernudeln anschmeckte, entschädigte für die zu scharfe Suppe und das fehlende Gemüse. Sauce war bei gebratenen Nudeln keine dabei.

Auf der Karte war aber vorgewarnt, dass Glutamat ein (wichtiger) Bestandteil des Essens wäre.

Das Publikum: Überwiegend Senioren in Paaren (eine Menge Seniorenstifte, -wohnungen etc. liegen im Umkreis), eine weibliche Familie (Oma, Mutter, Kind), ein älterer Herr mit Tochter, ein älterer Herr allein. Da ich draußen saß, konnte ich aber nicht alle anwesenden Gäste „begutachten“.

Ein asiatisches Paar mit zwei Mädels stand vor dem Lokal als ich ankam, kann aber sein, dass sie schon gegessen hatten, es war nicht mehr ganz früh.

Glücklicherweise blieb mir der Carrell-Sketch mit dem heraufziehenden Regensturm erspart, obwohl ein wenig Wasser der Suppe vielleicht gut getan hätte.
Der Service war schnell und aufmerksam, die Karte bot keine überragenden Neuigkeiten.

Ich vergebe, weil mir ungewohnte Umgebung (war fast wie ein Ausflug in eine Kleinstadt), immerhin 2 Kokosnüsse.

 

 

 

Ausblick

Jetzt ist noch eine Woche Urlaub, langsam muss ich mir überlegen, was ich noch ausprobieren will – und testen, was davon überhaupt noch auszuprobieren geht.

Den Portugiesen, der in Urlaub war, will ich ja noch testen, ein nordamerikanisches Restaurant in der Nähe einer bekannten Kino-Kette hat ganz gute Kritiken bekommen (und geöffnet ab 15 Uhr, das ist machbar,  hinterher dann ins Kino, erste Nachmittagsvorstellung) – das bietet sich für Dienstag an.

Südamerika bliebe noch ein brasilianisches Restaurant, das nicht mal ums Eck sondern einfach nur eine Kreuzung weiter zu finden ist.

Die anderen zwei Tage muss ich mal schauen …  China bliebe eine Option. Und was spricht eigentlich gegen gepflegte deutsche Küche?

Gestrichen ist das Karibische Restaurant. Gestrichen ist auch das Böhmische Restaurant, dessen Telefonnummer sich nur in einer Stelle von meiner ersten Hannoverschen Telefonnummer unterschied (mindestens dreimal riefen mich Gäste an und wollten Tische reservieren).  Gestrichen ist der Südamerikaner in der Innenstadt, wie auch die russische Geheimdienstkantine. Genauso das vegetarische Biorestaurant, dessen Namen an Lavendel und weiße Pferde denken lässt.
Alles Restaurants, die frühestens ab 17 Uhr aufmachen – und damit nicht mal in die Kategorie spätes Mittagessen fallen.

Ansonsten bleibt „Shoes“ (ein Stück, auf das ich durch die Lange Nacht der Theater aufmerksam wurde) auf dem Zettel (mal sehen, ob ich noch ein Kärtchen bekomme) und ins Kino könnt ich auch noch (s. o.), wenn ich dem Zoo schon einen Korb gebe – und für nächste Woche Sonntag habe ich mir eine  Museumsführung vorgemerkt.

Das letzte Drittel Urlaub. 😉

Endlich mal vegetarisch

Heute wird selber gekocht.

Mit Freunden, abends. Kichererbsenragout (indisch) mit einem warmen Obstsalat. Dafür gibt es jetzt schon Kokosnüsse – denn Papaya jagen ist zumindest abenteuerlicher, als Kichererbsenkonserven kaufen 😉

Die Jagd war in der Tat abenteuerlich – einer meiner Qualitätssupermärkte, bei dem ich die Papaya erhoffte, wird umgebaut – und auch wenn es Papaya gab, war die Qualität bescheiden.
Das Kichererbsengericht war lecker – nur – man sollte nur jemandem die Chili-Mühle in die Hand drücken, der damit verantwortungsvoll umgehen kann … 😉

Kokosnussfaktor heute sicher 5 von 5.

Allein schon wegen der Black Stories, die wir hinterher spielten 😉

Karamelleis zum Mittag und andere Verbrechen

Es ist einfach zu heiß, um in den Mittagsstunden Appetit auf etwas Warmes zu haben – daher gab es heute (Achtung, Kokosnussfaktor 3/5) Karamelleis zum Mittag.

Gestern saß ich in der Mittagshitze mit einem Käsebrötchen auf dem Kies“strand“ (Wasser hatte ich allerdings nur in der Flasche mit) – aus gutem Grund – ich wollte unbedingt vorn in der Schlange fürs Kleine Fest stehen. Was gut geklappt hat – war die dritte. Wenigstens war es schattig, wenn auch sehr heiß. Vor mir zwei weitere, jüngere Frauen, hinter mir füllte sich langsam, sehr langsam der Weg – bis etwa halb vier, dann ging es ganz schnell und plötzlich waren es über 200 Leute, die noch gern zum Kleinen Fest wollten.

Ich kam jedenfalls rein, die zuverlässigen Freunde, die wegen meiner „Anstellerei“ auch reinkamen, hatten Essen mitgebracht – und so planten wir beim Picknick (wann hab ich schon mal Gelegenheit zum Picknick?)  den kriminellen Abend: Taschendiebstahl, Schuhdiebstahl, aufgehängt wurde auch jemand, Tierquälerei, Prügelei, Exhibitionsmus und zum Guten Schluss noch Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigung (der deutschen Sprache). Abgerundet wie immer durch eine nächtliche Ruhestörung. Ein rundum gelungenes Kleines Fest also. 😉
Wir sahen uns an – einen professionellen Taschendieb, der Leute reihenweise um ihr Smartphone brachte.

Ein Duo, das so dem Schuhwahn verfallen war, dass es über Ladendiebstahl im Schuhladen sang.

Eine sehr poetische Akrobatikgruppe, die eben auch mit Seilartistik arbeitete – begleitet von klassischer Musik.

Eine Comedytruppe, die eine (nur durch Lautäußerungen vorhandene, also virtuelle) Katze trat. Lustig waren sie auch – wenn es nicht gerade um den running gag „ich trete eine Katze“ ging.

Ein Marionettentheater, bei dem sich zwei männliche Marionetten um eine weibliche prügeln.

Eine Akrobatentruppe aus Spanien, die ihren Akt (!) in Unterhosen anfing.

Und der krönende Abschluss war Hans Klok – der seine Assistentinnen verbrannte und durchbohrte – und den Abend in Carrell-Sprach absolvierte.

Außerdem gab es natürlich wieder das Barockfeuerwerk nach 22 Uhr.

Bei den Walking Acts war für mich das Highlight die Gänseparade. Mit welchem Ernst diese Tiere in der Reihe zwischen ihren Menschen marschierten – sehr beeindruckend. Hübscher Anblick.

Kokosnussfaktor 5 von 5. Sehr abenteuerlich vom Warten (wo ich das schlimmste Beispiel von bauchfrei sah, das mir jemals vor die Augen kam – ein Mann entblößte auf dem Fahrrad einen sehr stattlichen Bierbauch) bis zum Feuerwerk. Daher bin ich heute auch so kaputt, dass ich mich nicht bei kanpp 30 Grad auf den Weg mache zum Essen.

fällt aus wegen is nich

Heute kein kulinarisches Abenteuer – da ich heute ein paar Stunden mit Warten verbringen werde. Was ich dabei erlebe – und vor allem hinterher, das berichte ich dann gern morgen früh, ehe ich morgen wieder essen gehe.

😀

kann ich besser

Eigentlich ein vernichtendes Urteil, dabei war es nicht schlecht, aber ich habe das Gericht selber schon zweimal zubereitet – und das war einfach wesentlich besser.

Heute ging es zum Griechen, weil ich in der Nähe was zu erledigen hatte. Obwohl der Grieche nicht weit von meinem Job liegt, war ich noch nie da. Wetter war gut, ich saß draußen, zuerst im Schatten, dann kam die Sonne rum. Der vorhandene Sonnenschirm wurde nicht geöffnet.

Der Service war schnell. Freundlich war der Syrer – nicht der Grieche, der schon sehr lange hier lebt (sprach aber auch mit der anderen Servicekraft griechisch, erst dachte ich, er könnte nur deutsch). Er kam ein wenig genervt rüber.

Am Nebentisch drei junge Damen, die sich darüber ausließen, wie sehr man auf dem Dorf unter Gemeinschaftsbeobachtung steht .. am anderen Nebentisch eine Familie. Ältere Frau, junges Elternpaar, ein Baby und ein ca. 8-jähriger, der nicht gut warten konnte, halt ein Kind  .. DAS ist kein Vorwurf, aber wenn er mit dem Baby Rollübungen die Rampe runter machte, wurde es sogar der Mutter zuviel.

Er wurde sooft zurecht gewiesen (blas nicht in deinem Getränk herum, lass das Baby schlafen, sitz still), dass er mitten im Essen ( ich wartete noch auf meines) laut verkündete, er wolle NIE WIEDER essen gehen.

Dann kam mein Salat – Immerhin Lollo und nicht Eisberg, Pilz – in Scheiben, eine Scheibe Tomate, vielleicht ein EL Krautsalat – dazu reichlich Weißbrot, das ich nicht anrührte. Ein eher zurückhaltendes Dressing auf Joghurtbasis.

Der Hauptgang, Lammkeulenscheiben in Tomatensoße, mit Reisnudeln. War mit Käse überbacken. Ich kenne das Rezept – und wenn ich es mit meinen Freunden mache, ist es geschmackvoller. Lamm – also – ganz JUNG war das junge Schaf nicht mehr .. Käse – war nicht intensiv … Tomatensoße – also – hab ich schon mal fruchtiger gegessen.

Alles in allem kostete der Spaß mit zwei Bitter Lemon: 18,50

Kokosnussfaktor: Da ich die Reisnudeln nicht an ihrem griechischen Namen erkannte, hätte ich ursprünglich 3 vergeben, aber wegen der Originalität beim Salat war es immerhin noch 2.