Monatsarchiv: Juli 2019

Große Füße

Ja, auch bei mir kam die Botschaft an, dass die Menschheit heute den Tag erreicht hat, an dem sie alle Ressourcen für dieses Jahr verbraucht hat. So früh, wie noch nie.

Ich habe also pflichtschuldigst den Fußabdruck-Rechner bemüht:

https://www.fussabdruck.de/

Und Erstaunliches festgestellt. Ich habe einen Fußabdruck, bei dem ich über 3 mal das verbrauche, was mir zusteht. So die Leute vom Fußabdruck-Rechner. Meine Schuldigen: Essen und Wohnen.

Die Frage nach dem Fleisch- und Wurstkonsum habe ich wahrheitsgemäß beantwortet mit „fast täglich“. An den meisten Tagen nicht mehr als drei Scheiben Aufschnitt. Außerdem füttere ich meine Katze artgerecht, d.h. mit Katzenfutter, in dem, JUCHHU, Fleisch ist. Selbst, wenn ICH mich also vegan ernähren würde, würde in dieser Wohnung Fleisch verbraucht. Meine Katze bekommt eine 85g Tüte Katzenfutter, ich esse, wenn ich zur Arbeit gehe, drei Scheiben Wurst. BÖSE .. Und dann ist da noch die Kleinigkeit mit anderen tierischen Lebensmitteln. Milch macht auch Große Füße, ganz offensichtlich. Mal davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass, wenn wir ehrlich sind, ein Liter Mandelmilch (künstliche Bewässerung, Transport) wirklich so viel besser da steht … Aber meinen (echten, nicht analogen) Käse bekommen sie nur „out of my cold, dead hands“.

Ja, ich weiß, dass Kühe CO2-Schleudern sind. Aber ich weiß auch, dass ich nicht in den Tropen lebe. (Noch nicht). Und ich finde Lederschuhe übrigens auch ökologischer (weil abbaubar) als Plastikschuhe …

Aber das mal am Rande – nirgendwo wurde gefragt, wie viel von dem „bösen“ tierischen Essen ich denn gierig fresse … Ich denke, dass sich das, wenn man die tatsächlichen Mengen nimmt, nämlich reduziert. Ich esse ja nicht eine Weißwurst zum Frühstück, ein Riesenschnitzel zu Mittag und abends nochmal eine Brotzeit mit Schwarzwälder Schinken und Minibulletten. Wenn eine Person das einmal in der Woche isst, ansonsten aber vegan lebt, hat sie einen kleineren Fußabdruck als ich, die ich drei Scheiben Wurst am Tag esse (und ein Schnapsglas voll fettarmer H-Milch in den Tee tue), dazu noch Käse esse. Wenn bei dieser Person der vegane Kaffee-to-go nicht zählt, obwohl der Einwegbecher große Probleme macht, aber mir jeder Schluck Milch vorgehalten wird, ist das eben nicht korrekt!

Und wenn dann noch gefordert wird, dass wir doch bitte mehr regional essen, aber nicht wirklich differenziert wird zwischen Bioware und regionale, saisonaler Ware, dann ist das auch nicht korrekt. Die Bio-Mango aus Indonesien (oder woher sie auch immer kommt) ist nun mal nicht ökologischer als der Apfel aus dem Alten Land, oder der (Plastik-)Becher Heidelbeeren aus Garbsen. Sie ist nur leckerer …

Meine Biobananen sind auch nicht regional. Sie sind nur ohne Pestizide hergestellt.

Ich finde es auch sehr bedenklich, wenn dann noch 20 % meines Fußabdrucks als „Grundrauschen“ hinzuaddiert werden.

Nächstes Problem: Wohnen. Ich sollte doch in eine um ein Drittel kleinere Wohnung ziehen … Halloooo? Ich bewohne eine Altbauwohnung. Will heute keiner mehr. Deswegen heize ich auch höher, denn meine Wärme geht zunächst mal nach oben und durch die nicht sonderlich gut isolierten Fenster und Wände. Um in eine kleinere Wohnung zu ziehen, müsste zunächst mal die kleinere Wohnung existieren. Da sie das nicht tut, muss sie neu gebaut werden. Und wer ist beim Bauen ein großer Umweltsünder? Beton ..

Das ist doch alles nicht realistisch, dieser Fußabdruckrechner. Ich werde weiterhin meine Scheiben Wurst auf mein Brot auf die Arbeit nehmen und meinen (nicht aus der Region stammenden) Tee mit Kuhmilch versehen.

Solange Veganer, die im Winter auch nicht von eingelegtem Kohl und Grünkohl leben wollen, weil es regional und saisonal nichts anderes gäbe, ihre Obst- und Gemüsevielfalt importieren, kann ich auch mein Schwein vom Bauer Janssen aus Ostfriesland aufessen. Und ich erwähnte es schon mal:

Ich lebe nicht in einer Region, die mit vielen Sonnenstunden im Winter gesegnet ist. Wir haben ein Vitamin D-Problem und ein Vitamin B 12 Problem. Und bevor ich zur „bösen Chemie“ greife, esse ich lieber tierische Nahrungsmittel.

Freut Euch, ich bin schon 50, ich lebe nicht mehr so lange …

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Fenstersturz mal ganz neu

Wir haben hier in Hannover (ah, mal wieder etwas Lokales!) eine alte Kirche am Markt stehen, wie das in jeder deutschen Stadt normalerweise der Fall ist (bei Wolfsburg bin ich mir nicht ganz sicher, weil es eine relativ junge Stadtgründung ist).

Diese Kirche ist im 14. Jahrhundert entstanden, hat aber einen noch älteren Vorgängerbau aus dem Jahr 1125. Die neue Kirche wurde, was sehr passend ist, mit den Buntglasfenstern begonnen! Die ersten Fenster wurden nämlich bereits 1340 fertig gestellt, der eigentliche Kirchenbau begann dann mit der Fundamentlegung, im Jahr 1347, um den Vorgängerbau herum, den man dann 1349 erst einriss.

Vorgespult ins Jahr 1943 (Juli und Oktober, heftige Bombenangriffe auf Hannover, die auch vor der Marktkirche nicht Halt machten), war die Kirche nur noch eine Ruine. D“er Wiederaufbau erfolgte 1946–1952 durch die Huta Hoch- und Tiefbau nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen, wobei der Ziegelstein im Inneren vollständig freigelegt wurde.“ Und um diesen Architekten geht es hier, oder besser, um seinen Erben.

Der Erbe ist nämlich der Meinung, dass er, der das Urheberrecht geerbt hat, nun bestimmen darf, welche Art Fenster die Kirche einbaut. Seine Argumentation: Oesterlen wollte einen besonders schlichten Innenraum, der würde durch das geplante Buntglasfenster gestört.

Darauf habe ich mehrere Einwände. Erstens – Herr Oesterlen hat höchstens eine sekundäres Urheberrecht – denn die eigentlichen Urheber waren die Kirchenbauer im 14. Jahrhundert, die Buntglasfenster planten und einsetzten. Ja, deren Urheberrecht ist natürlich lange vorbei, aber es bleibt, dass die eigentliche Kirche mit ihrer Einteilung, ihrem Grundriss, ihren Mauern etc. nicht von Oesterlen gestaltet wurde. Nur der Innenraum.

Zweitens – ein Fenster gehört zur Außenmauer, die aber hat Herr Oesterlen nicht neu gestaltet, die hat er übernommen. Die standen nämlich noch, als das Feuer mit der Kirche fertig war.

Drittens – dass Buntglasfenster den Innenraum umgestalten, halte ich für eine gewagte Annahme. Aber das kann man notfalls ja mal testen, geplantes Fenster auf eine große Plastikfolie ziehen, vor das jetzt gerade NICHT bunte Fenster halten und mal schauen, ob es wirklich eine so sensationelle „Umgestaltung“ darstellt.

Arschitekten und ihre Erben bilden sich wirklich ein, sie seien Künstler … dabei sind sie für mich mehr spezialisierte Ingenieure. Aber das ist meine Meinung.

 

 

Entspannter im Alter – Kleines Fest

Gestern hab ich im Schatten der Mauer, eingecremt und mit kalt geduschten Füßen ausgeharrt, um für mich, eine Kollegin und drei Freunde Tickets zu sichern.

Welcher Mauer? Der Außenmauer des Großen Gartens in Herrenhausen. Ich bin ca. Viertel vor zwei dort gewesen, stand (und saß auch manchmal) ca. an der Mitte der Mauer und beobachtete so das Leben um mich herum. Eine Menge junger Männer (und es waren ausschließlich Männer) versuchten, das Ende der Schlange als „vor der Kasse“ zu definieren …

Eine junge Frau (aus dem fernen Kanada, wie ich später erfuhr, dankenswerterweise dem englischsprachigen Teil) sprach Englisch mit einer anderen jungen Frau, was mein anglophiles Ohr gern vernahm. Und ich holte mir ganz entspannt schon mal ein Programm (das der Blumenladen an der Ecke schon verkauft), war aber nicht ausgeruht genug, das schon zu verarbeiten.

Nach einer knappen Stunde kam dann einer meiner Freunde und besah sich das Programm genauer. Er ist traditionell unser Planer und er verträgt die Wärme auch besser. Ich ging ein Eis kaufen. Weil es einfach warm war. Und ich musste dann auch das Programm durcharbeiten – aber unter Zeitdruck kann ich halt am Besten arbeiten – und so hab ich in fünf Minuten meine Entscheidungen getroffen. Dann kam unser Häuslebauer (-um-Bauer) – und war so geschafft, dass er meine Decke okkupierte, was mir ganz recht war, mich auf die Decke und den harten Boden zu setzen war mir nur für begrenzte Zeit möglich. Dann schläft mein Bein ein. Auf dem Sofa passiert das eher selten.

Ich bin dann rüber gegangen, zu der Bank, auf der die Kanadierin dann allein saß, fragte, ob ich mich kurz hinsetzen dürfe, sie antwortete, sie spräche kein Deutsch. Ich  hatte meine Schleusen geöffnet … Englisch sprechen – endlich mal wieder. Mit einem gräßlichen Akzent informierte ich sie (nicht übers Kleine Fest, das muss man wohl erleben) über Hannover, über das Steinhuder Meer, dass eine Freundin von mir in Bristol Mathe studiert hat (kann so um die Zeit ihrer Geburt gewesen sein, oder kurz davor). Laberte sie auch über meine Schulzeit voll (also, nur über meine mangelhaften Französischkenntnisse, worauf hin sie lachte, dass sie ihre ganze Schulzeit über Französisch hatte und kein Wort sprechen würde.)

Wir sprachen über Wasserknappheit und die Sorgen, die so ein heißer Sommer verursacht, so schön das Wetter beim Kleinen Fest auch ist) … und dann ging ich wieder, weil ihr Freund wieder kam.

Hat die Wartezeit enorm verkürzt. Die restliche Stunde bis zur Kassenöffnung verging auch nett, und dann öffnete die Kasse kurz nach Eintreffen meiner Kollegin schon eine Viertelstunde früher! Wir waren ja weit vorn, also panisch zusammenpacken, Decke ausschütteln, abgefallene Samen der Linden überall verteilen … ich habe gestern Nacht noch geduscht …

Und dann ging das Warten weiter, weil das Tor in den Garten halt erst um 17: 30 geöffnet wird. Dann strömten die Massen, die 300 und die, die in der Lotterie Glück hatten, und auch sich den richtigen Tag ausgesucht hatten. Denn das Wetter war heiß aber angenehm, weil es nicht schwül war. Und dann gab es Picknick mit meinen Standard-Herzhaften-Muffins (aus einem GU-Buch, daher hier kein Rezept). Deren Standard-Herzhaft Rezept ergänzte ich mit Salami, roter Paprika und getrocknetem Thymian sowie Paprika edelsüß – und die 11 Muffins (einen hatte ich daheim schon probiert) sind bis auf 2 alle geworden. Muss also essbar gewesen sein.    Die fünfte Person stieß dann während des Picknicks dazu.

An alle Arbeitgeber: Marathon-Besprechungen während der Sommermonate legt man NICHT auf den Nachmittag. Niemals. Sorry, aber wenn nicht gerade der Bankrott droht und die Besprechung dazu dient, ihn abzuwenden, hat das alles entweder am Morgen, wenn die Mitarbeiter frisch sind, oder am nächsten Morgen zu erfolgen. Es ist einfach unentschuldbar, die Leute von einem verfrühten Feierabend bei so großer Hitze abzuhalten. Nein, ein klimatisiertes Besprechungszimmer ist KEINE Entschuldigung!

Was haben wir gesehen und gehört?

Einen Magier mit den üblichen Kartentricks, Comedy-Magier mit Tuch- und Stoffhasentrick – der auch ein Wasserglas in einem Reifen balancieren konnte, gehört mehr die Bauchsängerin. Eine Truppe Instrumente mit Akrobatik. Ein Zelt mit klassischem Cabaret-Jonglage-Tuch-Arsenal (sehr stimmungsvoll), Comedy-Akrobatik aus Russland, einen Schweizer Comedian, der eine Überraschung mit zwei deutschen kleinen Mädels erlebte. Er plante ein Gras-Ski-Rennen und lud die zwei Kinder ein, sich auf den Rasen zu legen – Pause – man bräuchte eine Buckelpiste. Und die zwei Mädels kamen. Da musste sogar er lachen. Die Kinder haben ihm als Erwachsenen halt vertraut, dass er dafür sorgt, dass sie keinen Schaden nehmen … Nun, er schickte sie zurück, mit den Worten, sie seien entweder sehr mutig – oder sehr dumm. Ich fand das mit dem dumm unangemessen. Sie waren vertrauend, dass die Erwachsenen sie beschützen und keiner ihnen was tut. Was ja auch so war … Am Ende war dann wieder die Schweiz gegen eine Region Hannover-Auswahl erfolgreich und es regnete „Gold für die Schweiz“ – als wenn die nicht schon genug hätten 😉

Die russischen Comedy-Akrobaten waren der letzte Akt, der Himmel verdunkelte sich langsam, die Sonne war ein paar Minuten vorher untergegangen – und gegen den frühen Nachthimmel war das sehr hübsch anzusehen!

Ich war dieses Mal viel entspannter, hatte weniger Rückenschmerzen und dementsprechend hatte ich mehr vom Fest und weniger zu meckern. Auch wenn ich der Kanadierin gesagt habe, dass Deutsche, die sich nicht beschweren, sehr unglücklich sind, weil wir uns einfach viel zu gern beschweren. Mir ging es diesen Abend richtig gut. Ich werde aber doch nochmal einen anständigen Faltstuhl anschaffen. Einen, der meine vielen Kilos aushält.

Die Kaltwasserdusche der Unterschenkel hatte sich bewährt, die Fußgelenke waren viel weniger angeschwollen, als ich befürchtete. Und das Eincremen mit Lichtschutzfaktor 30 war auch hilfreich, kein Sonnenbrand.

 

Verdammt, gab es denn gar nichts zu meckern? Natürlich – wie immer haben mich meine Landsleute nicht enttäuscht – es gab die Flaschen-Stehen-Lasser – wo ansonsten doch die Leute sich bemühten, möglichst wenig zu vermüllen (das hab ich bei anderen Veranstaltungen anders erlebt), wo die Leute neben uns beim Picknick immerhin schon Bambusteller verwendeten und Bambusgeschirr, da gab es eben auch die, die an einer Bank am Rand des Festgeschehens eine leere Flaschensammelstelle aufmachten.

Solche Leute sollten mit einem Öffentlichkeitsverbot belegt werden.

Das sind zwei meiner Lieblings-pet-peeves … Die Kartenschlangen-Drängler wie den Typ, der versuchte, sich bei einem Pärchen aufzudrängen und sie dazu bringen wollte, Karten für ihn zu kaufen – und natürlich ein Pärchen, das sehr weit vorn in der Schlange stand. Die haben ihn abblitzen lassen … Keiner mag solche Typen.

Und dann eben die, die es nicht schaffen, Abfall, den sie mitgebracht haben, auch wieder mitzunehmen. Wenigstens bis zum nächsten Mülleimer, von denen einige im Park stehen.

Außerdem gab es ein paar (aber nicht so viele) Handkarren-Drängler, einer davon fuhr mir schon am Eingang über die Füße … Die Handkarren gehören dazu, ich bin auch nicht gegen sie, aber man muss sich schon vorsichtig in einer großen Menge bewegen, wenn man damit unterwegs ist. Und dann gab es da noch die Mutti, die mit extra großen Ballons herumfuhr – leider an extra langer Leine – so dass die Ballons rechts und links die Mitmenschen belästigten …

Ja, das war eigentlich auch schon alles. Kleines Fest halt. Schön, warm, gut besucht, gut gelaunte Menschen (bis auf einen Säugling, der bei meinem Anblick in Weinen ausbrach, sorry Papa, es kann natürlich auch die Hitze gewesen sein, aber da das Kind vorher ausführlich mich musterte ..)

Und als ich zu Hause ankam, so gegen 23 Uhr hab ich dann mein Kätzchen gefüttert, mich ein wenig abgekühlt, und mich dann kurz vor 12 noch ganz kurz unter die Dusche gestellt – Schweiß und Sonnenmilch abwaschen – ich hab so fürchterlich geklebt …

Kleines Fest also wie gehabt, immer bei schönem Wetter, stabiler Wettervorhersage, bei bereits trockenen Böden und mit entspannter Stimmung.

Kosten 32 Euro (Ermäßigungen gibt es halt nicht für gut verdienende Beamte)

Fünf Kokosnüsse (bei dem Wetter eine sehr angebrachte Bewertungseinheit)

 

 

Handwerkerrarität

Weil Handwerker auch in Hannover schwer zu bekommen sind, habe ich mich gestern mal selber an meinen Bad-Abfluss heran gewagt. Ja, schon wieder. Aber dieses Mal war das Rohr ja nicht defekt, doch ich merkte, wie sich das Wasser bereits wieder zurück staute.

Klar, ich hätte einfach wieder zum Pömpel greifen können. Oder zur Chemie-Keule (ein bißchen Chemie war dabei – Wasser ist eine Chemikalie, wir erinnern uns).

Doch ich entschied mich für die mechanische Lösung. Ich schraubte also unterm Waschbecken die Muffe auf, zog dann das Rohr aus der Wand – und sah bereits mit Schrecken, was mein Wasser-Ablauf-Problem war.

Ich wasche meine Haare NICHT im Waschbecken. Und ich kämme mich auch nicht darüber, sondern davor. Trotzdem kann ich Langhaarmonster nicht verhindern, dass von mir Haare in den Abfluss gelangen.

Und weil mein Waschbecken so eine schreckliche Konstruktion hat, um es mal ganz zu verschließen (es ragt eine Stange in den Abfluss, die den Verschluss hochdrückt – oder nicht) – hatte sich über die paar Monate seit meinem letzten Ausflug ins Handwerk schon wieder eine beachtliche Menge Haar und Seifenreste gefangen. Nicht schön, gar nicht schön, aber wenigstens leicht zu beseitigen. Eine lange Strick- oder Häkelnadel – oder wie in meinem Fall eine Knüpfnadel – ein bißchen rumschieben – und Pflupp – war alles im unten aufgestellten Eimer. Worauf ich dann den Stutzen durchspülte. Gut, dass ich einen Eimer drunter gestellt hatte …

Das Zusammenschrauben war auch leichter als beim letzten Mal (schließlich war nur noch eine Dichtung und eine Muffe zu schließen, das kann sogar ich in der richtigen Reihenfolge *hust*). Und nun läuft’s wieder. Und zwar nur da, wo es soll (ja, das habe ich natürlich auch noch getestet).

Fazit: Man braucht nicht für alles einen Handwerker. Und man muss nicht mal besonders geschickt sein, um etwas so Einfaches zu erledigen. Für alles Kompliziertere bin ich natürlich froh, dass es Profis gibt!

 

Frühstück im Urlaub

Da ich gerade Urlaub habe hier mal ein paar Neidfotos von meinem fantastischen Ausblick, den ich mit dem scharfen Sixpack beim Frühstück genieße.

Und nun der scharfe Sixpack😍:

Also, was habt Ihr denn gedacht?

Das erste Foto ist übrigens das Juli-Kalenderblatt meines Japanische Gärten 2019 Kalenders. Der von 2020 ist schon zu haben, dann könnt Ihr das auch haben 😉

Buch 17 im Jahr

Das Anschlussbuch zum vorherigen und Teil 2 der Reading Club Aufgabenstellung.

Primo Levi, Die Atempause.

Nach der Befreiung des Lagers kümmern sich zunächst die Russen um die übriggebliebenen Häftlinge, die wegen Krankheit zurückgelassen wurden. Schon im ersten Buch geformte Freundschaften erweisen sich hier als haltbar – oder brüchig. Von den Deutschen schreibt Levi wenig, denn er sieht nur wenige von ihnen und das erst am Ende seiner Odyssee.

Die Russen evakuieren die Leute nach Nationen getrennt, so dass Häftlinge, freiwillige Arbeiter, italienische Kriegsgefangene und Prostituierte alle zusammen gewürfelt werden. Die Tour führt über Weißrussland, Rumänien, Ungarn, einen kleinen Zipfel der Tschechoslowakei. Österreich, ein bißchen durch Deutschland schließlich nach Turin. Aber das Lager bleibt in ihm.

Primo Levi

Die Atempause

Buch 16 im Jahr 2019

Ist das ein Mensch? Von Primo Levi.

Ein Buch, das in sehr poetischer Sprache die Schrecken des Holocausts beschreibt. Primo Levi kam 1944 in das Arbeitslager in der Nähe von Auschwitz, wo die Zwangsarbeiter eine Kunst-Kautschuk-Fabrik errichten sollten. Primo Levi hat Chemie studiert und war u.a. auch deshalb für diese Pläne nützlich. Von den anderen 649 Leuten, die mit ihm dorthin deportiert wurden, starben 646, die meisten (Frauen und Kinder, Alte) wurden bereits bei der Ankunft gleich ins Vernichtungslager gebracht.

Levis Sprache wird von vielen als sachlich beschrieben, aber ich würde eher das Wort milde verwenden. Er hat sich sehr zurückhaltend zu den Schrecken geäußert.

Beeindruckend fand ich auch die Auszüge aus dem Brief an den deutschen Übersetzer, in denen er davon sprach, dass er die Deutschen nicht hasst – er verstehe sie nur nicht. Und er hoffte, mit diesem Buch eine Reaktion bei den Deutschen zu erreichen.

Ich habe von diesem Buch erst vor kurzem gehört, bei uns stand es nicht im Deutsch-Curriculum … Schade. Denn wir dürfen nicht vergessen, so etwas darf sich nicht wiederholen, diese Verpflichtung haben wir geerbt, auch wenn uns keine persönliche Schuld trifft als Nachgeborene.

Ich werde hier keine Kokosnüsse vergeben – es erscheint mir nicht angemessen.

Primo Levi

Ist das ein Mensch?

1961 erschien die Erstausgabe