Monatsarchiv: Februar 2018

Gerade in der Werbung

Ich mag die neue Werbung eines Bodenstaubwischers (Ihr wisst, welches Produkt ich meine, nicht wahr, auch ohne dass ich den Namen erwähne).

Da ist eine junge Frau, die sich darüber äußert, dass sie mit ihren Haustieren viele Haare in der Wohnung hätte. Und dann greift Ihr Kerl zum Produkt und sammelt diese Haare ein. Ohne dass er irgendwie als lustiger Versager daher kommt. Einfach so.

Ich liebe diese Werbung. Nicht wegen des Produkts. Weil hier mal nicht zu den hässlichen Rollenklischess gegriffen wird, die sonst die Werbung dominieren. Keine Hausfrau, deren ganze Lebenserfüllung von der klinischen Reinheit ihrer Böden abhängt, kein Kerl, der nicht weiß, was er zum Bodenreinigen verwenden soll und den Frau auslacht. Sondern ein Kerl, der ganz einfach mal zum modernen Produkt greift. Ohne nun ins Mansplaining abzudriften. Einfach so.

Danke, Werbeagentur.

 

Nachtrag:

Hier ist der Clip:

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Congrats USA

You might be shite at the Winter Olympics (ok, you just won a gold medal  in women’s giant slalom, I give you that, you have won 5 gold and 8 medals at all, compared to Germany you are 4 times as big … and compared to the Netherlands, who are only a 20th of your population – you are still shite)

But congrats, you just managed to achieve 18 events with firearms near or in a school. Some where only suicides. Others did no damage, like this one:

  • January 10: A student at Grayson College in Texas accidentally fired a bullet during a gun training session with an instructor. No one was hurt.

But

  • January 20: A Winston-Salem State University football player was shot and killed during an event at Wake Forest University. ONE body
  • January 22: A 16-year-old shot and injured a female student several times at Italy High School in Texas.
  • January 22: Someone in a pickup truck fired at a group of students gathered in front of Net Charter School in New Orleans. One boy was injured.
  • *January 23: A 15-year-old student at a high school in Kentucky shot and killed two students and injured 17 others. TWO MORE BODIES.

And now, today it is 17 more Bodies – that is already 20 in all – and nearly 3 per week. That is how much you love your children. With all the bad rhetoric you give to Ms Merkel and her taking in refugees of which a few misbehaved (less than a percent who came!) – you, America, have a problem. A serious problem. Look at your mirror, long and hard – and ask yourself: Is it normal that I rather risk my children dying than risk to offend the NRA? Is it the only way to go, spreading more and more weapons and messages of hate and neglecting the duty to take care of your vulnerable? Today’s shooter had mental health problems. That was recorded. What did you do about that, America? Yes, right, you expelled him from school. Why help your next of kin – when you can punish him? Oh, it is in the Bible? You did not read that part, did you? You only go on about the OLD testament. But Jesus made a new one, giving us tasks. Be unselfish, be good.

To go and produce more weapons is NOT what Jesus would do.

Go and ask yourself, what WOULD Jesus do, Mr Pence! You claim to be a good Christian? Then follow his words and his example. „Blessed are the peacemakers: for they shall be called the children of God.“ It is not quite what you lot are doing.

Heute in der U-Bahn

Mir gegenüber saß eine ältere Frau, und das wird langsam echt schwer … also, mit dem Ältersein als ich, werde ich doch noch 50 dies Jahr.

Und die zog einen alten Briefumschlag heraus, auf dem sie ein Sudoko aufgemalt hatte, das noch nicht völlig gelöst war und einen Stift -und sie malte akribisch ein weiteres Sudoku-Gitter auf. Dann zog sie ein bereits gelöstes Sudoku aus dem Umschlag und schrieb die Ausgangszahlen hinein, sah aus, als wenn sie ein altes Rätsel aus einer Zeitschrift geschnitten hatte, das schon jemand anderes gelöst hatte. Als ich das sah, fiel mir ein, dass in meiner Tageszeitung, die ich eh nur noch ins Altpapier tun wollte, auch ungelöste Sudokus drin sind. Also packte ich die Zeitung aus, schlug die entsprechende Seite auf und fragte sie, ob sie diese haben wollte? Sie wollte und sagte mit diesem eindeutigen Russlanddeutschen-Einschlag „Vielen, vielen Dank“.

Manchmal ist eine gute Tat auch nur, was man selber übrig hat und nicht mehr braucht, an jemanden weiterreichen, der es noch gebrauchen kann. Es muss nicht immer ein großes persönliches Opfer sein, um jemandem eine kleine Freude zu machen.

Zweitfrau

Also, das Date war eine sehr vertrocknete Dattel. Wir waren offen miteinander, und es stellte sich heraus, dass wir nicht nur beide im Alter daneben lagen … (meine Schätzung lag allein am angegebenen, vermutlich falschen, Vornamen) – es stellte sich auch heraus, dass der Herr nur ein offenes Auge für meine beiden hervorstechenden physikalischen Attribute hatte – und ansonsten mit der Mutter seiner Kinder zusammen lebte. Aber er wollte halt vor allem mit meinen beiden Medizinbällen spielen …

Ich gehe bewusst nicht in weitere Details – schließlich hat er mein Nein-Njet-Non anstandslos akzeptiert … Sollten seine Angaben stimmen, wäre das nicht fair, sollten sie nicht stimmen, wäre es auch egal.

Immerhin – ich weiß jetzt, dass ich immer noch für manche Männeraugen sexy bin.

Gestern im Supermarkt

Ich saß abends im Bus, ich brauchte noch Brot, und Pudding – und Rapsöl stand ja auch noch auf meinem nicht mitgeführten Einkaufszettel (weil Einkaufszettel ja viel effektiver sind, wenn man sie daheim auf dem Küchentisch liegen lässt), also dachte ich, ich bekämpfe meinen inneren Schweinehund, der mich nur noch aufs Sofa scheuchen wollte, und gehe nochmal einkaufen. Man gut, ich hätte sonst etwas verpasst. Und IHR erst … *kicher*

Am Tag hatte ein geschätzter Kollege ein Frühstück ausgegeben, das mir wieder schmerzlich bewusst machte, dass ich keinen Esslöffel zur Arbeit mitgebracht hatte. Es gab eine Quarkspeise, und eine andere Kollegin musste ihren Esslöffel opfern, damit wir uns alle bedienen konnten.

Zu meiner obigen Liste kaufte ich also noch Esslöffel (EL – klar, kennt man aus Rezepten). Nur, es waren keine Esslöffel. Es waren „Menülöffel“. Hat irgendjemand schon mal in einem Rezept die Abkürzung ML gesehen? Ja, klar, aber ich habe bisher immer fälschlich geglaubt, das steht für Milliliter – also ein tausendstel Liter. Ich habe meine Kuchen anscheinend bisher immer mit viel zu wenig Flüssigkeit gebacken …

Zum Brot, dem Öl, dem Pudding, den Menülöffeln (muss ich das Menü nicht durch “ “ ironisieren?), dem Bio-Hackfleisch (auch deshalb in Bio gekauft, weil es eben nur 250 g enthält, eine Portion, die meinem Single-Haushalt entgegen kommt, aber natürlich auch wegen der Tierhaltungsbedingungen, ja, ich weiß, auch Bio-Schweine werden nicht zu Tode gestreichelt, aber sie haben immerhin mehr Platz und  werden nicht in Schweine-KZs mit einer normalerweise nicht erforderlichen Menge Antibiotika gefüttert) – holte ich noch meinen üblichen Pulver-Cappuccino (mit Nussaroma, sehr schokoladig) – ich habe echten Cappu versucht, bäh, nein, das ist was für hippe Leute, die bitteres Craftbeer lieben und in Karohemden herumlaufen. Und Kekse und Schoki landeten auch im Einkaufswagen- schließlich brauche ich meinen täglichen Zuckerschock auf der Arbeit. Und zu Hause. Und überhaupt. Verklagt mich doch, ich bin eine Frau. Irgendwie fanden auch grüne Servietten den Weg in den Wagen – ich mag grün.

Dann fiel mir noch ein, dass ich ja mal wieder Limo holen könnte (das ganze Zucker-Soda-Zeugs nannte man früher Limo, also, bevor Limo ein Auto bezeichnete, weil man das früher eleganter und länger Limousine nannte) …

Und es fiel mir ein, dass ich mein letztes Eis aufgegessen hatte. Ein Haushalt ohne Eis in der Truhe ist kein Haushalt, dem ich vorstehe. Also machte ich einen Abstecher zum Eis … und entschied mich „mal für etwas anderes“ – kein Cappuccino Eis, kein Espresso-Eis (so grundsätzlich mag ich Kaffee-GESCHMACK – nur nicht das Bittere) Diese Sorten hatte ich in den letzten Monaten einfach viel zu oft gegessen, sie haben mich durch fast den ganzen letzten Sommer gebracht. Und mir war auch nicht nach dem Klassiker Fürst Pückler. Und schon gar nicht die Familienpackung Viennetta. Die ist nämlich immer in einem Rutsch weg … Habe ich schon erwähnt, dass ich ein Single-Haushalt bin?

Also gab es mal was anderes. Kein Schoko-Eis, kein Vanille-Eis – sondern Amarena-Kirsche. Die Marke habe ich nur wegen des Containers gekauft, der ist nämlich schön quadratisch und damit ideal zum Einfrieren von selbst Gekochtem.

Riesenanlauf, Schlussspurt zur Kasse. da spricht mich ein junger Mann an. Mich? Ja, mich. eine vom medizinischen Standpunkt viel zu dicke Frau in den letzten Monaten ihres fünften Lebensjahrzehnts. (Ich werde 50 in diesem Jahr).

Ich sähe toll aus, ob ich mit ihm einen Kaffee trinken würde. Ich hoffe mich nicht verhört zu haben und er sagte, dass er gerne im Tollhaus einen Kaffee trinken würde, das wäre doch zu peinlich. Meine Telefonnummer steht jetzt auf seinem Einkaufszettel, und seine auf der Rückseite eines Schokoladenkuchenrezepts (DAS hatte ich komischerweise dabei). Samstag muss ich ihm sagen, dass ich Kaffee nur als pervertierte Zuckerpulverform mag …

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich jetzt öfter ohne Einkaufszettel losgehen sollte. Man bringt da die bemerkenswertesten Dinge mit. *Ich lächle immer noch.*

Auch 2018 scheint ein „Neues“-Jahr zu sein – ich habe immerhin schon ein paar neue Rezepte ausprobiert, mir mal etwas Neues zur Arbeit gemacht und probiere jetzt eine neue Location – eigentlich eine alte, aber in dem Lokal hat schon vor geraumer Zeit eine Kette neu eröffnet. Seitdem war ich noch nicht drin. Und nun treffe ich auch noch neue Leute (also, ich fange klein an, erstmal einen, vielleicht gefällt mir das ja gar nicht, dieses neumodische Zeugs, ich glaube man nennt es Datteln oder so, natürlich ganz modern neu-deutsch – daten).

Schön, stark und mutig

 

Vorfall in Cottbus

NPD-Anhänger verteilen Reizgasdosen

Rechtsextreme haben in Cottbus NPD-Flugblätter und Reizgas an Passanten verteilt. Ihr Ziel: Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Es ist nicht die erste fremdenfeindliche Aktion in der Innenstadt.

DAS nenne ich schön, stark und mutig …

Schön vor den Schrank gelaufen, stark wieder aufgestanden – und mutig wieder davor gelaufen …

Ich würde ja NIE Reizgas verteilen. Wer sagt mir denn, dass die Person, an die ich es aus politischer Beklopptheit verteile, nicht ein aggressiver Gegner meiner politischen Ziele ist?

Naja, vielleicht mussten die NPD-Leute das in Cottbus nicht befürchten. Also, natürlich nur, weil die Cottbuser allesamt sehr ehrenwerte Leute sind, die NIE einen politischen Gegner, der seinerseits nicht vor Gewalt zurück schreckt, mit Reizgas besprühen würden …

Ich würde so etwas natürlich nicht tun. Egal wie einfach und verlockend. Man tut so etwas einfach nicht. Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Aber gerade habe ich wieder über den Hamburger G-20-Gipfel gehört – und es soll da ja Leute gegeben haben, die ihrer politischen Meinung mit Gewalt Nachdruck verleihen wollten. Es gibt solche Leute also und das Spektrum der NPD-Wähler selber ist dem auch nicht gerade abgeneigt.

An beiden Enden der Gesellschaft ist Gewaltbereitschaft vorhanden. Von daher ist das Verteilen einer Angriffswaffe nicht gerade ein Anzeichen für besondere Intelligenz.

Aber kümmern wir uns jetzt mal um das Pfefferspray und seine rechtliche Betrachtung.

Von der Webseite Anwaltsauskunft:

Wenn sie mit der Aufschrift „nur zur Tierabwehr“ versehen sind, können sie ohne Altersbeschränkung gekauft und mitgeführt werden.

Anders verhalte es sich bei Sprays, die zur Abwehr von Menschen konzipiert sind. Hier gebe es Altersbeschränkungen für Kauf und Besitz. Nach §3 Abs. 2 Waffengesetz dürfe man solche Sprays ab 14 Jahren kaufen und bei sich haben.

Eine Frage bleibt: Ist es überhaupt sinnvoll, Pfefferspray dabei zu haben? Nicht nur in Zusammenhang mit Hunden wird oft davor gewarnt, dass eine solche Waffe zur Eskalation der Situation beitragen, oder dass der Täter der angegriffenen Person das Spray entreißen kann.

Nun, die NPD verteilt eindeutig zur Menschenabwehr.  Wobei sie nicht eindeutig auf Notwehrsituationen hinzuweisen scheint. Und Notwehr ist eng gefasst!

Wenn aber jemand mir gegenüber bereits mit Gewalt auftritt, ist es dann überhaupt sinnvoll eine Waffe zu benutzen, die mir entrissen werden kann? Wäre es nicht viel sinnvoller, sich selbst zur Waffe zu machen? Ich ziehe es vor, selber bereits einschüchternd daher zu kommen. Mein Gewicht ist meine Geheimwaffe … das wird nämlich komischerweise unterschätzt.