Monatsarchiv: Mai 2015

Deutsche Ikonen – Gesellschaftsspiele

/Heute ist Weltspieltag (das jedenfalls behauptet der Simons Katze-Abreißkalender).
Anläßlich dessen heute einen Beitrag zum Spielen. Ja, ich bin ein Spieler. Karten, Würfel, Risiko – aber nur selten um Geld (Lotto 😉 ).
Der Deutsche an sich spielt gern. Und zwar mit anderen oder auch mal alleine. Als Kind wird man mit Kartenspielen (MauMau oder heute eher Uno) und Mensch-Ärger-Dich-Nicht an die Realität schonend oder auch schonungslos herangeführt, dass man nicht immer gewinnen kann (außer an Erfahrung). Dame (chinese checkers) oder Mühle, auch Schach – diese alten Klassiker, wenn man ein wenig älter wird, spielt der Deutsche dann Skat oder Doppelkopf.
Mit Mensch-Ärger-Dich-Nicht, das es in ähnlicher Version bereits in Asien gab, 1907/08 in der jetzigen Version „erfunden“ von einem Herrn Schmidt (ja, genau, DER Herr Schmidt, der der bekannten Spiel-Fabrik seinen Namen gab!), sind wir dann im Bereich Brettspiele.
So beliebt und bekannt in Deutschland, dass, was im deutschen Familienspiel heißt, im englischsprachigen Raum als German boardgame bekannt ist (Spiele, die die Spieler alle bis zum Ende im Spiel halten, die mehr mit Strategie und weniger mit Glück zu tun haben, die einfache aber vielfältige Regeln haben).
Inzwischen sind es nicht mehr nur reine Brettspiele, sondern oft Kartenspiele, die mit klassichen Kartenspielen nicht viel gemeinsam haben, außer dass man Karten auf der Hand hat (Beispiel Wucherer).
Auch Rollenspiele (eines der ältesten: Dungeons&Dragons mal in Amerika entwickelt, das deutsche System Das Schwarze Auge hier am bekanntesten) ziehen von Endvierzigern bis runter zum Teenager ihr Publikum an.
Und natürlich Computerspiele – las ich doch heute in der Zeitung, dass immer mehr Spiele-Apps verkauft werden. Das ist dann oft mehr für den Solitär-Spieler – nicht umsonst heißt eines der bekanntesten Spiele aus der Anfangszeit von Windows – SOLITÄR.
Deutschland ist also verspielt. Der ernste, humorbefreite, bürokratische, unfreundliche, seriöse, langweilige Deutsche ist ein Spieler. Immerhin doch ein Hoffnungsschimmer.

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Challenge accepted: Tuna

Shrimps has challenged me to write a piece in 10 minutes – without correction I cannot – when I type I correct throughout, I just do so quickly I cannot check myself – I cannot use MS Word, as I do not have it on this notebook, so after writing I will have to go back to count. I might cheat when I see blatant misspelling 😛

So, here are the rules for this writing challenge:

1. Set a stop watch or your phone to 5 minutes or 10 minutes, whichever challenge you think you can beat.

2. Your topic is at the foot of this post BUT DO NOT SCROLL DOWN TO SEE IT UNTIL YOU ARE READY WITH A TIMER.

3. Fill a word document with as many words as you want. Once you began writing do not stop even to turn.

4. Do not cheat by going back and correcting spellings and grammar with spell check in MS WORD (it is only meant for you to reflect on your own control of sensible thought flow and for you to reflect on your ability to write the right spelling and stick to grammar rules)

5. You may or may not pay attention to punctuation and capitals. However, if you do, it would be best.

6. At the end of your post write down ‘Word count =_____’ so that we would have an idea of how much you can write within the time frame.

7. Copy paste the entire passage on your blog post with a new Topic for your nominees and copy paste these rules with your nominations (at least 5 bloggers).

I will not nominate 5 others, Shrimps, sorry, but I dislike Chain-Mail-thingies.

My word is: Tuna
So there we were. This little black and brown furball and me in my kitchen, and she cleaned the floor. From tomato-sauce I had spilled from a can with fish. I thought she was smelling the fish and just to make sure she really liked it I dropped some more. Lick, lick – her pink tongue came out and cleared the floor again *see a new way to clean my kitchen floor – where do I have this fish in tomato-sauce again?*. Ok, so you do like fish? Red herring? I put some on a plate and put that down. Lick, lick – all the sauce was gone. Not so much the fish. So you don’t like fish after all but tomato-sauce? Is tomato-sauce good or bad for cats? This is definitely with salt and other spices – no way are you getting more.
I imagined the little furball in front of me, when she must have been half a year, how she ransacked the bins and ate everything she could find in there. Not a nice thought. Well, now I could offer her some cat-save food.
„What about some other fish, if you do not like this?“
Two big green eyes looked at me, quizzingly. Ok, let’s see …
I opened a can of tuna. At least this came with less spices. I put some on a plate and took that to the feeding area. Tom, normally asleep at that time of the day, thought it was time for dinner already. FunTom is not greedy when it comes to food, but likes his occasional treat like every cat. He came over and had a go at the tuna. Very fond of tuna, yes I remember when I first had him and tried several kinds of wet food. And my little newcomer?
Put her head under his chin, and stole the tuna right under his nose! She LOVED tuna. Even without tomato-sauce.
Heard her purr when she polished the plate. Yes, tuna was an acceptable offering, my little version of Bastet. The only deity cats will recognize.
(I hate to count words: 340 in ten minutes – and I had to start counting four times.)

To those of you who think this is poorly done – try doing that in a foreign language and then we talk again 😉

Frankreich tut was gegen Lebensmittelverschwendung

Immer wieder werfen Supermärkte Lebensmittel weg, die noch völlig in Ordnung sind. Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, Frischwaren, die einfach nur nicht mehr hübsch aussehen (Obst und Gemüse). In Frankreich ist jetzt ein neues Gesetz in Kraft gesetzt worden, mit dem dieser Verschwendung ein Ende gesetzt wird. Anstatt die nicht mehr verkauften Produkte im Hof noch mit Bleichmittel zu übergießen, um zu verhindern, dass sich Leute diese Lebensmittel aus dem Müll holen und davon leben, sollen Supermärkte jetzt mit Wohltätigkeitsorganisationen zusammen arbeiten, die diese Produkte abholen und verteilen. Das „Unbrauchbarmachen“ soll ganz verboten werden.
Sicher, da sind noch Fragen offen, z.B. Was passiert, wenn doch mal ein Produkt verdorben ist? Man kann dann wohl kaum dem Supermarkt einen Vorwurf machen!
Aber der Ansatz ist es, der zählt. Auch in Deutschland wandern zuviele Lebensmittel in den Müll – nicht zuletzt bereits in den Supermärkten.

Evakuierung

Es wurde eine Bombe gefunden – ein Blindgänger, bei Bauarbeiten. Das ist nichts Ungewöhnliches in dieser reizenden Provinzstadt. Die Bombe lag seit mindestens 70 Jahren im Boden und viele Jahrzehnte haben Kinder darüber gespielt und getobt – das Gelände war mal eine Grundschule.
Die Schule wurde aufgegeben, mit anderen zusammengelegt, das Gelände soll neu genutzt werden, die alte Schule wird abgerissen – und bei den Bauarbeiten findet sich diese Bombe.
Das alles ist nicht ungewöhnlich in Hannover. Was ungewöhnlich ist: Die Bombe ist bei der Entdeckung bewegt worden – sie musste also umgehend unschädlich gemacht werden – und es mussten über 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Dazu das eine oder andere Haustier.
Ich sitze hier an der Frontlinie, wenn man so will, das letzte Haus, das noch nicht evakuiert werden musste. Auf der anderen Straßenseite war Evakuierungsgebiet.
Ich werde eine sehr sichere Nacht verbringen, da gleich auf der Kreuzung, an der das Haus liegt, in dem ich wohne, sich die Ordnungskräfte breit gemacht haben. Dort belehren sie alle diejenigen, die zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit dem Rollstuhl und in einigen Fällen sogar mit dem Auto noch IN DAS EVAKUIERUNGSGEBIET wollten, dass hier kein Weg „nach Küßnacht“ führt. Die Busroute hat hier die nächste fünf Haltestellen keinen Ausstieg, einsteigen ist gestattet. Ab 0 Uhr bricht der ÖPNV hier zusammen.
Von meinen Kollegen ist einer betroffen, der hat sich ein Hotelzimmer genommen, klugerweise, bevor alle anderen eines wollten, die Hotels sind jetzt voll (Quelle: NDR). Eine Freundin von mir hat es auch getroffen, aber sie findet Unterschlupf bei einem anderen Freund. Ich bin vor allem froh, dass ich in der Wohnung bleiben konnte – meine zwei Felidae schätzen nämlich gar nicht, viele Stunden in ihren Transportboxen zubringen zu müssen!

Jazz in der Unesco Stadt der Musik

Wir sind zur Zeit Stadt der Musik, von der UNESCO bestätigt. Und zum Beweis, machen wir das, was wir die ganzen Jahre schon gemacht haben: Musik.
Also, nicht ich – ich bin ja schröcklich unmusikalisch. Aber wir laden uns Leute ein, die es können. Z.B. am „Vatertag“. Vors Rathaus. Dort gibt es ein Frei-Luft-Konzert. Frei ist dort nicht nur die Luft, sondern auch das Konzert.
Angefangen mit er Jazzband Hannover, die solide mit Jazz das zu der Zeit (10 Uhr) noch vorwiegend ältere Publikum erwärmte (Achtung, dies werde ich öfter erwähnen: Es war kalt!).
Anschließen auf die Bühne gebeten wurde die Chris Barber Band. Ebenfalls solide, Klassiker wie Ice-Cream an seinem Geburtstag spielend hat der 85-jährige Chris Barber auch eine Menge erzählt. Leider war nicht alles gut zu verstehen – lag entweder an seinem Alter – oder an der Klangqualität, die aber bei der Musik ok war.
Die traditionelle Gospel-Chor-Einlage haben wir uns traditionell geschenkt und sind ins Ichi-Ban essen gewesen (ausnahmsweise wählte ich etwas Warmes und kein Sushi – mir war kalt).
Etwa um 13 Uhr betrat dann Dwayne Dopsie die Bühne mit seinen Mannen. Und das Muskelpaket lieferte ab – da wurde sogar mir warm. Der Waschbrett-Spieler schrammelte sich teilweise durchs Publikum und unterstützt wurde das Ganze noch von einer temperamentvoll spielfreudigen Amanda Shaw, die bereits in ihrem ersten Stück mit einer Stimme überraschte, die doppelt soviel Gewicht hatte wie die kleine Sängerin.
Die Überraschung des Tages für mich war wie gut Marquess und die Bigband zusammen klangen. Es gab den spanischen Liedern etwas Mexikanisches und hat sie NICHT, wie von mir befürchtet, verlangsamt. Nur die Bitte der Jungs, mitzusingen … also, den Text (oh-oh-ooooh)hab ich ja noch hinbekommen, aber SINGEN? Das wollt Ihr nicht wirklich.
Candy Dulfer hat u.a. ihren großen Hit „Lily was here“ gebracht. Ihre Saxophon-Klänge von weich und anschmiegsam zu rotzfrech und funkig waren definitiv hörenswert. Aber für mich ging es dann doch zu sehr in die Funk-Richtung. Ich habe etwa eine halbe Stunde vor Schluss den Platz verlassen. Nicht, weil die Künstlerin nicht geliefert hätte – ich hatte nur eine andere Vorstellung davon, was sie liefern würde.

Eine nicht so lange Nacht

Eigentlich heißt es ja LANGE Nacht der Theater.
Leider verkümmert diese Institution hier in eine kurze …

Am 25.4. bin ich also mal wieder mit einem Freund losgezogen, für 12 € uns eine Nacht bespaßen zu lassen. Nun, es fing gut an – ich stand am 14. eine Stunde im Vorverkauf, um uns zwei Veranstaltungen zu sichern, um 18 Uhr das TAK (Kabarett, Ich dagegen bin dafür, Johannes Kirchberg)und anschließend in der Werkstatt Galerie Calenberg eine Doppelveranstaltung (Jango Erhardo/ Lina Lärche). Wir schafften es auch ohne Ticket noch in die Faust (Stefanie Seeländer und Herr Schmid am Klavier), mussten dann aber logistisch eine Pause einlegen, weil die Vorstellungen in der Südstadt von der Faust aus nicht zu erreichen waren. Um 22 Uhr haben wir uns für Varieté entschieden und mein Begleiter setzte eine Stunde Wartezeit ein (um 23 Uhr war nicht mehr viel Auswahl und das Neue Theater schon ausgebucht), um um 0 UHr im Neuen Theater noch ein paar Rühmann-Stücke um die Ohren zu bekommen.
Was mich geärgert hat:
Dass bereits um 23 Uhr nur noch wenige Spielstätten sich überhaupt an der angeblich so Langen Nacht beteiligten. Bei wenig Auswahl und gewissen Präferenzen (kein Tanztheater, keine Oper) kam ich so um kurz vor 23 Uhr daheim an.
Dass die Theaterbusse so selten fahren, dass man kaum eine Chance hatte, damit irgendwo zur rechten Zeit zu sein.
Dass das Opernhaus sich völlig auf Oper festlegt. Das war in anderen Jahren anders, viel attraktiver, als noch Jazz nachts um 0 Uhr gespielt wurde (immer gern genommen) und auch mal nur Instrumentales/Skurriles gebracht wurde (ich denke immer noch gern an das Halbstunden-Solo für zwei Percussionisten zurück – das hat sogar meinen damals sehr skeptischen Begleiter überzeugt).
Was mich erfreut hat:
Die gute Laune aller Beteiligten. Sowohl der Profis wie auch der „Kunden“.
Die Vorstellungen im TAK, in der Faust und im Rampenlicht-Varieté, alles drei wirklich unterhaltsam. Johannes Kirchberg hatte ebenfalls einen eher musikalischen Abend, lästerte über unsere Generation genauso wie über die nachfolgende. Von Jango Erhardo war ich nicht so begeistert (humoristische Pantomime zu unbekannten deutschen Schlagern) und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Lina Lärche eine Dame oder ein Herr Dame war – aber das war nicht ausschlaggebend, Lina hatte Witz. Ich war mir einig, dass ein ganzer Abend Jango Erhardo (jedenfalls mit diesem Programm) vermutlich nicht befriedigend wäre, die Grann Damm de la Schangsang aber hätte ich mir auch noch länger angehört.
Frau Seeländers apokalyptisches Abenteuer in Ostdeutschland, eine Variante von Hotel California, unterhielt meinen Begleiter und mich genauso wie ihr Startsong, Eisprung … Die zwei schenkten sich wenig auf der Bühne, immer ein Brüller.
Und das Rampenlicht-Varieté ist schneller, moderner und damit jünger als die Variante im GOP. Es sind junge Künstler aus Hannover und Umgebung, eine Diavolo-Nummer, Äquilibristik, eine Drahtseilnummer und eine Tuchnummer (es ist ja nur eine knappe halbe Stunde Zeit) – nur der Conferencier muss noch ein wenig üben – der war bemüht abgeklärt – und kam damit ziemlich verkrampft an.
Die Rühmann-Show im Neuen Theater wurde mir hinterher von meinem Begleiter nahe gebracht: Von Charlies Tante über Feuerzangenbowle, von „Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun“ bis zu „Ein Freund, ein guter Freund“ soll alles da gewesen sein. Und ein nachdenklicher Monolog aus „Der Hauptmann von Köpenick“.
Alles in allem – der Abend hat 12 Euro gekostet – ich war 2 Stunden unterhalten, ist wie im Kino, nur abwechslungsreicher. Und ich habe jetzt zwei neue Spielstätten besucht.
Mein Wunsch für 2016 (dann am 28. Mai!):
Mehr Abwechslung auch nach 22 Uhr, Busse, die es auch ermöglichen von Route Grün zu Route Blau oder Rot zu wechseln, ohne dass man eine Vorstellung aussetzen muss, und bitte, liebes Opernhaus, höre mit diesem Snobismus auf!