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Punkt, Punkt, Punkt – (19) – Abstraktes

Da ist in Hannover ja eigentlich nur ein Beitrag möglich. Oder zwei, oder drei – vielleicht sogar vier?

Erstmal das Offensichtliche: Nanas und andere Straßenkunst ist in Hannover seit den 70ern spätestens abstrakt. Die Nanas haben dementsprechend Kontroversen ausgelöst:

Von der art-Seite:

„Es ist 1974, Nikis bunte, dauerschwangere Nanas stehen vor der Altstadt und in Hannover ist die Hölle losgebrochen. Hunderte Wutbürger pöbeln im Kongresszentrum um Einlass zur Diskussion „Die Nanas und wir“. Die vom Veranstalter Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) initiierte Diskussion im Beethovensaal fasst nur 800 Plätze und ist bereits überfüllt. Also entschließt man sich dazu, während der laufenden Veranstaltung in die größere Niedersachsenhalle umzuziehen. Es wird gejohlt, gepfiffen und gebuht, das Verhältnis der Brüste zum Kopf diskutiert und man sorgt sich, dass Autofahrer von den fülligen Frauenfiguren abgelenkt würden.“

„Bei der Suche nach der hannoverschen Jeanne D’Arc findet sie im Gespräch mit Passanten die Namen für ihre drei Nanas: Caroline, nach der Astronomin und Kometenforscherin Caroline Herschel, Sophie, Garten-versessene Kurfürstin von Hannover, und Charlotte, nach Goethes Lotte Kestner (in echt Charlotte Buff) aus seinem Bestseller „Die Leiden des jungen Werthers“.“

So, nun wisst Ihr auch, dass die Nanas bei uns mit Namen versehen sind, die sie an Hannover binden. Ob es Frau Herschel, Kurfürstin Sophie von Hannover und Frau Buff gefallen hätte, in moderner Form gedacht zu werden? Ich glaube, die Kurfürstin, die durchaus für Erneuerung und Verschönerung zu haben war (wer hat bei uns den Barockgarten erfunden? Eben!), hätte sich nach anfänglichem Entsetzen gewöhnt, wie die Hannoveraner auch, die jetzt eben nicht mehr nächtens mit schwarzen Farbtöpfen vor den Figuren stehen und sie übertünchen.

Andere Straßenkunst war nicht ganz so augenfällig und daher auch nicht so vehement bekämpft. (Das verlinkte Beispiel war auch nicht wirklich abstrakt, eher … surreal).

Hannover hat eine Skulpturenmeile, die eine Menge abstrakter Kunst zu bieten hat.

Und was Hannover noch hat – Punkt 2 zu abstrakt – (außer zu viel Geld, wie manche Kritiker an abstrakter Kunst sarkastisch behaupten) – ein Museum für moderne Kunst. Das Sprengel-Museum beherbergt u.a. eine Menge anderer Werke von Niki de Saint Phalle (die in der Realität nicht so heißt, Ihr habt Euch das sicher schon gedacht, ihr richtiger Name ist: Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle), weil die Künstlerin der Stadt einen großen Teil ihres Nachlasses übereignete.

Außerdem sind dort Schwerpunkte deutscher Expressionismus und die französische Moderne.

Einer der bekanntesten hannoverschen Künstler, Kurt Schwitters, wird dort mit einem eigenen Archiv geehrt.

Und ja, das Museum ist benannt nach der Schokolade …

„Ausgangspunkt des Museums ist eine Schenkung von Margit und Bernhard Sprengel, die im Jahr 1969 ihre umfangreiche Kunstsammlung der Moderne weitestgehend der Stadt Hannover überließen. Der Schokoladenfabrikant Bernhard Sprengel unterstützte den Bau des ersten Museumsabschnitts mit einem Zehntel des veranschlagten Baupreises.“ In Hannover sind Kapitalisten* noch dem „Eigentum verpflichtet“-Grundsatz des Grundgesetzes treu, siehe als weiteres Beispiel die Familie Bahlsen.

*Ich meine das wertneutral, im Sinne von Unternehmer, Kapitalgeber, heute wird es ja oft als Schimpfwort gebraucht. So ist das hier nicht gemeint!

Und wo ich gerade Kurt Schwitters erwähnte – das wäre Punkt Nummer drei, über den ich bei Abstraktes in Hannover schreiben könnte. Kurt Schwitters war Hannoveraner, durch die Nazis verfolgt, floh er erst nach Norwegen und dann nach England, wo er auch 1948 starb. Erst 1970 wurden seine Überreste nach Hannover überführt und nun liegt er hier begraben.

So schändlich gingen wir früher gegen Abstraktes in Hannover vor

Und dann kam Niki … Danke, Niki!

Der vierte Punkt geht dann von der Bildenden Kunst weg zur Darstellenden Kunst hin:

Wir haben hier auch Modernes, teilweise „abstraktes“ Theater. Theater, das nicht nur, wie die guten alten Nanas, Kontroversen auslöst. Abstrakt ist im Theater natürlich anders als bei der Malerei. Aber eine abstrakte Inszenierung eines historischen Stückes kommt z.B. ohne einen großen Kostümfundus aus. Verändert manchmal auch die Aussagen des ursprünglichen Stückes. Betont Nebenstränge, oder verdreht und verändert, was im eigentlichen Stück geschrieben steht. Nicht alle Theaterzuschauer mögen das.

Tanztheater, hier in Hannover auch reichlich vertreten, MUSS sogar abstrahieren. Denn „seinen Namen“ – oder irgendeine andere Botschaft zu tanzen, erfordert die Umsetzung von Worten und Gefühlen in Bewegungen.

Und wenn wir schon beim Tanz sind, ist es zur Musik nicht weit: Welchen Musikstil würdet Ihr mit abstrakter Musik verbinden? Bei mir ist das Jazz. Und über Hannovers Open-Air-Jazzfestival zu Himmelfahrt habe ich ja schon mal berichtet.

Also, Hannover ist bei allem Pragmatismus und aller Provinzialität ziemlich abstrakt. Wie immer in Hannover erfordert es ein genaueres Hingucken. Hannover drängt sich auch abstrakt nicht auf.

 

 

Veranstaltungskalender 2016

Nachdem Hannover also den Hannovermarathon hinter sich gelassen hat (wenigstens fuhren Bahnen und Busse, mehr sag ich dazu nicht), hier jetzt ein paar Veranstaltungen in den nächsten Monaten:

Am 5. Mai ist Himmelfahrt – traditionell das kostenlose Open-Air-Jazz-Konzert vor dem Rathaus.

Bands dieses Mal nicht aus Amerika (was schade ist, mir gefielen die Hellraisers). Stattdessen zwei Acts aus Deutschland (Nils Wülker und die Braunschweiger Band Jazzkantine), ein Italiener (Mario Bondi) und Seven, ein Schweizer, der mehr Soul als Jazz spielt.

Dann, am 28. Mai folgt die Lange Nacht der Theater.

Das Programm kommt vermutlich Ende dieses Monats raus und dann öffnet auch der Vorverkauf.

Die entsprechende Veranstaltung zu den Museen ist erst am 25. Juni, da steht noch nicht viel fest.

Und mein persönlicher Höhepunkt des Jahres wäre dann wieder ab 13. Juli

13. bis 17. Juli 2016

19. bis 24. Juli 2016

27. bis 31. Juli 2016

Das Kleine Fest im Großen Garten, wenn es das Wetter erlaubt. Ich gehe ja immer zur Abendkasse. Da kann ich mir das Wetter flexibel aussuchen.

Natürlich habe ich noch einiges nicht aufgeführt:

Ebenfalls im Mai:

Das 21. MASALA Weltbeat Festival findet vom 20. bis 29. Mai 2016 im Kulturzentrum Pavillon und an verschiedenen Orten der Region Hannover statt.

Für kurzentschlossene Freunde von vor allem deutscher Musik gibt es schlechte Nachrichten:

NDR 2 Plaza Festival 2016 ist ausverkauft! (wäre am 27. Mai gewesen)

Das zu den Highlights der nächsten Monate. Solltet Ihr noch von etwas hören, ich editiere diesen Post gern!

 

Must-see Museen

Gestern war es also wieder soweit:
die Lange Nacht der Museen fand statt. Erst war ich nur halb interessiert, weil der Kurator im Kestner-Museum gewechselt hat und das Haus wird auch, wenn ich einem HAZ-Artikel von gestern vertraue, eine totale Umstrukturierung erfahren (mehr Themen-durch-die Zeit, nicht mehr Epoche für Epoche mit allen Themen einer Epoche in einem Bereich dargestellt).
Aber für 7 Euro hätte ich bei zwei besuchten Museen und Ausstellungen ja bereits wieder Plus gemacht.
So traf ich mich also bei strahlendem Sonnenschein (angesagt waren Gewitter, Hagelschauer, Regen) vor dem Landesmuseum mit einem Freund, wartete bis pünktlich 18 Uhr die Pforten geöffnet wurden und erstand ein Ticket. Dazu gab es die Broschüre (ein französisches Lehnwort statt des Englischen Flyer) und wir beeilten uns gerade noch an der Hinter-Den-Kulissen-Führung der Aquarien teilzunehmen. Ein Teil der Fische wird selbst gezüchtet, ein weiterer Teil dazugekauft. Dass darunter auch Wildfänge sind, hat mich ein wenig verdutzt. Und nicht positiv. Ist das wirklich notwendig? Wildfänge sollten doch heutzutage kein Thema mehr sein!
Der Aquarienbereich (wir schauten uns natürlich auch den Publikumsbereich an) ist sehr schön gemacht: Neben den Aquarien sind kleine Displays, auf denen man Bilder der in den Aquarien vorhandenen Fische findet – und wenn man auf diese Bilder (sanft) drückt, öffnen sich weitere Infos. So konnte man jedes Aquarium auch als eine Art Wimmelbild auffassen – und mal schauen, ob man alle Fischarten sah. Es gelang uns nicht immer, obwohl ich wirklich im Training bin.
Danach haben wir dann noch im Innenhof bei herrlichem Wetter afrikanischen Klängen gelauscht – oder war es bei afrikanischem Wetter herrlichen Klängen? Es gab auch die Möglichkeit, dort Essen und Getränke käuflich zu erwerben. Wie eigentlich vor oder an jedem Ort. Es war auch notwendig, zu trinken.
Anschließend gingen wir in die Galerie „Vom Zufall und vom Glück“, wo eine Ausstellung von Anna Jander zu sehen ist. „Wastelands“ – verlassene Industrie-Gelände, aber auch verlassene Häuser in den USA und Nachtbilder von Los Angeles. Die Künstlerin hat Fotos dieser Orte gemacht und nach diesen später ihre Bilder in Acryl gestaltet. Die Technik wurde mit „Auswischen“ beschrieben, das gab einigen Bildern einen Hauch Aquarell-Qualität. Ich sah in einigen Bildern, die nun eindeutig NICHTS Italienisches hatten, Venedig. Entweder in den Farben, oder sogar Gondeln aller Orten 😉 Wie sagte eine weitere Ausstellungsbesucherin – die mich fragte, was ich dort sehen würde – und von mir die Antwort erhielt, „Venedig“ – „es ist doch schön, wenn man soviel Fantasie hat!“ (Das Bild dazu habe ich bisher nicht online gefunden, aber ich konnte meinen Begleiter sogar davon überzeugen, dass man geheimnisvolle Kuttenträger darauf sehen konnte!)
Nach soviel Kultur gab es erstmal eine kleine Auszeit in der Stadtbibliothek – auch Kultur, aber andere Art, mehr für die Ohren – wir bekamen dort ein paar angejazzte Chansons zu hören. Und ein Trophy-Wife zu sehen – hochhackige Schuhe, fest(lich) gestylter Dutt, Blazer, von einem Herrn im Anzug begleitet, der nicht ganz so überstylt, aber immer noch zu festlich für das Wetter und die eher lässige Veranstaltung daher kam. Und ganz Klischee schob diese Frau ihre ca. 8-jährige Tochter durchs Gedränge, kein Bummel, kein Stöbern, kein Trödeln, selbst abends um 21 Uhr wurde noch „Programm gemacht“. Relax, perfeke Mutter, du solltest dringend die Ausstellung im Sprengel-Museum besuchen, mit oder ohne Kind. Und mal etwas von der Kunst des Loslassens lernen. Aber zum Sprengel-Museum kommen wir noch.
Nach der Stadtbücherei gingen wir zunächst zum Museum August Kestner. Dort hatten wir eine Verabredung mit den Göttern. Sie sahen göttlich aus – wie hingegossen. Naja, das waren sie ja auch. Wir lernten, dass die Ägypter sehr fein gearbeitete Wachsmodelle herstellten, die sie mit Ton ummantelten, beim Brennen des Tons schmolz das Wachs und machte damit Platz für die Bronze. Aber eine so hergestellte Form ist nur einmal verwendbar. Heutige Bronzegießer trauen sich nicht an die Handwerkskunst der Ägypter heran, der Versuch eine Replik eines Leipzigers Stücks zu erhalten, scheiterte an der Weigerung heutiger Handwerker, diesen Job zu versuchen. Stattdessen wurde eine aus Silikon hergestellt … Dass diese vom Original abweicht und auch nicht so fein gearbeitet sei, muss ich der Wissenschaftlerin einfach mal glauben. Bei den heutigen Möglichkeiten, sogar elektronisch Zahnprothesen zu fertigen und aus 3-D-Druckern Handprothesen zu erstellen, bin ich allerdings ein wenig skeptisch. Das sei mir verziehen.
Nach den Göttern wurde es wieder Zeit für etwas Entspannung – ein wenig Lounge-Jazz im Museum sorgte für den begehrten Chill-Effekt.
Eigentlich wollten wir die Nacht mit der Taschenlampenführung beenden, aber da diese inhaltlich mit der Führung zu den Gegossenen Göttern übereinstimmte, wechselten wir noch einmal das Terrain, gingen rüber zum Sprengelmuseum und sahen uns dort eine Kurzführung zu ein paar Highlights an. Gestört wurde das ganze durch einen aggressiven, angetrunkenen Gast, der, als die Sprache auf die Zeit kam, in der Beckmann lebte, und die ihn und seine Kunst prägte, darauf bestand, dreimal nachzufragen, ob denn einem der USA-Bilder von Beckmann ein „Arischer Penis“ dargestellt sei. Bei der dritten Nachfrage verlor ich meine Geduld und herrschte ihn an, dass jetzt genug sei – der Rest der Führung ging ohne Störung vorüber. Es reicht doch auch wirklich aus, dass der junge Mann, Anfang 30 vielleicht, der Gruppe dreimal beweist, was für ein ignoranter, angetrunkener und dadurch hemmungsfreier Arsch er war.
Und da es nach dieser Führung, die im Übrigen vor einer Videoinstallation der oben angesprochenen Ausstellung endete, schon halb 1 war, wurde es Zeit, mal zu schauen, ob die Jazz-Funk-Soul-Party mir gegenüber im Sofa-Loft schon zuende war . War sie nicht, als ich kurz nach 1 nach Hause kam, konnte ich die Musik auf der Straße noch ein klein wenig hören. Bis ich soweit war, mein Licht auszumachen, war aber alles ruhig. Bisher kann ich mich über das Veranstaltungszentrum Loft eher nicht beschweren. Dieses Mal aber nur nicht, weil ich selber unterwegs war.

Jazz in der Unesco Stadt der Musik

Wir sind zur Zeit Stadt der Musik, von der UNESCO bestätigt. Und zum Beweis, machen wir das, was wir die ganzen Jahre schon gemacht haben: Musik.
Also, nicht ich – ich bin ja schröcklich unmusikalisch. Aber wir laden uns Leute ein, die es können. Z.B. am „Vatertag“. Vors Rathaus. Dort gibt es ein Frei-Luft-Konzert. Frei ist dort nicht nur die Luft, sondern auch das Konzert.
Angefangen mit er Jazzband Hannover, die solide mit Jazz das zu der Zeit (10 Uhr) noch vorwiegend ältere Publikum erwärmte (Achtung, dies werde ich öfter erwähnen: Es war kalt!).
Anschließen auf die Bühne gebeten wurde die Chris Barber Band. Ebenfalls solide, Klassiker wie Ice-Cream an seinem Geburtstag spielend hat der 85-jährige Chris Barber auch eine Menge erzählt. Leider war nicht alles gut zu verstehen – lag entweder an seinem Alter – oder an der Klangqualität, die aber bei der Musik ok war.
Die traditionelle Gospel-Chor-Einlage haben wir uns traditionell geschenkt und sind ins Ichi-Ban essen gewesen (ausnahmsweise wählte ich etwas Warmes und kein Sushi – mir war kalt).
Etwa um 13 Uhr betrat dann Dwayne Dopsie die Bühne mit seinen Mannen. Und das Muskelpaket lieferte ab – da wurde sogar mir warm. Der Waschbrett-Spieler schrammelte sich teilweise durchs Publikum und unterstützt wurde das Ganze noch von einer temperamentvoll spielfreudigen Amanda Shaw, die bereits in ihrem ersten Stück mit einer Stimme überraschte, die doppelt soviel Gewicht hatte wie die kleine Sängerin.
Die Überraschung des Tages für mich war wie gut Marquess und die Bigband zusammen klangen. Es gab den spanischen Liedern etwas Mexikanisches und hat sie NICHT, wie von mir befürchtet, verlangsamt. Nur die Bitte der Jungs, mitzusingen … also, den Text (oh-oh-ooooh)hab ich ja noch hinbekommen, aber SINGEN? Das wollt Ihr nicht wirklich.
Candy Dulfer hat u.a. ihren großen Hit „Lily was here“ gebracht. Ihre Saxophon-Klänge von weich und anschmiegsam zu rotzfrech und funkig waren definitiv hörenswert. Aber für mich ging es dann doch zu sehr in die Funk-Richtung. Ich habe etwa eine halbe Stunde vor Schluss den Platz verlassen. Nicht, weil die Künstlerin nicht geliefert hätte – ich hatte nur eine andere Vorstellung davon, was sie liefern würde.

Jazz

Wettervorhersage: 85% Wahrscheinlichkeit, dass es regnet .. Mittags vor allem.

Mit diesem Wissen ließ ich die Sonnenbrille und das Käppi vom letzten Mal daheim, traf mich um kurz vor 10 an der U-Bahnstation und zog in Begleitung vor das Rathaus. Schönstes Wetter. Die Jazz-Band Hannover spielte tapfer gegen die frühe Stunde an, die ca. 150 Leute, die sich schon aus den Betten gewälzt hatten, vorwiegend ältere Semester (soviel dazu, mit dem Spektakel mehr junge Leute anlocken zu wollen) gingen nicht weniger tapfer mit, es wurde, weil ja noch viel Platz war von einigen der Tapferen auch getanzt.

Das war das Vorgeplänkel. Dann folgten die Ray Gelato Giants mit heftiger Promo für das neue Album mit italienischen Swing-Titeln. Der Platz füllte sich langsam, noch immer überwog die Gruppe der 50 + Leute, und die Stimmung zog an. Es wurde 12, wir gingen ins IchiBan essen – schöne Portionen für nicht viel Geld. Und lecker war es auch noch. Weiß nicht, wieso die Mehrheit der Leute die Bratwurst am Rathaus vorzog.

Zurück am Rathaus gab es die Hannover Bigband – mit Stargast Max Mutzke. Und der lieferte. Unglaublich, was der „Junge“ sich gemacht hat. Introvertierter Pulloverträger, als Raab den Song-Contest-Teilnehmer suchte, war da jetzt ein Mann auf der Bühne, der die BigBand anleitete, das Publikum mitzog (von mitreißen kann keine Rede sein, der Hannoveraner an sich ist ein Norddeutscher, so leicht reißen wir nicht) und den Entertainer gab.

Er brachte nur einen Song auf Deutsch – aber bewies mir Skeptikerin damit, dass es auch durchaus vernünftige Swing-Musik auf Deutsch geben kann.

Und er lobte Hannover – und dass er mit Berlin, Wuppertal und dem Schwarzwald telefoniert hätte, aber überall dort hätte es geregnet. Wir hatten Sonnenschein.

Nach der BigBand folgte eine längere Umbaupause, es kam dann Matt Bianco. Ein langer Akt! Und wenn das mit „Hannover swingt“ auch nix mehr zu tun hat – mir gefiel es. Half a minute klang allerdings wesentlich anders. Sunshine day war irgendwo bei mir noch eingespeichert und „Don’t blame it on the girl“ habe ich auch wieder erkannt.

Für mich war das der letzte act – mein Rücken und die Beine fanden, es wurde Zeit, nicht mehr doof rumzustehen – ich ging dann nach Hause.

Immer noch kein Regen. Wir haben wohl ne 86 gewürfelt 😉