Eine nicht so lange Nacht

Eigentlich heißt es ja LANGE Nacht der Theater.
Leider verkümmert diese Institution hier in eine kurze …

Am 25.4. bin ich also mal wieder mit einem Freund losgezogen, für 12 € uns eine Nacht bespaßen zu lassen. Nun, es fing gut an – ich stand am 14. eine Stunde im Vorverkauf, um uns zwei Veranstaltungen zu sichern, um 18 Uhr das TAK (Kabarett, Ich dagegen bin dafür, Johannes Kirchberg)und anschließend in der Werkstatt Galerie Calenberg eine Doppelveranstaltung (Jango Erhardo/ Lina Lärche). Wir schafften es auch ohne Ticket noch in die Faust (Stefanie Seeländer und Herr Schmid am Klavier), mussten dann aber logistisch eine Pause einlegen, weil die Vorstellungen in der Südstadt von der Faust aus nicht zu erreichen waren. Um 22 Uhr haben wir uns für Varieté entschieden und mein Begleiter setzte eine Stunde Wartezeit ein (um 23 Uhr war nicht mehr viel Auswahl und das Neue Theater schon ausgebucht), um um 0 UHr im Neuen Theater noch ein paar Rühmann-Stücke um die Ohren zu bekommen.
Was mich geärgert hat:
Dass bereits um 23 Uhr nur noch wenige Spielstätten sich überhaupt an der angeblich so Langen Nacht beteiligten. Bei wenig Auswahl und gewissen Präferenzen (kein Tanztheater, keine Oper) kam ich so um kurz vor 23 Uhr daheim an.
Dass die Theaterbusse so selten fahren, dass man kaum eine Chance hatte, damit irgendwo zur rechten Zeit zu sein.
Dass das Opernhaus sich völlig auf Oper festlegt. Das war in anderen Jahren anders, viel attraktiver, als noch Jazz nachts um 0 Uhr gespielt wurde (immer gern genommen) und auch mal nur Instrumentales/Skurriles gebracht wurde (ich denke immer noch gern an das Halbstunden-Solo für zwei Percussionisten zurück – das hat sogar meinen damals sehr skeptischen Begleiter überzeugt).
Was mich erfreut hat:
Die gute Laune aller Beteiligten. Sowohl der Profis wie auch der „Kunden“.
Die Vorstellungen im TAK, in der Faust und im Rampenlicht-Varieté, alles drei wirklich unterhaltsam. Johannes Kirchberg hatte ebenfalls einen eher musikalischen Abend, lästerte über unsere Generation genauso wie über die nachfolgende. Von Jango Erhardo war ich nicht so begeistert (humoristische Pantomime zu unbekannten deutschen Schlagern) und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Lina Lärche eine Dame oder ein Herr Dame war – aber das war nicht ausschlaggebend, Lina hatte Witz. Ich war mir einig, dass ein ganzer Abend Jango Erhardo (jedenfalls mit diesem Programm) vermutlich nicht befriedigend wäre, die Grann Damm de la Schangsang aber hätte ich mir auch noch länger angehört.
Frau Seeländers apokalyptisches Abenteuer in Ostdeutschland, eine Variante von Hotel California, unterhielt meinen Begleiter und mich genauso wie ihr Startsong, Eisprung … Die zwei schenkten sich wenig auf der Bühne, immer ein Brüller.
Und das Rampenlicht-Varieté ist schneller, moderner und damit jünger als die Variante im GOP. Es sind junge Künstler aus Hannover und Umgebung, eine Diavolo-Nummer, Äquilibristik, eine Drahtseilnummer und eine Tuchnummer (es ist ja nur eine knappe halbe Stunde Zeit) – nur der Conferencier muss noch ein wenig üben – der war bemüht abgeklärt – und kam damit ziemlich verkrampft an.
Die Rühmann-Show im Neuen Theater wurde mir hinterher von meinem Begleiter nahe gebracht: Von Charlies Tante über Feuerzangenbowle, von „Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun“ bis zu „Ein Freund, ein guter Freund“ soll alles da gewesen sein. Und ein nachdenklicher Monolog aus „Der Hauptmann von Köpenick“.
Alles in allem – der Abend hat 12 Euro gekostet – ich war 2 Stunden unterhalten, ist wie im Kino, nur abwechslungsreicher. Und ich habe jetzt zwei neue Spielstätten besucht.
Mein Wunsch für 2016 (dann am 28. Mai!):
Mehr Abwechslung auch nach 22 Uhr, Busse, die es auch ermöglichen von Route Grün zu Route Blau oder Rot zu wechseln, ohne dass man eine Vorstellung aussetzen muss, und bitte, liebes Opernhaus, höre mit diesem Snobismus auf!

5 Antworten zu “Eine nicht so lange Nacht

  1. I am not so good in other languages,still I am a part of all if this in some crazy mixed up way,it’s like being on a motorized treadmill not being able to stop,so I say these words in my native tongue,¥«»»«¥^^««»»{}
    As always Sheldon
    Thank you for your like

    • Don’t worry about not being so good in other languages, I am not able to speak Chinese, read Russian or discuss my lack of knowledge in any African Dialect – you are fine using English. When I write in German it is mostly about Hannover-things (hence the name inhannover) – so I use German as my language of choice. Reminds me – must write about our open-air-Jazz-concert two days ago …

  2. Love jazz I would love to hear about it,did you know BB king died
    As always Sheldon

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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