Monatsarchiv: September 2013

wer die Wahl hat

Heute also Doppelwahl – Bundestag und OB

Eigentlich hatte ich ja gehofft, irgendjemand würde Schmalstieg wieder heimlich auf die Liste schmuggeln, dann wüsste Hannover, wen es wählen soll (für alle Nichthannoveraner: Herbert Schmalstieg war für über 30 Jahre OB hier! Der Hannoveraner an sich ist treu. Jedenfalls politisch.)

Aber dann musste ich mich doch mit einem selbstgefälligen OB-Kandidaten der Opposition, einem mir ebenfalls zu siegessicheren Schmalstieg-Genossen und zwei zu vernachlässigenden Kandidaten kleinerer Parteien zufrieden geben. Warum habe ich nie die Wahl zwischen was mir gefällt und was nicht?

Bei der Bundestagswahl war es einfacher – da weiß ich, wem mein Herz gehört. NOCH wähle ich auch meist Leute, die älter sind als ich. Da ich gerade einen weiteren Geburtstag hinter mich gebracht habe, wird das immer schwerer.

Natürlich werde ich meine Wahlentscheidung nicht bekannt geben. Aber ich war wählen! Und warum war ich wählen, auch wenn die Auswahl eher bescheiden ist? Aus dem gleichen Grund, aus dem Männer ihren Namen in den Schnee pinkeln und sich der Kater die Eier leckt – weil ich es kann! Also – wählen.

Vor 100 Jahren hätte ich noch keine Stimme gehabt. Bis es soweit kommen konnte, ging viel Blut drauf – und wir reden nicht von der Menstruation.  Nur mal so, an alle Nichtwähler. Ein Recht, das so mühevoll für die Mehrheit der Bevölkerung erkämpft wurde (auch der einfache Plebs durfte ja erst spät überhaupt in Deutschland wählen!), das sollte man nicht aus Langeweile, weil man sich keinen Kopf machen will oder weil man keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen möchte, herschenken!

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Türkisch-Deutsche Irritationen

Ich war gestern erneut im Kale essen. Ein wundervoller Schatz, leider viel zu versteckt am Bismarckbahnhof. Aber mit einem freundlichen Servicepersonal, mit einem klaren, nicht zu plüschigen aber doch gastlichen Ambiente – und mit einem Essen, das ich heiraten würde, wenn das erlaubt wäre.

Gestern hatte ich Lammfilet. In köstlicher Sauce. Bereits vorher gab es einen Gruß aus der Küche, anschließend wurde uns noch Wassermelone serviert (wir saßen wohl einfach zu lange dort) – und ein Raki angeboten.

Die Kellner (an dem Abend ausschließlich männliches Servicepersonal, aber beim letzten Besuch war das anders) waren aufmerksam, aber nicht aufdringlich.

Und alles war perfekt. Ich war in Spendierlaune (knapp 20 % Trinkgeld) und bedankte mich für das perfekte Essen. Und beim Rausgehen, unser Kellner stand an der Seite, ich war schon fast vorbei, sah ich noch irgendeine Geste aus dem Augenwinkel. Er wollte mir die Hand geben, wie meine hinter mir gehende Begleitung mir später sagte. Da war ich aber schon drei Schritte weiter. Ich bin doch kurzsichtig – und die Hand erschien außerhalb des Brillenrahmens – ich hatte das auch wirklich nicht erwartet. Und nun ärgere ich mich über mich selber.

Dabei ist es eher unüblich, beim Abschied die Hand des Kellners zu schütteln … Der „Fehler“ lag trotzdem bei mir – und ich fühle mich wie ein A… Dabei war es so ein perfekter Abend. Wunderschönes Restaurant (Deutsche Küche besteht ja auch nicht nur aus Currywurst/Pommes), freundlicher Service, wirklich göttliches Essen – und dann ein solcher Faux-Pas am Ende. 😦

Ich weiß gar nicht, ob ich mich dort je wieder hin traue …