Monatsarchiv: Oktober 2012

Postkarten

Postcrossing hatte ich ja schon erwähnt – nun, ich habe mich nicht nur registriert, ich habe auch schon 20 Postkarten geschrieben, (6 davon sind auf dem Weg – oder so gut wie) und 10 erhalten.

Gestern hatte ich 6 Postkarten im Briefkasten – drei von der Familie, aber eben auch drei von Postcrossing. 2 davon coole, selbstgemachte Karten – ein fotografiertes und ausgedrucktes selbstgemaltes Bild und eine Rose aus dem eigenen Garten. Aber das lustige war – bei diesen beiden Karten hatte ich eine Verbindung zu den Vornamen der Absenderinnen. Eine Hildegard(e) – so hieß meine Mutter. Und eine Dini – so hieß mal für gut 2 Jahre eine Mitschülerin von mir in den ersten Klassen des Gymnasiums. Nein, die Dini von Postcrossing war nicht mit ihr identisch – aber die Karte hat eben auch noch durch den Namen Erinnerungen an alte Zeiten hochgeschwemmt.

Postkarten sind soviel mehr als Momentaufnahmen und Grüße von entlegenen Orten.

Ich habe nun schon einige Karten nach Asien geschickt – und selber eine aus Japan erhalten (die war wirklich schnell da!)

Nicht alle hatten die schönsten Bilder ever – aber viele liebe Grüße trudelten bei mir ein. Für manche scheint Postcrossing mehr eine Art Sport zu sein – möglichst viele Karten möglichst schnell erledigen. Wenn man die Maximalzahl von 100, die gleichzeitig unterwegs sein können, erreicht hat, muss man das vielleich auch – aber muss ich denn immer die Maximalzahl ausnutzen? Ich habe 6, die auf der Reise sind (ok, 4, zwei so gut wie). Und wenn noch eine von mir losgeschickte eintrifft, das könnte heute der Fall sein, sind es demnächst sieben. Aber ich nehme mir bei jeder die Zeit, die Kartenrückseite vollständig zu füllen, irgendwas zu schreiben: meine neueste Karte heute zeigt eine Reihe von 4 älteren Damen, die auf einerBank sitzen – darüber steht Afterworkparty. Ich hab dann der Adressatin erklärt, dass wir ein alterndes Land sind, in dem die Mehrheit der Bevölkerung schon längst die Teenagerjahre hinter sich gelassen hat und dass man in den Innenstädten doch viele ältere Herrschaften sieht.

Und dass ich meinen Teil dazu getan habe – indem ich nichts zur Bevölkerung dazugetan habe.

Mehr passt eh nicht auf eine Karte.

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Dicken-Bashing

here we are again
Es passierte mir in den 90ern. Unterschichttyp in Ballonseidenanzug in der U-Bahn, saß da mit seiner Ische. Vokuhila, Schnauzbart. Ich kam die Rolltreppe am Kröpcke runter, genoss zwei Kugeln Eis in der Waffel.
Er, hämisch und mit einem Hauch Aggression: „Na, schmeckt’s?“

Wo? Wo geiht ihn dat an?

Es geschah 2001, ich war neu hier in die Gegend gezogen, auf einer Bank saßen zwei alte Männer, keine Schönheiten, einer qualmte Zigarre. Ich ging vorbei, einer murmelte was, ich grüßte freundlich, er, lauter:  „Sie könnten auch ein Pfündchen weniger haben.“

He? Ich hab gelernt, dass die Antwort auf „Guten Morgen“ „Morgen“ ist. Und wo?
Und einige wenige Jahre später, ich ging ahnungslos hier am Platz lang, kam mir ein 14- oder 15jähriger Knabe entgegen, blond, sportlich, zwei blonde Ischen bei sich. „Mann, ist die fett, Mann!“

Ja, offensichtlich. Aber wo?

Ich hatte auf die letzten beiden Attacken entsprechende Defensive zur Hand, aber ich muss noch viel lernen, um DIES zu erreichen!

Hier wurde eine Morgennachrichtensprecherin von einem Zuschauer in einer E-Mail beschuldigt, kein gutes Beispiel für die jungen Mädchen der Gemeinschaft zu sein, weil sie sich in der Öffentlichkeit so fett zeigen würde. Er sagte sogar nur „obese“ – sie sagte „fat“ – aber mit welcher Grandezza hat sie ihm seine E-Mail um die Ohren gehauen!

CHAPEAU!!
Und hier noch ein Link zu einer Deutschen Website – denn auch hier ist es durchaus gang und gäb.