Monatsarchiv: Juli 2021

Was bisher geschah

Also – inzwischen, seit dem letzten Blogbeitrag. Hannover hat nicht aufgehört zu existieren und ich auch nicht. Ich beende gerade meine zweite Stay-Cation Woche – und bin ein wenig in die Weiten Youtubes eingetaucht und hab mich da verheddert. Aber alles gut, ich kam wieder raus …

Ich hab auch gelesen, The Dragons of Crumbling castle, z.B. Weitere Pratchett-Kurzgeschichten. Ich wiederhole mich ungern, daher nur ganz kurz, die Kurzform ist nicht seine Welt. Ich las aber die erste Carpet-People-Geschichte mit Interesse.

Voll geimpft bin ich seit ca. einem Monat, und als ich am Montag, nach dem obligatorischen Augenarztbesuch meine obligatorischen Augentropfen in der Apotheke abholte, habe ich meine Impfungen auch gleich in die Corona-Warnapp eintragen lassen.

Ich habe meine SchwabenGene erfolgreich ein wenig zurück gedrängt und Geld für Schuhe ausgegeben. Sandalen und Slipper nenne ich jetzt wieder mein eigen. Dies ist mehr ein Slipper-Sommer. Hier ist es um die 20 Grad, mal ein wenig drüber, meist nicht so schwül. Aber ein Sommer ist es dann natürlich nicht, als Spätfrühling lass ich mir sowas gefallen 😉

Ich hab meine SchwabenGene sogar nochmal zurück gedrängt und in England ein paar Dinge bestellt, die die Welt nicht braucht. Aber ich wollte gerne eine neue Türmatte (nach über 20 Jahren!) und hab Weihnachtsgeschenke schon mal die ersten … Sachen, die es nicht überall gibt, Literary GiftCompany.

Und zum dritten hab ich meine SchwabenGene (ja, es ist nur ein Urgroßvater, den ich nach Sulz am Neckar zurück verfolgen kann) niedergerungen, um mir nach zwanzig Jahren ein neues Telefon für den Festnetzanschluss zu gönnen. Mein bisheriges Gigaset war ein Siemens Gigaset, das ich zusammen mit meinem Zeitungsabo bekam – also eigentlich war es das Werbegeschenk für den Werbenden, aber wurde mir überlassen. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass die Technik seither einen Schritt nach vorn gemacht hat … oder zwei.

Das neue hat eine Einstellung, mit der ich Anrufe von unbekannten Nummern unterdrücken kann … Aber ich tu es nicht, ich muss doch meine englischen Swear-Words üben.

Heute z.B., zwei Anrufe von zwei mir unbekannten deutschen Nummern. An den ersten ging ich ran: Es meldete sich eine „Lisa“ (ich glaube, ich liege nicht ganz falsch, zu behaupten, dass das nicht ihr Name war), mit einem heftigen asiatischen Akzent. Nicht wie Japan/Korea – mehr wie Indien/Pakistan … Sie riefe an im Auftrag von Microsoft. Da fiel ich ihr ins Wort und wurde deutlich: „I disbelieve. There is not a reason in the world, why Microsoft should contact me. – Not one. You are a liar.“ Sie versuchte zuerst weiterzureden, während ich ihr so über den Mund fuhr, aber letztlich war sie hilflos und schutzlos – und ich legte auf, als von ihr nix mehr kam.

Also – wir fassen zusammen:

Anruf von (angeblich) DEUTSCHEM Anschluss.

Es meldet sich jemand AUF ENGLISCH (das nicht mal die Muttersprache ist, nein, es war kein Brummie-Akzent, no „Hi Hens!“) und will mir verkaufen, dass sie im Auftrag eines AMERIKANISCHEN Software-Giganten anriefe.

Warum dann die Mühe, eine deutsche Nummer vorzutäuschen, wenn man doch angeblich in einem asiatischen Callcenter für ein Großunternehmen tätig wird?

Warum sollte Microsoft diese Endverbraucherin ihres Produkts überhaupt anrufen wollen? Ich weiß, sie wollte mir die alte Mär auftischen von den Sicherheitsproblemen und dass sie Zugriff auf meinen Compi bräuchten, um es zu beheben, das ist immer das gleiche alte Scammer-Spiel. Aber wenn Microsoft ein Sicherheitsproblem hat – warum sollte das mit einem Anruf bei jedem Kunden behoben werden? Bei vermutlich anderthalb Milliarden Rechner weltweit wäre das gar nicht machbar! Das macht Microsoft nicht, Microsoft bietet reparierte Software an, die man herunter laden kann, wenn es aufwändiger ist – oder lädt Patches hoch. ABER REPARIERT NICHT JEDEN PC EINZELN … Wie dumm denken die, dass ich bin? Das ist eine einzige Beleidigung meiner Intelligenz. Zumal diese Mär bereits Jahrzehnte alt ist! Ich bin doch nicht erst gestern geboren!

Also, wenn ich unbekannte Nummern unterdrücken würde, würde mir dieser Spaß entgehen.

Außerdem würde ich Probleme bekommen, sollte man mich doch mal vom Dienst aus erreichen wollen, weil diese Nummern meinem Telefon auch unbekannt sind.

Daher mache ich von diesem Feature meines neuen Telefons keinen Gebrauch. Aber es kann … Und mehr, natürlich hat dieses Telefon ein Telefonbuch, das hatte das alte auch schon. Aber es kann auch an Termine erinnern. Hat eine Weckfunktion – und könnte als Babyphone eingesetzt werden (dafür hab ich natürlich wenig Bedarf, so ohne Kind). Und das alles für die fürstliche Summe von … nicht mal 50 Euro.

Warum hab ich dann doch so lange gebraucht, das alte zu ersetzen? Es tat es noch. Allerdings konnte ich auf dem Display nichts mehr sehen, damit war das Telefonbuch nutzlos geworden. Doch solange ich noch blind meine Schwester anrufen konnte, war alles gut. Akkus hatte ich lang entsorgt und es mit normalen Batterien betrieben, weil Akkus natürlich nicht 20 Jahre halten.

Der Batteriefachdeckel ließ sich nur schwer öffnen – und da ich da ständig wechseln musste, ließ ich ihn weg. Was dazu führte, dass mir bei jedem Umfallen des aufgestellten Telefons, nur weil ich an den Tisch stieß, die Batterien herausfielen, das mit Freisprechfunktion durchgeführte Telefonat damit unterbrochen wurde – und ich mir jedes Mal vornahm. doch „mal“ ein Telefon zu kaufen … Jetzt war dieses „mal“ gekommen. Nicht, weil irgendwas anders war als sonst, sondern weil ich mal wieder mit der Schwester telefonierte, und wir drüber sprachen – und ich mir dachte, warum bin ich eigentlich so geizig?

Es gibt dazu eine längere Vorgeschichte: Vor über 10 Jahren hatte ich mir eine neue Winterjacke gekauft. Und eine weitere gesehen, die mir farblich gut gefiel, sie sollte nur 30 Euro kosten und ich dachte, ich hab eine Jacke, wozu brauche ich noch eine … Dann setzte mich eine gute Freundin auf den Pott. Wenn ich die Jacke wollte, sollte ich mal den blinzelnden Adler rausholen und dem Sonnenlicht aussetzen und mir um eine Summe von 30 Euro nicht graue Haare wachsen lassen – ich hab die Kohle schließlich. Ich bin nicht unermesslich reich, aber für eine weitere Winterjacke, damit ich mal die andere waschen kann, reichte es damals – so wie heute für das Telefon. Oder wie für meine Gleitsichtbrillen.

Das ist nämlich auch so eine Geschichte. Einige Zeit hatte ich schon Probleme damit, Sachen zu erkennen, nahm meine Brille, die ich wegen Kurzsichtigkeit trug ab und ging mit der Nase ran … weswegen mich ein Freund schon auslachte … und dann fiel es meinem Chef auf. Also biss ich in den sauren Apfel und legte bei 1500 Euro für zwei Gleitsichtbrillen hin. Eine, mit der ich auf die Straße gehen kann, weil sie drei Sichtstufen hat und eine, mit der ich lesen und am Computer arbeiten kann. Ja, und was soll ich sagen – ich bin zurück 😉 Ich sehe wieder was! Ja, es war ein Haufen Geld, aber ich muss mit den Brillen vom Aufstehen bis zum Schlafengehen herum laufen. Das teuerste waren eh die Gläser … ich musste ja zu den üblichen Gleitsichtschliffen noch meine Hornhautverkrümmung korrigieren …Aber auch da hab ich EWIG gebraucht, mich dazu durchzuringen, einen Optiker aufzusuchen. Bis ich es dann getan habe – und es hat auch gar nicht weh getan 😉

Ich muss SchwabenGene haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich mit sinnvollen, aber nicht wirklich notwendigen Anschaffungen immer so zögerlich bin.

Komischerweise macht es mir wenig aus, mal eben einer kanadischen Katzenhilfsorganisation* 50 Euro zu spenden Und das mehr oder weniger regelmäßig. Aber mir selbst mal ein neues Telefon zu kaufen, für knapp diese Summe, nach ZWANZIG JAHREN (oder eine ZWEITE, SPOTTBILLIGE WINTERJACKE, obwohl ich gerade eine gekauft hatte) oder auch nur die Einstärkenbrille durch zwei Gleitsicht-Brillen zu ersetzen (altersangemessen) – solche Dekadenz liegt mir fern. (Diese Winterjacke hatte ich bis zu diesem Winter, also – für 30 Euro hab ich sie verdammt lang getragen! Ich hab sie nur, aufgrund der nassen Winter hier, endlich durch eine Jacke mit Kapuze ersetzt.)

*tinykittens, wenn es interessiert, sind auf Youtube und im Internet zu finden, kümmern sich um ferals, vorwiegend, aber nicht ausschließlich, akzeptieren auch sehr schwierige Felle (sic!) und engagieren sich dafür, dass Leute ihre Katzen kastrieren, um viel Elend zu vermeiden, ehe es ensteht! Falls Ihr jemanden in der Nähe von Vancouver mit Katzenbedarf kennt – macht ihn auf tinykittens aufmerksam – rescue is my favourite breed! Dort gibt es derzeit zwei wirklich reizende Pärchen zur Adoption: Cleo, eine sehr junge Katze, die leider FeLV+ ist – und Sammy – ihr Spielkamerad. Er ist frei vom Virus und geimpft, natürlich. Und dann gibt es noch Buttercup und Westley. Ein Pärchen von etwas über einem Jahr, sie eine wunderschöne Langhaarkatze, schwarz und sehr sanft. Und einen total verspielten, leicht schüchternen Westley, der aber auftaut, wenn man mit ihm spielt. Beide sind durch den Fernkurs der North-Futterdieb-Schule gegangen … 😉 Also sollte man Katzenfutter wirklich weg-SCHLIESSEN.