Monatsarchiv: August 2013

Mal wieder Bombenstimmung

Passenderweise in der Nähe des Historischen Museums wurde bei Ausgrabungen (auf einer Baustelle) ein historischer (WK II) Fund gemacht.

Wer jetzt gedacht hat, dass das eine Archäologische Notgrabung auslöst, wie es sonst üblich ist, wenn man Historisch Bedeutsames findet – und fachkundige Ausgräber mit Zahnbürsten die Hinterlassenschaften der Vorväter vom Sand befreien, hat sich geirrt. Stattdessen wird hier von offiziell staatlicher Seite Grabungsstättenvandalismus betrieben, der historische Fund auch noch aus dem Grabungsbereich entfernt – und anstatt möglichst vielen Leuten zu ermöglichen, Zeugen des Historischen zu werden, wird hier auch noch die Innenstadt evakuiert!

Ok, ist vielleicht auch besser so, wenn man einen Blindgänger findet.

Stalking

Stalking

Jetzt wird diskutiert, ist das Stalking-Gesetz geeignet, die Opfer zu
schützen, muss es verschärft werden.

Eine besonders eigenartige Meinung dazu  hat der Bundesvorsitzende der
Gewerkschaft der Polizei.
Zitat aus der HAZ:
‚ „Wenn jemand stalkt, hat er psychische Defekte. Die Höhe der Strafe
wirkt da nicht abschreckend.“ ‚
(soweit noch nachvollziehbar, aber:)
‚Die Schutzmechanismen hält der Gewerkschaftler für ausreichend. Die
Gerichte könnten etwa per einstweiliger Verfügung Annäherungsverbote
aussprechen.‘

DAS ist natürlich bei einem psychisch Kranken VIEL wirkungsvoller, seh ich
GANZ GENAUSO *irony mode aus* Also – ok, ich gebe zu, ich sehe das
irgendwie nicht stringent argumentiert.

Wenn jemand sich NICHT von einer Strafandrohung abschrecken lässt, dann
aber von einem Annäherungsverbot? Das bei Verletzung – BINGO – auch nur
wieder eine Strafe androht!

Für mich gehören Stalker in die Psychiatrie, in die geschlossene. Für eine
ziemlich lange Zeit – denn so eine psychische Störung lässt sich nicht mal
eben so in den Griff kriegen – der Ingolstädter Stalker hatte ja bereits
eine Therapie hinter sich. Die Opfer sind auch leicht
auszumachen – und damit zu schützen.

Ein weiterer Stalker darf bleiben, trotz Gewaltandrohung: Der Bezirksrat
hat der Stadtverwaltung klar gemacht, dass der Bogenschütze weiter auf das
Büro des Oberbürgermeisters zielen darf! Der Kulturwissenschaftler, der
mit seiner Kunstkommission empfohlen hatte, den Bogenschützen umzusetzen,
da er dort kriegerische Assoziationen wecke, ist fassungslos. Kunst im
öffentlichen Raum eigne sich nicht zur Basisdemokratie. *irony mode macht
heute Überstunden:* Nein, das muss eine (ein-)gebildete Elite ganz allein
entscheiden und die Leute, die es zahlen, haben da gefälligst
anbetungsgleich den Ideen zu folgen! *irony mode wieder off* Leider hat
der Kulturwissenschaftler eines nicht erkannt – dass Kunst im öffentlichen
Raum nicht nur dafür da ist, seiner (engstirnigen) Auslegung von Kunst zu
folgen – sondern eben auch gerne mal ironisch die Massen unterhalten darf.
Aber Kulturwissenschaftler finden Humor ja eh verdächtig, schließlich sind
wir hier in Deutschland!

Stalkerähnliche Ruhestörung

Immerhin, derzeit gibt es im Städtchen ja eine lebhafte Diskussion
darüber, wie lange wo draußen randaliert werden darf – oder, um es
sachlicher zu beschreiben: „Außengastronomie nach 22 Uhr“

Auf der einen Seite die Wirte und die Kundschaft, die u.a. auf dem
Maschseefest gern Party bis nachts um .. macht – und auf der anderen Seite
die Steuerzahler, die um ihre Steuern zahlen zu können, um 6 oder gar
früher aufstehen und die sich nicht immer ausgesucht haben, über einer
Kneipe zu wohnen.

Klar, ist natürlich TOTAL PROVINZIELL und MIEFIG, so eine Rücksichtnahme
auf Leute, die noch einen Standardtag pflegen, um 8 im Büro sitzen und
abends nach dem Heute-Journal sich bettfertig machen (alternativ auch nach
dem 20 Uhr 15-Film oder sobald meine mietvertragliche Ruheverpflichtung
greift). *erwähnte ich schon, dass nach dem heutigen Eintrag mein irony
mode ein Burnout haben wird?*

Sparen

Sagte ich nicht mal, dass die 7000 Euro, die das Versetzen der Bogenschützenstatue vor dem Rathaus kosten würde, anderswo im Kulturhaushalt gebraucht werden?

Und da ist er schon, der finanzielle Notfall. Um jährlich 150.000 Euro zu sparen, soll das kleine, von einem Stifter liebevoll eingerichtete August-Kestner-Museum plötzlich nur noch Designmuseum werden – und seine ägyptische und andere historische Sammlung endgültig ans Historische Museum verlieren.

Das Historische Museum ist anderswo das Stadtmuseum – ein Museum, das Hannoversche Geschichte darstellt. Ägyptischer Totenkult? Ja, klar, hat eine GAAANZ ALTE Tradition hier in der norddeutschen Tiefebene.

Ok, manch ältere Dame am Hofe mag manchmal an eine Mumie erinnert haben, so mit den ganzen Schönheitspflästerchen 😉

Aber, wo sollen die Einsparungen herkommen? Das Haus soll weiter betrieben werden, es braucht Personal. OH, Personal – soll eventuell der wirklich hervorragende, sein Fach mit Leidenschaft vertretende Kurator eingespart werden? Der Herr, der in der Langen Nacht der Museen immer wieder herrlich unterhaltsam so etwas Trockenes wie das Ägyptische Finanzwesen darstellen kann? Der damit Geschichte mit echtem Leben füllt? Der selbst eine halbe Stunde vor drei Steintafeln so spannend gestalten kann, dass man die Hitze mit den vielen Menschen willens ist, zu ertragen? Der Mann ist GUT, sowas lässt man nicht ziehen!

Ja, Kultur kostet Geld. Aber Museen sind Bildungseinrichtungen. Geschichtsunterricht kann nicht leisten, was der Kurator in der halben Stunde leistete – Geschichte wirklich NAHE zu bringen. Und wenn wir dafür 20 Statuen aufs Rathaus zielen lassen müssen, die Kosten sind es wert.

Deutsche Ikonen – Teil 2 – Bibliotheken

Ich weiß, dass Bibliotheken nichts spezifisch deutsches sind, aber ganz
ehrlich, das sind Biere auch nicht – die beliebteste deutsche Biersorte
ist aus Pilsen – das liegt nicht in Deutschland! Trotzdem wird Deutschland
wie kein anderes Land mit diesem Getränk verbunden.

Und so ist für mich einer der Leuchttürme Deutschlands das deutsche
Bibliothekswesen, vor allem die vielen kleinen, wegen Sparmaßnahmen
überall von der Schließung bedrohten Stadtbüchereien.

Die Deutschen waren mal ein Volk der Dichter und Denker. Noch heute gibt
es einige sehr sehenswerte Bibliotheken gefüllt mit historischen Schätzen
auch hier im Norden (ein Beispiel: Herzog August Bibliothek in
Wolfenbüttel).

Aber woran ich mich wirklich erinnere, wenn ich Bibliothek höre, sind die
Stadtbibliotheken. Meine stand in Höxter. Da ich nicht in Höxter wohnte,
musste ich geduldig warten, bis meine Großeltern sich auf den Weg in die
Stadt machten (wir wohnten 15 km entfernt in einem kleinen Dorf). Und das
war nicht jede Woche der Fall.

Die Bibliothek war in einem Altbau untergebracht an einem Platz, an dem es
auch zum Amtsgericht ging. Die Räume waren hoch und hell, das klassische,
quietschende Bibliotheksparkett in heller Optik, dazu Regale aus hellem
Holz, in denen eine Menge Unterhaltungsliteratur stand. Bücher, die
eindeutig schon in den 80ern über 20 Jahre alt waren, die „Don Camillo und
Peppone„-Reihe ist so eine Entdeckung aus dieser Bibliothek. (Ja, dazu
gibt es auch Bücher! Ich war damals erstaunt.)  Genauso wie zu „Der Doktor
und das liebe Vieh„. (Huch!)

Vorbestellt habe ich Bücher dort auch, manchmal. Auch über 10 Jahre nach
dem Erscheinen waren z.B.die silbernen Bände der Perry-Rhodan-Reihe ständig
ausgeliehen, Ich schaffte es immerhin bis ca. Band 14 – oder so – bis ich
des ständigen Dreischritts (Entdecken einer neuen intelligenten
Alienzivilisation, Kampf gegen und Sieg über diese und als dritter Schritt
Verbündung gegen einen gemeinsamen Feind) müde wurde.

Ich las so viele Autoren, die ich mir nie gekauft hätte, da ich die
Autoren nicht kannte. Entdeckte neue Welten für mich, hob alte Schätze
(kein materieller Wert), fand Rätselhaftes, las auch mal Anspruchsvolles
(so kam ich an „Der Zauberberg“ oder auch an „Billard um halb zehn“).

Die Tür zur Bibliothek war für mich nicht nur eine Tür – sie war ein
Portal, hinter dem sich 1000e von Welten verbargen. Die Tickets zu diesen
Welten (Bücher) hätte ich mir nie von meinem Taschengeld leisten können.
Aber in der Bücherei konnte ich meinem Lesetick nachgehen, ohne mich zu
ruinieren. Mein Geist ging wandern.

Später bin ich dann hier in Hannover in diversen Stadtteil-Büchereien und
auch im Hauptgebäude der Stadtbibliothek gewesen, habe auch
wissenschaftliche Bibliotheken (Universitätsbibliothek, Landesbibliothek
und sogar Landtagsbibliothek) genutzt.

Aber diese Freude, wie ich sie in der Stadtbibliothek Höxter empfand, der
Zustand eines noch teilunentdeckten Paradieses, das gab es hier nur in den
Stadtteilbibliotheken, die ein ähnliches Publikum bedienten wie die kleine
Stadtbibliothek in Höxter:
Alphabetneulinge, Blaustrumpfbewahrer, Chemiechaoten,
Detektivgeschichtendeduzierer,  Erinnerungsentdecker, Fiktionsflüchtlinge,
Grillgourmets, Hilfsheimwerker, Independentindianer, Jugendjargonjunkies,
Kinderbuchkonsumenten, Liebesgeschichtenliebhaber, Märchenmarodeure,
Neuigkeitennutzer, Orientoldies, Puppenhausplaner, Qualitätsquertreiber,
Romanrezipienten, Sachbuchsucher, Tipptester, Ungeheuerusurpatoren,
Volksliedverkünder, Wichtelweise, Xanaduxenophobiker, Yachtyuppies und
Zivilisationszwangsneurotiker.

Modetipps vom Zaren

ich wage mich jetzt als Anti-Fashionista auf dünnes Eis – ich nehme
mir heute einen Kopf der Mode vor.

Ein gewisser Designer französischer Mode ist selber Made in Germany, den
Urkunden nach wird er in einem knappen Monat 80, Er selber kokettiert mit
der 75.

Dieser uns allen bekannte Herr (ich bin kein Namedropper, aber
Vorratsacker wäre eine „Übersetzung“ seines Namens) hat die deutsche
Regierungschefin bewertet – natürlich nur ihre Mode. Er leitete seine
Ausführungen mit dem Wort „Leider“ ein.

Ist das gar SEXISMUS, den ich da von dem Herrn höre, weil es impliziert,
dass eine Frau als Regierungschef einfach „perfekt“ gekleidet sein muss?

Sicher kann ein Modedesigner sich für die Mode einflussreicher Frauen
interessieren – aber können wir nicht wenigstens Politiker aus dem ganzen
Glamour-Zirkus heraushalten?

Muss eine Kanzlerin sich modisch kleiden?

Ja, klar erwarte ich von ihr eine Kleidung, die amtsangemessen ist. Dass sie
ausländische Gäste nicht im Blümchenkittel empfängt, dass sie bei
offiziellen Abendveranstaltungen auch Abendkleidung trägt, dass sie bei
Staatsbegräbnissen in gedeckten Farben daher kommt, dass sie bei
Staatsbesuchen nicht ihre Gastgeber schockiert (und damit den Staat, den
sie repräsentiert, blamiert). Aber ich erwarte auch von einem männlichen
Regierungschef, dass er nicht im Hawaiihemd oder im Unterhemd Staatsgäste
empfängt, dass er sich bei den entsprechenden Anlässen einen Smoking
besorgt und dass er sich eben auch sonst immer dem Anlass angemessen
kleidet. Insofern weichen meine Anforderungen an die Kleidung der
Kanzlerin nicht von denen an die Kleidung eines Kanzlers ab.

Aber muss die Person PERFEKT gekleidet sein? Was, wenn die Kanzlerin KEINE
maßgeschneiderte Hose trug? Was, wenn sie, so wie ich, mit längeren Beinen
und einem kurzen Rumpf ausgestattet ist und deswegen längere Hosen
benötigt? Wenn sie mal einen Ausschnitt trägt, bei dem man auf Fotos
sieht, dass – oh WEH – ihr Dekolletee (passend zum Rest von ihr) nicht
mehr 18 ist? Sind das bereits NEWS? Es gab einige Bilder zum Ausschnitt
der Kanzlerin bei der Eröffnung eines Opernhauses in Norwegen. Und einige
durchaus auch hämische Kommentare, damals. Nichts davon zu ihrem
Hosenanzug, den sie jetzt beim Empfang des amerikanischen Präsidenten
trug. Warum jetzt von diesem Herrn angesichts dieser Bilder dann der
„Zwang zur Maßanfertigung“?

Für einen Modeschöpfer mag eine Hose, die 1 cm länger oder kürzer ist, als
es dieses Jahr die Mode vorsieht, eine Katastrophe sein. Wenn unser Staat
keine anderen Sorgen hat, geht es uns allen hier sehr gut! Vielleicht
sollte dieser Herr mal eine „normale“ Brille zur Korrektur seines
Sehfehlers in Erwägung ziehen, das von ihm getragene Modell mit den
dunklen Gläsern scheint die Wirklichkeit nicht durchzulassen.

Icons of England – Deutsche Ikonen

Auch wenn ich fürchterlich bei meinem Ziel von ein Buch pro Tag versagt habe (irgendwie war mein Urlaub nicht ganz so selbstbestimmt, wie ich dachte) – ich lese trotzdem weiter – und kaufe leider auch weiter Bücher.

Ich las am Freitag zu Ende: Icons of England. Eine Zusammenstellung über all die kleinen Perlen, die England nach Ansicht „berühmter“ Bewohner zu England machen. In Deutschland wird man die wenigsten von ihnen kennen, aber z.B. Michael Palin (Monty Python – Ein Fisch namens Wanda) hat dort auch einen kleinen Aufsatz abgeliefert.

Die Heransgehenweise der Autoren ist immer persönlich, daher auch sehr individuell. Einige berichten über Kindheitserinnerungen, die bis heute andauern (ein gewisser Aquädukt, z.B.), andere über Schönheiten, die sie erst später im Leben zu würdigen wussten. Und einige Migranten über ihre ersten britischen Wurzeln. Denn was Felder, Küstenlandschaften, Streuobstwiesen aber auch solche Dinge wie die berühmten roten Säulenbriefkästen gemeinsam haben: Sie haben den Autoren gezeigt, was SIE besonders an ihrer Umgebung schätzen. Und es hat mich dazu gebracht, zu überlegen, was ich in eine Sammlung Deutsche Ikonen aufnehmen würde:

Bier – obwohl ich das nicht mal selber trinke, weil es einen Großteil meiner Kindheit bestimmt hat. Von den zwei Flaschen, die ich als Vorschulkind aus der Nachbarschaft holen musste, wo sie flaschenweise verkauft wurden, mangels eines echten Ladens – über das Bier, das man in Unkenntnis all der Risiken über das  Grillgut kippte, über das Bier, das ich mich in meiner Pubertät weigerte, aus dem Keller zu holen – also Bier als Emanzipationsmittel.

Aber ich erinnere mich eben auch an Einrichtungen wie Biergärten – zuerst in Süddeutschland verbreitet und dort auch in meiner Jugend kennen gelernt. Oder wenn wir Verwandte in Bayern besuchen fuhren, an die landschaftsgestaltenden Auswirkungen – die Holledau mit ihren Hopfengärten – die hängenden Gärten der Bierbrauer.

Geschichtlich ist es natürlich viel älter als der deutsche Staat – in Ägypten trank man bereits etwas ähnliches .. allerdings hatte es noch wenig gemein mit dem heutigen Gebräu.

Eine lange Tradition hatte das Brauen in den Klöstern, aber auch deutsche Hausfrauen beherrschten diese Fertigkeit.

Es gehört also wirklich zur Kultur hierzulande. Egal, wie man zum Produkt, zum Alkoholkonsum oder zu den Auswirkungen steht.

Wahlkampf? Küchenschlacht

Falls es meine Leser noch nicht bemerkt haben – es ist Wahlkampf. Obwohl ich statt der Rededuelle der Wahlkämpfe vorher dieses Mal eine Küchenschlacht-Sendung erwarte:

Die Amtsinhaberin möchte mit ihrer Lean-Cuisine den Sieg einfahren: Zu wenig Streusel auf dem Kuchen. Das sind natürlich Minuspunkte beim verwöhnten Ehemann/Volk. Ihre eigene Partei ist eher für große Portionen: Einem Volk von eingefleischten Singles möchte sie Familienportionen zuteil werden lassen.

Kann der Herausforderer diese Streuselschwäche nutzen? Bisher hat er sich bei der Weinauswahl ja bereits gründlich verhaspelt. Und irgendwie kommt auch bei ihm wenig „Butter bei die Fische“. Stattdessen Plakatsharing: Frau Merkel als Wahlplakatmotiv.

Schauen wir doch mal in exotischere Töpfe:

Wenig erstaunlich, dass es bei der schon so benannten Partei gemüsig-grün ausschaut. Aber ich sagte schon, dies ist ein eingeFLEISCHTES Volk – auch wenn die Anzahl der Vegetarier dezent zunimmt. Noch sind wir Omnivoren – noch wollen wir unser Fleisch – und wie ich meine Landsleute kenne, kommt unser Fleisch immer noch aus dem Viehstall – nicht aus der Laborküche. Von PETA begrüsst, kann die Partei mit der Mischfarbe doch nicht wirklich künstlich aus Tierstammzellen hergestelltes Fleisch befürworten (Zitat aus dem verlinkten Artikel der Süddeutschen Zeitung:“züchtete daraus mithilfe von anregenden Chemikalien reiskornkleine Fasern“). CHEMIKALIEN im ESSEN?? Das ist nicht grün.

Was haben die anderen Alternativen zu bieten?

Die „richtungsweisenden“ Linken haben auf Sparflamme bisher nur den Eintopf von vor vier Jahren aufgewärmt (Mehr Geld ausgeben): Wenn Sie damit auch die Wahlplakate recyceln können, wäre das doch mal ein nützlicher Vorschlag – weniger Geld für den Wahlkampf, weniger Müll – manchmal kann man eben auch von kleinen Parteien was lernen.

Und die freiheitlichen? Haben kulinarisch so gar nichts zu bieten. Und das in einer Republik, in der Kochshows immer noch das Programm bestimmen. Auf öffentlich-rechtlichen UND privaten Kanälen.

Dann haben wir noch die Piratenpartei – die aber locker auf Beutezug durch andere Wahlprogramme ging und im Bereich Tier-, Verbraucher-, Umweltschutz und Landwirtschaft die Position der Mischfarbenpartei übernommen hat.

Was also haben wir für Auswahl:

Familienportionen von Spar-Streuselkuchen (Union)

Wein-Snobismus und Dampfplaudereien (Vernebelungstaktik) bei der SPD

Fleischfreie Experimente (Grüne)

Überteuerten Eintopf von vor vier Jahren (Linke)

und

Outsourcing des Kochens (nachdem wir alle unsere teuren Edelküchen gekauft haben) (FDP)

Die Parodien-Partei – nein, Piratenpartei, sorry – hat immerhin nichts zu unserem Essverhalten anzumerken. Merke: Piraten setzen nicht darauf, dass Liebe durch den Magen geht. (die Piraten)

Ich habe nur Parteien dargestellt, die eine realistische Chance haben, in den Bundestag einzuziehen. Und das war schon sehr großzügig eingeschätzt.