Schlagwort-Archive: Punkt-Punkt-Punkt

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (42) – Zeitzeugen

Eine gute Frage. Wer oder was ist denn ein Zeitzeuge. Jeder von uns lebt(e) in irgendeiner Zeit und kann die Geschehnisse darin bezeugen (wenn nicht die Demenz zugeschlagen hat.)
Aber unter dem Wort Zeitzeugen verstehen wir dann doch noch etwas anderes, nicht wahr? Leute, die umwälzende Ereignisse mit erlebt haben.

Mein Großvater z.B. und meine Großmutter waren solche Zeitzeugen.

Denn mein Großvater, Jahrgang 1910, hat das Kaiserreich erlebt – während der ersten zwei Jahre seines Schullebens hing doch Wilhelm der Zweite an der Wand,d.h. wenn in der zweiten Hälfte des 1. Weltkrieges noch Schulunterricht stattfand, aber das war ja noch ein Krieg, der auf Schlachtfeldern ausgetragen wurde. Großvater hat die Hungerjahre hinterher durchgemacht und war schon aus der Schule, aber noch nicht volljährig (das wurde man erst mit 21) als es zum Börsencrash kam (1929). Vier Jahre später, Opa war gerade 23, wurde Hitler mit der Regierungsbildung beauftragt. Opa spielte damals Trompete – so am Wochenende, bei Tanzveranstaltungen, in Ostpreußen, auf dem Land. Eine Ausbildung, wie er sie gerne gemacht hätte, als Groß- und Außenhandelskaufmann konnte sich sein Vater nicht leisten, die kostete noch Geld, denn er hatte viele Kinder und die Mädels bekamen eine Ausbildung (mein Urgroßvater dachte fortschrittlicher als manche Väter in den 50ern), meist im Hauswirtschaftsbereich. Seine Älteste spielte Klavier und gab Klavierstunden. Seinen jüngsten Sohn, Georg, schickte er aufs Gymnasium, musste ihn aber wegen der Geldsache wieder runter nehmen – denn auch für das Gymnasium galt: Es kostete!

Opa hatte noch einen Bruder, also, noch zwei, aber ich meine hier meinen Großonkel Konrad, der bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 ein Instrument spielte (ich weiß aber nicht mehr, welches) – und dabei zog er sich eine Lungenentzündung zu, an der er starb (Penicillin wurde erst 1941 ausreichend rein hergestellt). So Opas Erzählung dazu. Das Wetter bei der Eröffnung war jedoch gut, es war August … Auch Zeitzeugen können unzuverlässig sein.

Opa wurde Militärmusiker – bis ihm im Krieg, an dem er teilnahm, in Frankreich ein Arm gebrochen und die Zähne ausgeschlagen wurden. Er lag auf der Ladefläche eines Lastwagens und schoss seinerseits mit einem Maschinengewehr, man befand sich auf dem Rückzug – und dabei traf ein Geschoss des Feindes das Gewehr, das nun wieder seinen Bediener „schlug“ – wer mal so ein echtes Maschinengewehr gesehen hat, weiß, wie schwer die Biester waren. Mit einer Maschinenpistole, die wir immer mit Maschinengewehr verbinden, hatte das nichts zu tun!

Danach lernte Opa Russisch, um nicht gleich nach dem der Arm geheilt war, wieder an die Front zu müssen, denn sein Ansatz war nun flöten – ohne Zähne. Für Russisch räumte man ihm 6 Monate ein – danach wurde er als Übersetzer in den Osten geschickt. Viele Details gab er nicht preis, ich denke er fühlte sich schon auch schuldig – denn eines der Zeugnisse, die ich von ihm gehört habe, beschreibt eine Folterszene, die er sehr dezent erwähnte – und ganz und gar nicht stolz war er, der Wehrmachtssoldat da auf das Verhalten der deutschen Wehrmacht, Herr Gauland!!

Es ging um eine Befragung einer Frau, die im russischen Widerstand war, sie haben sie mit dem nackten Hintern auf die (ja, heiße) Herdplatte eines Ofens gesetzt … Also, bei der Tat geholfen hat Opa nicht, aber man hatte ihn natürlich dazu geholt, weil er der Übersetzer war. Er war nicht glücklich damit, wirklich nicht, andererseits – der Widerstand bedrohte natürlich das Leben von ihm und seinen Kameraden. Und er konnte nun mal nicht einfach weg – das wäre Desertation und er wäre dafür, wenn man ihn wieder eingefangen hätte, hingerichtet worden. Aber hier sprach ein Zeitzeuge – Herr Gauland, lesen sie! – er war nicht stolz auf diese Taten der Wehrmacht – und das was da geschah, war ja nicht mal das Schlimmste, was die Wehrmacht angestellt hat. Mit ihrem „wir können stolz sein auf die Taten der Wehrmacht“ liegen Sie definitiv daneben, Herr Gauland!

Zu dem Zeitpunkt war mein Opa schon verheiratet und zweifacher Vater. Ich denke, das war mit einer der Gründe, warum er einfach nur versuchte, zu überleben ohne von den eigenen Offizieren erschossen zu werden oder vom Feind niedergemacht zu werden. Später, nach dem Krieg, war er zunächst in britischer Gefangenschaft und hat dann seine Familie gesucht – aber nur meine Mutter fand er, lange nachdem er die Hoffnung aufgegeben hatte, als sie mich schon erwartete. 23 Jahre nach Kriegsende.

Mein Opa kannte also auch die Besatzungszeit, die Essensmarken, die Personensuchmeldungen im Radio – ein Zeitzeuge eines sehr bewegten Jahrhunderts.

Er hat die erste Große Koalition der Bundesrepublik erlebt, den Wechsel zur Sozial-Liberalen Koalition, er hat noch fast Kohls gesamte Regierungszeit erlebt (82 bis 98), incl. Wende und Mauerfall. Auch Perestroika und Glasnost sah er noch, aber 1998 starb er mit 88. Einen Tag nach seinem 88. Geburtstag.

Meine Oma ist 1923 geboren (seine zweite Frau, die er 1957 ehelichte, als er seine erste, vermisste Frau für tot erklären ließ), hat zum Kriegsende in der Tschechei auf einem Deutschen Fliegerhorst in der Vermittlung gearbeitet (nein, sie legte Wert darauf, KEIN Blitzmädel gewesen zu sein, damit verband sie wohl Frauen, die sich leicht ansprechen ließen) – und dort erreichte sie das Kriegsende, auf einem Treck nach Deutschland wurden ihr die Schuhe gestohlen, wurde sie mit Vergewaltigung bedroht (sie floh aber, während sich eine weitere ihrer Freundinnen mit einer Lüge in Sicherheit brachte), und lernte ihren ersten (Beinahe)-Ehemann kennen. Beinah, weil der Lumpenhund bereits verheiratet war und anders als mein Opa seine erste Frau nicht erst suchen ließ oder für tot erklären. Dann stellte sich, nach zwei Kindern heraus, dass der Vater dieser Kinder eigentlich doch noch mit seiner Österreicherin verheiratet war, das sind ja alles Katholiken, eine Scheidung war daher nicht möglich, er verließ sie und sie war wieder Fräulein Müller, denn die zweite Ehe eines Bigamisten ist ungültig, sie stand allein mit zwei „unehelichen“ Kindern. DAS war in den End-Vierzigern, Anfang 50ern eine harte Sache. Er zahlte nicht mal Unterhalt aus Österreich, als würden die Kinder nicht mehr existieren, nur weil die Ehe rechtlich nicht existiert hatte.

So fand sich meine evangelische, westpreußische Großmutter mit meinem katholischen, ostpreußischen Großvater zusammen, man heiratete, mein Opa nahm die Kinder mit seinem Familiennamen unter seine Fittiche und so wurden die Stiefgeschwister meiner Mutter Familienmitglieder. Das war 1957, alles war wieder gut, meine Oma zog natürlich aus der Kleinstadt, in der sie mit einer Schwester lebte, nun zu ihrem neuen Ehemann in einen weiteren kleinen Ort, baute sein erstes Haus mit- baute mit ihm noch eines, das andere bekam später ihr Sohn (also, er musste es bezahlen!! Geschenkt gab es das nicht!) und fuhr dazwischen mit meinem Opa bis in einen damals eher westlichen Iran (ich habe ein Foto davon gesehen). Ohne Sprachkenntnisse. Meine Oma konnte Polnisch, fließend, da sie als Kind in eine polnische Schule gehen musste, in der Deutsch verboten war. Und sie konnte ein paar Brocken Spanisch, weil wir spanische Gastarbeiter im ersten Haus meiner Großeltern wohnen hatten (also auch das mit den Gastarbeitern ist Zeitzeugen-Wissen). Alles andere war Hand- und Fuß und guter Wille auf beiden Seiten. Nix mit Google oder Apps … Auch nix mit Google Maps oder Navi. Opa sagte zu Oma immer: „Frag den doch mal!“ wenn er nicht weiter wusste und Oma fragte dann … Zu der Zeit hörten Frauen noch auf Aufträge ihrer Männer.

So zur Zeit des Vietnamkrieges und der Proteste dagegen wurde ich dann geboren und wanderte nach drei Monaten rüber zu ihnen. Nein, nicht selbständig. Ab da konnte ich auch Zeitzeugin werden. Aber erst mit den Olympischen Spielen 1972 und den Terroristen dort setzt so irgendwann meine Erinnerung ein (hallo? Ich war noch nicht 4 als die Olympischen Spiele stattfanden, das ist schon eine Leistung, dass ich mich da an überhaupt etwas erinnere). Auch die RAF-Zeit habe ich mitbekommen, die Fahdnungsplakate, auf denen eine Frau mit MEINEM Vornamen drauf war … nicht ganz vom Anfang an, aber spätestens die Terrorakte 1977 sind mir im Gedächtnis geblieben (ich war nicht besonders politisch interessiert, aber mein Opa sah eben viel Nachrichten und ich lernte mit der BILD lesen, die Opa abends von der Arbeit in einer Gießerei nach Hause brachte).

Und als ich in den 80ern ein Teenager und später ein Twen wurde, die Öko-Revolte, und die Friedensbewegung erlebte (die ich damals schon für unglaublich naiv hielt, das ist nicht besser geworden) und dann 1989 den Mauerfall erlebte, wurde ich selber zur dann auch zuverlässigeren Zeitzeugin. (Die frühkindlichen Erinnerungen sind ja sehr unzuverlässig). Und jetzt, jetzt bin ich fast 50, GroKo ist mehr oder weniger zum Normalzustand geworden (eigentlich logisch, definieren sich doch beide Große Parteien als „die Mitte“) und ich erlebe so Dinge wie den ersten farbigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, die BREXIT-Verhandlungen, das Wiedererwachen des russischen Bären, den Aufstieg Chinas von einer zentralasiatischen, wirtschaftlich zurück gebliebenen Nation zu einer wirtschaftlichen Großmacht – wie man im Chinesischen so schön sagt (jedenfalls angeblich): Mögest du in interessanten Zeiten leben, oder wie Robert Kennedy tatsächlich gesagt hat:
Ob wir es wollen oder nicht, wir LEBEN in interessanten Zeiten.

Was an Weltbewegendem habt IHR schon erlebt?

Advertisements

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (41) – Nebel

Wie es der Zufall so wollte, habe ich es sogar geschafft, mal ein Bild von Nebel von meiner Wohnung aus zu schießen (nein, das ist nicht die Dreckschicht auf dem Fenster, das ist tatsächlich Nebel).

Fast eine Schwarz-weiß-Aufnahme mit Farb-Akzent, ist es doch ein „ganz normales“, d.h. unbearbeitetes Foto an einem frühen Morgen vor zwei Wochen – inhannover:

IMG_1056[1]

Nebel ist ein bißchen so wie die Welt in Stephen King Langoliers:

„Die Überlebenden erkennen, was mit der Welt geschieht, wenn die Gegenwart zur Vergangenheit wird: Die „Langoliers“ kommen und fressen sie auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Gebäude, Autos, Bäume, Startbahnen – ihre Fressspur ist das schwarze, absolute Nichts.“

(Aus dem Wikipedia-Artikel zum Film)

Nur, dass das Nichts grau ist. Aber wie bei den Langoliers wirkt alles irgendwie „tot“ und „verbraucht“ … Das sonst so rote Haus auf der anderen Straßenseite ist nur noch ein blasser Schein seiner selbst, und dunkel, wie die Gebäude in der Welt der Vergangenheit … Nebel hat immer etwas Unwirkliches, solange er noch die Sicht behindert.

Glücklicherweise ist es hier nicht ganz so dramatisch, die Welt hinter dem Nebel ist nicht weg – und im Haus gegenüber ist später auch das Licht angegangen.

Einen schönen, ruhigen Sonntagmorgen. Und wir hier in Niedersachen: GEHEN WÄHLEN!! Wollte ich nur mal angestoßen haben.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (37) – Lost Places

Aufgegebene Siedlungen? Gibt es hier im Stadtgebiet Hannover eher weniger. Straßen, die verschwunden sind, dagegen schon mal. Hier in Hannover z.B. die Potthofstraße. (Sorry, ich weiß nicht, ob der Link funktioniert – ich werde immer automatisch bei Postcrossing angemeldet).

Dazu in einem anderen Blog, das sich in diesem Beitrag mit einer Familiengeschichte befasst:

“ Die Potthofstraße wohl benannt nach einer Töpferei auf einem Nachbargrundstück war eine Nebenstraße senkrecht zur Osterstraße und endete als Sackgasse an der Stadtmauer.“

Es wird sicher noch wesentlich mehr davon geben, weil sich in Hannover die Straßenverläufe immer mal wieder geändert haben, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles in Schutt und Asche lag und Hannover ein autofreundlicheres Gesicht bekam.

Was hier in Hannover dagegen reichlich an Orten verlustig gegangen ist, sind historische Gebäude. Die Altstadt wurde, so der Krieg sie nicht erwischt hat auch aus sanitären Gründen „aufgeräumt“ – und intakte historische Bauten dorthin umgesetzt. (Ihr glaubt das nicht? Steht zumindest so bei Wikipedia)

Aber auch durch den Krieg nicht beschädigte historische Gebäude wurden teilweise noch spät in den 50ern und Anfang der 60er niedergemacht, um dann einem eher umstrittenen Projekt Platz zu machen, das anschließend doch nicht verwirklicht wurde.

Die Rede ist hier von der innerstädtischen Wasserkunst.

Stadtbaurat Hillebrecht hat eine Menge zu verantworten, u.a. den Abriss des Friederikenschlösschens (in der gleichen Fotogalerie wie die Wasserkunst, da sind eine Menge historischer Gebäude zu sehen, die heute nicht mehr existieren).

Also – auch in Hannover gibt es solche verlorenen Plätze. Aber natürlich keine echte „Wüstung“ – d.h. von den Siedlern aufgegebene Orte.

Dies ist ein Beitrag aus Sunnys Blogparade Punkt-Punkt-Punkt.

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (36) – Verbindungen

Hier kann ich ja nur mal lobend unseren Öffentlichen Personennahverkehr in Hannover erwähnen (GVH – Großraumverkehr Hannover).

Ich habe schon mal „angedeutet“, dass ich eigentlich ein Landei bin, dass ich in sehr ländlicher Umgebung meine ganze Jugend verbrachte und dass ich damit nicht wirklich glücklich war. Warum nicht? Weil ich immer darauf angewiesen war, dass ich von Ort zu Ort gefahren wurde. Der Bus zur Schule ging morgens um kurz vor 7. Ja, KURZ VOR 7 – da stehen Schüler in der Stadt gerade auf. Ich war in der Schule ca. 7:10 Uhr. Der Unterricht begann um 8, wie das in Deutschland immer noch mehrheitlich üblich ist – wir kannten noch keine nullten Stunden – aber wir kannten dafür Samstagsunterricht.

Zurück fuhr mein Bus um 14 Uhr. Die Schule endete nach der 6. Stunde um 13:10 Uhr. Dann saß ich 50 Minuten (zuerst mit anderen Schülern, ab 13:30 nur noch mit meiner Schwester) herum, machte Hausaufgaben oder las – bis es Zeit wurde, zur Bushaltestelle zu gehen.

DAS war mein Erleben von Öffentlichem Personennahverkehr. Dann besuchte ich mit meiner 10. Klasse München. Und erlebte mein erstes Highlight. U-Bahnen, die alle paar Minuten fuhren!

Jetzt wohne ich hier in Hannover. Wir haben hier ein Transportunternehmen, das für eine moderate Summe Geldes (momentan unter 60 Euro im Monat – Jobticket) mich in ganz Hannover herum fährt.

Sonntag Morgens muss ich maximal eine halbe Stunde auf den nächsten Bus warten – das ändert sich ab etwa mittags. Dann fahren sie alle Viertelstunde. AM SONNTAG. Da fuhr bei uns NADA! NICHT EIN BUS kam durchs Dorf – und so etwas wie ein Rufbussystem gab es auch nicht.

Die Hannoversche Üstra aus dem Stadtgebiet ist auch nicht allein hier im Verkehrsverbund GVH, auch die Regio-Bus gehört dazu. Und die fahren die kleinen Dörfer um Hannover auch am Wochenende an. Abends und am Wochenende als Rufbus. Man ruft eine bestimmte Telefonnummer an, sagt wo man einsteigen möchte und erfährt, wann man an der Haltestelle stehen sollte. Die Anrufe sind zu tätigen, bevor der Bus die Anfangshaltestelle verlässt, dieser Zeitpunkt steht fest. Das ist dann eine zwei Stunden-Lücke – aber immer noch besser als KEIN BUS.

So bin ich damals, als ich noch verbandelt war, zu meinem Freund aufs Land gefahren – und zurück nach Hannover. Ohne Auto!  Am Wochenende. Aufs Land. Und mein damaliger Freund, der am Ende ziemlich sehbehindert war und wirklich nicht mehr fahren konnte, ist so auch nach Hannover gekommen – oder nach Hause gefahren. Ohne Auto.

Hier in Hannover und der Region Hannover ist man also gut verbunden, wenn man irgendwohin will. Ich wohnte eine Zeit lang in einem Stadtteil am Rand von Hannover, von 1997 bis 1999, und dort hatte ich eine Bahnlinie, die ca. 5 Minuten zu Fuß entfernt war. Die fuhr im ähnlichen Takt wie der Bus jetzt vor meiner Haustür.

Unter der Woche, zwischen 6 und 20 Uhr, fährt mein Bus jetzt übrigens alle 10 Minuten, außerhalb der Zeit alle Viertelstunde. Bis ca. 23 Uhr … Und nachts – nachts gibt es eine Nachtbuslinie, die alle Stunde fährt. (Das ist nicht für alle Buslinien in Hannover der Fall, aber meine Linie wird zumindest bis zu meiner Haltestelle als Nachtbuslinie bedient, einmal in der Stunde.)

Und weil ich so stolz darauf bin, dass Hannover diese Verbindungen bereit stellt (sonst wäre hier die Luft noch schlechter …) hier noch der Plan:
GVH_Liniennetzplan_Bus

Noch ein paar Daten zur Üstra – öffentlichen Personennahverkehr gibt es in Hannover schon ziemlich lange. Seit 1872, um genau zu sein. Damals wurden die Pferdestärken noch mit Hafer erzielt 😉 Das war immerhin nur 7 Jahre nachdem in Berlin eine Pferdebahn eingerichtet worden war. Dafür, dass wir noch wesentlich kleiner und auch provinzieller damals waren, gar nicht so lang, der Zeitraum.

Elektrifiziert wurden einige Strecken bereits sehr früh, aber in der Innenstadt wollte man die Oberleitungen erst nicht haben. Doch noch vor der Jahrhundertwende war die Umstellung geschafft und auch in der Innenstadt wurde elektrisch gefahren.

Der GVH umfasst auch die Nahverkehrszüge der DB – S-Bahnen. Einen S-Bahnhof habe ich hier in ca. 7 Minuten Fußlaufweite. Damit komme ich zum Flughafen (eine weitere Verbindung Hannovers). Und zum Hauptbahnhof (eine sehr stark genutzte Verbindung Hannovers).

Ich bin hier echt gut verbunden. Danke GVH.

Und auch dies war wieder ein Beitrag aus Sunnys Blogparade Punkt-Punkt-Punkt.

 

 

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (32) – Holz

Ich nehme Euch heute auf eine musikalische Reise, denn Holz ist ja bekanntermaßen auch in der Musik nicht wegzudenken:

Daher nun:

Albatross – von FleetWOODMac

Seid dankbar, dass ich nicht die 1-Stunden-Schleife als Video hier angebracht habe.

Dagegen sind die 257ers moderner, immerhin ist da Holz das Thema, wie sie gleich am Anfang bemerken:

Und dann wollen wir alle ganz schnell zurück in mein Geburtsjahr, die Band heißt Traffic, der Song heißt Feelin‘ Allright – und das Holz ist einer der Musiker, Chris Wood.

Und nach all der Populärmusik, gehen wir noch weiter zurück und gönnen uns einen Ausflug ins Klassische, in diesem Beitrag geht es um Holzblasinstrumente:

 

Und nun noch die Streichinstrumente, denn Holz wird nicht nur geblasen (zur Erinnerung, wir befinden uns im Bereich der Musik … )

Zum Schluss noch ein Song, von einer Künstlerin, die ihr Debüt ablieferte Mitte der 80er (dies ist ein Lied von ihrem zweiten Album):

Und wenn Euch der Beitrag zu hölzern vorkam, beschwert Euch bei Sunny, die mit ihrer Punkt-Punkt-Punkt-Parade Schuld daran ist.

 

Und was das alles mit Hannover zu tun hat? Na, wir haben doch diese Musikhochschule, aber eben nicht nur die – und das macht Hannover zu einer UNESCO-City of Music! Seit 2014

„Als Stadt der musikalischen Vielfalt und der gelebten Kooperation auf kurzen Wegen hat sich Hannover 2014 beworben, als City of Music ins UNESCO Creative Cities Network aufgenommen zu werden – mit Erfolg!“ Aber nicht erst seitdem ist Hannover musikalisch in aller Munde – 1710 wurde Händel hier Kapellmeister. Ja, der Händel mit der Feuerwerksmusik und der Wassermusik – die er für den britischen König komponierte, der .. aha … auch aus Hannover kam!

Daher heute aus Hannover ein tönender, hölzerner Beitrag.

 

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (31) – Feder(n)

Sunnys wöchentliche Blogparade hat heute eines der von mir vorgeschlagenen Themen zu bewältigen.

Ich musste daher nicht lange überlegen, was ich zeige:

Cotswolds, 2006, Römische Villa, Cirencester – uh ähm – ich meine, natürlich Chedworth, (Danke für den Kommentar, Sabiene, mein Namensgedächtnis ist grottenschelcht,) das Nymphäum. Äh, was das mit Federn zu tun hat?

Ein Nymphäum ist ja einem Wassergeist gewidmet, die Römer sind auch nicht gerade für die Verwendung von Federn bekannt, haben bekanntermaßen mehr mit Meißel gearbeitet … Aber seht selbst, mein Nymphäum hat zwei SEHR SCHÖNE FEDERN:

DSC01044

Eine vom selben Vogel fand ich dann noch auf dem Villengelände und brachte sie nach Hause, aber ich habe sie für eine Nahaufnahme dann nicht mehr gefunden 😦 Wie das so geht …

Manchmal sieht man auch hier in der Stadt einzelne Federn herum liegen. Entweder hat dann ein Raubtier (und außer den verwilderten oder freilaufenden Katzen, die immer gleich alle verdächtigen, seien hier auch mal die Marder, Iltisse und Füchse erwähnt, die sich inzwischen in deutschen Städten sehr wohl fühlen, sowie diverse Greifvögel) zugeschlagen – oder der Vogel war gerade in der Mauser.

Manchmal liegt eine wirklich RABENschwarze Feder herum, auch wenn sie von einer Krähe stammt …

Aber die meisten Federn, die ich hier so auf dem Gehweg sehe (und wegen der Gefahr von Parasiten nicht mit nach Hause nehme als Katzenspielzeug, meine Katze ist nämlich eine saubere Wohnungskatze, kein freilaufender Vogelkiller, das überlässt sie den Füchsen aus dem nahen Stadtwald und den Mardern, die mal was anderes als die Autoschläuche anknabbern wollen) sind von Ringeltauben. Davon gibt es hier in Hannover einige. Echte Ringeltauben, nicht verwilderte Brieftauben.

Wusstet Ihr übrigens, das süße, puschelige Eichhörnchen auch Vogelnester ausnehmen? Das nur mal so am Rande. Ich ärgere mich nämlich immer, wenn bei einem getöteten Vogel immer nur die Katze als Schuldige angesehen wird …

Meine Katze und ich betrachten unsere gefiederten kleinen Freunde lieber morgens in dem Baum vorm Haus. Vom Fenster aus. Da federt mancher kleiner Zweig unter dem Federgewicht einer Jungmeise.

Auch moderne Schreibgeräte haben übrigens noch eine Feder – nicht nur Federhalter, wie bei Daggi gezeigt.

Allerdings kommen diese Federn jetzt nicht mehr mit der Tinte in Berührung.

Zeigen kann ich so eine Feder natürlich nur von einem Mehrweg-Kugelschreiber, bei dem die Mine austauschbar ist – die Unsitte, gerade Werbe-Kugelschreiber nicht mit einer Möglichkeit des Minentauschs auszustatten, wie das so oft passiert, sorgt für unnötig viel Müll! Und – vergrößert die Kosten für den Werbenden … schließlich ist so die Zeit der Werbung auf die Lebensdauer einer Mine befristet …

Wenn es nach MIR geht, werden sowieso alle Kugelschreiber verboten, bei denen man die Mine nicht wechseln kann. Wegen Umweltgefährdung. Aber ich bin da ein einsamer Rufer in der Wüste.

Doch zurück zum Thema. Feder also als Teil eines Gefieders, als Schreibgerät und zur Federung in der Mechanik.

MINDESTENS eine haben wir da doch noch vergessen …

Aber das ist ein Thema, das in einer anderen Woche behandelt wird, nämlich nächste Woche *lach*

Und wieso heißt der Federweißer eigentlich Feder-Weißer?

Die Erklärungen auf Yahoo waren allenfalls halb richtig. Feder-WEISSER heißt er, weil er aus mal Weißwein werden will, nicht weil das, was schwebt, weiß ist … Aber die Erklärung mit den Hefe-Teilchen, die „wie Federn herumschweben“ – kann sein, kann auch nicht sein. Eine wissenschaftliche Herleitung des Namens habe ich jetzt auf die Schnelle nicht gefunden 😦

Für alle, die gern hier etwas lernen – sorry, dieses Mal kann ich nicht helfen. Aber ein nice-to-know: Es gibt auch Federroten. Daher weiß ich, dass die Farbe der Schwebteilchen nicht wirklich namensgebend gewesen sein kann.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (29) – Fundstück(e)

Bei einer Baustelle in der Innenstadt von Hannover fanden Kabelverleger (wieso verlegen die die Kabel eigentlich, die will man doch wiederfinden) 2015 menschliche Knochen.

Den Bericht und Fotos dazu hat die HAZ, die hat’s.

Immer wieder werden bei Bauarbeiten solche Fundstücke gefunden. Auch bei der Umgestaltung eines Friedhofs in der Innenstad (s. Alter Nikolaifriedhof bei Wikipedia) wurden Gebeine zu Tage gefördert.

Wenn man es am Stadtbild auch nicht unbedingt bemerkt, macht sich hier Hannovers lange Geschichte bemerkbar. Die älteste Kirche Hannovers (die schon mal verlinkte Marktkirche mit dem beeindruckenden Bronzeportal) hatte einen Vorgängerbau von 1125.

Mich schaudert, zu denken, was Archäologen wohl mal über unsere Zeit noch finden werden.