Punkt, Punkt, Punkt (20) – Spontanität will wohl überlegt sein

Letztes Jahr bin ich zweimal Großtante geworden.

Ob sich meine Nichten das gut überlegt hatten? Ich weiß nicht, ob es Spontangeburten waren, aber die Zahl der Nicht-ganz-so-spontanen Geburten nimmt ja derzeit zu.

Ich jedenfalls habe mich ganz unspontan mit 16 bereits festgelegt, dass ich NICHT ein Kind auf die Welt bringen will – nicht spontan und nicht geplant per Kaiserschnitt.

Und je mehr ich darüber lese, desto mehr schüttele ich den Kopf, wie Leute sich dem freiwillig aussetzen. Nicht nur die Wehenschmerzen, auch die ganzen Veränderungen im Unterleib, die Inkontinenz, das Verletzungsrisiko in der Vagina … und das bei Spontangeburten – also „Natürlichen“, unkomplizierten Geburten … Mich schüttelt das.

Ich finde ja, man sollte diese Seiten des Kinderkriegens auch im Biounterricht behandeln. Damit frau weiß, worauf sie sich einlässt – und den Kerlen klar wird, was so eine Schwangerschaft anrichtet.

Soweit ganz spontan meine Gedanken.

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25 Antworten zu “Punkt, Punkt, Punkt (20) – Spontanität will wohl überlegt sein

  1. Warum nur Negatives des Kinderbekommens herauskehren?!

    • Wer sagt, dass man im Biologie-Unterricht nichts Positives benennen sollte. Ich sage nur, diese negativen Auswirkungen sollten AUCH erwähnt werden, denn das werden sie derzeit nicht!
      Und ich persönlich sehe an einer GEBURT nichts Positives für eine Frau. Hinterher, ja, aber währenddessen? Sowas kann auch nur ein Mann sagen.

  2. Hallo Frau Hunne,

    das mag jede Frau für sich selbst entscheiden. Ich kann für mich sagen, dass sich all die Risiko gut in mein Leben haben einplanen lassen und ich mich bis heute an der Belohnung erfreue. Klar ist eine Geburt kein Zuckerschlecken und man könnte sie besser erklären, aber sie geht so von Statten seitdem es die Menschheit gibt ;-). Ohne sie würde es rasch leerer.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Ich sehe ein, dass es rasch leerer würde, würden gar keine Kinder mehr geboren, aber ich sehe eben derzeit keinen Grund, Leere in der nahen Zukunft zu befürchten. Nicht bei 3,5 Milliarden Mädchen und Frauen auf dieser Welt, von denen der Großteil nicht in den privilegierten Teilen der Welt wohnt. Die Mehrheit dieser weiblichen Wesen ist noch unter 15, leider ist es auch wahr, dass die Mehrheit dieser Frauen oder zukünftigen Frauen ihres Rechts beraubt ist, über ihr Leben selbst zu bestimmen. Die große Mehrheit dieser Frauen oder irgendwann mal Frauen lebt eben nicht hier, wo wir gleichberechtigt eine Wahl haben. Solange das so ist, werden im nicht privilegierten Teil der Welt mehr Kinder geboren als zum Erhalt der Bevölkerung auf dem Stand von heute notwendig sind, werden Frauen nicht gut betreut vor und nach der Geburt . Den letzten Artikel, den ich übrigens über unakzeptable Nachwirkungen einer Geburt las, stammte aus UK – eigentlich einer privilegierten Gegend. Dort hatte eine Frau einen Riss in ihrer Vagina, durch den dann ein Teil der Blase dort hinein rutschte. Mehrere JAHRE hat es gedauert, bis sich jemand das mal genauer anschaute, und sie nicht mit „Sie haben ein Kind bekommen, das ist jetzt anders, finden Sie sich ab!“ abspeiste.
      Ich rede gar nicht gegen das Kinderkriegen. Ich rede gegen den Mangel an echter Aufklärung, ich rede gegen Mediziner, die aus Faulheit (andere Gründe kann es doch gar nicht geben bei soetwas) eine ordentliche Untersuchung verweigern und gegen Mediziner, die nicht bereit sind, mehr dafür zu tun, dass solche Nachwirkungen ordentlich behandelt werden.
      Wie schon so oft, werden Mütter da von der Gesellschaft (in diesem Fall von der Medizin) im Stich gelassen.

      • Das Leid der Mädchen die früh Kinder bekommen steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Und die Anzahl der Menschen würde trotzdem stetig abnehmen, da werden aus Milliarden auch schnell nur noch Millionen und so weiter.

      • Wenn es KEINE Kinder mehr gäbe, ja – aber ich plädiere ja nur dafür, dass man allen jungen Frauen eine komplette Information gibt … Warum fühlen sich Mütter nur gleich wieder so angefasst?

      • Ich fühle mich nicht angegriffen oder angefasst. Gegen die Aufklärung ist ja auch nichts einzuwenden, wie schon oben geschrieben 😉.

  3. Na ja, es ist wohl wahrscheinlicher, dass einem im Straßenverkehr was passiert, als dass man sich bei der Geburt verletzt….
    Der Hype mit der Schwangerschaftsüberwachung hier wäre mir schon zu viel. Da wird ja nahtlos alles getestet, gemessen, durchleuchtet…Völlig unnötig, das gab es zu meiner Zeit noch nicht, und in den Milliarden Jahren davor dementsprechend auch nicht… 🙂 Klar, da sind auch Frauen bei der Geburt gestorben, das kommt aber immer noch vor, trotz der ganzen Technik und Vorsorge. .Das Leben ist nun mal gefährlich und unsicher…
    In den meisten Ländern der Erde ist die Geburt immer noch ein natürlicher Vorgang um den nicht so ein Theater gemacht wird. Dass man keine Kinder will weil man sich bei der Geburt verletzen kann und Wehen schmerzhaft sind, hab ich noch nie gehört. Da kann ich nur sagen, wenn es danach ginge, hätte ich jeglichen Kontakt mit Männern meiden müssen, denn der allererste hat mir schon Schmerzen bereitet und ich dachte, dass mich das „Ding“ innerlich zerreißt…
    Heute gibt es ja schon solche Geräte an die werdende Väter angeschlossen werden um mit Strom wehenähnliche Schmerzen zu erzeugen. Damit sie mal wissen wie das ist… Das finde ich auch ziemlich abartig. Übrigens hab ich schon einige Tiergeburten miterlebt. Nicht ein einziges Muttertier hat bei der Geburt gestöhnt oder geschrien. Komisch oder? So ein Kalb oder ein Fohlen rauszudrücken müsste doch auch schmerzhaft sein… Die Tiere wissen das eben nicht, uns erzählt man ja ständig wie schlimm und wie schmerzhaft das ist, und deshalb ist das schon ins kollektive Erbe eingegangen.
    So viel zur schwierigen Geburt…
    LG Sabine

    • Das hast du echt noch nie gehört, dass man keine Kinder will, weil Wehen schmerzhaft sind?? Ich bin nicht die einzige … ich habe es nämlich schon oft gelesen, in Kommentaren im Guardian.

      • Das kann ja heute kein Grund mehr sein. Es gibt Schmerzmittel, Betäubungsspritzen, Hypnose etc. man kann sich sogar einen Kaiserschnitt machen lassen wenn man das besser findet…Schmerzen muss man jedenfalls nicht haben. Zu Zeiten meiner Geburt kriegten die Frauen Lachgas… Ich möchte nicht wissen, was für Auswirkungen das auf uns hatte…
        Also ich würde heute auch keine Kinder mehr in die Welt setzen, aber aus ganz anderen Gründen…

      • Was bitte schön sollen Schmerzmittel gegen
        DIESE BESCHWERDEN
        https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2017/may/07/i-cant-forget-the-horror-of-my-sons-birth-post-traumatic-stress-disorder-childbirth
        ausrichten?
        Again and again I was told everything looked fine – the stitches had healed and I was given the all clear for exercise, for sex, for life. But something was amiss.

        The stitches healed and I was given the all clear for exercise, for sex, for life. But something was amiss
        Like many new mothers I was suffering from stress incontinence (urinating when I coughed or sneezed) and a weakened pelvic floor, but there was something else. A strange dragging sensation, a heaviness that wouldn’t abate. I described these symptoms over and over and was ignored by health professionals until one day, over a cup of tea, a girlfriend suggested I might be suffering from a pelvic organ prolapse.
        I had a moderate-to-severe case of a condition called cystocele, otherwise known as a prolapse of the bladder. What this means is that my vaginal wall was so badly damaged giving birth that my bladder was spilling out into my vagina.

      • Ich bezog das mit den Schmerzmitteln auf deinen Kommentar der schmerzhaften Wehen…
        Der Guardian-Artikel, na ja…Es gibt immer Ausnahmen von der Regel, und selbst wenn es davon einige mehr gibt, ist das im Verhältnis immer noch verschwindend gering…
        Wenn du das Risiko einer Verletzungsgefahr bei der Geburt als Argument gegen das Kinderkriegen anführst, dürftest du gar nicht mehr vor die Tür gehen. Nein, du dürftest gar nicht aus dem Bett aufstehen (die meisten Unfälle passieren im Haushalt)…Und nein, man kann auch aus dem Bett fallen…Hmm, da fällt mir jetzt auch nichts mehr zu ein. Das Leben ist echt verdammt gefährlich…:-)

      • Umso besser ist es doch, EINE Gefahrenquelle ausschließen zu können. … Oder schnallst du dich nicht im Auto an, weil „das Leben ist halt gefährlich“ …

      • Und wie lebt man dann mit den verbleibenden 999.999 Gefahrenquellen von geschätzt 1 Million? Eigentlich sind es natürlich deutlich mehr, jede Sekunde birgt ja eine Gefahr… Ganz schön lächerlich wenn man sich das mal bewusst macht…
        Ehrlich gesagt schnall ich mich im Auto nur in der Stadt an, weil es Pflicht ist und teuer werden kann wenn man erwischt wird. Auf dem Land nie… Das Anschnallen hat nämlich nicht nur Vorteile…
        Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass einem genau das passiert, wovor man immer Angst hat. Das ist das Gesetz der Resonanz (funktioniert im Positiven natürlich genauso).
        Wenn man das Risiko der Verletzungsgefahr bei einer Geburt ausschließen will indem man einfach nicht schwanger wird, ist das okay. Aber nur dann, wenn man das Thema damit dann abhakst. Wenn diese Angst weiter in einem steckt, und sei es unbewusst, wird man vielleicht trotzdem irgendwann Probleme mit dem Unterleib kriegen. Und nennt es dann Zufall oder Schicksal… Das Unterbewusstsein ist aber viel schlauer als wir es uns vorstellen können, und es lässt sich nicht austricksen… :-).
        Ein gutes Beispiel sind auch die Frauen, die sich jetzt vermehrt die Brüste abnehmen lassen weil sie Angst vor Brustkrebs haben und meinen, ihn damit verhindern zu können. Da sieht man mal, wohin diese allgemeine Panikmache führt. Einfach traurig. Wenn der Krebs dann woanders auftritt heißt es dann: „Aber wenigstens kein Brustkrebs!“
        Ich hatte noch nie im Leben Angst vergewaltigt oder im Dunklen überfallen zu werden, auch nicht vor Unfällen, schlimmen Krankheiten etc., und mir ist auch noch nie irgendwas davon passiert… Bei einem Arzt war ich zuletzt vor ca. 30 Jahren, weil ich ein Attest brauchte. Zufall? Glaub ich nicht…

      • Leute, die so laut krähen, dass sie so schrecklich gesund sind, bei denen kommt es meist knüppeldick.

  4. Dein Beitrag mach mich sprachlos…

  5. Naja. Mit 16 wollte ich auch niemals Kinder bekommen. 10 Jahre später musste ich mich mit der Möglichkeit, eventuell keine Kinder bekommen zu können, auseinandersetzen, was mir sehr viel ausgemacht hat. 2 Jahre später hat es dann doch geklappt.
    Kinder machen die Karriere kaputt, die Figur, manchmal die Gesundheit, brauchen viel Geld, schreien rum und man befindet sich immer an der Schwelle zum Wahnsinn. Aber wenn es dich dann einmal anlächelt …. 😉
    Der Vorteil heutzutage ist ja, dass jeder sein Leben so planen kann, wie er will. Alleine, mit Mann, mit Kinder, ohne Kinder usw. Und diese Wahlmöglichkeit sollte sich niemand entgehen lassen und gut darüber nachdenken.
    So ein Unterricht über die Folgen vom Kinderkriegen wäre gar nicht so schlecht. Im Prinzip habe ich das bei meinen Jungs auch so gemacht.
    LG
    Sabienes

  6. A aus H an der L

    Alle Mütter, die ich kenne (bis auf meine), halten den Satz „Wenn es dich dann anlächelt ist alles vergessen“ für den größten Schmarrn. Die reagieren teilweise echt sauer darauf. Aber, ja, das ist nur ankedotenhaft und hat damit keinerlei Aussagekraft.

    Ich finde aber auch, dass im Sexualkundeunterricht auch deutlich die Risken von Schwangerschaft und Geburt behandelt werden sollten. Wichtig ist dabei das Wort „auch“. Wenn ich so zurückdenke, beschäftigte sich der Unterricht v.a. mit dem Zyklus und dem Hormonhaushalt.

    Dieser Planet ist bereits überbevölkert (oder nah dran). Wir haben keinen zweiten irgendwo versteckt und es gibt zeitnah keine Möglichkeit, einen zweiten Planeten mit der Menschheit zu beglücken. Vielleicht nie. Daher müssen wir hier das Problem in den Griff kriegen. Aufklärung und (mehr) Rechte für Frauen in weniger privilegierten Gebieten ist da ein wichtiger und nötiger Schritt. Aber wenn ich sehe, wie selbst in privilegierten Staaten ein geplanter Abort illegal aber straffrei ist, oder Geld den Kliniken entzogen wird, dann sehe ich eher eine düstere Zukunft für uns.
    Um das mal klar zu stellen: ich bin sehr dafür, dass jede Frau selber entscheiden kann und darf und soll, ob und wieviele Kinder sie bekommen möchte. Aber wie für jede Entscheidung, braucht es auch hier gute und ausreichende Informationen, um sie treffen zu können. Und die Möglichkeit, auch entsprechend handeln zu können.

  7. A aus H an der L

    Evtl. gefällt dir das: http://theoatmeal.com/comics/baby_vs_cat
    (Achtung: sehr spezieller Humor.)

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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