Monatsarchiv: Mai 2017

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (18) – Treppen

Treppen gibt es in Hannover reichlich. Solche, die im Park verschiedene Plateaus miteinander verbinden.

In den vielen vierstöckigen Häusern (auch in dem, in dem ich lebe).

Solche, die aus U-Bahnstationen heraus – oder hinein – führen. Und – ROLLTREPPEN – die meist IN den Stationen.

Von einer solchen erzähle ich Euch jetzt eine kleine Familiengeschichte:

Vor vielen Jahren (es muss 1998 gewesen sein, mein Opa war gerade verstorben), lud ich meine Nichten zu einem Zoobesuch ein. Bis dahin waren sie nur in Ostwestfalen-Lippe herum gereist, sie waren also nicht wirklich welt-erfahren. Sie waren ja auch gerade mal 11 und 8.

Bereits die Anreise mit der Bahn war daher ein spannendes Erlebnis für die beiden. Was fanden sie besonders faszinierend? Dass in dem Bummelzug, der uns nach Hannover brachte, Klos eingebaut waren, die direkt auf die Gleise öffneten, wenn man abzog .. Ich musste sie mit sanftem Druck von der Toilette entfernen, damit noch Wasser im Tank war für die anderen Fahrgäste …

Dann gingen wir hinüber in die Stadtmitte, wo wir die größte U-Bahnstation der Stadt für unsere Fahrt zum Zoo aufsuchten. Sie fuhren die lange Rolltreppe mit GROSSEN Augen herunter – und unten angekommen, wollten sie das Ganze nochmal wiederholen. Da mir egal war, ob wir die nächste, oder die übernächste Bahn nahmen, ließ ich die zwei gewähren – schließlich sollten sie Freude haben. Ihre Eltern hatten gerade angekündigt, sich scheiden lassen zu wollen, da war mir daran gelegen, dass sie einen  Tag hatten, an dem sie die ganze Misere zu Hause vergaßen, nicht daran, dass sie möglichst viel vom Zoo sahen.

So fuhren sie also dreimal die Rolltreppe rauf und wieder herunter und ich stand unten und lächelte mit der ganzen Weisheit meiner (damals) 29 Jahre vor mich hin. Sie hatten halt noch nie eine so lange Rolltreppe erlebt.

Wikipedia findet sie immerhin erwähnenswert:

„Die U-Bahn-Station Kröpcke ist die wichtigste Kreuzungsstation der Stadtbahn Hannover. Hier kreuzen sich alle drei Tunnelstrecken. An sechs Bahnsteigen fahren die Linien 1 bis 9, 11, 16, 18 und N10. In der Station befinden sich die vier längsten Rolltreppen in Hannover. Mit einer Länge von je etwa 33 m führen sie von der Verteilerebene (-1) zu den beiden Bahnsteigen der C-Strecke (-4).“

Und ja, wir nahmen eine Bahn, die auf der C-Strecke verlief. Natürlich. Meine zwei Nichten ließen sich nach der dritten Fahrt auf der Rolltreppe dann langsam dazu bringen, zum Zoo zu fahren.

Als ich sie dann am Abend nach dem Schönsten vom Tag fragte, kam nicht irgend eine der Tiershows, oder das Essen, das Eis, die Bootsfahrt, der Kamelritt, dass sie selber die Karte navigieren durften – nein, das Schönste am ganzen Tag war … genau – die lange Rolltreppe – und die Zugtoilette.

Hätte ich DAS gewusst, hätte ich viel Geld sparen können *lach*

Daggis Buch-Challenge

Ich habe sie nicht vergessen, heute kam eine neue Lieferung an, ich habe mal eben durchgezogen: „Ostern im Dezember“. Ob das noch als Buch durchgeht?

Eine kleine Zusammenstellung von Anekdoten einer Pfarrersfrau (jetzt: Witwe). Sie war mit einem 15 Jahre älteren Mann verheiratet, der zwei Kinder aus seiner ersten Ehe (auch durch den Tod beendet, allerdings logischerweise nicht seinem) mitbrachte, zwei gemeinsame gab es dann noch.

Sie erzählt hier muntere Geschichten, von ihren Kindern, die als Kleinkinder in den Gottesdienst hinein platzen – unbekleidet … Und ein wenig später sich die Kollekte schnappen, um diese am Kiosk in Süßigkeiten umzuwandeln (was die Mutti verhindern konnte).

Sie hat noch so manch andere Geschichte in dem dünnen Büchlein versammelt, dass es nur 85 Seiten waren, liegt zum einen  am eher knappen Erzählstil (Ausschmücken ist keine Stärke der Autorin) und zum anderen daran, dass sie nur knapp 10 Jahre Pfarrersfrau war. Ihr Mann starb 1989, übernahm die Pfarrstelle  1980 – das lässt nicht viel Raum für Histörchen. Bei den letzten Geschichten kamen mir die Tränen. Aber bei vielen habe ich auch geschmunzelt und bei der einen oder anderen doch laut aufgelacht.

Alles in allem, Kokosnusswertung: 4 von 5. (Abwertung wegen des manchmal abrupten Erzählstils, da merkt man den Amateur)

Autor: Marianne Reiß

Verlag: Books On Demand (damit: Selfpublishing)

Seitenzahl … nur 85

Jahr: 2016

Aufgabe, die damit erfüllt wurde: 18 – ein Buch, mit Frühling oder Ostern im Titel oder auf dem Cover

Nuss-Kirschkuchen

Ich habe zwei kleine Springformen, weil ein Single-Haushalt mit einer großen Form ja nur bei Besuch wirklich glücklich ist. Und für so eine kleine Form fand ich auf meiner Lieblingsrezeptseite (Ihr habt dies vielleicht schon mal auf meinem Blog gelesen … es ist Chefkoch.de) ein schönes Kuchenrezept gefunden.

Da ich sehr viel gemahlene Nüsse im Schrank habe, fand ich die Kombination eine gute Idee – Nüsse, Kirschen, Raspelschokolade, was kann da schief gehen?

Und es fanden sich auch die anderen Sachen in meinem Vorrat – 100 g Butter, 1/2 Glas Kirschen, 2 Eier, 60 g Zucker, 125 g Mehl, 1 Paket Vanillezucker, 1 TL Backpulver (ich hab das geöffnete Paket von den Müsli-Keksen genommen) – also kam ich heute ohne einen panischen Trip zum Supermarkt aus.

Ich rührte also meine Butter weich, streute Zucker und Vanillezucker ein, fügte dann die Eier dazu, das Mehl und das Backpulver, die Nüsse und die Schokolade. Der Ofen heizte derweil auf 175 ° vor. Und die Form hatte ich auch schon gefettet.

Diesen Rührteig füllte ich zur Hälfte in die Form, legte die abgetropften Kirschen darauf, füllte die andere Hälfte darauf – und stellte es für 42 Minuten in den Ofen. Dann kam der Holzspieß ohne nassen Teig wieder raus. Oben hatte sich die Oberfläche auch schön gebräunt, nicht zu dunkel, nicht zu hell. Aus dem Ofen, Ring abgenommen, Kuchen mit dem Kuchenretter (Ihr kennt so ein Ding, nicht?) vom Formboden abgenommen – einwandfrei. Dann aufs Gitter gestellt, reichlich Puderzucker darauf verteilt (obwohl ich keine schwarzen Stellen abdecken musste), nun kühlt er  aus …

Erster Eindruck – ist ganz schön flach geblieben. Vielleicht hätte ich den TL Backpulver doch nicht wieder gestrichen nehmen sollen? Aber – Kirschen scheinen nicht alle auf den Boden gesunken zu sein, ok, der Kuchen ist so flach, vielleicht 3 cm oder 4 hoch, da ist nicht viel Platz zum Einsinken … Vielleicht hätte ich auch die Eier trennen sollen und Eischnee unter den Teig ziehen …

Jedenfalls habe ich jetzt fürs Wochenende Kirschkuchen zu essen. Heute Abend wird noch probiert. Doch was soll geschmacklich schon schief gehen?

Neugierig wie ich war, habe ich ihn angeschnitten – schön geworden innen. Sehr nussig, die Kirschen saftig, aber der Teig durch und nicht klietschig!

Schmeckt gut, unkompliziert, mit Sachen, die ich eigentlich immer da habe.

Unfallohrenzeugin

oder auch: Gerade vor meinem Wohnzimmerfenster.

Ein Paketlieferwagen (nein, leider nicht der angekündigte DHL-Wagen … seufz) fährt in der kleinen Seitenstraße auf die Ampelkreuzung zu, die für ihn nur eine sehr kurze Grünphase bereit stellt. Dementsprechend bremst er, als die Ampel umschaltet. Der junge Mann im schicken Golf dahinter drückt – nein, leider nicht auf die Bremse – sondern auf die Hupe. Bei mir in der Fahrschule habe ich mal gelernt (aber ich bin ja auch schon steinalt), dass Hupen dem Benutzen der Bremse unterlegen ist, wenn es darum geht, Auffahrunfälle zu verhindern.

Der junge Mann hat heute den praktischen Beweis angetreten. Vielen Dank für die aufopferungsvolle Beweisführung. Er landete mit seinem Vorderspoiler auf dem Trittbrett-Unterfahrschutz des Lieferwagens vor ihm. Von hier aus hörte sich das ungefähr so an:

„Huuup!“ – RUMMS. Ein Bremsen hätte besser geklungen, wäre einen Ton kürzer gewesen – und nicht so teuer.

Mal ganz davon abgesehen, dass es dem Lieferanten wieder kostbare Zeit gestohlen hat.

Was sagte mein Fahrlehrer früher immer, also, vor 30 Jahren? „Abstand halten. Dann hat man den Platz für (eigene und fremde) Fehler.“ Und wenn das der Fahrlehrer nicht gesagt hat, dann hätte er es sagen sollen …

Resteessen – Kekse

Ich habe seit Weihnachten eine geöffnete Packung Müsli hier herumstehen gehabt. Einmal habe ich nach den Feiertagen noch davon ein Müsli gegessen, aber normalerweise kommt mir Müsli eher im Sommer über die Lippen. Diese Packung war jetzt aber schon über 4 Monate geöffnet, ein Rest von etwa 70 g befand sich darin … und auf der Packungsrückseite gab es ein Rezept für Joghurt-Kekse. Eigentlich mit 150 g Müsli – ABER – ich hatte sowieso noch eine geöffnete Tüte gehackte Walnüsse. Und einen Rest Haferflocken in einer anderen Tüte (normalerweise hätte ich den unter Öffnung einer neuen Tüte Haferflocken zu Porridge verarbeitet, aber hier war das auch willkommen).

Ganz im Sinne der Chefkoch-Idee Reste aus dem Vorrat zu verwerten, habe ich also gleich drei Tüten geleert und bin so auf 150 g Müsli-Masse gekommen. Dazu 130 g Mehl, 150 g Butter (die bei mir auf dem Tisch war nun auch schon einen Tag länger geöffnet), 70 g Speisestärke, 1 Ei, Abrieb von einer Bio-Zitrone, 200 g Zucker, 3 EL Joghurt (für meinen Restjoghurt aus dem Glas kam die Backidee leider zu spät – der war nicht mehr gut, aber ich hatte noch ein geschlossenes Glas, das auch schon über dem MHD lag – und noch nicht schlecht war, Geschmacksprobe und Geruchsprobe) – und ein (bei mir gestrichener) TL Backpulver. Alles gut vermengen und in kleinen Häufchen (ca. 1 gehäufter TL) mit REICHLICH Abstand auf dem Backblech verteilen (ich habe zwei Bleche gefüllt, ergab bei mir 26 Kekse – GROSSE Kekse – amerikanische Cookie-Kekse).

Dann sollte es bei 160 ° in den vorgeheizten (Oh, hab ich vergessen, das zu erwähnen, ups, ja, auf 160 ° vorheizen) Ofen für ca. 1/4 Stunde. Ich bin mit 17 Minuten dabei – denn der gold-gebräunte Rand war vorher einfach noch nicht vorhanden. Im Rezept stand 12 bis 15 Minuten – aber mein Ergebnis passte einfach nicht mit dem Foto zusammen.

Wenn Ihr also mal bei einem Müsli einen Fehlgriff getan habt, oder einfach Nuss/Haferflocken/Trockenfrüchte (in meinem Müsli waren es getrocknete Himbeeren, aber Cranberries gehen bestimmt auch, oder Apfelringe) mal zusammenschmeißen wollt und sehen wollt, was dabei heraus kommt oder der Müsli-Rest nicht mehr wirklich attraktiv ist: Ihr seid herzlich eingeladen, diese Vorgehensweise zu kopieren. Das Ergebnis ist durchaus essbar.

Dieses Rezept stand auf meiner Joghurt-Müsli-Schachtel von Kölln-Müsli – Ehre, wem Ehre gebührt. Und ich mag das Joghurt-Müsli von denen eigentlich. Nur nicht bei winterlichen Morgentemperaturen. Da esse ich lieber Porridge. Mit Kölln-Haferflocken. Ihr könnt über meine Markentreue lächeln – aber ich habe andere blützenzarte Haferflocken ausprobiert – und es war einfach nicht so zart, nicht dasselbe Mundgefühl. Und ich habe diese bayrische Müsli-Firma einmal ausprobiert mit der unsäglichen Radiowerbung – und es war einfach nicht mein Fall. Und nein, dieser Post ist nicht von Köllnflocken gesponsort. Aber Geschmackssache.