Flüchtlinge und Arbeit

Syrische Flüchtlinge haben hier einen Feind in Deutschland. Die deutsche Bürokratie. Gerade im Morgenmagazin: Ein syrischer Flüchtling, der in dem Jahr, in dem er schon um seine berufliche Anerkennung kämpft, schon wirklich GUT Deutsch gelernt hat, hat in Syrien 10 Jahre als Augenoptiker gearbeitet. Er hat ein (auch übersetztes) Diplom vorgelegt.

Nun muss das Amt (Jobcenter) noch feststellen, welche Standards in Syrien im Bereich Augenoptik erfüllt werden. Dazu wollen sie die Ausbildungsinhalte in Syrien (einem Bürgerkriegsland) erfragen.

Wäre es nicht einfacher, den erfahrenen Mann hier eine Prüfung machen zu lassen? Ich meine, wer 10 Jahre Berufserfahrung hat und eine Ausbildung im Herkunftsland nachweisen kann, sollte der nicht eine Prüfung absolvieren können. Ja, er braucht auch dazu Deutschkenntnisse – aber die braucht er ja auch zur Arbeit. Aber dann braucht er nicht noch darauf zu warten, bis aus Syrien eine Rückmeldung kommt.

Syrien war, das vergessen viele, kein Land mit mittelalterlicher Agrarstruktur. Syrien ist ein Schwellenland – das jetzt durch einen Bürgerkrieg zurück geworfen wird. Die dort vorhandene Technik und Wissenschaft ist nicht so weit hinter der des „Westens“ zurück, wenn überhaupt. Und daher sollte ein Deutschtest (schließlich muss er auf Deutsch seine Arbeit erledigen) und eine normale Abschlussprüfung ausreichen. Denke ich da zu simpel?

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4 Antworten zu “Flüchtlinge und Arbeit

  1. Es ist leider in Deutschland so, dass die Ausbildung oder das Studium von Menschen aus anderen Ländern nicht anerkannt wird. Meistens müssen sie ihre Ausbildung zum Teil wiederholen oder arbeiten im niedriglohnbereich. Es gibt die Initiative Migranet, in der deutsche Arbeitnehmer ausländischen Mitbürgern mit ähnlichen berufen bei der Weiterbildung bzw. Berufsorientierung helfen. Der Bürokratiamus hier ist zu starr. Da braucht es Ehrenamtinitiave um zu unterstützen. Übrigens auch eine syrische Krankenschwester ist hier nicht anerkannt. Die darf vorerst maximal als Hilfskraft arbeiten. Bis sie nach Ewigkeiten anerkannt werden könnte. Grüße Kat.🌸

    • Ja, ich habe mir schon gedacht, dass es für andere Berufe ähnlich ist. Auch da würde ich sagen: Deutsch-Test und Abschlussprüfung. Wenn sie beides besteht, Willkommen im Deutschen Krankenhaus-Wahnsinn. Ich meine, unsere Abschlussprüfungen sind ja nicht zur Dekoration – die sollen abfragen, ob der Kandidat das notwendige Wissen hat.

  2. In bestimmten Berufen,kann man sich diese Bürokratie absolut nicht mehr leisten, weil es auf Kosten der vorhandenen Arbeitnehmerinnen geht. Krankenschwestern z.B.
    Die liebe K. und ich hatten anno dummemal etwas mehr als 1600 Std. Ausbildung und damit ein sog. Internat. Diplom… harr harr harr..
    heute gibt es weniger Stunden, dafür mehr Einsätze im Nichtakutbereich..
    Mobile Pflege, Hospiz, Kinder usw. kaum Erfahrung auf ner Akutstation.. Dazu sollen noch Ausbildungen zusammengefasst werden.. Alten, Kinder und Erwachsenenpflege.. no good… das soll den Beruf attraktiver machen.. welcher Sesselpupser sich das ausgedacht hat ? Niemand der Kontakt zur Praxis hat..
    Aus dem europäischen Ausland will hier auch kaum einer arbeiten..
    Personalschlüssel 1:10 wie bereits erwähnt.. Polen hat 1:9, Skandinavien 1:4 – 1:5 , Die Schweiz 1:4 usw usw… wir sind am unteren Ende und könnten uns tatsächlich freuen, wenn hier jemand arbeiten möchte.. und da sollte ein Deutschtest und eine Prüfung von Praxis und Theorie reichen !!!
    Aber nein.. hier wird alles und jeder vergrault..
    Das die deutsche Bürokratie auf einem allzu hohen Ross sitzt ist ja bekannt.. aber wem nützt das ?
    Gruss S.

    • Bin ich mit dir einer Meinung, S. Wem nützt das? Wenn ich eine aussagekräftige Prüfung vornehme (meinetwegen incl. 4 Wochen Probe-Arbeit als praktischer Teil der Prüfung) – und ein Deutsch-Test in Wort und Schrift – schließlich ist auch eine Schwester immer mit viel Bürokratie beschäftigt und muss Berichte ohne Ende schreiben. Das sollte wirklich reichen.

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