Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (44) – Backspezialitäten und -dekorationen

Diese Woche bin ich spät dran, aber ich wollte Punkt, Punkt, Punkt nicht ganz verfallen lassen:

Meine Spezialität beim Backen ist es eigentlich, dass das Gebackene hinterher nicht dekorativ aussieht, aber dafür schmeckt.

Ich habe leider kein Foto davon, aber ich will Euch gerne die Geschichte erzählen:

Ich hatte von meiner Stieftante (die Stiefschwester meiner Mutter halt, nicht besonders stief- im Verhalten, einfach nur die Familienbeziehung) einen Tipp bekommen, Sanapart zu verwenden und mein Geburtstag nahte. Es waren die 90er Jahre, ich habe noch studiert (muss also vor 1995 gewesen sein) und hatte zwei Biskuitplatten gebacken, zwischen die eine Schicht Erdbeer-Sahne-Creme sollte. Diese Creme sollte durch Zugabe von sanapart standfest werden.

Denkste Puppe – als meine Gäste kamen, zerfloss die Köstlichkeit. Meine Gäste, alles gestandene Rollenspieler, die nach Aussage meines damaligen Freundes „eh alles essen“, haben dann einfach die Teig-Creme-Kombi aus Salatschälchen gelöffelt. Geschmeckt hat es gut 😀

Ansonsten backe ich gerne Käsekuchen, immer mal anders. Nicht ganz so vielfältig wie Bubba Gump und seine Shrimp-Rezepte, aber es gibt da Käsekuchen klassisch, ohne Teigunterlage, Käsekuchen aus dem Kühlschrank statt aus dem Ofen (auch bekannt als Philadelphia-Torte), Käsekuchen mit Frischkäse statt mit Quark (Philadelphia-Kuchen), Käsekuchen mit Mandarinen (auch bekannt als Quark-Sahne-Torte), Käsekuchen vom Blech mit Apfelmus und Streuseln, die bekannte Russische Zupftorte (die noch nie gut aussah bei mir, aber immer geschmeckt hat!) und wenn ich noch ein wenig nachdenke, fällt mir vielleicht auch noch ein siebtes Rezept ein, das ich schon selber gemacht habe …

Mit der Zupftorte verbinde ich noch eine lustige Anekdote. Mein Opa hatte Geburtstag und ich backte zu Hause eine Zupftorte. Meine Oma sah sie, die Torte wirkte, weil ich soviel schwarzen Teig oben hatte, dass kein Käsekuchen durchsah, eher – unscheinbar. Und meine Oma sagte, die wollte ich doch nicht auf die Kaffeetafel tun … Ich war tödlich beleidigt. Meine Oma stellte sie also hin, die Gäste aßen sie und lobten sie (was sollten die Gäste auch schon tun) und mein Oma probierte sie selber – und hat sie von da an in ihr Rezepteverzeichnis übernommen …

Soviel zu Dekorationen.

Aber für eine Zeit im Jahr, da mache ich dann doch Gebrauch von all dem, was die Deko-Industrie so zu bieten hat: PLÄTZCHENZEIT!

Ich besitze unzählige Ausstechförmchen, in Instrumenten-, Hexen, Katzen-, Kerzen- Lebkuchenmännchen- und all den anderen Formen, die man üblicherweise für Weihnachtsgebäck verwendet. Und – ich mache fast nie Ausstechplätzchen … Ich habe mir trotzdem gerade eine neue Form gekauft *hust*

Aber ich habe eine Spritzgebäck-Presse – eine elektrische. Von einem bekannten deutschen Discounter. Und die kommt jedes Jahr zum Einsatz.

Zuckerstreusel dagegen lassen mich meist kalt, obwohl ich hellgrüne im Schrank habe .. und irgendwelche Zuckerherzen. Aber normalerweise dekoriere ich einen Kuchen höchstens mit einer Schicht Puderzucker. Torten – mache ich nicht mehr selber. Das kann die Industrie besser als ich. Und der Bäcker hat die größere Vielfalt an Einzelstücken.

Ich backe höchstens eine Art Maulwurfkuchen – aus dem Buch Ein Teig, 50 Kuchen … Ein Backbuch, in dem 50 verschiedene Rezepte aus einem Öl-Grundteig enthalten sind, ausprobiert habe ich schon diesen mit Sahne und Mandarinen gefüllten Kuppelkuchen, der oben mit dem ausgeschabten Kuchen verziert wird (Deko?), sowie einen Kuchen mit Gewürzen wie Nelken im Teig – und Birnen, auch einen Kuchen mit Schokolade (sowas geht immer) und einen Rotweinkuchen.  Ein sehr vielfältiger Rührteig, der sehr abwandelbar ist. Denn wenn ich eine Backspezialität habe, dann, dass ich gerne mal was Neues ausprobiere – oder Kürbiskuchen backe (Rezept s. Dienstag). Der auch nichts anderes als ein Möhrenkuchen ist, nur dass Kürbis statt Möhren verwendet wird.

So, nun wisst Ihr um meine Spezialität – ich dekoriere nicht gern, weil ich mein volles Augenmerk auf den Geschmack richte. Früher, die Ex-Schwiegerfamilie meines Bruders, hatte immer wunderbar dekorierte Kuchen, die aber alle ein wenig fad schmeckten.

Ihr findet bei mir auch keine Lebensmittelfarben im Backzutatenbereich! (Und auch sonst nicht!) – Regenbogenkuchen müssen andere backen.

Glücklicherweise habe ich keinen Nachwuchs.

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9 Antworten zu “Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (44) – Backspezialitäten und -dekorationen

  1. Also ich … ess am liebsten! 😀

  2. danke fuer den post… Ich dachte ich bin die einzige die so ne art deko-blockade hat… hauptsache es schmeckt… auch wenn das auge angeblich ein „mitesser“ ist… ;o)

  3. Hallo Frau Hunne,

    haha, jetzt habe ich wieder den halben Tag Baba Gump und seine Schrimp-Variationen im Kopf, herrliche Stelle im Film, wie ganz viele andere auch.
    Schmecken müssen sie, da gehe ich total konform mit dir, das können meine zum größten Teil auch. Allerdings gebe ich zu, dass ich es schon bewundere, wenn sie gut schmecken und dazu noch im schönen Gewand daher kommen. Naja, man kann nicht alles haben, oder? Das Buch habe ich mir mal auf die Wunschliste gesetzt, wenn man nur einen teig können muss, hilft das vielleicht wirtschaften.

    Liebe Grüße
    Sandra

  4. A aus H an der L

    Mein Kommentar zu Dekoration (v.a. bei den „Motivtorten“): Es heißt „backen“ und nicht „basteln“.

  5. Da hast Du doch auch recht, was nützt der tollste Kuchen, wenn er hinterher nicht schmeckt 😉

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