Offener Brief an die Kanzlerin

Liebe Frau Merkel,

wir müssen reden. So geht es nämlich nicht.

Als Bundeskanzlerin sind Sie ja verpflichtet, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland einzuhalten.

Diese Verpflichtung resultiert aus Artikel 1, Absatz 3, in dem steht:

„Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.“

In Artikel 2 steht im Absatz zwei: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

Erst viel später im Grundgesetz steht etwas zu Eigentum, in Artikel 14. Und das enthält im Absatz zwei gleich eine Einschränkung: „Eigentum verpflichtet! Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“ Also nix mit, nur der Eigentümer ist zu betrachten.

So löblich Autobesitzer es finden mögen, dass sie weiterhin mit ihren Dreckschleudern meine Atemwege belasten dürfen, in dem sie überall langfahren, wo sie gerade langfahren wollen, denke ich doch, dass Ihre Auslegung, dass das Eigentumsrecht der Autobesitzer über mein Recht auf körperliche Unversehrtheit geht, nicht völlig mit dem Gedanken unseres lieben Grundgesetzes konform geht.

Bitte überdenken Sie doch noch mal ihre Prioritäten.

Auf der einen Seite das Recht darauf, nicht an Abgasen zu ersticken und von Feinstaub und anderen gesundheitlich nicht förderlichen Stoffen verschont zu bleiben, auf der anderen Seite das Recht darauf, mit einem älteren Wagen eben diese Stoffe überall da produzieren zu dürfen, wo eine Straße lang führt. Ich finde wirklich, dass meine und natürlich nicht nur meine, Gesundheit vorgeht. Den Autofahrern bleibt nämlich, ihr Auto gegen ein umweltfreundlicheres auszutauschen. ICH dagegen kann meine Lungen nicht austauschen. Und meine Bronchien auch nicht.

Vielen Dank für Ihre Geduld, viel Erfolg beim Nachdenken

Ich huste ihnen etwas – also VOR … meine Bronchien sind nämlich angegriffen

Ihre Fran Hunne

 

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6 Antworten zu “Offener Brief an die Kanzlerin

  1. In den Nachrichten von heute: man sieht ja, wie ernst die Kanzlerin es mit der Diesel-Krise meint: kein Umtausch oder Hardware-Nachrüstung, nein, die zulässigen Werte werden hochgeschraubt! Eine unglaubliche Unverschämtheit! So tritt man die Bürger in den Allerwertesten.

  2. Ich mische mich ja prinzipiell nicht in politische Gespräche in anderen Ländern ein, aber manchmal …..

    • Man kann eine Meinung auch zu Politikern anderer Länder haben, finde ich. Man sollte nur nicht ausfallend werden. Oder bestimmend. Aber eine Meinung kann man haben. Schließlich haben die Entscheidungen dieser Politiker ja auch Auswirkungen auf die Nachbarländer. Ich sag nur Merkels Kabinett und die Weigerung, sich auf Ausstieg aus der Kohle / aus den Verbrennungsmotoren zu einigen. Die Industrie hat seit mindestens 10 Jahren Warnhinweise bekommen, und … nix getan. Jetzt ist für Rücksichtnahme auf die „arme“ Industrie keine Zeit mehr. Der Klimawandel ist Realität, hat Auswirkungen auf die Alpengletscher – und beeinflusst damit durchaus österreichische Interessen. Warum solltest du dich nicht darüber aufregen dürfen, dass der nördliche Nachbar sich da so gar nicht rühren mag?

      • Frau Merkels Politik begeistert mich insgesamt wenig. Ich finde es ja zB unfassbar, wie wenig Unterstützung es für Arbeitslose gibt und – wie ich gerade gehört habe – ist Hartz IV auch noch völlig undifferenziert, egal unter welchen Bedingungen jemand arbeitslos geworden ist und wie lange er oder sie gearbeitet hat, alles wird in einen Topf geworfen. Und im Energiebereich auf Kohle zu setzen, das kann ja außer vielleicht Donald Trump überhaupt kein vernünftiger Mensch nachvollziehen …..

      • Das mit der Kohle – geb ich dir völlig recht. Das mit der Hartz IV Leistung ist dagegen unserem Sozialsystem geschuldet. Im ersten Jahr gibt es Arbeitslosengeld, da wird in Betracht gezogen, wieviel man vorher verdient hat. Danach gibt es Hartz IV – das ist nichts anderes als die frühere Arbeitslosenhilfe – hat nur jetzt einen Bezug zur Sozialhilfe. Und das gibt es in der Zeit unbegrenzt, wenn jemand weiterhin dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, aber keinen Job findet, obwohl er/sie sich bemüht. Das ist bei uns in Deutschland nun mal so, dass wir optimistisch davon ausgehen, dass jemand innerhalb von 12 Monaten einen neuen Arbeitsplatz findet. Wer danach noch arbeitslos ist, muss sich halt fit für einen neuen Arbeitsplatz machen. Die Meriten aus dem alten Job sind dann aber weg.

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