Monatsarchiv: Januar 2026

Packstationfrustration

Es ist mal wieder an der Zeit, über DHL (DieHabenwaszuLästern) zu lästern.

Mir sollte ein Tee zugestellt werden, den es nicht so im Supermarktregal gibt. Ich bin nicht da. Muss ja arbeiten, um den Tee bezahlen zu können. Und DHL versucht es zweimal, bringt es dann in die Packstation. Seit dem 20. Heute kam eine Erinnerungsmail. Um 0:06 Uhr – „Ihre Sendung liegt seit zwei Tagen in der Packstation“.

Blöd nur, dass sie auch schreiben, sowohl in der ersten Mail vom 20. als auch in der heutigen:

„Die zur Abholung benötigten Informationen werden Ihnen per Brief zugestellt. Bitte warten Sie, bis dieser bei Ihnen eingetroffen ist, bevor Sie zur Packstation gehen.“

Nun, ratet …

Genau, diese benötigte Info ist noch nicht bei mir eingegangen. Ich warte noch auf die Zustellung. Ich kann ja verstehen, dass DHL schnellstmöglich die Packstationfächer geleert wissen möchte. Aber ich habe die notwendige Karte mit dem Code noch nicht, der das Fach öffnet. Ich komme also noch nicht an die Sendung, kann sie damit noch nicht abholen. Ihr solltet mich erst erinnern, wenn ich die Info wirklich habe. Sie ist noch nicht da. Vielleicht heute. Ach, DHL – Ihr gehört doch zu denen, die gerade den 6. Zustellungstag für Briefpost gestrichen haben. Vielleicht fragt Ihr bei denen mal nach, wo die Benachrichtigung bleibt!

Schnee in Hannover

Beinahe wär das nicht gut ausgegangen. Man sollte ja auch nicht ausgehen. Aber ich musste doch zur Arbeit. Hin kam ich auch spät, aber ereignislos. Auf dem Rückweg, ich verließ das Gebäude, ein paar Stufen runter dann einen Schritt und dann eine Baustellen“brücke“ über einen kleinen Graben. Die Stufen waren verschneit. So verschneit, dass man nicht mehr so, wo die vorletzte Stufe aufhörte und die letzte begann. Ich trat zu weit vor – und plumpste in den Schnee. Es war kurz vor Fünf, ab Fünf sollte der Busverkehr eingestellt werden.

Da lag ich nun, Marke dicker Maikäufer, auf dem Rücken und fragte mich, wie ich wieder hochkommen sollte. Ich konnte mich nicht nach links drehen, da waren die Stufen. Und nicht nach rechts, da war der Graben. Die Wache wollte mich nicht hören, als ich hinüber rief, ob mir mal jemand helfen könnte. Also hab ich meine nicht sehr trainierten Bauchmuskeln angespannt, meinen Oberkörper aufgerichtet und dann auf den Stufen mit den behandschuhten Händen abgestützt, dann konnte ich mich langsam ein wenig drehen, so dass ich die Knie auf den verschneiten und damit gut gepolsterten Boden bekam. Weh tat mir nix – und es war auch noch nicht kalt. Ich habe mich dann abgeklopft, den Leuten von der Wache noch ein schönes Wochenende gewünscht – und bin rüber ins andere Gebäude gegangen, von dort auf die Straße. Das war i.O. Stapf, stapf!

Dann musste ich mich entscheiden. Der lange Marsch durch ein verschneites, nicht sehr gut geräumtes Hannover – oder doch zur Bahn. Die Busse fuhren nicht mehr lang und ich hatte Angst, dass keiner mehr fuhr, wenn ich an meine Umstiegshaltestelle ankommen würde. Also – zu Fuß. Stapf, stapf.

Ging ich rüber zum Briefkasten, stapf, stapf – wofür ich sonst vielleicht fünf bis sieben Minuten brauche, waren dieses mal eher über 10. Dann war ich eh schon an der Straße, die zum netten Gang an der Bahnstrecke lang führt, dachte da wär ich allein, stapf, stapf. Hahaha …

Also, Hannoveraner können bei Schnee nicht Auto fahren. Einige „Wagemutige“ (Achtung, Euphemismusalarm!) fuhren Fahrrad. Und dann waren Leute mit Hunden unterwegs und Leute mit Schlitten und Spaziergänger und – ich. Stapf, stapf.

Wenigstens war es zwar leicht dämmrig, aber die Strecke war hübsch beleuchtet (von den Bänken wollte ich keinen Gebrauch machen, aber es ist nett an der Bahnlinie lang, linkerhand Sportfeld und Schrebergärten) und auch wenn es sich zog, fühlte ich die Kälte nicht sehr. Ich stapfte mich ja warm, stapf, stapf. (Eleganz hatte Winterurlaub).

Ich war dann gegen Viertel nach Fünf (für ostdeutsch sozialisierte Leser: Viertel Sechs) daheim. Zog die Schuhe vor der Wohnungstür aus (ich wollte wirklich nicht den Flur zum 5. Mal diese Woche putzen) und die schnee-dekorierte Jeans auch (Schneeränder) und jetzt erhole ich mich erstmal bei einem Becher heißes Wasser – ohne ein Tröpfchen Milch.

Ich bin froh, dass ich auf die Meteorologen gehört habe und den Therapie-Termin abgesagt hatte. Sonst wär das heute noch SEHR anstrengend geworden.

Beim Gehen war der „Sand“-Effekt (als wenn man am Strand lang stapft) das Ermüdende und es war jetzt nicht mal so eisig im Wind, aber der Schneegriesel im Gesicht, das war unangenehm. Und dass ich meine Brille immer wieder vom Kondenswasser befreien musste.

Wofür ich dankbar bin? Dass heute Morgen die Busse noch fuhren. Vielen Dank an alle Einsatzkräfte, an alle Busfahrer, an alle Schneeräumer (Profis und die Laien).

Worauf ich bei Schnee verzichten könnte? Auf Radfahrer. Wenn sie auf dem Radweg bleiben, geschenkt, aber das tun sie ja nicht. Sobald der Radweg nicht passierbar ist, wird nicht etwa auf die Straße ausgewichen, wo ein Fahrrad hingehören würde, sondern auf den Bürgersteig. Und das sorgt dafür, dass sich noch viel Schneller der Schnee dort festfährt und glatt wird. Könnt Ihr nicht auf dem Radweg fahren und ist die Straße Euch zu dreckig und gefährlich – dann könnt Ihr eben nicht Rad fahren.

Ansonsten wird auch dieses Jahr der Matschsee nicht so schnell zufrieren, wie es viele Leute gern hätten – es soll zwar noch am Wochenende kalt sein, so richtig knackig. Aber danach sind Plusgrade bis 7 Grad nächste Woche vorhergesagt.

Bleibt von den Eisflächen, die sich bereits gebildet haben, weg. Zugefrorene Gewässer tragen noch nicht!

So, ich geh dann mal einen Hoodie überwerfen, es sind 19 Grad im Wohnzimmer …