Nach 27 Jahren hat der Adventskalender im Literatur-Café seine Türchen für immer geschlossen. Weil man meint, man könne nicht mehr gegen AI anstinken.
Sie haben einen Beispiels-AI-Text gedruckt. Und er war so schlecht, dass ich sagen muss, wer auch immer aufgegeben hat, ohne zu kämpfen, hat zu wenig Zutrauen in die menschliche Kreativität.
Die Redaktion tröstet sich damit, dass ja alles seine Zeit habe. Das mag sein, Aber der Advent ist die Zeit für den literarischen Adventskalender mit seinen 24 Ausschnitten aus nie geschriebenen Büchern. Und wer den Kampf nicht aufnimmt. hat schon verloren, liebe Redaktion.
Kreativität kann AI nicht. AI kann sinnfreien Müll zusammenschreiben. Die Groschenromane, (G-Man Jerry Cotton, diverse Arztromanheftchen, Romanzen diverser Art) – die werden strikt nach Kochrezept geschrieben. DAS wäre AI möglich. Man hört/sieht das bei den AI-Videos auf Youtube, die SF-Geschichtchen erzählen, immer die gleichen. Ganz selten ist eine dabei, die mal Spannung erzeugt, mich mitnimmt. Ich hab einige gebinged. Wenn der Prompt-Geber genug Humorvorgaben macht, gehen sie so. Aber … nach einiger Zeit werden sie repetitiv und langweilig.
Literatur, die keiner Formel folgt, kann AI eben nicht.
Ich habe hier ein Kochbuch mit AI-Rezepten – in jedem Kochbuch, das ich habe, finde ich wenigstens ein Rezept, das mich reizt. Aus diesem habe ich nicht das Verlangen zu kochen. Nicht, weil es hier um eine ungewöhnliche Zutatenkombination gehen würde – das wäre ja noch spannend. Aber die Rezepte, die da rausgekommen sind, klingen – langweilig. Nicht spannend.
Ich weiß, Ihr werdet Euch das nicht nochmal überlegen, vielleicht seid Ihr auch froh, dass diese End-Jahresarbeit jetzt entfällt. Aber für mich ist das ein Weiße Fahnen-Schwenken, bevor der erste Schuss fiel.
Der Bully ist noch nicht mal im Raum, und habt schon Euer Taschengeld überwiesen und Euch selbst eine Ohrfeige gegeben.
Schade, Literatur-Café.