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Kleiner Zwischenstand

Was das Entrümpeln angeht, komme ich sehr langsam voran. Ich schmeiße brav meine 30 Dinge am Tag raus, langsam auch größere… und ich hab heute schon eine zweite Tüte zum Altkleider-Container geschleppt (die erste am Mittwoch). In der ersten waren nicht mehr so schöne Decken drin, plus eine Bettdecke, die ich nicht mehr brauche, weil sie zu dick ist und schwer zu trocknen in meinem Haushalt. Das Waschen würd ich noch hinbekommen. Ich habe jetzt drei mal ein Vierjahreszeitenbett, wo man eine dünnere und eine dickere Decke zusammen knöpft, wenn es wirklich kalt wird. Die Dinger kann ich waschen und bekomme sie auch trocken in meiner Wohnung. Daher konnte die Decke, die schon über 40 Jahre alt war, dann auch gehen. (Sie ist in den 40 Jahren einige Male gewaschen worden! Nur das Trocknen ist halt problematisch gewesen.)

Auch entsorgt habe ich die am wenigsten beliebte Katzenhöhle. Es sind noch vier da.

Langsam gehen mir die kleinen Dinge aus, die ich in größerer Anzahl rauswerfen kann. Ich habe sogar schon Bücher entsorgt. Man sieht erste kleine Erfolge, kleine Ecken, die plötzlich ruhiger aussehen, weniger Staub fangen … Heute erklärte ich mich für verzweifelt und trennte mich von vier Kaffeebechern. Alle selbst gekauft, einer mal billig von Penny, drei mal nicht ganz so billig als Teil eines 6er Sets – bei dem ich 3 auf einmal zerstört hatte (Tablett, gegen den Türrahmen gestoßen, die Becher hatten Momentum – und kracks …). Aber die Größe benutze ich nicht mehr, ist mir zu wenig drin. Wenn ich anfange, Bücher und Tassen herzugeben, dann ist es ernst.

Ich kämpfe hier nicht nur mit meiner ADHD – die ständig sagt, „das brauchst du noch, das kannst du noch benutzen, das macht Spaß“ – ich kämpfe auch gegen erlerntes Hoarden. Meine Großeltern, bei denen ich aufwuchs, hatten nach dem Zweiten Weltkrieg ja so gut wie nix. Und alles, was in den 50er Jahren sich ansammelte, wurde dankbar angenommen. Meine Oma hat selber tapeziert – und die alte Stubenleiter, die sie mal bekommen hatte, die hat sie 30 Jahre verwendet. Bis ich ein Machtwort sprach. Und die neue Tapezierschere war auch gern genommen. Meine Schwester hat einen ihrer „Wut“-Anfälle (mehr ein leichter Anflug von Ärger) dazu benutzt, mit ihr eine neue Pfanne kaufen zu fahren. Wenn man in solcher Umgebung aufwächst, wenn man als Kind vorwiegend Kleidung von Cousins und Cousinen der Mutter trägt (das ist noch gut, und das waren die Sachen ja auch, nicht kaputt, das passt, dann trägst du es auch), wenn man auf einer Matratze groß wird, die schon mindestens zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hatte, dann wirft man nicht mal eben so Sachen weg. Es ist schon ein Akt der Rebellion gegen das Sparschwein in mir, dass ich mir alle 10 Jahre, ca., eine neue Matratze gönne. Mein Rücken dankt es mir aber.

Gegen diese Art von Sozialisation muss ich anarbeiten. Und gegen die Tendenz, mich ständig mit den Sachen, die ich so „wiederentdecke“ zu beschäftigen (das ist dann ADHD). Es ist nicht einfach. Aber wie gesagt, ich sehe die ersten Erfolge. Das hält mich dabei. Optische Ruhe ist echt was wert, gerade mit ADHD.

540 – und ich zähle weiter. 30 am Tag (im Schnitt) – im Monat Juli sollte das 930 bringen – und damit bin ich der 1000 Teile Challenge für das Jahr schon sehr nahe gekommen!

Mich hat sozusagen der Declutterbug von Clutterbug (und antetanni) gepackt.

Edit: Ratet wer heute beim Recyclinghof war und schon mal das alte TV-Gerät (klein, aber noch ein Röhrengerät), zwei Wasserkocher und einen Toaster abgeliefert hat? Dazu die ganzen rausgeworfenen DVDs, Spiele-CDs, CDs … Man sieht es meiner Recyclinghof-Kiste noch nicht an, aber daran arbeite ich ja noch. Erstmal bin ich froh, dass ich heute genug regenfreie Zeit hatte, um einmal zum Altpapiercontainer zu gehen (denn ich kann nicht allein die Papiermülleimer hier füllen, die nur alle 14 Tage geleert werden), dabei den Altkleidercontainer befüllen konnte und nach einer kleinen Mittagspause jetzt meine ersten größeren Sachen wegbringen konnte. Der Recyclinghof ist ca. 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Aber weil sich der Gang immer nicht lohnt … schieb ich es solange auf, bis ich mit einem Gang nicht mehr hinkomme. Diesen Urlaub aber nutze ich zum Befreiungsschlag.