Naja, fast – ich glaube schon, dass ich Bücher vorzog, aber Musik kam kurz danach. Heute war mal wieder ein Live-Musik-Tag.
Überraschend piepte mich eine Freundin an, sie hätte noch eine Karte für ein klassisches Konzert im Funkhaus Hannover übrig, weil ihre eigentliche Begleitung krankheitsbedingt abgesagt hatte. Ich schaute mal kurz nach, Grieg und Berlioz – klar kam ich mit. Ich kenne zwar eher Peer Gynt als das Klavierkonzert in a-moll von Grieg, und Berlioz ist für mich das eine Kitten von Duchesse – aus den Aristocats. Aber man findet beides (das Klavierkonzert von Grieg und die Symphonie fantastique von Berlioz) auf Youtube – und ich fand, was ich kurz anhörte, war durchaus ansprechend.
Und es war SEHR ansprechend.
Zuerst das Klavierkonzert. Eine 17jährige Pianistin, Ioana Andreescu. Spielte mit dem Orchester (Hannoversche Orchestervereinigung), ganz aus dem Gedächtnis. AUS DEM GEDÄCHTNIS – eine gute halbe Stunde. Mit diversen Einsätzen und Pausen. Ohne dass sie nachsehen konnte, wann sie wieder dran war. Das Vertrauen zum Dirigenten muss sehr hoch – und die Proben mit dem Orchester zahlreich gewesen sein.
Sie war wirklich gut. Leichtfingrig und doch mit Leidenschaft, Lust am Spiel – es war ein Vergnügen, ihr zuzuhören.
Aber nicht nur ihr. Die darauffolgenden Symphonie wurde ohne Klavier gespielt – es hatte eine Harfinistin. Jedoch besonders herausragend waren die VIER Percussionists. Oder auch die Kontrabässe. Die Geigen waren gut, keine Frage, die Bläser waren auch gut – aber die Percussionists hatten eine Hauptrolle und waren nicht nur da, um den Klangteppich aufzufüllen. Die Bässe haben so viel Tiefe gegeben – also, nicht nur tiefe Töne, sondern praktisch die Schatten, die aus einem Bild ein 3D-Bild machen – ich war sehr begeistert.
Der Preis ging, das Einzelticket kostete 36 € und es waren um die zwei Stunden Musik … mit vollem Einsatz des Dirigenten. Bei der Symphonie sah man ihn immer wieder hüpfen und beinahe tanzen.
Doch, der Vorabend hat mir besser gefallen als wenn ich auf meiner Couch gegammelt hätte. Danke – an die Erkältungsviren, die die Begleitung meiner Freundin dahin gerafft haben.