Schlagwort-Archive: Wilhelm Busch Deutsches Museum für Zeichenkunst und Karikatur

Lange Nacht der Museen, 2016

Und wieder zog ich mit einem meiner Freunde los. Dafür sind Freunde ja da. Wir fingen an beim Museum für Energiegeschichte – allerdings, weil wir dort schon mindestens dreimal waren und auch schon mindestens 2 Führungen durch haben, nur wegen des Music Acts: Die Taschengrammophone. Hörbeispiele hier. Lied Nummer 7 und 8 wurden z.B. auch gestern Abend vorgetragen. Sie brachten aber auch Pink Panther.

Anschließend sind wir wieder (ohne Kulturbus der Üstra) mit der Bahn raus in die Herrenhäuser Gärten gefahren. Dort, im Georgengarten, befindet sich das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst. Es gab eine Hurzlmeier-Ausstellung, den ich bisher nur von Postkarten kenne. Aber nun habe ich auch mal seine Werke im Original gesehen. Die Werke waren mit Text von Harry Rowohlt versehen.

Außerdem gab es wieder ein Musik-Duo, Saxophon und Kontrabass (unserer einhelligen Meinung nach fehlte entweder Gesang oder ein Piano, um die Stücke abzurunden). U.a. gespielt wurde hier Angel Eyes. Der Ort war akustisch ein ganz klein wenig ungeeignet, da das Souterrain, in dem die Hurzlmeier-Ausstellung und das Konzert stattfand, mit dem Obergeschoss durch eine große Öffnung in der Decke verbunden ist – so dass man der Führung im oberen Bereich folgen konnte … Ich denke, die Führungsteilnehmer dachten ähnlich, nur andersherum.

Aber wie immer habe ich in diesem Museum im Museumsshop erstmal POSTKARTEN gekauft 😉 Postcrossing hat mich immer noch fest im Griff.

Auch beim nächsten Museum, Museum Schloss Herrenhausen, ein mir bisher noch nicht bekanntes Museum (ist erst seit 2013 eröffnet), wurden zunächst die Postkarten durchwühlt, dann schauten wir uns den ersten Ausstellungsraum noch vor der Führung an, mit ein paar Porträts behängt und reichlich Gartenplänen und einem Schlossmodell versehen.

Die Führung selber war sehr ausführlich, konzentrierte sich zunächst auf den ersten Raum mit den Anfängen des Gartens und seinen Ausbauten – im zweiten Teil wurden Prinzipien des Barock erläutert, allerdings wurde in dieser Führung nicht auf alle Teile ausführlich eingegangen. Dazu fehlte schließlich die Zeit. Und im dritten Teil, von der napoleonischen Zeit bis heute war es auch nur noch ein kurzer Aufenthalt. U.a. wurde hier kurz die Nazi-Zeit beleuchtet – die Nazis haben den Garten selber zwar nicht bearbeitet, aber haben den 1936 vom Nicht-Parteimitglied -Stadtdirektor wieder in Stand gesetzten Garten gern für die eigene Propaganda genutzt.

Bis 1936 gehörte der Garten noch dem Welfenhaus, die sich aber nicht darum gekümmert haben.

Nach dieser Mammutführung fuhren wir dann bis zum Aegidientorplatz, um in der Architektenkammer, in der heute der Tag der Architektur gefeiert wird, eine Ausstellung zu nicht realisierten Bauprojekten zu sehen. U.a. sahen wir so, was dem Großen Garten in Herrenhausen für ein fürchterliches Monstrum anstatt des Schlosses erspart geblieben ist.

Auch andere Standorte in Hannover wären heute nicht wiedererkannbar, wenn der Größenwahn mancher Bau-Fachleute so durchgegangen wäre. Der Raschplatz sollte bebaut werden, der Kröpcke ganz zugebaut (wo jetzt doch noch Platz ist), der Platz, auf dem das Kulturzentrum Pavillon steht, war im Modell total verunstaltet … Nein, ich bin wohl kein Freund moderner Architektur. Zumal die Entwürfe Beton und Glas-Monstren waren.

Anschließend, kurz nach halb Zwölf, suchte ich mir dann ein Taxi (und fand eines am Theater am Aegi). Fahrtkosten 8,70. Ohne Trinkgeld, das ich natürlich noch gab.

Eine sehr schöne, sehr bunte Mischung, eine Nacht lang genug, dass mir fast die Beine abfielen, eine sehr nasse Nacht noch dazu (es nieselte bis zur Architektenkammer, danach nur noch ein paar Tropfen). Und seit langem habe ich mir GAR NIX im Museum August Kestner oder im Sprengelmuseum angesehen. Das Landesmuseum nahm übrigens nicht teil 😦

Zwei neue Museen gesehen zu haben ist aber auf jeden Fall für die Kokosnuss-Bewertung vom Anfang des Blogs ein 4 von 5 Kokosnüsse-Urteil.

 

 

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Tag der deutschen Einheit – oder auch nicht

Gestern hat bei mir eine frisch getrennte Freundin angerufen, ob ich spontan das schöne Wetter bei einem Spaziergang genießen wollte.
Spontan geht bei mir da gar nix – aber nach entsprechenden Hygienevorkehrungen meinerseits (mit meinen Haaren konnte ich Butterbrote schmieren) verabredeten wir uns zu einem Spaziergang im Stadtpark. Das erste Ziel wäre der Matschsee gewesen, aber der war ja fest in der Hand der Feierlichkeiten. Die wollten wir umgehen.
Stadtpark kannten wir beide noch nicht – also hin – nur um festzustellen, dass eine Menge Anzugträger und Polizisten (auch hoch zu Ross) das Terrain fest unter Kontrolle hatten. Ich ging also auf einen der Berittenen zu und fragte, ob man denn im Stadtpark spazieren gehen könne – doch leider war dem nicht so.

Mir fiel nun noch spontan ein, dass am 28. September eine neue Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum aufgemacht hatte – mit Werken von Ralf König.

Da man dies mit einem kleinen Spaziergang in der Sonne und einem Tässchen im von Freiwilligen betriebenen Café verbinden konnte, fand das auch die Zustimmung der Begleiterin. Herrliches Wetter, auf dem Weg dahin sah man Sommerbekleidung en masse, die Ausstellung (wenn man sich nur auf Ralf König konzentrierte) war auch nicht überlaufen.

Die meisten werden den Namen Ralf König vielleicht doch schon mal gehört haben: Ein Comiczeichner, der besonders sexuell explizite Schwulencomics fabriziert. (Dem Mainstream bekannt durch „Der bewegte Mann“)

Meine Begleitung ist mit 1,51 nun nicht deutsches Standardmaß, was weibliche Körperlänge angeht, und hatte daher mit der Höhe der ausgehängten Zeichnungen so ihre liebe Mühe. Aber selbst ich mit der Durchschnittsgröße von 1,65 musste doch einige Male den Kopf in den Nacken legen, um auch die obersten Bilder noch lesen zu können. War vermutlich eher auf ein männliches Publikum ausgerichtet.

König hat sein Publikum mit dieser Ausstellung sicher nicht enttäuscht – ich habe mich unterhalten – besonders hübsch fand ich den Comic mit dem Schwulen, der der Häresie und Ketzerei an der Schwulen Community für schuldig befunden wird, weil er mit seiner Liebe zu Männern nicht auch gleich den Lifestyle akzeptiert, der so gern karikiert wird. Dafür wird er zu 10 Stunden Marianne Rosenberg verdonnert …

Das wäre auch für mich Höchststrafe.

Was dann irgendwann das Vergnügen ein wenig trübte war der Over-Input von männlichen Geschlechtsteilen. Nach dem *nur virtuell* „gefühlten“ 100. Schwanz war ich dann auch „satt“. Ich habe dann nur noch die Texte gelesen … 99 Dinger hätten es meiner bescheidenen Ansicht nach auch getan …

Der Comic mit dem „Häretiker“ war nicht umsonst der, den ich am liebsten mochte. Obwohl der, bei dem diskutiert wurde, welche berühmten Männer alles schwul gewesen sein sollen, auch nicht übel war!

Kleines Schmankerl am Rande: ein älteres Ehepaar (beide deutlich über 70) hat sich an dem Tag ins Museum begeben und entschied sich nun für eine der zwei Ausstellungen – entweder der frisch eröffnete König – oder die englischen Königskarikaturen, die dieses Wochenende ausliefen. Ich hörte mit Verwunderung, wie sich die Dame für König entschied. Ich glaube ehrlich, sie kannte den Künstler noch nicht, aber das kann ja bekanntlich täuschen.

Bei gefühlt 25 ° C saßen wir dann noch einen Moment hinterm Museum auf der Bank und nahmen eine Erfrischung zu uns, um dann im Sonnenschein eine kleine Runde zur Bahn zu drehen.

Preis für die Ausstellung 4,50 –
So 28.09.2014 – So 18.01.2015
Dienstag bis Sonntags: 11–18 Uhr