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Punkt, Punkt, Punkt (50) – In der Weihnachtsbäckerei

Klar könnte ich jetzt mein Weihnachtsgebäckgalerie vom letzten Mal zeigen (dieses Jahr war ich krank, dann kann ich ja nicht backen).

Oder ich mache das, was ich gerne in diesem Blog mache, ich spreche von etwas Hannover-Spezifischem.

Als ich das erste Mal hier in Hannover zur Weihnachtszeit herum lief, sah ich überall kleine Stände mit (jetzt weiß ich: Hamburger) Schmalzgebäck. Etwas, das es damals zumindest im Ostwestfälischen so nicht gab.

Da ich jetzt ein Rezept auf chefkoch.de gefunden habe (s. Link oben), das mir die echte Herkunft verrät, kann ich es eigentlich nicht mehr Hannover-spezifisch nennen, aber es war hier, wo ich es das erste Mal kennen lernte. Wie alles Fettgebackene essen manche Leute dieses Gebäck „ein paar Stunden lang“ … Aber bei kaltem Wetter eine kleine Tüte Schmalzgebäck mit Puderzucker bestreut (ich habe noch nie eine Eierlikör-Version gewollt, weil mir das zu siffig wird – auch so schneit der Zucker großzügig auf die Jacke) – lecker! Es muss nicht jeden Tag und nicht jede Woche eine sein. Eine Tüte pro Jahr dagegen soll erlaubt sein.

Auch wenn es inzwischen in Mode gekommen ist, das Schmalzgebäck noch eine Weile nach dem Weihnachtsfest anzubieten – so richtig gern mag ich es eigentlich nur jetzt, als Teil der Weihnachtsbäckerei.

Die Schmalzkuchen müssen lauwarm gegessen werden – und daher werden sie immer frisch zubereitet. Wo das nicht der Fall ist, würde ICH die Finger von lassen. Da ich derzeit leider gesundheitlich angeschlagen bin, kann ich nicht mal eben in die Stadt fahren und ein Foto machen.

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In der Weihnachtsbäckerei (Deutsche Landmarken)

Schon Anfang November aus Zeitgründen (ich habe für Ende des Monats einen Wochenend-Russischkurs gebucht) fanden sich meine Freunde und ich zum Backen zusammen. Kekse.

Deutsche lieben selbstgebackene Kekse.

Und bei allen raffinierten Keksrezepten, die es da draußen gibt, sind die Klassiker (Butterplätzchen zum Ausstechen und Dekorieren, einfach) immer noch mit die beliebtesten. Genauso wie Zimtsterne (nicht ganz so einfach) und Vanillekipferl (auch einfach). Wir haben uns alle drei Klassiker dieses Jahr verkniffen.

Es gab, in der Reihenfolge des Backens.

Schokoberge (kleine Kakao-Mürbeteig-Gipfel mit weißer Kuvertüre „beschneit“) Gezupfte Schoko-Mürbeteig-Pyramiden mit etwas Kakao-Creme (Dunkle Schokocreme mit Kakaobohnenstücken) im Teig, abgebacken und dann mit weißer Kuvertüre verunziert. Bitte nicht wie im Chefkochrezept weiße Schokolade nehmen, die schmilzt noch schlechter!

Liegnitzer Bomben, die bei uns mit ohne Orangeat und Zitronat, dafür mit kandiertem Ingwer hergestellt wurden – und weil die Teigmasse klebrig ist und der Bäcker ungeduldig, wurde die Füllung oft genug an der Seite platziert. Das heißt aber nicht, dass sie nicht schmecken. Wenn man kandierten Ingwer mag. Man sollte aber unbedingt die kandierten Früchte klein schneiden, damit sich das besser verteilt.

Schneebälle, eines der Klassikerrezepte in unserer Weihnachtsbäckerei  – nur für Kokosfreunde geeignet. Anders als bei den Chefkochrezepten wird hier nicht ein vorgebackener Biskuitteig mit irgendeiner Masse vermengt, sondern ein sehr weicher, fluffiger (Stärkemehl) Teig wird mit leicht angebräunten Kokosraspeln gefüllt, gebacken und nach dem Abkühlen in einem Zitronensaft-Puderzuckergemisch und dann in ungerösteten Kokosflocken gewälzt. Die Dinger sind mit Vorsicht zu essen, durch die Kokosraspeln gibt es eine gewisse Verschluckgefahr .. Aber sie sind saulecker. Daher gibt es hier fünf von fünf Kokosnüssen …

Mohnstrudel-Plätzchen folgten als nächstes – Mürbeteig mit Mohnmasse … eindeutig für Mohnfreunde. Die Herstellung konnte ich nicht verfolgen, da ich da noch beschäftigt war mit den Schokobergen.

Und dann, nicht unbedingt weihnachtlich, aber sehr lecker: Cranberries-Biscotti

Ähnlich diesem Rezept von Chefkoch, nur, dass in unseren Biscotti nicht Mandeln sondern Walnüsse enthalten waren.

Und nun weiß ich auch, warum es Biscotti heißt, es wird zweimal gebacken: Einmal als langer Teigstrang, dann abkühlen lassen, etwa 2cm Stücke teilen, anschließend nochmal backen. Aber nicht mehr so lang.

Den Abschluss machte das Spritzgebäck (ein echter Klassiker, der einzige, der es dieses Jahr in die Parade geschafft hat), Marzipan-Spritzgebäck in unserem Falle. Normalerweise die Lachnummer, weil ich mir eine motorbetriebene Variation von Gebäckpresse zugelegt habe, Riesending, unhandlich, aber tut seinen Dienst, wenn man keinen Fleischwolf und keine Küchenmaschine hat, dieses Mal die Lachnummer, weil ich die Einlegeplatte vergessen hatte, die man zum Durchpressen nun mal braucht. Also haben wir auf Handbetrieb umgestellt – und das hieß, Teigmasse durch einen klassischen Spritzbeutel mit Sterntülle pressen. Geht auch … und noch lebt mein rechter Arm.

Alles in allem haben wir wieder einen gelungenen Mix aus neuen Rezepten und (persönlichen) Klassikern hinbekommen.

Soviel zur guten Tradition hierzulande, Weihnachtsgebäck selbst herzustellen.

Zimtsterne selbst herzustellen ist übrigens eine Arbeit für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben, ich habe es einmal getan … also das Gebäck selber backen, die Eltern habe ich in Ruhe gelassen … es ist klebrig, es ist bröckelig, es ist Sekundenarbeit zwischen noch zu roh und schon zu braun (oben sollen sie ja NICHT braun werden) – und eine von uns vieren (nicht ich) mag keinen Zimt, da ist überhaupt nicht einzusehen, dass sie mit beim Zimtsternherstellen hilft.

Vanillekipferl sind, meiner persönlichen Neigung nach, einfach die Arbeit nicht wert, die man mit ihnen hat – und das ist nicht viel Arbeit!

Und Butterplätzchen – naja, wir haben alle keine Kinder, die mit bunten Zuckerstreuseln dekorieren wollen … Aber für Familien mit kleinen Kindern sind die ein Muss. Ich könnte sie mir trotzdem vorstellen, weil ich von einer konkurrierenden Gewerkschaft ein Rezept mit Gewürzen bekommen haben, die mal einen neuen Pfiff in die alten Kekse bringen.

Edit: auch im Jahr 2018 wird wieder gebacken – und ich brauchte mein Schokoberge-Rezept – das ich mal wieder sonstwohin gelegt habe, damit ich nächstes Jahr nicht danach suchen muss …

Und das Video musste ich ändern, weil der Rechteinhaber das alte bei Youtube gesperrt hat.