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Kommunalwahl

Gestern war also Kommunalwahl in ganz Niedersachsen, also auch hier in der Landeshauptstadt.

In meinem Wahlbezirk, und das melde ich mit Stolz, gab es eine hohe Wahlbeteiligung, 60,6 %. Für eine Kommunalwahl ist das ordentlich. Im Schnitt waren es in ganz Niedersachsen nur knapp 52 %.

Für all die Leute, die den Wahlhelfern ihr Erfrischungsgeld nicht gönnen, ich bekam gestern 30 Euro, als stellvertretende Schriftführerin. Aber ich leistete dafür 10 Stunden Sonntagsarbeit.

An einem Sonntag Morgen tanzte ich um 7:30 Uhr an und bereitete einen normalen Klassenraum mit auf die Wahl vor. Ich ging dann von kurz nach 8 bis kurz 13 Uhr nach Hause, macht eine halbe Stunde am Vormittag, zu nachtschlafender Zeit.

Ich kam wieder zur Ablösung der Morgenschicht, so dass ich ab 13 Uhr bis 18 Uhr, Schließung der Wahllokale für den Wahlvorgang, 5 Stunden den der Öffentlichkeit bekannten Teil der Wahlhelferarbeit leistete.

In meinem Fall war das die Aushändigung der Wahlzettel, teilweise wollten die Leute nochmal erklärt haben, was und wie sie wählen konnten und ich musste Eltern von bereits des Sprechens mächtigen Kindern sagen, dass sie ihre Kinder nicht mit in die Kabine nehmen konnten. Wahlgeheimnis.

Alles mit einem Lächeln. Manchmal fiel das schwer. Aber andere Wähler – und das waren nicht wenige – bedankten sich für unsere Arbeit. Und das war dann wieder etwas, dass das Lächeln leichter machte.

Fünf Stunden Sonntagarbeit am Nachmittag.

Die eigentliche Arbeit erfolgte nach der „Schließung der Wahllokale“ – die aber offen bleiben, denn die Auszählung ist doch öffentlich! Es kann nur nicht mehr gewählt werden. Nicht, dass jemand gekommen wäre, hätte aber können, wir waren alles Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes (d.h. bei zweien der 8 weiß ich es nicht genau), keiner bei der Stadt, keiner bekam einen Tag frei.

Die Zählung der Stimmzettel (denn auch die Zahl der Stimmzettel muss mit den Wahlkarten und dem Wählerverzeichnis übereinstimmen), die Sortierung nach Parteien, die Auswertung (vor allem die Auswertung der Wahlzettel, die Partei übergreifend wählten) … das hat bis halb 11 gedauert. Eine hohe Wahlbeteiligung ist halt auch ein hoher Anfall an Auswertung.

Viereinhalb Stunden Sonntagarbeit, davon eine halbe Stunde Nachtarbeit.

Und jetzt nochmal zusammengefasst:

Das waren für das (bei mir schon wegen der Funktion als stellvertretender Schriftführerin erhöhtem) Erfrischungsgeld von 30 Euro 10 Stunden Arbeit, OHNE ZUSCHLÄGE für Sonntags- oder Nachtarbeit. Und weil ich mehr als 25 Euro bekomme, bekomme ich auch keinen Tag frei.

Wer meint, dass das immer noch zuviel ist, kann gern in fünf Jahren mit mir tauschen. Die anderthalb Stunden Wahlhelferschulung habe ich mir dieses Jahr geschenkt … die kommt auch noch dazu,wenn man das erste Mal dabei ist. Ohne Vergütung. Oder Zeitgutschrift.

Wir 8 gingen daher müde und erschöpft, aber im Bewusstsein, ein gutes Werk getan zu haben, zufrieden nach Hause. Bis in fünf Jahren.

 

 

 

 

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