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Heute auf dem Weg zur Arbeit

Trauerspiel in zwei Akten

Akt 1:

An der Bushaltestelle. Fest die eifrigen Mülleinsammler im Blick, sehe ich ein Auto den Müllwagen überholen. Leider ist an dieser Stelle die Mittellinie durchgezogen. Man kann als Autofahrer nicht genau sehen, ob von vorne etwas auf der Gegenfahrbahn ankommt – weil die Straße leicht gekrümmt ist. … Der erste Wagen, der dies tat, war nicht von hier, vielleicht war der Fahrer einfach nur verwirrt. Aber das zweite war ein Taxi aus Hannover mit einem Weißbart am Lenkrad. DER sollte es besser wissen!

Akt 2:

Ich überquere die Freundallee an der Kreuzung  mit der Hans-Böckler-Allee. Dort fährt in der Mitte der Straße die Bahn, dementsprechend gibt es zwei Ampeln für Fußgänger. Für Radfahrer in meine Richtung gab es sogar kein Lichtzeichen. Ich gehe bis zur kleinen Fußgängerinsel zwischen den Gleisen und warte auf „Grün“ für die zweite Überquerung, als an mir ein Radfahrer vorbei düst.Gerade, als links von mir eine Bahn steht und rechts eine in die andere Richtung wartet – darauf, dass sie  ihre Fahrt fortsetzen dürfen. Da hat nicht viel gefehlt, und der junge, eilige Mann wäre mit Blaulicht weiter gefahren  allerdings nicht in seine Richtung – oder vom Bestatter abgeholt worden. Radfahrer dürfen immer noch nicht alles, junger Mann! Ich wartete die Bahnen ab. Schließlich ist so eine Bahn schwerer als ich – marginal.

 

 

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Senkt Joggen den IQ?

Heute, an der Fußgängerampel. Auf der anderen Seite näherte sich ein Jogger, die Ampel zeigte Rot für Fußgänger – der Jogger, Blick steil auf die Straße gerichtet, joggte munter weiter.

Entweder – er hat auch nach einem halben Jahr noch nicht mitbekommen, dass da eine Ampel steht. Was nicht für seine Intelligenz spricht, wer eine Straße überquert sollte die Veränderungen bemerken.

Oder – er hat es mitbekommen, aber ihm fehlt die Intelligenz, das Signal zu verarbeiten. Ein Auto stand übrigens an der zu überquerenden Straße und wartete auf ein Grün-Signal – wenn dieses Auto nun genauso focussiert gewesen wäre wie der Jogger, hätte das einen bösen Bluterguss gegeben – oder vielleicht sogare eine Gehirnerschütterung.

Es ist also definitiv NICHT so, dass Bewegung SCHLAUER macht … Sonst würde sich der vorher erwähnte Jogger nicht so eklatant und (sich selbst und andere) gefährdend verhalten haben.

Wie war das, bei einer Theorie reicht es nicht, ein Beispiel zu haben, aber um eine Theorie zu stürzen, reicht ein Gegenbeweis? Dann habe ich zumindest die Theorie erschüttert, dass Bewegung zur höheren geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt.

(Kann sich jemand vorstellen, was für ein Genie Hawkins wäre, wenn er sich auch noch regelmäßig bewegen würde?)

Es ist wohl einfach zu einfach, zu sagen, alles Gute kommt von Bewegung, alles Schlechte von einem erhöhten BMI.

Und ja, auch heute gab es wieder einen Amokradfahrer, der über den Bürgersteig in die falsche Fahrtrichtung fuhr. Dabei die Kunden einer Bäckerei und die Leute gefährdend, die zur U-Bahnstation wollten. Und dann war da noch die Radfahrerin, die, wenn auch vorsichtig, aber unbeirrbar, am gerade angehaltenen Bus vorbei musste. Unbedingt. Obwohl vorne weiter ihre Weiterfahrt durch ein ROT blockiert war.Auch hier – Bewegung soll intelligent machen? Dann möchte ich nicht wissen, welches Intelligenz-Niveau diese eifrigen Freizeitsportler hatten, bevor sie sich bewegten … Es kann sich nur um einen IQ in Höhe der Raumtemperatur handeln. Selbst wenn wir Fahrenheit annehmen, wären das so bei 70 …

Autofahrer sind mir auch aufgefallen, vorgestern, an der Bushaltestelle. Zwei Autofahrer mit auswärtigem Kennzeichen fuhren auf der BUS-Spur.Mit PKW. Eine davon ließ jemanden aussteigen und wartete dann länger, bis sie sich wieder einordnen konnte, Glück, dass gerade kein Bus kam, der andere bog munter von der Busspur aus nach rechts ab – leider kam er so in Konflikt mit dem ersten Wagen auf der PKW-Spur … Minderintelligenz ist eindeutig kein Vorrecht von Leuten, die sich bewegen.Es sind übrigens Fahrer aus Nachbarkreisen gewesen, anzunehmen, dass die Fahrenden nicht das erste Mal in Hannover waren.

Die können froh sein, dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die ständig ihre Smartphone-Kamera an haben – könnte daran liegen, dass ich kein Smartphone habe.

Wieso ist es so schwer, sich in einer vollen Stadt an Verkehrsegeln zu halten? Schließlich sind diese Regeln dazu erdacht worden, damit es fair für alle zu geht.

Verkehrsregeln

Für Autofahrer:

Es ist nicht gestattet auf einem nachts nicht mit einer Ampelschaltung versehenen Fußgängerüberweg einen schwarzen Mini mit rosa Außenspiegeln zu parken. Einen rosa Mini mit schwarzen Spiegeln? Da bin ich mir noch nicht sicher, aber ich glaube, für diese Minis gilt das auch. Das gilt auch, wenn ich ansonsten meinen Mini auf dem ein paar Meter weiter entfernten Supermarktparkplatz abstellen muss, weil keine legalen Parkplätze vor dem Haus, in dem ich wohne, mehr frei sind.

Für Fußgänger:

Wenn ich mich mit meiner Familie am Straßenverkehr beteilige, ist es NICHT gestattet, die gesamte Breite von Fußweg UND Radweg zu blockieren, um etwas auszudiskutieren. Es sollte immer möglich sein, dass sowohl Fußgänger wie Radfahrer die eigene Position passieren, ohne auf die Fahrbahn ausweichen zu müssen. Ich bin mir da GANZ SICHER! Notfalls gilt auch hier § 1 StVO.

Für Radfahrer:

Wenn ich auf der falschen Straßenseite unterwegs bin, nehme ich NICHT den Bürgersteig, sondern den Radweg. Oder ich bewege mich dorthin, wo ich hingehöre. Und auch WENN ICH in der richtigen Richtung unterwegs bin, nehme ich den Radweg. Der Fußweg ist nur dann eine Option wenn ich A) unter 12 bin oder B) der Fußweg ausdrücklich durch Beschilderung freigegeben ist oder C) ich in Begleitung eines Kindes unter 12 bin, das ich noch überwachen muss.

You’re welcome.

Wie sagt man immer so schön: Aus gegebenem Anlass!

 

Hurrah ich lebe noch

Keine Sorge, dies wird kein Simmel-ähnlicher Roman.

Ich habe heute Morgen die Bäckerei in der Nähe jener Bushaltestelle besucht, von der ich schon oft von Radfahrern und ihrem Verhalten sprach …

Heute kam ich also aus der Bäckerei auf der anderen Straßenseite und ging zum dortigen Abgang zur U-Bahnstation.

Das Szenario sieht so aus: Bäckerei – Fußweg – Abgang zur U-Bahn – Radweg – Straße

Eigentlich also muss ich dort nicht mit einem Radfahrer rechnen, dementsprechend habe ich mich nicht groß umgeschaut. Einen Fußgänger hätte ich bemerkt. Aber plötzlich bremst es scharf neben mir.

Ich habe KEINE Beleidigung zu diesem Zeitpunkt rausgehauen, ich fragte dem sich entfernenden Radler hinterher, zugegeben ziemlich angesäuert, hey, ich hab mich erschrocken!, ob dies ein Radweg sei. Einfache Ja, Nein-Frage sollte man meinen. Demonstrativer Stop des Radlers, ein junger Mann halb mein Alter. Ich dachte, Boah, Frau Hunne, heute kriegst du auf die Schnauze, aber das wäre es mir wert – dann wär der Typ im Knast gelandet – oder in der Notaufnahme, denn ich wehre mich und es hätte für ihn den Verlust eines Knies bedeuten können – oder einen Nasenbeinbruch. Einen Dickschädel habe ich nämlich noch zusätzlich.

„Gute Frau, ich habe doch abgebremst!“

Frage erneut, noch genervter, ob dies ein Radweg sei.

Und gehe dann meines Weges – ich hatte eine Verabredung mit meiner Stempeluhr. Tönt hinter mit „Scheiß-Fußgänger“ – Rief ich die Treppe hoch „Scheiß-Radfahrer“ – ich denke, wir waren quitt.

Also, nochmal meine radfahrenden Freunde: Wo darf man Rad fahren?

Radweg? Gute Idee.

Straße? Möglich, wo der Radweg nicht ausgeschildert ist oder es keinen gibt.

Bürger (und Bürgerinnen)-Steig? Nur in Ausnahmefällen!

z.B. Ihr seid noch unter 12. Oder in Begleitung eines Kindes unter 12. Dann bitte NICHT vor dem Kind herfahren – sondern entweder, wenn Platz ist, neben dem Kind her – oder hinter dem Kind her – damit Ihr ein Auge auf das Kind haben könnt.

Denn gestern, auf dem Weg zum Baumarkt, fuhr Mutti vorher – und sah so nicht, dass das Söhnchen nicht gleich hinterher kam und die dicke Frau auf dem Bürgersteig an der schmalsten Stelle überholte … mit der typischen unsicheren Fahrweise eines überforderten Fahranfängers.

ODER: Der Fußweg ist ausdrücklich zur Mitbenutzung zugelassen. Das ist übrigens nicht der Fall in dem kleinen Teilstück von der Jordanstraße bis zur Einfahrt Baumarkt-Drive-In. Erst wenn man den neuen Bürgersteig am Einkaufszentrum entlang weiter geht, ist die Benutzung durch Radfahrer auch gestattet. ABER: Das setzt bei den Radfahrern VIEL RÜCKSICHTNAHME auf die Fußgänger voraus. Wenn Ihr schnell radeln wollt – die Straße ist Euer Freund. Weil auch auf freigegebenen Bürgersteigen der schnelle Radfahrer keinen Vorrang vor dem Fußgänger hat! Er ist da GEDULDET, MEHR NICHT:

Ich freue mich über all die Radfahrer, die unter Beachtung der Verkehrsregeln viel tausendfach in Hannover am Straßenverkehr teilnehmen und damit die Luft entlasten.

Ich ärgere  mich über alle Radfahrer, die nicht wissen, dass der Bürgersteig KEIN Ersatzradweg ist, außer, er ist AUSDRÜCKLICH dafür zugelassen!

Und ich ärgere mich auch als Nichtradfahrer über zu Fuß Gehende, die einfach wie Falschgeld irgendwo langlaufen. Macht, dass Ihr vom für Radfahrer reservierten Radweg runterkommt, Ihr Schwachmaten! Und haltet auf dem Fußgängerüberweg kein Schwätzchen!! Aber über Schwätzchen und ihre unpassenden Plätzchen darüber schreibe ich eine andere Tirade.

Wieder an der Bushaltestelle

Heute beinahe von einer Radfahrerin überfahren worden, die völlig losgelöst von so etwas spießigem wie Verkehrsregeln am Bus vorbeidüste. Nicht lustig.

Dann warteten gleich VIER Radfahrer an  einer Fußgängerfurt – klar, zwei davon wollten auf der falschen Seite die Straße überqueren, da fährt man lieber die Fußgänger um als den Gegenverkehr auf dem Rad.  Die anderen zwei kannten den Unterschied zwischen Radweg und Gehweg wohl nicht. Die zwei in die falsche Richtung fuhren auch noch dreist und frech auf dem GEHweg weiter. Fahrrad wegnehmen. Fahrrad fahren verbieten (also, diesen speziellen Täterinnen). Bis sie einsehen, dass Fahrradfahrer auch Verkehrsregeln unterliegen.

*Schnaub, wüt, kleine schwarze Wolken mit Blitzen produziere*

Ist es wirklich so viel verlangt, dass man in einer Stadt mit 100.000en Verkehrsteilnehmern sich an gewisse Regeln hält? Ich laufe doch auch nicht auf dem Radweg, wenn ich ihn kreuze, gucke ich links UND recht – und ich erwarte an einer Bushaltestelle, dass ich ungehindert aus- und einsteigen kann, wie es das Gesetz vorsieht!

Seid froh, liebe regelbefreite Radfahrer, dass ich keinen Stockschirm mehr nutze … ist für alle Beteiligten besser so. Die Versuchung wäre da. Nicht groß, aber da. Und Gewalt ist einfach keine Lösung. Ich möchte doch nur, dass Ihr Euch an die Regeln haltet. Ihr seid nämlich nicht die Schwächsten im Verkehr, dass sind gehbehinderte Fußgänger! Und KINDER. Denkt denn keiner mehr an die Kinder?

 

 

Deutsche Ikonen – Icons of Germany (4) Pünktlichkeit, Sauberkeit und Gehorsam

Das sind oder eher waren die drei Standard-Disziplinen für Deutsche. Wenn uns andere Länder immer noch für pünktlich, sauber und gehorsam halten, dann sind sie noch nie auf deutschen Autobahnen und den dazugehörigen Parkplätzen unterwegs gewesen – dort ist weder von Gehorsam noch von Sauberkeit noch eine Spur. Und pünktlich ist der Deutsche nur noch, wenn es was „günschdich“ gibt.

Der Deutsche hat die Pünktlichkeit spätestens mit der Ankunftvon Mobiltelefonen („Bin unterwegs“-Anrufe sind doch überrepräsentiert in Bussen und Bahnen) sausen lassen. Was soll ich mir Gedanken machen, einen Bus zu nehmen, der rechtzeitig da ist – ich muss doch schon im Job immer diszipliniert sein … Sowas habe ich von einer langzeitarbeitslosen ehemaligen Freundin auch schon selber gehört.

Sauber – das war auch nicht immer mit Deutschland verbunden – es gibt da ein herrliches Buch einer englischen Lady, die nie England verlassen hat, und über die Deutschen verbreitete, dass sie ja ganz in Ordnung wären, wären sie nur etwas sauberer. Diesen Zustand haben wir fast wieder erreicht. Nicht nur auf Schultoiletten und in WG-Küchen.

Gehorsam – ich rede nicht von dem Kadavergehorsam, der uns durch zwei Weltkriege trieb – aber wenn die Staatsgewalt etwas fordert, muss ich auch nicht JEDESMAL und aus Prinzip durch alle Instanzen klagen … Und ein paar Gesetze einzuhalten kann doch so schwer nicht sein: Radfahrer könnten bei Dunkelheit doch sicher die Beleuchtung anmachen, oder den Radweg benutzen statt des Bürgersteigs. Autofahrer könnten, statt auf Blitzer mit „Abzocke“-Geschrei zu reagieren, vielleicht mal die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit einhalten, Fußgänger könnten auch mal links und rechts gucken, ehe sie Fahrbahnen betreten … Die Spielregeln mögen uns nicht immer passen, aber manchmal muss man hinnehmen, was einem nicht passt. Das nennt man Zusammenleben, Kompromisse machen, Zuverlässigkeit zeigen … Gehorsam gegenüber den gemeinsamen Spielregeln, die ein Zusammenleben erst ermöglichen, nicht einzelnen Personen gegenüber. Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. (Ja, in Zeiten von Sadomasochismus ist diese Regel mit Vorsicht zu genießen …)