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Gartenschau und Sommer in Maine

Photos ergänze ich später, aber erstmal ein kleine Bericht über die Internationale Gartenschau in Hamburg (einer der Vorzüge von Hannover ist es, dass man auch mal schnell irgendwoanders hinkommt, wenn man möchte).

Ich bin mit zwei Freunden gefahren, wir haben den sündhaft teuren Eintritt mit dem Niedersachsenticket für drei querfinanziert (wenn man für 5 Euro pro Fahrt pro Kopf unterwegs ist, ist das schon ziemlich günstig) und sind unfallfrei mit der S-Bahn in Wilhelmsburg angelandet. Und mit uns die Massen, die das wunderschöne Wetter auch für einen Besuch nutzen wollten.

Vorneweg gab es diverse Container mit Infos zu Pflanzen wie Baumwolle, Tee, Maulbeerbaum (und damit Seidengewinnung) und Bambus – und ich dachte immer, dass ich alles über Tee wüsste, aber ich zeige Euch mit Foto 1, dass das doch nicht der Fall war.

Tee wird nicht mehr fermentiert

Tee wird nicht mehr fermentiert

Anschließend gingen wir ausgiebig den Rosenboulevard ab. Was nicht nur daran lag, dass meine Begleitung die Rosen alle auf ihren Geruch testen wollte, auch ich fand die Vielzahl an Blütenarten, Farben und Düften unwiderstehlich.

Rosen galore

Rosen galore

Auch wenn ich zugeben muss, dass eine „blau-violette“ Rose ein wenig ungesund aussieht. Nein, davon existiert kein Foto!

Dort, zwischen den Rosen machten wir dann ein kleines Päuschen ehe wir uns dem „Rest des Geländes“ näherten. Staudenbeete, eine Brücke über eine Schnellstraße, die sich mir nicht angenehm in Erinnerung brachte und gegen Mittag dann eine Wiese mit Restaurant am Ende und Sitzgelegenheiten unter Bäumen. Schattenplätze waren rar, aber wir fanden noch welche und es gab eine ausgiebige Mittagspause.

Anschließend sahen wir uns die Teile der Ausstellung an, die mehr mit Installation zu tun hatten, die Multi-Kulti-Gärten, die Wasserwelten,

Installation aus blauen Steinen und blanken Blechbüchsen

Installation aus blauen Steinen und blanken Blechbüchsen

die Bewegungswelten. Religiös-inspirierte Welten, moderne Grabgestaltung (und ich weiß jetzt, was für eine Stele ich gern auf meinem Urnengrab hätte – endlich habe ich mein Grabmonument gefunden – sollte nach dem Pflegeheim noch Geld für sowas da sein).

Nach dem Rosenboulevard hat mich am meisten beeindruckt die Kleingarrten-Ausstellung, in der sieben verschiedene Kleingartentypen vorgestellt wurden.

Und der Hexengarten – in dem es Giftpflanzen noch und nöcher gab. Sollte sich die Anzahl der Leute, die mich gern haben können, durch unerklärliche Todesfälle verringern – nun ..

*NUR EIN SCHERZ*

Alles in allem war es ein schöner Ausflug, LSF 50 + und meinem Hut sei Dank auch ohne Sonnenbrand.

Natürlich hatte ich gestern dann keine Zeit zum Lesen. Im Zug unterhielt ich mich mit meiner Begleitung – auf der Rückfahrt wäre ich auch zu müde gewesen.

Ich habe aber das Buch gewechselt, die Vampire Vampire sein lassen – und mich dem Roman Sommer in Maine heute gewidmet.

Familiengeschichte(n) – ein Sommer in Maine, drei Generationen, eine Vierte im Werden. Die „Patriarchin“ eine Katholikin der schlimmsten Sorte, die Töchter Rebellinnen, der Sohn übernahm den Wertekanon – für Männer ist die Katholische Kirche ja eher vorteilhaft.

Die nächste Generation hat sich von der Vormacht der Religion abgewandt, die perfekte Schwiegertochter kämpft damit, dass ihr Sohn wegen Pornos auf dem Dienstrechner gefeuert wurde, ihre Tochter eine Lesbe ist.

Die eine Rebellin ist wie die Mutter alkoholkrank, nur das sie seit 20 Jahren trocken ist, deren Tochter hat einem Hallodri ein Kind anhängen wollen – und der hat sie aus seinem Leben geworfen, als sie auch nur mit ihm zusammen ziehen wollte – und nun ist sie schwanger.

Die andere Tochter hat sich nie was aus der Meinung der Familie gemacht – hat einen Sohn, der am Theater ist – und lebt ihr Leben ohne größere Dramen.

Noch weiß keiner von der Schwangerschaft, noch ist die lesbische Enkelin ein Geheimnis – und dass die Patriarchin (und Patriarchin ist das richtige Wort, da sich die alte Dame nicht mütterlich verhält) das Haus der Familie nach ihrem Tod entziehen will und es der Kirche hinterlässt, ist auch noch nicht öffentlich. Aber ich hab ja gerade erst die Hälfte geschafft.

Auf das Buch bin ich durch eine Kurzbesprechung in der Zeitung aufmerksam geworden – und es hielt, was ich von Sommerlektüre erwarte. Abgründe aller Orten, aber keine Gewaltorgien, Dramen, aber keine Massaker. Viele Fäden, die alle zum Haus ziehen, einem kleinen Sommerhaus am Strand von Maine.

Der Schwiegertochter bröckelt ihre heile Welt weg, die eine Rebellin, die erst lernen musste, zu rebellieren, muss einsehen, dass sie ihrer Mutter ähnlicher ist, als es ihr lieb ist – und die Enkelin wird die Mutterrolle mit 32 übernehmen, auch ohne strikt nach den Regeln der Kirche zu leben.

Am Ende ist nur die Schwiegertochter wirklich unglücklich, die Frauen der Familie haben, wenn auch nicht den Frieden mit der Familie, so doch mit sich selbst gemacht.

Happy End? Nicht wirklich, ein wenig melancholisch, ein wenig hoffnungsvoll –  eher unspektakulär.

Bewertung

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN) Eher KANN MANN. Kann man auch verleihen. Aber ein MUSS ist es sicher nicht. Immerhin – ich habe bis nachts um 3 Uhr daran gelesen.

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

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Strata

Geht es gut, wenn ein Fantasy-Parodist einen Science-Fiction-Roman schreibt?

Nun, immerhin konnte ich das dünne Bändchen schnell durchlesen, an die Technik-Ausdrücke hat man sich schnell gewöhnt, die Handlung ist auch schnell zusammengefasst:

Drei verschiedene Raumfahrer (einer mit vier Armen, eine 3 Meter hoch mit Fell und abschraubbaren Stoßzähnen, die dritte eine über 200 Jahre alte Frau) werden auf einen künstlichen Scheibenplaneten gelockt, wo sie auf eher mittelalterliche Einwohner treffen (hier macht sich der Fantasy-Schreiber bemerkbar) auf ihrer Suche nach den Erfindern dieses Scheibenplaneten. Es hat etwas vom Zauberer von Oz.

Lesen? Kann man es durchaus. Es fehlt aber noch viel zum eigentlichen Pratchett-Humor.

Meine Meinung:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

Ein Segen für die Liebe

Heute musste eine dünne Lektüre her, da ich bei den englischen Großen Erwartungen nicht genügend Zeit – oder zuviele Seiten hatte.

Also beendete ich Ein Segen für die Liebe. Ein Buch von 1951 über eine junge Engländerin, die im zweiten Weltkrieg einen adligen Franzosen heiratet, prompt schwanger wird, ein Kind bekommt und nach ca. 10 Jahren zu ihrem Mann nach Frankreich zieht. Dort tut sie sich am Anfang schwer mit dem französischen Stil in der „feinen“ Gesellschaft und als sie dann auch noch ihren Mann in flagranti mit einer verheirateten Frau erwischt, geht es mit Kind zurück zu ihrem Vater. Dazu braucht die Autorin ca. 3/5 des Romans. Erst dann macht sie aus dem Kind den Intriganten, der die Trennung der Eltern zu seinem Vorteil nutzt und sich von beiden und ihren Verehrern/innen ordentlich verwöhnen lässt.

Diesen für ihn so vorteilhaften Zustand erhält er auch mit Lug und Betrug und erst als der Junge kurz mit einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus muss, findet sich das Elternpaar wieder – und die Situation klärt sich.

Kurzweilig zu lesen? Nein, die Zeit in Paris wurde viel zu weit ausgedehnt. Keiner der drei Hauptcharaktere war sympathisch, weder der eingebildete Franzosenfatzke (sorry, nicht alle Franzosen sind so, aber dieser fiktive schon!), noch die etwas naive und alllzu opferbereite Engländerin – und schon gar nicht das intrigante, verwöhnte Blag. Moderne Frauen werden nicht mehr unbedingt nachvollziehen können, dass weitere außereheliche Abenteuer des Ehemannes von einer Frau hingenommen werden müssen, weil sie ja nichts weiter als eine „Freizeitbeschäftigung“ seien.

Eine bekannte Autorin, eine lustige Ausgangslage, im Ansatz zumindest manchmal unterhaltsame, wenn schon nicht liebenswerte Charaktere – aber verschenkt, verschenkt und verschenkt.

Wieso die Mutter sich so zu ihrem Ex noch hingezogen fühlt, ist mir absolut schleierhaft. Mit Selbstachtung hat das nichts mehr zu tun.

Meine Meinung:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Es beginnt so harmlos, in einem schwedischen Altersheim hat der Held des Buches keine Lust, sich feiern zu lassen, flüchtet also – und nimmt erstmal aus einer Laune heraus einem Gangster einen Koffer Schwarzgeld ab. Was sich danach in wahnsinnigem Tempo für eine mörderische, aber immer lustige, total skurrile und bei allen Leichen doch unterhaltsame und heitere Geschichte entwickelt, nur unterbrochen von zahlreichen Rückblenden, die die 100 Jahre bis zu diesem Geburtstag erhellen, ist eindeutig ein Fall für MUSS man gelesen haben.

Der angeschlagene Ton, in dem die Tötungen geschildert werden, ist pragmatisch, unterkühlt und gerade aus diesem scheinbar so leblosen Stil ziehen die skurrilen Geschehnisse ihren Glanz. Ein Parforceritt durch die Geschichte wie auch durch die schwedische Provinz.

Bewertungskategorien für die Buchrezensionen:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

Mr. Chartwell

Wie schon Nachtzug nach Lissabon, war auch dieses wieder eine Leihgabe einer Kollegin (die dritte folgt).

Mr. Chartwell ist ein Hund, der sich bei einer jungen Londonerin einmietet, die vor zwei Jahren ihren Mann verloren hat. Mr. Chartwell, ein großer, schwarzer Hund ist die Depression, nach Churchill, der seine immer „einen großen schwarzen Hund“ genannt haben soll. Dieser Hund ist eklig, unhöflich, besitzergreifend und dominant.

Während Churchill, der in diesem Buch, das ein halbes Jahr vor seinem Tod spielt, seine politische Karriere beendet, mit viel Kraft gegen den Hund aufbegehrt, ist die junge Londonerin nur allzu willig, sich von dem groben Tier schubsen zu lassen. Erst die berufliche Begegnung mit Churchill verändert sie.

Dieses Buch, sehr viel kürzer als der Nachtzug, war spannender – von einem melancholischen Humor geprägt – und wenn es auch nicht ganz in die MUSS-MAN-LESEN-Kategorie fällt, so ist es doch eher bei KANN-MAN-LESEN als bei KANN MAN AUCH NICHT LESEN 😉

Die oben verlinkte Guardian-Rezensentin hätte sich hier weniger sprachliche Eskapaden gewünscht – ich hoffe, sie liest nie Nachtzug nach Lissabon 😉

Bewertungskategorien für die Buchrezensionen:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

Nachtzug nach Lissabon

Gemeint ist nicht dieser hier.

Sondern das gleichnamige Buch, das dieses Jahr auch in die Kinos kam.

Ein Buch über einen Schweizer in Midlifecrisis, der diesem Gefühl, dass er das Leben verpasst hat, nachfährt, in dem er das Leben eines anderen „erfahren“ möchte. Nur um Ende, wie alle Midlife-Crisis-Opfer zu erfahren, dass der Mensch altert und sterblich ist.

Das Buch hat 495 Seiten, in der Ausgabe, in der ich es gelesen habe, und ich fasse es in 2 Sätzen zusammen. Unfair? Ja, wenn man auf schwurbelige, selbstverliebte Sprache steht, die fehlt in den zwei Sätzen. Nein, wenn man nur wissen will, was diesen Mann bewegt, sein Leben fallen zu lassen und sich vor jeder Verantwortung auch für sich selber davon zu stehlen – dazu gehört das schöne Doppelwort Midlife-Crisis. Vielleicht bin ich noch zu jung, um es zu verstehen, vielleicht habe ich meine Selbstmitleidtour schon hinter mir und kann dies nicht mehr verstehen. Die Erzählperson ist ein weinerlicher Altsprachen-Lehrer, der in schwärmerischer Weise einem portugiesischen Arzt und Autor hinterherjagt, der längst gestorben ist und eine Menge heißer Luft, ungefähr so wichtig wie der in diesem Buch allgegenwärtige Zigarettenrauch, hinterließ.

Das Buch langweilt über weite Strecken, als ich die ersten Filmkritiken dazu las, wusste ich, der Plot ist einfach zu dünn, es geht nicht nur mir so. Wer gerne philosophisches (habe gelesen, dass der Autor Philosoph ist, also ist es nicht nur PSEUDOphilosophisch) Geschwurbel liest, dem würde ich es empfehlen.

Bewertungskategorien für die Buchrezensionen:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

Namenloses Buch

Ab heute gibt es (hoffentlich täglich) Buchrezensionen.

Manche Bücher liegen bei mir schon jahrelang teilgelesen herum, aber ich so schaffe ich dann vermutlich doch mein Ziel von 1 Buch pro Tag und kann in meinem Urlaub trotzdem noch was anderes machen.

Heute das gestern beendete „Das Buch ohne Namen“ von „Anonymous“. Der erste Band aus einer Reihe, die ich nicht lesen werde. Das sagt schon alles über mein Ergebnis. Ich bekam es geschenkt und las es daher ganz, obwohl ich bereits nach 100 Seiten von Gewaltszenen und Fäkalsprache nicht besonders angetan war.

Kurzer Abriss: In Santa Modega (fiktive Stadt in Texas oder New Mexico) tritt ein Serienkiller auf. In einer klassischen Western-Style-Bar erschießt er sämtliche Gäste. Eine Lady überlebt auf wundersame Weise, der Barmann versteckt sie und sie erholt sich wieder vollständig.

Fünf Jahre später erwacht sie aus dem Koma, weiß -angeblich- nicht, wer sie ist und tut sich mit einem Kopfgeldjäger zusammen.

Bei dem ersten Massaker waren auch zwei Mönche in der Stadt, die danach eine Weile nicht erwähnt wurden.

Fünf Jahre später schickt der Abt des südpazifischen Klosters wieder zwei junge Mönche aus, die, wie die ersten, einen geheimnisvollen Stein wiederholen sollten. Wie die ersten Mönche treffen sie in Santa Modega auf eine völlig verwahrloste Stadt, passen sich an und verletzten Ordensregeln.

Das Gerücht geht um, der Serienkiller sei wieder in der Stadt. Kurz nach dem Aufwachen aus dem Koma werden die Schwester des Barmanns und ihr Mann, bei denen die Lady unterkam, auf grausamste Weise getötet. Die Leichen werden mit viel Liebe zum grausigen Detail beschrieben.

Es stellt sich heraus, dass Untote in der Stadt sind, die den Stein wegen einer Mondfinsternis in die Finger bekommen möchten. Der geheimnisvolle Dark Lord wird erwähnt, aber bis auf die letzten 50 Seiten werden keine weiteren Hinweise auf die Lösung gegeben. Stattdessen wird eine Gewaltorgie nach der anderen angezettelt, Köpfe abgerissen, Zungen herausgerissen, Blut Barrel-weise verspritzt … 

Einzig die letzten 50 Seiten bieten soetwas wie einen Plot, mit Motiven für die Handelnden, mit Fragen, die der Leser auch gelöst wissen will – und mit einem Twist, was die Person des Dark Lords angeht. Wenn die Massaker auf das Notwendigste zusammengestrichen wäre, die kulturellen Missverständnisse der Mönche nicht endlos ausgewalzt worden wären, nicht eine Figur nach der anderen ausgeweidet worden wäre – vielleicht hätte ich das Buch dann ganz amüsant gefunden. So fällt es in die Splatter-Kategorie.

Bewertungskategorien für die Buchrezensionen:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)