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Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (36) – Verbindungen

Hier kann ich ja nur mal lobend unseren Öffentlichen Personennahverkehr in Hannover erwähnen (GVH – Großraumverkehr Hannover).

Ich habe schon mal „angedeutet“, dass ich eigentlich ein Landei bin, dass ich in sehr ländlicher Umgebung meine ganze Jugend verbrachte und dass ich damit nicht wirklich glücklich war. Warum nicht? Weil ich immer darauf angewiesen war, dass ich von Ort zu Ort gefahren wurde. Der Bus zur Schule ging morgens um kurz vor 7. Ja, KURZ VOR 7 – da stehen Schüler in der Stadt gerade auf. Ich war in der Schule ca. 7:10 Uhr. Der Unterricht begann um 8, wie das in Deutschland immer noch mehrheitlich üblich ist – wir kannten noch keine nullten Stunden – aber wir kannten dafür Samstagsunterricht.

Zurück fuhr mein Bus um 14 Uhr. Die Schule endete nach der 6. Stunde um 13:10 Uhr. Dann saß ich 50 Minuten (zuerst mit anderen Schülern, ab 13:30 nur noch mit meiner Schwester) herum, machte Hausaufgaben oder las – bis es Zeit wurde, zur Bushaltestelle zu gehen.

DAS war mein Erleben von Öffentlichem Personennahverkehr. Dann besuchte ich mit meiner 10. Klasse München. Und erlebte mein erstes Highlight. U-Bahnen, die alle paar Minuten fuhren!

Jetzt wohne ich hier in Hannover. Wir haben hier ein Transportunternehmen, das für eine moderate Summe Geldes (momentan unter 60 Euro im Monat – Jobticket) mich in ganz Hannover herum fährt.

Sonntag Morgens muss ich maximal eine halbe Stunde auf den nächsten Bus warten – das ändert sich ab etwa mittags. Dann fahren sie alle Viertelstunde. AM SONNTAG. Da fuhr bei uns NADA! NICHT EIN BUS kam durchs Dorf – und so etwas wie ein Rufbussystem gab es auch nicht.

Die Hannoversche Üstra aus dem Stadtgebiet ist auch nicht allein hier im Verkehrsverbund GVH, auch die Regio-Bus gehört dazu. Und die fahren die kleinen Dörfer um Hannover auch am Wochenende an. Abends und am Wochenende als Rufbus. Man ruft eine bestimmte Telefonnummer an, sagt wo man einsteigen möchte und erfährt, wann man an der Haltestelle stehen sollte. Die Anrufe sind zu tätigen, bevor der Bus die Anfangshaltestelle verlässt, dieser Zeitpunkt steht fest. Das ist dann eine zwei Stunden-Lücke – aber immer noch besser als KEIN BUS.

So bin ich damals, als ich noch verbandelt war, zu meinem Freund aufs Land gefahren – und zurück nach Hannover. Ohne Auto!  Am Wochenende. Aufs Land. Und mein damaliger Freund, der am Ende ziemlich sehbehindert war und wirklich nicht mehr fahren konnte, ist so auch nach Hannover gekommen – oder nach Hause gefahren. Ohne Auto.

Hier in Hannover und der Region Hannover ist man also gut verbunden, wenn man irgendwohin will. Ich wohnte eine Zeit lang in einem Stadtteil am Rand von Hannover, von 1997 bis 1999, und dort hatte ich eine Bahnlinie, die ca. 5 Minuten zu Fuß entfernt war. Die fuhr im ähnlichen Takt wie der Bus jetzt vor meiner Haustür.

Unter der Woche, zwischen 6 und 20 Uhr, fährt mein Bus jetzt übrigens alle 10 Minuten, außerhalb der Zeit alle Viertelstunde. Bis ca. 23 Uhr … Und nachts – nachts gibt es eine Nachtbuslinie, die alle Stunde fährt. (Das ist nicht für alle Buslinien in Hannover der Fall, aber meine Linie wird zumindest bis zu meiner Haltestelle als Nachtbuslinie bedient, einmal in der Stunde.)

Und weil ich so stolz darauf bin, dass Hannover diese Verbindungen bereit stellt (sonst wäre hier die Luft noch schlechter …) hier noch der Plan:
GVH_Liniennetzplan_Bus

Noch ein paar Daten zur Üstra – öffentlichen Personennahverkehr gibt es in Hannover schon ziemlich lange. Seit 1872, um genau zu sein. Damals wurden die Pferdestärken noch mit Hafer erzielt 😉 Das war immerhin nur 7 Jahre nachdem in Berlin eine Pferdebahn eingerichtet worden war. Dafür, dass wir noch wesentlich kleiner und auch provinzieller damals waren, gar nicht so lang, der Zeitraum.

Elektrifiziert wurden einige Strecken bereits sehr früh, aber in der Innenstadt wollte man die Oberleitungen erst nicht haben. Doch noch vor der Jahrhundertwende war die Umstellung geschafft und auch in der Innenstadt wurde elektrisch gefahren.

Der GVH umfasst auch die Nahverkehrszüge der DB – S-Bahnen. Einen S-Bahnhof habe ich hier in ca. 7 Minuten Fußlaufweite. Damit komme ich zum Flughafen (eine weitere Verbindung Hannovers). Und zum Hauptbahnhof (eine sehr stark genutzte Verbindung Hannovers).

Ich bin hier echt gut verbunden. Danke GVH.

Und auch dies war wieder ein Beitrag aus Sunnys Blogparade Punkt-Punkt-Punkt.

 

 

 

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Offener Brief an die Üstra

Liebe Hannoversche Verkehrsbetriebe,

ich verstehe ja, dass auch Busfahrer nur Menschen sind. Aber eben weil sie Menschen sind, hoffe ich eigentlich auf ein wenig Mitmenschlichkeit.

Situation: 121er Bus, Haltestelle Bismarkbahnhof (also – Ecke Altenbekener Damm). Fahrer hält, weil niemand ein- oder aussteigen zu wollen scheint, für ca. 5 Sekunden, ohne die Türen zu öffnen, und gerade, als er losfahren will, kommt noch ein junger, schmächtiger Mann angeeilt. Es ist heiß, die Leute sind gereizter bei heißem Wetter.

Auf meine Bemerkung, dass da noch jemand zusteigen möchte, sagte der Fahrer: „Soll er das nächste Mal halt pünktlich kommen!“

Also, mal abgesehen davon, dass der Busfahrer eines 121er Busses sich DAS sparen kann – Pünktlichkeit ist auf dieser Linie wegen der vielen Baustellen nämlich wirklich keine Alltagserscheinung, dafür habe ich aber eben wegen der Baustellen Verständnis.

ABER der junge Mann hätte ja vielleicht deswegen nicht besonders frühzeitig an der Haltestelle sein können, weil er gerade mit dem Zug ankam – und nicht früher da sein KONNTE. Oder weil er mit dem 134er Bus ankam, dessen Haltestelle ja ein wenig entfernter liegt seit einigen Jahren.

Oder … und fairerweise muss ich sagen, das sah ich auch erst, als er mir dann entgegen kam, ich stieg nämlich die nächste Haltestelle aus und ging ein wenig zurück, weil ich da wohne – da kam er angehumpelt. Er hatte eine Gehbehinderung und knickte beim Gehen immer ein wenig ein. Er KANN nicht zum Bus rennen!

Ich würde mir schon ein wenig mehr Mitmenschlichkeit wünschen, auch wenn es heiß ist und die Leute wie die sprichwörtlichen Gesengten fahren. Man weiß doch nie, warum die Person eben doch eine halbe Minute zu spät an die Bushaltestelle kommt.

Der junge Mann hat das Ganze übrigens sportlich genommen. Trotz seiner Gehbehinderung. Er sagte, es sei halt heiß, da könnte jeder mal einen schlechten Tag haben. DAS ist Mitmenschlichkeit.

 

Heute in der Bahn – zum zweiten

Heute morgen bin ich früh „in’s Geschäft“, wie der Schwabe sagt. Und d.h. für mich, vor 9 … Viertel vor Neun stieg ich in die Bahn (eine 6, liebe Üstra). Der Einstieg wurde erschwert durch eine Radfahrerin mit Rad. Auf meine Bemerkung, dass sie etwas früh dran sei (Fahrradmitnahme erst ab 9 Uhr), kam nur die freche Antwort, dass sie mit dem Rad in der Bahn fahren müsse.

Ähm, nein, sie darf nicht mal, geschweige denn muss sie. Das Rad war nicht platt, die Dame war nur spät dran und wollte mit dem Fahrrad die letzten Meter von der Bahn zur Arbeit oder nach Hause … aber sie hätte eben früher mit dem Rad los müssen – oder bis nach 9 Uhr warten. Rad fahren wäre bei dem schönen Wetter eine gute Alternative gewesen …

Liebe Üstra, wenn Ihr Regeln raus gebt, kontrolliert Ihr sie auch? Die Bahn war gut gefüllt (wenn auch nicht brechend voll) und das Fahrrad störte eindeutig beim Ein- und Aussteigen.

Bitte, wenn Ihr Regeln aufstellt, kontrolliert doch bitte auch die Einhaltung. Ein guter Punkt um anzufangen, wäre die 6, die morgens um 8:46 Marienstraße abfährt *böse, ganz böse Fran*

 

Öffentlicher Personen-Beinah-Verkehr

Liebe Üstra.

Ich nutze dich werktäglich, gelegentlich auch mal am Wochenende. Ich fahre zur Arbeit mit dir – oder auch nicht, wie es heute beinahe passiert wäre.

Erst ließest du mich an meiner Bushaltestelle stehen, ein Bus kam gar nicht, der nächste war auch (leicht) verspätet …

Dann stieg ich um, wollte meine Bahn stadtauswärts zur Dienststelle nehmen. Und bekam zu lesen: Derzeit Busersatzverkehr. Für alle VIER Linien … Wenn es nicht geregnet hätte und so windig gewesen wäre, hätte ich mich zum Laufen motivieren können. Aber es war nass und kalt und ich stand ja schon an der Bushaltestelle eine Viertelstunde (wovon nur 10 Minuten auf dein Konto gehen, der Rest war einfach schlechtes Timing von mir).

Ich bin also wieder hoch (und das bedeutet an meiner Umsteigestation Treppen steigen, da nur EIN Aufzug vorhanden ist, und der ist auch noch ewig langsam). Frühsport war damit auch abgehakt (ich bin nicht sportlich).

Dann schaute ich mich mit allen anderen VPs (verhinderten Passagieren) um: Wo fuhr denn nun der Ersatzverkehr? Uhm … Haltestelle des Busses, aus dem ich gerade ausgestigen war? Uhm … nein! Stattdessen fuhr der Bus von der kreuzenden Straße ab – also einmal über die Straße, um dem Bus hinterher zu winken! Der Fahrer sollte sich ja nicht vernachlässigt fühlen.

Das war der Punkt, an dem ich mir dachte, ich geh besser wieder nach Hause. Bin ich dann aber nicht, sondern habe mir einen Kakao geholt, den beim Bäcker getrunken, dann bin ich, weil ich keinen weiteren Bus mehr sah, wieder runter – und siehe da, die Bahnen fuhren wieder. Irgendwann … mit etwas Geduld kam ich dann doch noch zur Arbeit.

Du, liebe Üstra, schuldest mir jetzt die € 2 für den Kakao (fürs Wiederaufwärmen, weil ich zweimal in Regen und Kälte stand) und 45 Minuten Lebenszeit.

Da es sich hier nicht um einen Streik, nicht um eine Wetterkatastrophe und nicht um einen Unfall handelte, sondern um einen technischen Fehler einer bereits NACHTS ausgefallenen Bahn, s. HAZ-Artikel dazu (auf deiner Seite war die Ursache ja nicht zu finden) wüsste ich jetzt gerne, wohin ich mich mit meiner Rechnung wenden muss.

Mit freundlichen Grüßen

FranHunne