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Hände

 

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Punkt, Punkt, Punkt“ von Sunny. Also, die Reihe ist von Sunny.

Meine eigenen Worte (ja, ich wollte selber ein Gedicht schreiben, es sollte ebenso wie dieser Song, den ich erst danach fand, die Dichotomie von Händen betonen, aber dieser Song ist schöner! Daher also ein Video … )

Dass dieser Song ein Toleranz-Song ist, merkt man natürlich (jeder Vers wird von einer anderen Stimme gesungen, ein Chor singt den Refrain – klassische Charity-Form spätestens seit We are the world);

[Hier ging es um Florida und die Rechte von Schwulen und Lesben und Bisexuellen und Transgender-Leuten. Ich fand ihn, weil ich bei youtube nach „hands“ gesucht habe.]

Dann gibt es da noch eine Anzeige auf youtube, wenn man nur nach Händen sucht:

und noch ein Video in dieser Art:

Und noch einmal – dieses Mal viele, viele Beteiligte, die eine ganze Stadt zum Leben bringen:

Und jetzt wollt Ihr Eure eigenen Geschichten mit den Händen erzählen?

Aber jeder spricht mit seinen Händen, nur normalerweise nicht ganz so eloquent, seht hier Dana, von Wanted Adventure, die sich als Amerikanerin durch München und die Ehe mit einem Deutschen „quält“ – es scheint nicht wirklich qualvoll … Aber es gibt da gewisse Unterschiede, die den Alltag, sagen wir, „interessant“ gestalten … Hier seht Ihr ein handliches Beispiel:

So, nun genug Videos.

Winke, Winke

 

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Bunt

Der Abend heute stand für mich unter dem Motto „Bunt statt braun“:

Es drohte sich hier ein Trüppchen breit zu machen, mit dem ich meine kleine Provinzstadt nicht in Verbindung gebracht sehen möchte. Wir sind Hannover, wir sind NICHT Hagida – Hass gegen Islam deutscher Ausprägung – oder so ähnlich.

Ich sprang also um 17 Uhr in eine Bahn vor meiner Behörde, fuhr in die Innenstadt, wunderte mich über die vielen jungen und auch älteren Menschen, die um die Zeit unterwegs waren – und die fast alle mit mir am Kröpcke (unserem zentralen Bahnhalt) ausstiegen. Als ich dann auf die Hauptroute zum Versammlungsort einschwenkte, sah ich, dass sie NICHT zum Versammlungsort von Hagida wollten – sondern wie ich, die Hannoversche Marktkirche anstrebten. Kirchen waren schon 1989 der Zuflucht derjenigen, die sich nicht als schweigende Mehrheit vereinnahmen lassen wollten. Die Hannoversche Marktkirche konnte ich nicht betreten, ein großes Plakat wurde hochgehalten: Kirche überfüllt. Immerhin hatte ich es bis zum Eingangsportal geschafft. Vom multireligiösen Gebet bekam ich nichts mit, aber ich sah die Hannoveraner um mich:

Alte (sicher schon bis 80) und Junge (wenige Wochen alt), Frauen und Männer, Studenten, Gewerkschafter (davon viele, die hatten das organisiert), Rentner und Beamte, Atheisten, Christen, Juden und Muslime (rein alphabetische Reihenfolge, keine Wertung), Deutsche und Ausländer, die kaum deutsch sprachen, verschiedenste Hautfarben, Singles wie ich, die allein dorthin kamen, Paare, verheiratet oder auch nicht, Familien (in den verschiedensten Formen), Witwer und Witwen, Freunde. Geistliche, Weltliche, Laute und Schweigende, Plakatträger und die, die einfach nur ihre Fäuste in den Taschen geballt hatten.

Es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis sich die Massen zum Versammlungsplatz in Bewegung setzten. Dort bekam ich nur noch die letzten Redner mit – aber das machte nichts. Das Zeichen war gesetzt.

Wir haben sie im Verhältnis von (nicht mal) 1 zu 85 übertroffen:

Hagida<200, Gegendemonstranten ungefähr 17.000. Zur gleichen Zeit gingen im wesentlich größeren München 20.000 auf die Straße mit dem gleichen Ziel:

Toleranz und Integration, nicht Ausgrenzung und Monokultur. Auch in Leipzig wurden die ca. 1000 von Demagogen verhetzten und die Rechtsextremen bei weitem durch die Gegendemonstranten (30000) übertroffen. Nur Dresden … was soll ich sagen? Mehr als sonst, sagen die beim Heute-Journal. Dresden, du lernst es nimmer. Bleibst ein Außer-Raum-Dresden …