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Ende mit Schrecken

Heute Morgen musste ich mit meinem Kater zum Tierarzt. Ich sah, dass er immer weniger fraß und immer mehr verfiel. Außerdem roch er ein wenig nach Urin. Also biss ich in den sauren Apfel, fing meinen 11 Jahre alten Kater ein und fuhr mit dem Taxi zur Tierklinik. Dort nahm man ihm Blut ab.

Nachmittags dann der Anruf der Ärztin:

„Ganz schlechte Nierenwerte!

Wir haben eine Behandlungsmöglichkeit: Dialyse – für drei Tage an die Infusion. ABER: Das hält nicht ewig. Es kann sein, dass nach zwei Wochen die Werte wieder schlecht sind.“

Und als ich sie dann fragte, was sie mit einem eigenen Tier machen würde, einigten wir uns darauf, dass mein Kater heute oder Morgen eingeschläfert werden muss.

Ich saß zu dem Zeitpunkt auf der Arbeit, beendete mein Computerprogramm – und loggte mich aus. Dann jagte ich meinen Kater erneut ins Körbchen, zum letzten Mal, fuhr zum Tierarzt und ließ meinen Kater töten.

Ich bin kein Freund von Regenbogenbrücken-Euphemismen. Ich bin auch kein Totenkult-Anhänger. Also hab ich, was vom Kater übrig blieb, beim Tierarzt gelassen. Und bin mit dem leeren Körbchen mal wieder nach Hause gefahren. Das war jetzt das zweite Mal, dass ich mit leerem Körbchen von dieser Klinik nach Hause fuhr.

 

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Böser Dosenöffner

Ich rede nicht von meinem Haushaltsgerät. Sondern von mir. Ich habe eine existentielle Krise. Für meine Katzen bin ich ein Dosenöffner. Und dennoch habe ich gestern Abend um 10 das Futter weggeräumt. Meine Kleine hatte Hunger, sie frisst normalerweise nochmal vor dem Schlafengehen und einmal mitten in der Nacht – und das hatte ich nun unmöglich gemacht. Sie war ganz verzweifelt, schmuste um mich rum, sehr hungrig, sehr schnurrig.

Aber es wurde noch schlimmer. Sie saßen auf dem Fensterbrett im Schlafzimmer heute kurz nach 8 Uhr morgens. Und ich machte die Schlafzimmertür zu! Dann ging ich mich waschen. Kam zurück, mit dem gefürchteten Transportbox und forderte meine Katze auf, sich in ihr Schicksal zu ergeben. Mein herzkranker Kater litt natürlich auch bei dem Stress. Die Kleine verzierte das Schlafzimmer mit Stinkbomben. Ich folgte ihr überall hin mit dem Transportkorb. Bis sie irgendwann aufgab und in den Korb hineinschlich.

Böser Dosenöffner. Dann ließ ich sie noch warten, weil ich erst die Stinkbomben beseitigt habe, das Bett von hochkant wieder in die richtige Position bewegt habe und mir ein besseres Oberteil anzog – vorsichtshalber habe ich nicht meinen Pulli angezogen, als ich die Stinker-Katze jagte …

Und dann, richtig böser Dosenöffner, fütterte ich noch den Kater! GANZ böser Dosenöffner.

Ich rief ein Taxi, ließ mich mit meiner kleinen Maus zur Tierklinik fahren und gab sie dort ab mit der Einwilligungserklärung. Sie bekam ja heute alle Zähnchen gezogen.

Immerhin, ich ließ sie gleich noch röntgen und ihr Blut abnehmen (wenn sie schon in Narkose war, wie sie das auch bei Raubkatzen und Menschenaffen im Zoo tun, wenn diese narkotisiert werden) und so hat sie gleich ’nen ganzen Checkup hinter sich.

Als ich sie dann abgegeben habe, hatte ich ein wirklich, wirklich schlechtes Gewissen. Doch was hilft es? Es ist medizinisch notwendig, also muss sie da durch!

Heute Abend darf ich dann sie nicht füttern, aber mein Kater braucht sein Futter, der ist sehr leicht für seine Größe (6 kg, aber er hat irgendwo eine große Katzenrasse im Genpool und darf auch gern 6,5 kg haben – er kommt mir vor wie Haut und Knochen).

Das wird lange dauern, bis meine Katze mir wieder vertraut. Zumal es sein kann, dass ich die nächsten Tage meine Katze einmal am Tag in die Klinik bringen muss, damit sie ein Schmerzmittel bekommt. Für 24 Stunden hat sie eines. Wenn sie morgen Abend (früh wirkt ja noch das Schmerzmittel) nicht frisst (und das können die auch ohne Zähne!), sind wir wieder unterwegs.

BÖSER DOSENÖFFNER!