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Studenten kotzen auf einem höheren Level

Nachdem ja schon im letzten Beitrag erwähnt wurde, dass eine Jungmänner-WG hier ihren Einstand mit Aus-dem-ersten-Stock-Kotzen feierte (muss sich um Erst-Semester gehandelt haben), hat die so liebevoll, wenn auch grammatikalisch inakkurat angekündigte Examensfeier bewiesen, dass man stets nach Höherem strebt.

Gestern Abend gegen kurz nach 9 trafen unüberhörbar die Gäste ein. Heute Morgen um 3 herum wurde im Hausflur weiter gefeiert. Naja, zumindest stand für längere, alkoholgeschwängerte Abschiede die Wohnungstür nebenan wiederholt offen – so dass ich den Musikgeschmack bewundern konnte – und mein Schlafzimmer hat nicht mal eine Tür zum Wohnungsflur hin … Nach dem Einsetzen von Ohrstöpseln ging das dann wieder. Sogar die Bässe ließen sich so auf ein Level drücken, das an Schlaf wieder zu denken war.

Heute Morgen, um 10 Uhr klingelte dann die Nachbarin aus dem Erdgeschoss bei mir. Ob ich wüsste, wer da gestern gefeiert habe (sie hatte den Zettel in der Hand, wusste aber nicht zuzuordnen). Man hätte vom Balkon auf ihren herunter „gebrochen“ (ältere Damen-Niedlichkeit) und auch ihre dort hängende Wäsche verunreinigt. Ich zeigte auf die Nachbarür und meinte, dort würde sie die Verantwortlichen finden. „Na, da kann ich ja jetzt wohl noch nicht klingeln.“

Und da saß ein kleiner Teufel auf meiner Schulter. „Doch, gerade jetzt!“ Und sie tat es. Wer feiern kann, kann auch die Schäden beseitigen!

Ich bin gespannt, wie die jungen Damen, die über mir eingezogen sind, dies noch TOPPEN wollen. Aus dem dritten Stock strullen?

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im Briefkasten

Ich habe gestern aus meinen vielen Werbepost-Sendungen eine Nachricht von der StudentenWG neben mir herausgezogen:

„Liebe Nachbarn,

am Samstag, …., könnte es im 2. Obergeschoss rechts etwas lauter werden, anlässlich eines abgeschlossenen Examens und dem Auszug unserer Mitbewohnerin zum 1. April.

…“

Also, erstmal – Grammarnazi-Alarm – wenn ich anlässlich verwende, folgt immer der Genitiv – auch wenn ich zwei Anlässe habe. Der Wechsel zum Dativ hat so ein wenig Fußnägel-Dauerwellen-Effekt.

Aber viel schlimmer finde ich, dass man hier einen Auszug als Anlass für eine Feier nimmt, muss ja eine „nette“ Mitbewohnerin gewesen sein. Oder sollte ich lieber Taschentücher bereit halten, weil so laut geweint werden wird???

Und wenn ich der Einladung „Sie können uns auch gerne Gesellschaft leisten“ folgen sollte – ist dann ein Cocktailkleid – oder Trauerkleidung angemessen? Mein kleines Schwarzes ist leider noch im Laden. Das würde ja zu beidem passen.

Vielleicht sollte ich aber auch nur eine Kiste mit Whiskey, Champagner und anderem Alkoholischen hinstellen – in der Hoffnung, dass man bald müde wird? Schließlich wohne ich nebenan. Aber hinterher hat das noch den Effekt, den ich vor wenigen Wochen am Briefkasten beobachtet habe – da war unter meinen Füßen der Boden „crunchy“ – weil jemand vom ersten Stock, Treppenabsatz, aus runtergekotzt hat. Das brauche ich nicht nochmal.

Der Examinierten jedenfalls alles Gute! Ich werde auch diese Feier als UN – Unbeteiligte Nachbarin überleben. Hoffe ich.