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Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (18) – Treppen

Treppen gibt es in Hannover reichlich. Solche, die im Park verschiedene Plateaus miteinander verbinden.

In den vielen vierstöckigen Häusern (auch in dem, in dem ich lebe).

Solche, die aus U-Bahnstationen heraus – oder hinein – führen. Und – ROLLTREPPEN – die meist IN den Stationen.

Von einer solchen erzähle ich Euch jetzt eine kleine Familiengeschichte:

Vor vielen Jahren (es muss 1998 gewesen sein, mein Opa war gerade verstorben), lud ich meine Nichten zu einem Zoobesuch ein. Bis dahin waren sie nur in Ostwestfalen-Lippe herum gereist, sie waren also nicht wirklich welt-erfahren. Sie waren ja auch gerade mal 11 und 8.

Bereits die Anreise mit der Bahn war daher ein spannendes Erlebnis für die beiden. Was fanden sie besonders faszinierend? Dass in dem Bummelzug, der uns nach Hannover brachte, Klos eingebaut waren, die direkt auf die Gleise öffneten, wenn man abzog .. Ich musste sie mit sanftem Druck von der Toilette entfernen, damit noch Wasser im Tank war für die anderen Fahrgäste …

Dann gingen wir hinüber in die Stadtmitte, wo wir die größte U-Bahnstation der Stadt für unsere Fahrt zum Zoo aufsuchten. Sie fuhren die lange Rolltreppe mit GROSSEN Augen herunter – und unten angekommen, wollten sie das Ganze nochmal wiederholen. Da mir egal war, ob wir die nächste, oder die übernächste Bahn nahmen, ließ ich die zwei gewähren – schließlich sollten sie Freude haben. Ihre Eltern hatten gerade angekündigt, sich scheiden lassen zu wollen, da war mir daran gelegen, dass sie einen  Tag hatten, an dem sie die ganze Misere zu Hause vergaßen, nicht daran, dass sie möglichst viel vom Zoo sahen.

So fuhren sie also dreimal die Rolltreppe rauf und wieder herunter und ich stand unten und lächelte mit der ganzen Weisheit meiner (damals) 29 Jahre vor mich hin. Sie hatten halt noch nie eine so lange Rolltreppe erlebt.

Wikipedia findet sie immerhin erwähnenswert:

„Die U-Bahn-Station Kröpcke ist die wichtigste Kreuzungsstation der Stadtbahn Hannover. Hier kreuzen sich alle drei Tunnelstrecken. An sechs Bahnsteigen fahren die Linien 1 bis 9, 11, 16, 18 und N10. In der Station befinden sich die vier längsten Rolltreppen in Hannover. Mit einer Länge von je etwa 33 m führen sie von der Verteilerebene (-1) zu den beiden Bahnsteigen der C-Strecke (-4).“

Und ja, wir nahmen eine Bahn, die auf der C-Strecke verlief. Natürlich. Meine zwei Nichten ließen sich nach der dritten Fahrt auf der Rolltreppe dann langsam dazu bringen, zum Zoo zu fahren.

Als ich sie dann am Abend nach dem Schönsten vom Tag fragte, kam nicht irgend eine der Tiershows, oder das Essen, das Eis, die Bootsfahrt, der Kamelritt, dass sie selber die Karte navigieren durften – nein, das Schönste am ganzen Tag war … genau – die lange Rolltreppe – und die Zugtoilette.

Hätte ich DAS gewusst, hätte ich viel Geld sparen können *lach*

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Verkehr (Nee, nicht was IHR schon wieder denkt)

Hier in Hannover kann ich auf ein recht zuverlässiges und vor allem gut ausgeb

autes Nahverkehrsnetz  zugreifen. Bus „vor der Haustür“, S-Bahn eine Straße weiter, U-Bahn 15 Minuten zu Fuß – oder 4 Busstationen … Bus fährt zur Hauptzeit alle zehn Minuten. Nicht Stunden, so wie auf dem Land, wo ich „wechkomm“ …

Fahrradfahrer hat es trotzdem. Gestern wieder … also, es hat hier täglich welche, aber gestern war wieder einer, während ich zum Bus ging, der nicht nur in der falschen Richtung fuhr, sondern sogar ein KEIN RADVERKEHR IN DIESE RICHTUNG-Zeichen überfuhr. Kaltblütig. Vor ein paar Tagen erst war dies eine junge Mutter, mit Kind auf dem Kindersitz. Ist es wirklich so schwer, sich die paar Schilder für Fahrradfahrer zu merken?

Hier mal eine kleine Hilfe. Ganz offensichtlich haben nicht alle Radfahrer einen Führerschein für Autos …

Autos dagegen nerven fast gar nicht. Es sei denn, sie parken. Leider vergass ich, dass man heute alles fotografiert, ehe man mit den Leuten redet, sonst hätte ich jetzt ein wunderschönes Parkplatzfoto vom Einkaufscenter gegenüber gepostet: Riesenkarre quetscht sich auf einen Motorradparkplatz – mit den Hinterrädern über den Randstein in die Grünanlage … Nicht, dass genau gegenüber ein passender Parkplatz frei gewesen wäre … Das war eindeutig ein „Challenge accepted“-Szenario. Und der ältere Herr war auch absolut beratungsresistent.

Das kann einem im öffentlichen Nahverkehr natürlich nicht passieren. Dafür muss man acht geben, dass man nicht zu Zeiten fährt, wenn die Vermehrungs-Mafia in Kohorten unterwegs ist. Oder der Verein der Rollatorenbenutzer zum Sit-In aufgerufen hat. Zu den beiden Zeiten sind nämlich nicht nur sämtliche vorhandenen Stellplätze entsprechend blockiert (dafür sind sie da) – sondern es werden auch, ungeachtet der Kapazität des Busses, noch weitere Buggys, Rollatoren, Kinderwagen etc. in den Bus hineingepresst.

Mütter mit Kinderwagen haben ja immer Recht. Egal, ob sie sich auf einem engen Bürgersteig in Dreierreihe so hinstellen, dass man als Kreuzungsüberquerer nicht mehr über die Kreuzung kommt, ob sie den Wagen in der Bahn abstellen – und dann das Kind herausholen und sich mit dem Kind auf zwei bis vier Sitzplätzen ausbreiten, ob sie auf dem Fahrradweg langmarschieren (Grund: am ENDE des Häuserblocks sind die Bürgersteige dort abgesenkt, deswegen muss ich die ganze Zeit auf dem Radweg laufen) …

Und dann gibt es doch tatsächlich einen Satiriker/Comedian, der sich darüber auslässt, dass dicke Frauen die Rolltreppen blockieren (irgendwann in einem Programm gelesen, ich bin nicht hingegangen) – tun sie nicht. Ich fahre oft Rolltreppe – aber ich stehe immer hinter Leuten mit Kindern, schlanken Damen und Herren, die nebeneinander auf einer Stufe stehen, jungen, dynamischen Ladies, die ihre Shopping-Tüten von Charme-Arni (oder ähnlich) seitlich tragen, so dass die schlanken Dinger plötzlich die dreifache Breite haben (ich weiß nicht, wie man eine Tüte dazu bringt, quer zur Laufrichtung zu stehen) …

Wenn ich dagegen nach vorn frei habe, benutze ich sowohl die Roll- als auch die Treppenfunktion … Dicke Leute sind das KLEINSTE Problem auf Rolltreppen.

Autos hingegen – wenn sie nicht parken – stören eigentlich nur, wenn sie nicht wissen, dass man auf Kreuzungen und Ampelanlagen nur fährt, wenn man absehbar vor der nächsten Rotphase wieder weg ist … Also eben nicht bei Dunkelgelb noch in eine blockierte Kreuzung einfahren.