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Chefkoch.de

Ich muss hier mal Werbung machen. Für meine Lieblings-Rezeptseite. Also, die Trennung zwischen Lieblings und Rezeptseite ist gewollt, auch wenn man auf Chefkoch auch manche Lieblingsrezepte findet.

Nicht nur kann ich dort Rezepte suchen lassen für Zutaten, die ich im Hause habe … suche ich ein bestimmtes Rezept, ist Chefkoch ein wunderbarer Platz um es zu finden.

Heute suchte ich Mayonnaise. Und habe ein Rezept gefunden, das mir völlig die Angst davor nahm, dass ich Mayonnaise gerinnen lassen könnte.

Voraussetzung: Ein Pürierstab – und ein Mixbecher …

Dann braucht man noch 1/4 l neutrales Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl), 1 Ei, 1 EL Essig, ev. 1 TL Senf (ich habe drauf verzichtet, ging auch), Pfeffer und Salz.

Alles in dieser Reihenfolge in den Mixbecher geben, den Stab noch nicht einschalten, auf den Boden des Mixbechers stellen, DANN einschalten, man sieht in Sekunden, wie aus Öl und Ei und ein bißchen Essig cremige Mayonnaise wird. Langsam hochziehen.

Ich mixe dann noch zwei EL Joghurt drunter, das macht es etwas geschmeidiger.

Ich habe heute beschlossen, ich kaufe keine Mayo mehr.

Früher, als man noch keinen Pürierstab hatte, soll es aufwändiger gewesen sein, aber wir leben im Jahr 2016, Pürierstäbe sind heute in wirklich FAST JEDEM Haushalt zu finden. Und wenn nicht, eine Anschaffung lohnt sich.

Und ich bin nicht die Einzige, die begeistert von diesem Rezept war.

Ich hatte halt von gestern drei Pellkartoffeln übrig und noch eine Scheibe Putenkassler im Kühlschrank und Cornichons im Vorrat. Nur keine Mayo da. Da ich derzeit krank geschrieben bin, wollte ich jetzt nicht nochmal los – also gab es heute selbstgemachte Mayo. Mit dem Salzen und Pfeffern muss jeder selbst wissen, ich war sehr schwäbisch vorsichtig mit dem Salz … aber Nachsalzen geht immer.

Sollte man allerdings zu viel Salz verwendet haben – da gibt es ja noch die Möglichkeit, noch einen Esslöffel Joghurt dazu zu geben.

Es hat lange gedauert, aber jetzt bin ich bekehrt. Eier, Öl und Essig sowie Salz und Pfeffer habe ich eigentlich immer im Hause. An Mayo wird es nicht wieder scheitern …

Gegen-An-Kochen

Dies ist eine Warnung! Wer ein Stück Garten hat, sollte sich GUT überlegen, so etwas zu pflanzen, wer so etwas gepflanzt hat, hat entweder eine riesige Familie zu versorgen, viele dankbare Kollegen ohne Garten als Abnehmer – oder ist ein Masochist.

Die Rede ist von der gemeinen Zucchini.

Die Zucchinipflanze produziert in kürzester Zeit enorme Massen an Früchte, in feuchten Jahren wie diesem sogar RIESIGE Früchte.

Ich gehöre zu den dankbaren Kollegen eines Mannes, der in seinem Garten so ein Monster hat. Er hat eine große Familie, die aber inzwischen ausgeflogen ist. Nun müssen die Kollegen her halten. Und ich sag halt (erwähnte ich schon meine Schwabengene) nicht nein, wenn man mir etwas schenken will, dass grundsätzlich erstmal nützlich und schmackhaft ist.

Nun, als ich diesen Montag von besagtem Kollegen dann eine 1,4 kg Frucht geliefert bekam, war ich doch erstmal perplex. Die letzte war schon über 900 g, aber da hatte ich die Kochgruppe bei mir und wir machten ein Zucchini-Gratin.

Es blieb noch etwas übrig vom Gratin, weil wir vorher eine (ukrainisch – also das Rezept) Pilzsuppe hatten und dann Hackfleichnester. Aber immerhin wurde ich einen Großteil der Zucchini dabei los, weil ich auch noch die Menge verdoppelt hatte.

Doch was sollte ich nun mit diesem Oschi machen?

Ich bin ja gerne bei Chefkoch.de unterwegs – und guckte spaßeshalber mal nach:

Über 1000 Rezepte, ich MUSSTE also nicht 3 Wochen gefüllte Zucchini essen. Ich fand u.a. Zucchini-Schafskäse-Muffins – die mir meine Kollegen gern abgenommen haben am Dienstag, ja, auch der Zucchini-geschädigte Verursacher meiner Not. Eine Kollegin wollte sogar das Rezept, glücklich, endlich mal keinen süßen, Zucker-haltigen Muffin angeboten zu bekommen.

Mein Urteil: Kann man noch verbessern, z.B. könnte man in den Teig ein Glas Dill in Öl geben. Oder man könnte Schinkenwürfel, angebraten, hinein geben. Oder auch Röstzwiebeln, wenn man vegetarisch bleiben möchte. Und mit dem Pfeffer sollte man vorsichtiger umgehen als ich *hust*. Dafür könnte noch ein Hauch Muskat oder Muskatblüte ran.

Und gestern nun musste ich den Rest verarbeiten:

Und da ich nur ca. 300 g Zucchini in den Muffins losgeworden bin verbraucht hatte, musste ich noch etwas über ein Kilo Zucchini verarbeiten. Soviele Puffer kann ich allein nicht essen, also entschloss ich mich zu einem einfachen Rezept, dessen Ergebnis sich auch prima einfrieren lässt: Suppe.

Zucchini-Cremesuppe

Hier wird man gleich 1 kg los, mit ein wenig Kernauskratzen kam ich dahin. Und da ich noch einen Bund Frühlingszwiebeln im Kühlschrank hatte, kamen auch noch zwei kleine Frühlingszwiebeln hinein. (Schwabengene. „Waste not, need not!“ Ihr wisst ja, was ist ein Schwabe? Ein wegen Geizes des Landes verwiesener Schotte.)

Während die Zucchini weich kochte, hatte ich meine geputzten und klein geschnittenen Erdbeeren mit Streuseln bedeckt (ich konnte nicht widerstehen im Supermarkt, sie waren noch aus Deutschland, sogar aus der Region) und im vorgeheizten Ofen wurde also noch ein Nachtisch braun … Nachtisch ist wichtig – macht mich glücklich! Das davor macht mich satt.

Urteil: Die Suppe hätte noch mehr Würze vertragen (Salz war es nicht, aber Pfeffer, Muskat oder auch gehackte Petersilie hätte ich doch noch hinzufügen sollen). Aber essbar war sie auf jeden Fall.3 einhalb bis 4 Kokosnüsse (um mal wieder die Bewertung aus den Anfangstagen dieses Blogs hervor zu kramen).

Und der Strawberry-Crumble? Die Streusel waren zu weich, vielleicht zu viel Butter dran (Rezept: 4 EL Mehl, 4 EL Butter, 4 EL Zucker) – jedenfalls verschmolz der Teig mehr als dass er schöne, leicht knusprige Streusel ergab. Daher eindeutig nur 3 Kokosnüsse.

Aber satt  war ich gestern Abend, die Hälfte des Crumbles ass ich heute Morgen noch (ha noi, und dabei spreche ich nicht ein Wort Schwäbisch), drei Viertel der Suppe habe ich weggepackt – zwei davon heute Morgen eingefroren.

Der Kollege sprach davon, dass er seine Pflanze rausreißen wollte – also, ein, zwei, drei oder auch vier Rezepte hätte ich da noch auszuprobieren. Herzhafter Zucchini-Kuchen. Eine Art Pie … allerdings unbedeckt. Und einen Schokoladen-Zucchini-Kuchen. Und süße Muffins mit Zucchini. Und dann war da noch die Fenchel-Zucchini-Rohkost.

Und nein, nächstes Jahr ist es keine Alternative, da weilt der Kollege nicht mehr unter uns … Sein Arbeitsende ist erreicht.

Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und Geld für Zucchini ausgeben 😉 Es wird mich nicht ruinieren. Allerdings hat es mir gut gefallen, zum Kochen und Backen „ermuntert“ zu werden. Ansonsten ist es mir abends normalerweise zu spät. Aber heute wartet noch bereits Montag aufgetauter Spinat auf mich – und ein Rest Schafskäse – und eine ziemlich hohle Paprikaschote. Und die restlichen Frühlingszwiebeln. Ein paar Gnocchi wären auch noch da. Oder ein Rest Grana Padano … Was könnte ich nur damit anstellen? 😉

 

 

Shopping around the world

To join Bacon and Easy on their Shopping around the world:

For me it is rather cooking around the world, as most things I have at home, but the fresh produce, of course.

Buy an Orange Hokkaido squash,a small packet of H-cream (I like to have some in my cupboard so I buy it homogenized), take from your storage an onion or two (depends on size), and a litre, two pints or a quarter of a gallon of broth (I use broth that has been dried and is sold as powder, like stock cubes, just powderized)

Kürbissuppe 3

– you need about 28 gramm (four teaspoon) for a liter – and 140 gramm cost €0,59 – so that is about 12 Eurocent.  One hokkaido costs about 1,50 per kilogramm – which is about the amount you need here. And the cream is about 0,49 per 200 ml package. You use any amount you like. My recipe says 3 packages, I say one is enough. An onion is not expensive, either, a kilo is about  0,49 – and you need about 100 gr … You need some neutral oil, too, about two tablespoons should be enough – a bottle of rape seed oil (1 litre) is 0,99 – you need the equivalent of about 4 cent here.

So you open the Hokkaido,

Kürbissuppe 1

Hokkaido

get the seeds out, cut the Hokkaido into cubes. Peel the onion(s), cut them into cubes, too.

Heat oil into a big saucepan, 2 to 3 litres (size of pot, not the amount of oil) should fit into that. Fry onions till they turn glassy (about 15 minutes), add hokkaido and broth. Cook for 20 minutes. Let cool a little, mash it up into a mixer (one portion at a time), get it back into the pan, add salt (if you think it is still necessary, if you take broth from that powder don’t), add pepper and if you are like me, add curry. Stir well, add cream, heat but don’t let it boil anymore.

Serve with a few sliced leaves of Basil (just if you happen to have some).

Kürbissuppe 18

That is 2,20 Euro for 4 portions. Not counted pepper and curry (you need so little that I doubt that would make much of a difference) or electricity (for the mixer/cooking) or gas (for the cooking).

The more spicy you choose your curry, the more warming the soup. If you want to take some dried pumpkin seeds (peeled, but you knew that) and roast them dry in a pan, till you just can smell some aroma – don’t wait till they take colour. That adds some extra crunch. Or just fry a few bacon cubes … But then you leave the vegetarian territory.

I changed the name of the pumpkin, as in Germany it is known as Hokkaido Kürbis – in America it is known as Red Kuri squash or Orange Hokkaido squash and in the UK the name is Onion squash.

By the same recipe you can make a carrot soup – just exchange the kilo of squash against a kilo of carrots.

In der Weihnachtsbäckerei (Deutsche Landmarken)

Schon Anfang November aus Zeitgründen (ich habe für Ende des Monats einen Wochenend-Russischkurs gebucht) fanden sich meine Freunde und ich zum Backen zusammen. Kekse.

Deutsche lieben selbstgebackene Kekse.

Und bei allen raffinierten Keksrezepten, die es da draußen gibt, sind die Klassiker (Butterplätzchen zum Ausstechen und Dekorieren, einfach) immer noch mit die beliebtesten. Genauso wie Zimtsterne (nicht ganz so einfach) und Vanillekipferl (auch einfach). Wir haben uns alle drei Klassiker dieses Jahr verkniffen.

Es gab, in der Reihenfolge des Backens.

Schokoberge (kleine Kakao-Mürbeteig-Gipfel mit weißer Kuvertüre „beschneit“) Gezupfte Schoko-Mürbeteig-Pyramiden mit etwas Kakao-Creme (Dunkle Schokocreme mit Kakaobohnenstücken) im Teig, abgebacken und dann mit weißer Kuvertüre verunziert. Bitte nicht wie im Chefkochrezept weiße Schokolade nehmen, die schmilzt noch schlechter!

Liegnitzer Bomben, die bei uns mit ohne Orangeat und Zitronat, dafür mit kandiertem Ingwer hergestellt wurden – und weil die Teigmasse klebrig ist und der Bäcker ungeduldig, wurde die Füllung oft genug an der Seite platziert. Das heißt aber nicht, dass sie nicht schmecken. Wenn man kandierten Ingwer mag. Man sollte aber unbedingt die kandierten Früchte klein schneiden, damit sich das besser verteilt.

Schneebälle, eines der Klassikerrezepte in unserer Weihnachtsbäckerei  – nur für Kokosfreunde geeignet. Anders als bei den Chefkochrezepten wird hier nicht ein vorgebackener Biskuitteig mit irgendeiner Masse vermengt, sondern ein sehr weicher, fluffiger (Stärkemehl) Teig wird mit leicht angebräunten Kokosraspeln gefüllt, gebacken und nach dem Abkühlen in einem Zitronensaft-Puderzuckergemisch und dann in ungerösteten Kokosflocken gewälzt. Die Dinger sind mit Vorsicht zu essen, durch die Kokosraspeln gibt es eine gewisse Verschluckgefahr .. Aber sie sind saulecker. Daher gibt es hier fünf von fünf Kokosnüssen …

Mohnstrudel-Plätzchen folgten als nächstes – Mürbeteig mit Mohnmasse … eindeutig für Mohnfreunde. Die Herstellung konnte ich nicht verfolgen, da ich da noch beschäftigt war mit den Schokobergen.

Und dann, nicht unbedingt weihnachtlich, aber sehr lecker: Cranberries-Biscotti

Ähnlich diesem Rezept von Chefkoch, nur, dass in unseren Biscotti nicht Mandeln sondern Walnüsse enthalten waren.

Und nun weiß ich auch, warum es Biscotti heißt, es wird zweimal gebacken: Einmal als langer Teigstrang, dann abkühlen lassen, etwa 2cm Stücke teilen, anschließend nochmal backen. Aber nicht mehr so lang.

Den Abschluss machte das Spritzgebäck (ein echter Klassiker, der einzige, der es dieses Jahr in die Parade geschafft hat), Marzipan-Spritzgebäck in unserem Falle. Normalerweise die Lachnummer, weil ich mir eine motorbetriebene Variation von Gebäckpresse zugelegt habe, Riesending, unhandlich, aber tut seinen Dienst, wenn man keinen Fleischwolf und keine Küchenmaschine hat, dieses Mal die Lachnummer, weil ich die Einlegeplatte vergessen hatte, die man zum Durchpressen nun mal braucht. Also haben wir auf Handbetrieb umgestellt – und das hieß, Teigmasse durch einen klassischen Spritzbeutel mit Sterntülle pressen. Geht auch … und noch lebt mein rechter Arm.

Alles in allem haben wir wieder einen gelungenen Mix aus neuen Rezepten und (persönlichen) Klassikern hinbekommen.

Soviel zur guten Tradition hierzulande, Weihnachtsgebäck selbst herzustellen.

Zimtsterne selbst herzustellen ist übrigens eine Arbeit für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben, ich habe es einmal getan … also das Gebäck selber backen, die Eltern habe ich in Ruhe gelassen … es ist klebrig, es ist bröckelig, es ist Sekundenarbeit zwischen noch zu roh und schon zu braun (oben sollen sie ja NICHT braun werden) – und eine von uns vieren (nicht ich) mag keinen Zimt, da ist überhaupt nicht einzusehen, dass sie mit beim Zimtsternherstellen hilft.

Vanillekipferl sind, meiner persönlichen Neigung nach, einfach die Arbeit nicht wert, die man mit ihnen hat – und das ist nicht viel Arbeit!

Und Butterplätzchen – naja, wir haben alle keine Kinder, die mit bunten Zuckerstreuseln dekorieren wollen … Aber für Familien mit kleinen Kindern sind die ein Muss. Ich könnte sie mir trotzdem vorstellen, weil ich von einer konkurrierenden Gewerkschaft ein Rezept mit Gewürzen bekommen haben, die mal einen neuen Pfiff in die alten Kekse bringen.

Edit: auch im Jahr 2018 wird wieder gebacken – und ich brauchte mein Schokoberge-Rezept – das ich mal wieder sonstwohin gelegt habe, damit ich nächstes Jahr nicht danach suchen muss …

Und das Video musste ich ändern, weil der Rechteinhaber das alte bei Youtube gesperrt hat.