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Senkt Joggen den IQ?

Heute, an der Fußgängerampel. Auf der anderen Seite näherte sich ein Jogger, die Ampel zeigte Rot für Fußgänger – der Jogger, Blick steil auf die Straße gerichtet, joggte munter weiter.

Entweder – er hat auch nach einem halben Jahr noch nicht mitbekommen, dass da eine Ampel steht. Was nicht für seine Intelligenz spricht, wer eine Straße überquert sollte die Veränderungen bemerken.

Oder – er hat es mitbekommen, aber ihm fehlt die Intelligenz, das Signal zu verarbeiten. Ein Auto stand übrigens an der zu überquerenden Straße und wartete auf ein Grün-Signal – wenn dieses Auto nun genauso focussiert gewesen wäre wie der Jogger, hätte das einen bösen Bluterguss gegeben – oder vielleicht sogare eine Gehirnerschütterung.

Es ist also definitiv NICHT so, dass Bewegung SCHLAUER macht … Sonst würde sich der vorher erwähnte Jogger nicht so eklatant und (sich selbst und andere) gefährdend verhalten haben.

Wie war das, bei einer Theorie reicht es nicht, ein Beispiel zu haben, aber um eine Theorie zu stürzen, reicht ein Gegenbeweis? Dann habe ich zumindest die Theorie erschüttert, dass Bewegung zur höheren geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt.

(Kann sich jemand vorstellen, was für ein Genie Hawkins wäre, wenn er sich auch noch regelmäßig bewegen würde?)

Es ist wohl einfach zu einfach, zu sagen, alles Gute kommt von Bewegung, alles Schlechte von einem erhöhten BMI.

Und ja, auch heute gab es wieder einen Amokradfahrer, der über den Bürgersteig in die falsche Fahrtrichtung fuhr. Dabei die Kunden einer Bäckerei und die Leute gefährdend, die zur U-Bahnstation wollten. Und dann war da noch die Radfahrerin, die, wenn auch vorsichtig, aber unbeirrbar, am gerade angehaltenen Bus vorbei musste. Unbedingt. Obwohl vorne weiter ihre Weiterfahrt durch ein ROT blockiert war.Auch hier – Bewegung soll intelligent machen? Dann möchte ich nicht wissen, welches Intelligenz-Niveau diese eifrigen Freizeitsportler hatten, bevor sie sich bewegten … Es kann sich nur um einen IQ in Höhe der Raumtemperatur handeln. Selbst wenn wir Fahrenheit annehmen, wären das so bei 70 …

Autofahrer sind mir auch aufgefallen, vorgestern, an der Bushaltestelle. Zwei Autofahrer mit auswärtigem Kennzeichen fuhren auf der BUS-Spur.Mit PKW. Eine davon ließ jemanden aussteigen und wartete dann länger, bis sie sich wieder einordnen konnte, Glück, dass gerade kein Bus kam, der andere bog munter von der Busspur aus nach rechts ab – leider kam er so in Konflikt mit dem ersten Wagen auf der PKW-Spur … Minderintelligenz ist eindeutig kein Vorrecht von Leuten, die sich bewegen.Es sind übrigens Fahrer aus Nachbarkreisen gewesen, anzunehmen, dass die Fahrenden nicht das erste Mal in Hannover waren.

Die können froh sein, dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die ständig ihre Smartphone-Kamera an haben – könnte daran liegen, dass ich kein Smartphone habe.

Wieso ist es so schwer, sich in einer vollen Stadt an Verkehrsegeln zu halten? Schließlich sind diese Regeln dazu erdacht worden, damit es fair für alle zu geht.

Heute in der Bahn – zum zweiten

Heute morgen bin ich früh „in’s Geschäft“, wie der Schwabe sagt. Und d.h. für mich, vor 9 … Viertel vor Neun stieg ich in die Bahn (eine 6, liebe Üstra). Der Einstieg wurde erschwert durch eine Radfahrerin mit Rad. Auf meine Bemerkung, dass sie etwas früh dran sei (Fahrradmitnahme erst ab 9 Uhr), kam nur die freche Antwort, dass sie mit dem Rad in der Bahn fahren müsse.

Ähm, nein, sie darf nicht mal, geschweige denn muss sie. Das Rad war nicht platt, die Dame war nur spät dran und wollte mit dem Fahrrad die letzten Meter von der Bahn zur Arbeit oder nach Hause … aber sie hätte eben früher mit dem Rad los müssen – oder bis nach 9 Uhr warten. Rad fahren wäre bei dem schönen Wetter eine gute Alternative gewesen …

Liebe Üstra, wenn Ihr Regeln raus gebt, kontrolliert Ihr sie auch? Die Bahn war gut gefüllt (wenn auch nicht brechend voll) und das Fahrrad störte eindeutig beim Ein- und Aussteigen.

Bitte, wenn Ihr Regeln aufstellt, kontrolliert doch bitte auch die Einhaltung. Ein guter Punkt um anzufangen, wäre die 6, die morgens um 8:46 Marienstraße abfährt *böse, ganz böse Fran*

 

Verkehrsregeln

Für Autofahrer:

Es ist nicht gestattet auf einem nachts nicht mit einer Ampelschaltung versehenen Fußgängerüberweg einen schwarzen Mini mit rosa Außenspiegeln zu parken. Einen rosa Mini mit schwarzen Spiegeln? Da bin ich mir noch nicht sicher, aber ich glaube, für diese Minis gilt das auch. Das gilt auch, wenn ich ansonsten meinen Mini auf dem ein paar Meter weiter entfernten Supermarktparkplatz abstellen muss, weil keine legalen Parkplätze vor dem Haus, in dem ich wohne, mehr frei sind.

Für Fußgänger:

Wenn ich mich mit meiner Familie am Straßenverkehr beteilige, ist es NICHT gestattet, die gesamte Breite von Fußweg UND Radweg zu blockieren, um etwas auszudiskutieren. Es sollte immer möglich sein, dass sowohl Fußgänger wie Radfahrer die eigene Position passieren, ohne auf die Fahrbahn ausweichen zu müssen. Ich bin mir da GANZ SICHER! Notfalls gilt auch hier § 1 StVO.

Für Radfahrer:

Wenn ich auf der falschen Straßenseite unterwegs bin, nehme ich NICHT den Bürgersteig, sondern den Radweg. Oder ich bewege mich dorthin, wo ich hingehöre. Und auch WENN ICH in der richtigen Richtung unterwegs bin, nehme ich den Radweg. Der Fußweg ist nur dann eine Option wenn ich A) unter 12 bin oder B) der Fußweg ausdrücklich durch Beschilderung freigegeben ist oder C) ich in Begleitung eines Kindes unter 12 bin, das ich noch überwachen muss.

You’re welcome.

Wie sagt man immer so schön: Aus gegebenem Anlass!

 

Hurrah ich lebe noch

Keine Sorge, dies wird kein Simmel-ähnlicher Roman.

Ich habe heute Morgen die Bäckerei in der Nähe jener Bushaltestelle besucht, von der ich schon oft von Radfahrern und ihrem Verhalten sprach …

Heute kam ich also aus der Bäckerei auf der anderen Straßenseite und ging zum dortigen Abgang zur U-Bahnstation.

Das Szenario sieht so aus: Bäckerei – Fußweg – Abgang zur U-Bahn – Radweg – Straße

Eigentlich also muss ich dort nicht mit einem Radfahrer rechnen, dementsprechend habe ich mich nicht groß umgeschaut. Einen Fußgänger hätte ich bemerkt. Aber plötzlich bremst es scharf neben mir.

Ich habe KEINE Beleidigung zu diesem Zeitpunkt rausgehauen, ich fragte dem sich entfernenden Radler hinterher, zugegeben ziemlich angesäuert, hey, ich hab mich erschrocken!, ob dies ein Radweg sei. Einfache Ja, Nein-Frage sollte man meinen. Demonstrativer Stop des Radlers, ein junger Mann halb mein Alter. Ich dachte, Boah, Frau Hunne, heute kriegst du auf die Schnauze, aber das wäre es mir wert – dann wär der Typ im Knast gelandet – oder in der Notaufnahme, denn ich wehre mich und es hätte für ihn den Verlust eines Knies bedeuten können – oder einen Nasenbeinbruch. Einen Dickschädel habe ich nämlich noch zusätzlich.

„Gute Frau, ich habe doch abgebremst!“

Frage erneut, noch genervter, ob dies ein Radweg sei.

Und gehe dann meines Weges – ich hatte eine Verabredung mit meiner Stempeluhr. Tönt hinter mit „Scheiß-Fußgänger“ – Rief ich die Treppe hoch „Scheiß-Radfahrer“ – ich denke, wir waren quitt.

Also, nochmal meine radfahrenden Freunde: Wo darf man Rad fahren?

Radweg? Gute Idee.

Straße? Möglich, wo der Radweg nicht ausgeschildert ist oder es keinen gibt.

Bürger (und Bürgerinnen)-Steig? Nur in Ausnahmefällen!

z.B. Ihr seid noch unter 12. Oder in Begleitung eines Kindes unter 12. Dann bitte NICHT vor dem Kind herfahren – sondern entweder, wenn Platz ist, neben dem Kind her – oder hinter dem Kind her – damit Ihr ein Auge auf das Kind haben könnt.

Denn gestern, auf dem Weg zum Baumarkt, fuhr Mutti vorher – und sah so nicht, dass das Söhnchen nicht gleich hinterher kam und die dicke Frau auf dem Bürgersteig an der schmalsten Stelle überholte … mit der typischen unsicheren Fahrweise eines überforderten Fahranfängers.

ODER: Der Fußweg ist ausdrücklich zur Mitbenutzung zugelassen. Das ist übrigens nicht der Fall in dem kleinen Teilstück von der Jordanstraße bis zur Einfahrt Baumarkt-Drive-In. Erst wenn man den neuen Bürgersteig am Einkaufszentrum entlang weiter geht, ist die Benutzung durch Radfahrer auch gestattet. ABER: Das setzt bei den Radfahrern VIEL RÜCKSICHTNAHME auf die Fußgänger voraus. Wenn Ihr schnell radeln wollt – die Straße ist Euer Freund. Weil auch auf freigegebenen Bürgersteigen der schnelle Radfahrer keinen Vorrang vor dem Fußgänger hat! Er ist da GEDULDET, MEHR NICHT:

Ich freue mich über all die Radfahrer, die unter Beachtung der Verkehrsregeln viel tausendfach in Hannover am Straßenverkehr teilnehmen und damit die Luft entlasten.

Ich ärgere  mich über alle Radfahrer, die nicht wissen, dass der Bürgersteig KEIN Ersatzradweg ist, außer, er ist AUSDRÜCKLICH dafür zugelassen!

Und ich ärgere mich auch als Nichtradfahrer über zu Fuß Gehende, die einfach wie Falschgeld irgendwo langlaufen. Macht, dass Ihr vom für Radfahrer reservierten Radweg runterkommt, Ihr Schwachmaten! Und haltet auf dem Fußgängerüberweg kein Schwätzchen!! Aber über Schwätzchen und ihre unpassenden Plätzchen darüber schreibe ich eine andere Tirade.

Radfahrer

Liebe Radfahrer,

einige meiner besten Freunde benutzen das Rad, dies ist also nicht für die Masse der rechtstreuen, nicht auffälligen, oft sogar selbst gefährdeten Fahrer gedacht.

Aber was haben sich diese drei Exemplare eigentlich gedacht, die mir am Freitag, dem 15., begegnet sind?

Erst wartete ich geduldig in meiner unterbesetzten Postbankfiliale, um dort meine 300 Postkarten-Marken zu kaufen – halten die lange? Nö, die ersten 15 fürs Ausland sind schon weg …

Aber darum geht es ja nicht. Während ich geduldig an einem Freitag Nachmittag (es muss so gegen 16 Uhr gewesen sein) darauf wartete, dass sich irgendeine Bewegung in der Schlange, die bis auf die Straße rausging, zeigte, rollte mal eben so von hinten ein Kamikazeradler in den Vorraum. HINT: Dieser Ort heißt VorRAUM, weil er sich bereits IM Gebäude befindet! Da wollte jemand Geld abholen … und war zu faul, seinen Bock für 5 Minuten anzuschließen …  Und nein, das Fahrrad wurde nicht hereingeschoben, schließlich ist es ein FAHRrad, das wurde gefahren!

Nummer zwei, U-Bahnstation, ich wartete auf die Bahn, um zu meinen Freunden zu fahren, Bahn kommt an – und Radfahrerin FÄHRT AUS DER BAHN HERAUS den Bahnsteig lang … Uhm, ja … ist so auch nicht korrekt und dass es noch eine Person gab, die das später am Tage wiederholte, machte es nicht richtiger. Schieben – ok, aber FAHREN??

Mit Verlaub, liebe Radfahrer, die sich SO verhalten – wo Fußgänger berechtigt in größerer Anzahl zu erwarten sind, und Radfahren nicht gestattet ist z.B. IN Gebäuden – da sind Fahrräder zu schieben, nicht zu fahren. Das ist nicht cool, das ist nervig und letztlich auch gefährlich!

*Es ist jetzt eine Woche her und ich bin immer noch ärgerlich!*

Wieder an der Bushaltestelle

Heute beinahe von einer Radfahrerin überfahren worden, die völlig losgelöst von so etwas spießigem wie Verkehrsregeln am Bus vorbeidüste. Nicht lustig.

Dann warteten gleich VIER Radfahrer an  einer Fußgängerfurt – klar, zwei davon wollten auf der falschen Seite die Straße überqueren, da fährt man lieber die Fußgänger um als den Gegenverkehr auf dem Rad.  Die anderen zwei kannten den Unterschied zwischen Radweg und Gehweg wohl nicht. Die zwei in die falsche Richtung fuhren auch noch dreist und frech auf dem GEHweg weiter. Fahrrad wegnehmen. Fahrrad fahren verbieten (also, diesen speziellen Täterinnen). Bis sie einsehen, dass Fahrradfahrer auch Verkehrsregeln unterliegen.

*Schnaub, wüt, kleine schwarze Wolken mit Blitzen produziere*

Ist es wirklich so viel verlangt, dass man in einer Stadt mit 100.000en Verkehrsteilnehmern sich an gewisse Regeln hält? Ich laufe doch auch nicht auf dem Radweg, wenn ich ihn kreuze, gucke ich links UND recht – und ich erwarte an einer Bushaltestelle, dass ich ungehindert aus- und einsteigen kann, wie es das Gesetz vorsieht!

Seid froh, liebe regelbefreite Radfahrer, dass ich keinen Stockschirm mehr nutze … ist für alle Beteiligten besser so. Die Versuchung wäre da. Nicht groß, aber da. Und Gewalt ist einfach keine Lösung. Ich möchte doch nur, dass Ihr Euch an die Regeln haltet. Ihr seid nämlich nicht die Schwächsten im Verkehr, dass sind gehbehinderte Fußgänger! Und KINDER. Denkt denn keiner mehr an die Kinder?

 

 

An der Bushaltestelle – Kurzes Update

Heute Morgen, die selbe Bushaltestelle, die selbe Situation – anderer Radfahrer. Das machte einen Riesenunterschied!

Dies war keine junge Frau, sondern ein Mann im mittleren Alter.(Ich denke, dass das Geschlecht weder am Montag noch heute ausschlaggebend war.)

Er pochte nicht auf ein imaginäres Vorrecht der Wegenutzung. Er fuhr langsam, wich auch langsam auf den Bürgersteig aus, hielt an, als es zu viele Buspassagiere wurden. Ohne ein Wort der Beschwerde, ohne ein Anzeichen von Ungeduld.

Kompliment! Ich war begeistert und konnte mich gerade noch stoppen, zu ihm hinzugehen und ihm zu gratulieren.

Es gibt Radfahrer, die KENNEN § 20 (2) S. 3 StVO!

SO wünscht man sich mehr Radfahrer.

Andere Bushaltestelle, eine gehbehinderte Frau (stark eingeschränkte Beweglichkeit) steigt aus dem Bus aus und erreicht den Radweg. Anstatt von dort weiter auf den Bürgersteig zu wechseln, ging sie auf dem Radweg lang. Obwohl der Fußweg zwei Schritte weiter war.

So wünscht man sich Fußgänger natürlich NICHT. Auch Fußgänger, und ja, auch behinderte Fußgänger, können sich wie Verkehrsrowdys benehmen.

An der Bushaltestelle

Gestern war MONTAG – und zwar ein ECHTER Montag – wie Montage so sind:

Ich hätte beinah noch den Bus verpasst (bei einer weniger freundlich gestimmten Busfahrerin hätte ich das auch), musste dem hinterher sprinten, was bei meinen Massen Erdbeben verursacht. Es hätte auch leicht als Versuch, den Bus zu verjagen, gedeutet werden können – und scheint auch gewirkt zu haben – heute kam kein Bus. (Danke ver.di für die gerade nicht sehr passende Gelegenheit, zum Dienst zu laufen. Mein Oberschenkel ist innen bereits aufgerieben, das heilt bei bei längeren „Spaziergängen“ auch besonders gut ab! Und wenn mich das nicht schafft, ist die Kombination aus Schweiß und Temperaturen um 6 bis 8 Grad auch noch da, nicht wahr. Das nennt man Beamte zum „Streiken“ zu zwingen, PFUI! Das ist es nicht, was die Koalitionsfreiheit des GG meint!!)

Dann stieg ich um, wie jeden Morgen. Der Bus hält direkt am Radweg, eine andere Möglichkeit, als umgehend auszusteigen, gibt es für die Buspassagiere nicht. Das sollte auch Radfahrenden klar sein. Diese Buspassagiere versuchen natürlich sofort, den Radweg zu verlassen und der dort befindlichen U-Bahnstation zuzustreben. Auch das sollte Radfahrenden klar sein.

Logische Konsequenz: Wenn ein Bus hält, hält auch der Radfahrer, wartet einige wenige Sekunden, bis die Busfahrenden den Radweg frei gegeben haben und fährt dann entspannt weiter.

Nicht so die junge Dame, die gestern weiter fuhr, genau in den Weg der vom Bus weg strömenden Fahrgäste hinein. Und als ich sie darauf aufmerksam machte, dass sie besser getan hätte, anzuhalten, pampte sie noch rum, dass sei IHR Radweg.

Also, von der StVO hat sie noch nicht gehört:

„(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

Da die Buspassagiere hier aussteigen MÜSSEN und auch vom Bus weg MÜSSEN, damit die nachfolgenden Passagiere auch aussteigen können, war es an IHR, Rücksicht zu nehmen!

Aber Rücksichtnahme war wohl nicht ihre Stärke. Oder Regeln beachten. Oder Logik Oder alles zusammen.

Oder in anderen, allgemeineren Worten gesprochen – Radfahrende wie sie sind der Grund, warum Radfahrer einen so schlechten Ruf haben … scheinbar scheinen sie der Meinung anzuhängen, für sie existieren keine Regeln.

Ich hätte weitere Regeln aufzubieten:

§ 11  Absatz 3 StVO

„(3) Auch wer sonst nach den Verkehrsregeln weiterfahren darf oder anderweitig Vorrang hat, muss darauf verzichten, wenn die Verkehrslage es erfordert;“

Ich denke, nach meinen obigen Ausführungen kann man hier diesen Fall bejahen. Die Buspassagiere MÜSSEN den Bus umgehend verlassen, da ist kein Abwarten möglich. Daher ergibt sich für die Radfahrende, die EIGENTLICH ein Vorrecht auf ihrem Radweg hat, die Pflicht, die querenden Fußgänger vorbeizulassen.

Jetzt könnte mir besagte Radfahrende natürlich § 14 Absatz 1 vor die Nase halten:

„(1) Wer ein- oder aussteigt, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung anderer am Verkehr Teilnehmenden ausgeschlossen ist.“

Aber wenn ich aus einem Bus aussteige, kann ich nur den gerade vor meiner Bustür befindlichen Radfahrer abwarten, nicht den, der noch von hinten heran kommt.

Freundlicherweise aber kann ich mir die ganzen Ausführungen oben eigentlich sparen, denn es gibt einen Spezialparagrafen für Buspassagiere:

§ 20
Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse

(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

(2) Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

Also – auch der Gesetzgeber sieht hier einen besonderen Schutz für aussteigende Fahrgäste vor – und die Radfahrerin hätte hier gemäß Absatz zwei, Satz drei eine Wartepflicht gehabt! Denn ohne Behinderung der Fahrgäste kam sie hier nicht am Bus vorbei.

So, nun, liebe mitlesende Radfahrer, habt Ihr was gelernt. Die junge Dame wird es wohl nicht mitlesen – daher, weitersagen! Vielleicht erreicht es sie ja sogar. Denn: DIE REGELN der  StVO GELTEN AUCH FÜR UNSERE RADFAHRENDEN FREUNDE.
*Ich habe fast zwei Tage die Luft angehalten, um nicht in der ersten Wut zu schreiben.*

Der Rest der Woche wurde dann auch nicht besser – heute mit dem Streik. Ich bin ja hin- und hergerissen.
Ich bin selber im Öffentlichen Dienst. Ich profitiere vom Abschluss. Natürlich ist da ein kleiner Spaziergang (kostet mich 1 Stunde meines Lebens heute, beide Richtungen) ein kleines Opfer.
ABER – ich bin eben auch KUNDE des Öffentlichen Dienstes, wie wir alle. Ich bin momentan, wie oben erwähnt, gesundheitlich angeschlagen – Danke Großer Vorsitzender für die Erkältung. Ich muss jetzt bei KALTEM WETTER auf meine im Voraus bezahlten Leistungen verzichten und bekomme nichts erstattet, obwohl keine Leistung erbracht wurde. Dass ich keinen Schadensersatzanspruch gegen die Üstra habe, ist mir ja klar – Höhere Gewalt. Aber normalerweise, wenn man eine Leistung nicht erhält, muss man dafür auch nicht bezahlen, es sei denn, man hat die Nichtleistung verschuldet. Das ist hier nicht der Fall. Ich hätte also einen Erstattungsanspruch von 1/30tel meiner April-Monatskarte – das ist kein Schadensersatzanspruch (sonst würde ich Schmerzensgeld geltend machen, s.o.) – aber dass ich zahlen muss, ohne eine Leistung erhalten zu können, wurmt mich.
Mit dem Streik werde also ich als Kunde der Üstra geschädigt, der Arbeitgeber Üstra dagegen merkt es weniger. Keine Lohnkosten für den Tag, kein Strom, keine Treibstoffkosten – die Üstra ist fein raus.
Hier wird also in der Tat der Passagier, der ja KEINEN Einfluss auf die Tarifparteien hat, in seinem Vermögen geschmälert. Kann das sein? Ja, das Streikrecht von ver.di ist ein hochwertiges Gut. Aber kann ich nicht statt bei den Üstra-Leute beim Müll oder statt bei der Kinderbetreuung beim Finanzamt (da vor allem bei der Steuerprüfung, wo richtig Geld reinkommt) streiken? Irgendwo, wo es den Arbeitgeber richtig trifft, weniger die Bevölkerung??
Ja, ich weiß, Polizei darf nicht streiken, die sind nämlich Beamte. Aber die Üstra ist wirklich der falsche Ansatzpunkt. Bestraft werden vor allem Kranke (heute kam mir eine Frau mit Zwillingen und auf Krücken entgegen, weil ihr Bus nicht fuhr), Senioren (beim Arzt kam eine Frau mit Rollator raus – es war der Hautarzt, bei dem man einen Termin auf eigene Gefahr absagt, man bekommt nie wieder einen.) oder Leute, die gerade mit Gepäck unterwegs sein müssen (ein Postcrosser tritt heute seine Reha an – gut, dass er nicht in Niedersachsen zur Kur muss).
Das Allerschlimmste – dies ist „nur“ ein Wanrstreik. Man verhandelt eigentlich noch. MUSS DAS SEIN, ver.di, dann schon die Keule rauszuholen, auf den Esel einzuschlagen und doch nur den Sack zu treffen? Muss man gleich mit Atombomben auf Spatzen schießen? Das ist doch unverhältnismäßig! Zeigt Krallen, aber zerfleischt nicht gleich das unbeteiligte Publikum, nur um Eure Gegenseite zu beeindrucken.

 

Verkehr (Nee, nicht was IHR schon wieder denkt)

Hier in Hannover kann ich auf ein recht zuverlässiges und vor allem gut ausgeb

autes Nahverkehrsnetz  zugreifen. Bus „vor der Haustür“, S-Bahn eine Straße weiter, U-Bahn 15 Minuten zu Fuß – oder 4 Busstationen … Bus fährt zur Hauptzeit alle zehn Minuten. Nicht Stunden, so wie auf dem Land, wo ich „wechkomm“ …

Fahrradfahrer hat es trotzdem. Gestern wieder … also, es hat hier täglich welche, aber gestern war wieder einer, während ich zum Bus ging, der nicht nur in der falschen Richtung fuhr, sondern sogar ein KEIN RADVERKEHR IN DIESE RICHTUNG-Zeichen überfuhr. Kaltblütig. Vor ein paar Tagen erst war dies eine junge Mutter, mit Kind auf dem Kindersitz. Ist es wirklich so schwer, sich die paar Schilder für Fahrradfahrer zu merken?

Hier mal eine kleine Hilfe. Ganz offensichtlich haben nicht alle Radfahrer einen Führerschein für Autos …

Autos dagegen nerven fast gar nicht. Es sei denn, sie parken. Leider vergass ich, dass man heute alles fotografiert, ehe man mit den Leuten redet, sonst hätte ich jetzt ein wunderschönes Parkplatzfoto vom Einkaufscenter gegenüber gepostet: Riesenkarre quetscht sich auf einen Motorradparkplatz – mit den Hinterrädern über den Randstein in die Grünanlage … Nicht, dass genau gegenüber ein passender Parkplatz frei gewesen wäre … Das war eindeutig ein „Challenge accepted“-Szenario. Und der ältere Herr war auch absolut beratungsresistent.

Das kann einem im öffentlichen Nahverkehr natürlich nicht passieren. Dafür muss man acht geben, dass man nicht zu Zeiten fährt, wenn die Vermehrungs-Mafia in Kohorten unterwegs ist. Oder der Verein der Rollatorenbenutzer zum Sit-In aufgerufen hat. Zu den beiden Zeiten sind nämlich nicht nur sämtliche vorhandenen Stellplätze entsprechend blockiert (dafür sind sie da) – sondern es werden auch, ungeachtet der Kapazität des Busses, noch weitere Buggys, Rollatoren, Kinderwagen etc. in den Bus hineingepresst.

Mütter mit Kinderwagen haben ja immer Recht. Egal, ob sie sich auf einem engen Bürgersteig in Dreierreihe so hinstellen, dass man als Kreuzungsüberquerer nicht mehr über die Kreuzung kommt, ob sie den Wagen in der Bahn abstellen – und dann das Kind herausholen und sich mit dem Kind auf zwei bis vier Sitzplätzen ausbreiten, ob sie auf dem Fahrradweg langmarschieren (Grund: am ENDE des Häuserblocks sind die Bürgersteige dort abgesenkt, deswegen muss ich die ganze Zeit auf dem Radweg laufen) …

Und dann gibt es doch tatsächlich einen Satiriker/Comedian, der sich darüber auslässt, dass dicke Frauen die Rolltreppen blockieren (irgendwann in einem Programm gelesen, ich bin nicht hingegangen) – tun sie nicht. Ich fahre oft Rolltreppe – aber ich stehe immer hinter Leuten mit Kindern, schlanken Damen und Herren, die nebeneinander auf einer Stufe stehen, jungen, dynamischen Ladies, die ihre Shopping-Tüten von Charme-Arni (oder ähnlich) seitlich tragen, so dass die schlanken Dinger plötzlich die dreifache Breite haben (ich weiß nicht, wie man eine Tüte dazu bringt, quer zur Laufrichtung zu stehen) …

Wenn ich dagegen nach vorn frei habe, benutze ich sowohl die Roll- als auch die Treppenfunktion … Dicke Leute sind das KLEINSTE Problem auf Rolltreppen.

Autos hingegen – wenn sie nicht parken – stören eigentlich nur, wenn sie nicht wissen, dass man auf Kreuzungen und Ampelanlagen nur fährt, wenn man absehbar vor der nächsten Rotphase wieder weg ist … Also eben nicht bei Dunkelgelb noch in eine blockierte Kreuzung einfahren.