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Punkt, Punkt, Punkt (20) – Spontanität will wohl überlegt sein

Letztes Jahr bin ich zweimal Großtante geworden.

Ob sich meine Nichten das gut überlegt hatten? Ich weiß nicht, ob es Spontangeburten waren, aber die Zahl der Nicht-ganz-so-spontanen Geburten nimmt ja derzeit zu.

Ich jedenfalls habe mich ganz unspontan mit 16 bereits festgelegt, dass ich NICHT ein Kind auf die Welt bringen will – nicht spontan und nicht geplant per Kaiserschnitt.

Und je mehr ich darüber lese, desto mehr schüttele ich den Kopf, wie Leute sich dem freiwillig aussetzen. Nicht nur die Wehenschmerzen, auch die ganzen Veränderungen im Unterleib, die Inkontinenz, das Verletzungsrisiko in der Vagina … und das bei Spontangeburten – also „Natürlichen“, unkomplizierten Geburten … Mich schüttelt das.

Ich finde ja, man sollte diese Seiten des Kinderkriegens auch im Biounterricht behandeln. Damit frau weiß, worauf sie sich einlässt – und den Kerlen klar wird, was so eine Schwangerschaft anrichtet.

Soweit ganz spontan meine Gedanken.

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (18) – Treppen

Treppen gibt es in Hannover reichlich. Solche, die im Park verschiedene Plateaus miteinander verbinden.

In den vielen vierstöckigen Häusern (auch in dem, in dem ich lebe).

Solche, die aus U-Bahnstationen heraus – oder hinein – führen. Und – ROLLTREPPEN – die meist IN den Stationen.

Von einer solchen erzähle ich Euch jetzt eine kleine Familiengeschichte:

Vor vielen Jahren (es muss 1998 gewesen sein, mein Opa war gerade verstorben), lud ich meine Nichten zu einem Zoobesuch ein. Bis dahin waren sie nur in Ostwestfalen-Lippe herum gereist, sie waren also nicht wirklich welt-erfahren. Sie waren ja auch gerade mal 11 und 8.

Bereits die Anreise mit der Bahn war daher ein spannendes Erlebnis für die beiden. Was fanden sie besonders faszinierend? Dass in dem Bummelzug, der uns nach Hannover brachte, Klos eingebaut waren, die direkt auf die Gleise öffneten, wenn man abzog .. Ich musste sie mit sanftem Druck von der Toilette entfernen, damit noch Wasser im Tank war für die anderen Fahrgäste …

Dann gingen wir hinüber in die Stadtmitte, wo wir die größte U-Bahnstation der Stadt für unsere Fahrt zum Zoo aufsuchten. Sie fuhren die lange Rolltreppe mit GROSSEN Augen herunter – und unten angekommen, wollten sie das Ganze nochmal wiederholen. Da mir egal war, ob wir die nächste, oder die übernächste Bahn nahmen, ließ ich die zwei gewähren – schließlich sollten sie Freude haben. Ihre Eltern hatten gerade angekündigt, sich scheiden lassen zu wollen, da war mir daran gelegen, dass sie einen  Tag hatten, an dem sie die ganze Misere zu Hause vergaßen, nicht daran, dass sie möglichst viel vom Zoo sahen.

So fuhren sie also dreimal die Rolltreppe rauf und wieder herunter und ich stand unten und lächelte mit der ganzen Weisheit meiner (damals) 29 Jahre vor mich hin. Sie hatten halt noch nie eine so lange Rolltreppe erlebt.

Wikipedia findet sie immerhin erwähnenswert:

„Die U-Bahn-Station Kröpcke ist die wichtigste Kreuzungsstation der Stadtbahn Hannover. Hier kreuzen sich alle drei Tunnelstrecken. An sechs Bahnsteigen fahren die Linien 1 bis 9, 11, 16, 18 und N10. In der Station befinden sich die vier längsten Rolltreppen in Hannover. Mit einer Länge von je etwa 33 m führen sie von der Verteilerebene (-1) zu den beiden Bahnsteigen der C-Strecke (-4).“

Und ja, wir nahmen eine Bahn, die auf der C-Strecke verlief. Natürlich. Meine zwei Nichten ließen sich nach der dritten Fahrt auf der Rolltreppe dann langsam dazu bringen, zum Zoo zu fahren.

Als ich sie dann am Abend nach dem Schönsten vom Tag fragte, kam nicht irgend eine der Tiershows, oder das Essen, das Eis, die Bootsfahrt, der Kamelritt, dass sie selber die Karte navigieren durften – nein, das Schönste am ganzen Tag war … genau – die lange Rolltreppe – und die Zugtoilette.

Hätte ich DAS gewusst, hätte ich viel Geld sparen können *lach*

Punkt, Punkt, Punkt 2017 (16)

Die Bank, eine wahre Geschichte

Eines schönen, sonnigen Morgens ging ich zu einem kleinen Bäcker (noch ein echter Bäcker, keine Filiale mit Backofen zum Fertigbacken) und auf dem Weg dahin sah ich zwei alte Männer auf der Bank sitzen. Ja, ich wohne in einer Großstadt, trotzdem grüßte ich freundlich „Guten Morgen“.

Die Antwort, die zurück kam, war weit weniger freundlich. „Sie könnten auch ein Pfund weniger drauf haben!“

Für den Moment war ich sprachlos. Ich war nicht so erzürnt darüber, dass er mich fett genannt hatte – das bin ich und war ich damals schon. Aber dass er meinte, es ginge ihn etwas an, das fand ich unverzeihlich.

Ich ging weiter zum Bäcker, kaufte, was ich kaufen wollte, aber innerlich war ich immer noch am Kochen. Also nahm ich den Rückweg, wieder an der Bank entlang. Die beiden alten Männer saßen immer noch dort, einer Zigarre rauchend. Ich sagte zu dem, der seinen Mund so voll genommen hatte: „Ich mag fett sein, aber ich kann abnehmen, dann bin ich nicht mehr fett. Sie sind alt und sterben bald, dagegen ist kein Kraut gewachsen!“ Sprachs und ging fort.

Der zweite Mann lachte seinen vorlauten Kumpel aus.

Das war 2001, seitdem habe ich den Alten nicht mehr auf der Bank sitzen sehen.

Womit es bewiesen wäre, dass wir nur zwei Wahrheiten ausgetauscht haben. Die englische, humorvolle Redewendung dazu lautet: „Stating the bleeding obvious“ , oder wenn Ihr mal der Abkürzung STBO begegnet …

bleedin‘ obvious

  1. (humorous) So evident that it goes without saying, and is thus superfluous.

Übersetzt – so offensichtlich, dass es „nicht der Rede wert ist“ ist und daher überflüssig.

 

Punkt-Punkt-Punkt 2017 – (13) – Schu/he

Wer jetzt von mir Schuhwerk erwartet hat, den muss ich enttäuschen, ich bin nicht so ein Schuh-Konsument.  Ich bepflanze auch keine alten Schuhe, oder habe vergipste Babyschuhe herumstehen.

Erst wollte ich Euch mehr über einen hannoverschen Koch berichten, in dessen Restaurant ich vermutlich nicht mal eingelassen würde … Aber dann habe ich mich mal – ÜBERRASCHUNG! – weil als ich das schreibe der 1. April ist – für etwas ganz anderes entschieden:

Ich präsentiere Euch etwas NICHT Hannöversches:

Einen Herrn Schuh. Günther Schuh. Seines Zeichens Ex-Fußballspieler (aus Stuttgart, von den Kickers – u.a.). Der Mann hatte genau die Wahl zwischen Schuhmacher-Lehre und Profifußball – mit DEM Namen … Er wurde dann auch ein Schuh-Macher … nur dass sein Sohn nicht Schuh mit Nachnamen heißt, sondern Werner, Timo Werner. Auch Fußballspieler.

Herr Schuh war immerhin schon 56, als er Vater von Timo Werner wurde, der nach seiner Mutter heißt (Nachname), weil man 1996 eben nicht mehr geheiratet hat, nur weil ein Kind unterwegs war.

Und das im katholischen Schwabenländle, denn da wurde Timo Werner geboren und spielte auch lange Jahre dort. Dort kann man ganz offensichtlich wirklich alles – außer Hochdeutsch, weswegen der Sohn jetzt nicht in Hannover spielt, sondern bei RB Leipzig, denn da muss er kein Hochdeutsch schwätzen. Wie gut ein Schwabe sich mit Sächsisch verträgt, weiß ich nicht.

Aber Herr Schuh lebt vermutlich immer noch in Stuttgart. Und ich hoffe, dass er noch lange die Karriere seines Sohnes verfolgen kann, denn dieses Jahr wird er 77. Am Tag der deutschen Einheit.

Punkt, Punkt, Punkt 2017- (12) – Kult

KultKult – ich muss gestehen, dass ist ein Wort, mit dem ich mich schwer tue.

Mein erster Gedanke:

Leute in dunklen Roben, in einem dunklen Gewölbe, nur erleuchtet von ein paar Fackeln, die dämonischen Singsang vor sich hin murmeln während sie ein Menschenopfer darbringen …

Also, erste Zuflucht Wikipedia:

Kult oder Kultus (von lateinisch cultus [deorum] „Götterverehrung“, von colere „anbauen, pflegen“) umfasst die Gesamtheit religiöser Handlungen. Das abgeleitete Adjektiv kultisch unterscheidet sich vom umgangssprachlichen kultig, dem Adjektiv von Kultstatus. Obwohl Kult vor allem als Bezeichnung für religiöse oder spirituelle Praxis benutzt wird, ist die Bedeutung in der Alltagssprache weiter gefasst und schließt auch andere Arten von ritualisierten Handlungen ein. Dabei wird ein Kult durch drei Aspekte bestimmt: ein Kultobjekt, eine den Kult ausführende Personengruppe sowie eine Anzahl mehr oder weniger ritualisierter Kulthandlungen.

Sozusagen, alles, was FANS oder Gläubige hat. Obwohl die Weltreligionen sich dagegen wehren, fallen auch sie unter KULT in der Bedeutung Götterverehrung und Gesamtheit religiöser Handlungen.

Die engere Bedeutung ist aber wohl bei religiösen Gemeinschaften eher wie eine obskure“Sekte“ zu verstehen, dem ein gewisser Fanatismus innewohnt. Ich zögere schon, den Jesuitenorden als Kult zu bezeichnen, da sich die Riten des Jesuitenordens nicht stark von denen der eigentlichen Kirche unterscheiden. Anders ist das z.B. bei kleineren Sekten, ein berüchtigter Fall, der in Kindesentzug endete: Die Zwölf Stämme.

Aus dem Wikipedia-Artikel dazu:

„Die Süddeutsche Zeitung berichtete über rassistische Unterrichtsinhalte und massive Gewaltanwendung gegenüber Kindern. Kleinkinder wurden nach diesem Bericht so eng in Tücher gewickelt, dass sie nicht mehr strampeln konnten; außerdem würden Kinder ab dem zweiten Lebensjahr mehrmals täglich mit einer Birkenrute geschlagen“

Das kommt dem dunklen Kutten-Kult schon ziemlich nahe … Auch dort gibt es Kleidervorschriften, Gewaltanwendung und ein undifferenziertes Nachbeten von „Glaubenssätzen“.

Aber es geht bei Kult ja nicht nur um echte Religion, auch die modernen „Quasi-Religionen“ sind Kulte. Das fängt damit an, dass man dort die Gemeinschaft-stiftenden Kleidungsstücke Kutte nennt:

„Der Begriff Kutte etablierte sich im 20. Jahrhundert neben den bereits erwähnen Parka für Westen in verschiedenen Subkulturen, so etwa für:

  • Kutte (Motorradfahrer), eine kragenlose Jeans- oder Lederweste unter Motorradfahrern,
  • Kutte (Metal-Szene), eine Jeansweste in der Metal-Szene oder
  • Kutte (Fußballfan), eine von Fußballfans getragene Weste.“

Und zumindest DAVON hat Hannover auch einige zu bieten.

Einer der berüchtigteren Hannoveraner war Vorsitzender der berüchtigtsten Motorradfahrer-Vereinigung, Hell’s Angels. Und diese sind bekannt für ihre Kutten.

Weitere Kuttenträger stellen natürlich die Fans der hiesigen Sportclubs dar, Fußball (96 – aber auch andere Vereine existieren), Eishockey (Indians) und Handball (Recken) (um nur die bekannteren zu nennen). Auch dort gibt es ritualisierte Handlungen, Gesänge – und bei den 96 Hardcore-Fans leider auch immer wieder Fackeln und manchmal auch Blut. Im absoluten Tiefpunkt  des Kultverhaltens ist von Braunschweiger Seite (rivalisierender Fußballclub aus Peine-Ost – 😉 ) ein Lamm geschlachtet und ans Trainingsgelände von 96 gehängt worden. Eine unerhörte Tat: Ich mag Lammfleisch und bin strikt gegen Lebensmittelverschwendung! Doch was will man von Peine-Ost-Kult-Anhängern erwarten (Kutten, dämonische Gesänge, Fackeln … alles da!)?

Manchmal artet auch die Fangemeinde eines Pop-Stars zu einer quasi-religiösen Verehrung aus. (Diese Konzerte habe ich nicht besucht, auch wenn ich selber mich hier als früherer Robbie-Fan oute. Ich finde nur, dass seine Qualität nachgelassen hat.)

Kult ist also nicht nur im Fantasy-Genre oder in historischen Romanen zu finden, nein, es gibt sie auch heute noch, auch in Hannover.

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (11) – Strukturen

Struktur (von lateinisch strūctūra ‚Zusammenfügung‘, ‚Bauart‘, ‚Sinngefüge‘) – also eine Art Bauplan?

Wenn es eines gibt, in dem ich schlecht bin, ist das Strukturen setzen. Ein erstaunliches Geständnis für jemanden, der in der öffentlichen Verwaltung arbeitet, nicht wahr?

Jedenfalls brauche ich dringend mehr Struktur in meinem Leben. Ich muss diese Struktur selber finden, denn eine von außen aufgepfropfte löst bei mir sofort wieder eine Trotzphase aus. Aus der ich mit fast 50 schon lange raus sein sollte.

Strukturen, die ich mir erfolgreich selbst gesetzt habe: Morgens zwischen halb fünf und halb sechs aufwachen. Das funktioniert durch einfaches Weckenlassen, wenn ich das eine Woche gemacht habe, dann ist die Zeit einprogrammiert.

Katze versorgen – morgens und abends füttern und Katzenklo reinigen. Das ist nicht an genaue Zeiten gebunden (meine Katze wird manchmal um kurz vor 18 Uhr gefüttert und an anderen Tagen um 22 Uhr – in der Scheune würde die 6-Uhr Maus auch nicht immer pünktlich sein). Aber morgens ist eben nicht erst gegen Mittag!

Am Wochenende kochen. Das ist eine neue Struktur, ich bin noch am Einüben, aber ich habe viele Jahre nicht eingesehen, für eine Person überhaupt zu kochen, kalte Mahlzeiten, oder mal ein Fastfood (maximal einmal im Monat Pizza, und auch nicht öfter Döner – mir sind die Kalorien wohl bewusst), bzw. ein Fertiggericht – das habe ich mit diesem Jahr erstmal hinter mir gelassen. Und das klappt einigermaßen. Ein Riesenfortschritt. (Gestern habe ich das erste Mal ohne fertiges Vanillepuddingpulver gearbeitet – das kann man nämlich auch selbst herstellen. Für einen Pudding 40 g Stärke, ob Kartoffelmehl oder Maisstärke oder auch Reisstärke ist so was von Wurscht, Vanilleextrakt – den hat mir mal eine Freundin aus der Dominikanischen Republik mitgebracht – und das war es schon. Dann wie gewohnt mit Milch und Zucker anrühren und dann in die Restmilch von dem halben Liter geben – DAS habe ich gestern jetzt nicht ausprobiert, aber immerhin einen Rhabarberkompott habe ich schon damit gebunden)

Eine weitere Struktur: Auf der Arbeit regelmäßig bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Arbeit aufgenommen zu haben. Ich war da sehr unstrukturiert und unregelmäßig, saß lieber bis 20 Uhr im Büro als bereits am Vormittag da zu sein, das musste ich dringend ändern, weil das mit dem Kochen unter der Woche sonst utopisch war.

Einen Rückschlag habe ich erlitten, als mir die Waschmaschine den Dienst versagte. Nun, das Problem wird nächste Woche endlich gelöst (ja, ich habe genügend Wäsche im Schrank, um solange durchzuhalten, danke der Nachfrage – ich schaffe ja auch jedes Jahr die 14 Tage zwischen Weihnachten und dem 6. Januar).

Und natürlich – am Sonntag einen Punkt-Punkt-Punkt-Post veröffentlichen!

Ich habe letztes Jahr dieses Projekt Punkt-Punkt-Punkt mitgemacht, weil ich mein Blog oft wochenlang brach liegen ließ – jetzt gibt es jede Woche mindestens EINEN Post. Diesen. Das ist das absolute Minimum. Ich bin nicht so der große Fotograf, und für einen ordentlich strukturierten Text brauche ich nicht nur Inspiration, sondern auch Zeit. Da passt es ideal, das Punkt-Punkt-Punkt am Sonntag Morgen liegt.

Also – für einen unstrukturierten, aber kreativen Kopf wie meinen ist Punkt-Punkt-Punkt ein echter Segen.

 

 

Punkt, Punkt, Punkt – (9) – Früh-Ling(k)s-Erwachen

Ich wollte Euch eigentlich die munter geschwungenen Narzissenreihen zeigen, die hier in Hannover auf Verkehrsinseln zur Messe hin das Auge erfreuen, besitze davon aber kein vorzeigbares Foto – nicht mal ein unvorzeigbares.

Daher habe ich heute ein Foto aus Wikipedia für Euch, das eine andere Frühlingsblüte zeigt, die Scilla, die hier im März auf dem Stadtteilfriedhof Lindener Berg die Besucher anlockt.

Der alte Friedhof hat nur noch wenige alte, dafür sehr malerische Grabsteine. Doch die eigentliche Attraktion ist heute eindeutig die Scilla-Blüte.

Die Blausterne (Scilla), als Trivialname auch „Szilla“ geschrieben, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Scilloideae innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Sie kommen in ganz Europa, Teilen Asiens und an wenigen Stellen in Afrika vor. Unter den Vertretern finden sich auch einige Zierpflanzen. In Deutschland am bekanntesten dürfte der einheimische Zweiblättrige Blaustern sein, der auch in vielen Parks und Gärten angepflanzt wird.

Um genau diesen handelt es sich bei der Pflanze auf dem alten Friedhof.

Außerdem haben wir mit unseren Gärten, z.B. dem Barockgärten, natürlich sowieso zum Thema Frühling ganze Galerien an Fotos zu bieten.

Von mir also zum Thema Frühlingserwachen Blümerantes.

 

Punkt, Punkt, Punkt – (7)- Essen

Für alle, die jetzt Hannöversche Spezialitäten erwarten, sorry, not going to happen.

Für alle, die jetzt eine Rezeptsammlung erwarten, sorry, not going to happen.

Für alle, die jetzt viele Fotos aus dem Food-Bereich erwarten … Ihr wisst schon …

 

Es wird nicht mal einen Beitrag aus Hannover geben. Stattdessen möchte ich Euch etwas aus ESSEN vorstellen:

Und zwar, meine Lieblingsveranstaltung dort. Ich muss dazu sagen, dass ich, obwohl ich in der Nähe geboren wurde, ich Essen nicht wirklich gut kenne. Aber die Messehalle dort, die kenne ich gut, denn die habe ich mehrere Jahre hintereinander für diese Veranstaltung besucht.

Wovon rede ich?

Von den Essener Spieletagen. Dies ist eine Messe, die nicht nur Fachpublikum zugänglich ist, anders als die Spielwarenmesse in Nürnberg, eben auch für den spielenden Konsumenten.

Das erste Mal hat mich eine Freundin dorthin mitgenommen, eine dritte war noch dabei, die genau wie ich das erste Mal dorthin fuhr. Wir kannten uns vom Rollenspiel, aber wir spielten eben auch Brett- und Kartenspiele gern, vor allem solche, die jenseits der Familienspielesammlung und dem guten alten Mau-Mau aus dem Skatspiel lagen.

Wir spielten schon daheim Café international, Mississippi, aber auch Spiele wie Talisman. Und auf der Messe lernten wir dann noch andere Spiele kennen.

Ich habe bei meinem ersten Besuch eine erste Edition vom Spieleerfinder signieren lassen von dem Kartenspiel Wucherer.

Bei meinem nächsten Besuch war ich mit meiner Schwester dort, wir haben dann ein Spiel dort ausprobiert, das Bao hieß. Es steht heute in meinem Wohnzimmer und macht heute noch Spaß.

Beim nächsten Mal war ich auf einem Aussteller-Ticket dort: Ich habe ein Abenteuer von einem neuen Rollenspielsystem geleitet, ein selbstgeschriebenes … Es kam ganz gut an!

Meine Begleitung in jenem Jahr war meine Kusine.

Und mein letzter Besuch war mit einer Freundin.

Auf jedem dieser Besuche hatte ich reichlich Gelegenheit, mir unbekannte, auch teilweise schon ältere, Brettspiele, auszuprobieren. Und ich hatte immer wahnsinnig Spaß dabei. Für Spieleenthusiasten wirklich empfehlenswert und von mir für die Spieletage in ESSEN
5 Kokosnüsse von 5

Punkt, Punkt, Punkt – (6)- Großstadt

Huch, schon wieder Sonntag? Was ist denn heute das Thema? Großstadt? GROSSSTADT???!!! Wo soll ich denn das in Hannover finden???

Ich meine, wir sind doch so klein und provinziell.

Wir haben nur so ein paar kleine Theater (Schauspielhaus mit zwei Bühnen, Opernhaus, Ballhof – wo schon früher gern gespielt wurde, wenn auch eher sowas wie Federball,Theater am Aegi ist eh ein reiner Tournee-Theaterspielort, also sowas wie die örtliche Stadthalle nur ohne Politik zwischendrin, es sei denn hier gastiert mal Kabarett, einige Vereine, die sich aufs Theaterspielen fixiert haben – hier sieht man schon wie kleinstädtisch Hannover eigentlich ist, weil wir dann in die Stadtteile gehen, einige Gaststätten, die Kultur als Abendunterhaltung ihrer Gäste begreifen –  Theater als Variante zum Barpianisten, nur mit weniger Getuschel, ein bißchen wie der Irish Folk Singer im Irish Pub).

Wir haben tatsächlich noch Wochenmärkte (und gleich fünf Bauernmärkte, zwei davon zentral, einer zweimal), wir haben auch noch bäuerliche Anwesen (z.B. im Zoo, hust).

Wir haben einen Flughafen, der eigentlich zur Weltstadt Langenhagen gehört (Der Verein Klangbüchse in Hannover-Langenhagen veranstaltet seit 1980 das größte Kleinkunst-Festival Norddeutschlands, und es ist auch nicht Hannover-Langenhagen, sondern Langenhagen bei Hannover, Langenhagen legt Wert darauf, NICHT eingemeindet worden zu sein.)

Und „unser“ Messegelände liegt auch eigentlich in Laatzen. Allerdings wurde der Teil Laatzens Hannover-Mittelfeld zugeschlagen.

  • 1974: Neben zahlreichen Ortschaften wird auch das Messegelände nach Hannover eingemeindet und gehört von nun an nicht mehr zu der Stadt Laatzen, sondern der Landeshauptstadt Hannover.

(Und auch wenn immer wieder von Hannover-Laatzen geschrieben wird, oder von Hannover-Garbsen – DAS SIND ALLES EIGENSTÄNDIGE STÄDTE!)

Wir haben einen einigermaßen funktionierenden Personennahverkehr  und zwar schon seit 1852- das könnte man vielleicht als großstädtisch durchgehen lassen, zumal es zumindest am Wochenende so etwas wie Nachtsternverkehr gibt, so dass man zentral umsteigen kann und die Bahnen in der zentralen Station Kröpcke einen wirklich umsteigefreundlichen Aufenthalt haben.

Wir haben eine Uni, und eine Medizinische Hochschule, und eine Musikhochschule, und eine Fachhochschule – aber klar, wir haben auch eine Volkshochschule mit Yoga für Frauen am späten Vormittag.

Wir haben auch ein paar Zementbausünden – was sicher auch nicht gerade Dorfcharakter hat.

Wir haben eine zweitklassige Fußballmannschaft. Allerdings scheinen in letzter Zeit ja vor allem Dorfvereine erstklassig zu werden (Hoffenheim, hust). Immerhin kommt der Rekordtorschütze der zweiten Liga aus Hannover

Rekordtorschütze Deutschland Dieter Schatzschneider(153)

Wir erlauben uns den Luxus eines Stadtwalds, zentrumsnah (über die Eilenriede habe ich schon geschrieben). Natürlich kommen wir so über 500.000 Einwohner – oh, es zählen nur Menschen? Naja, die auch …

Denn was uns wohl wirklich zur Großstadt macht, ist die Bevölkerung. Hannover hat die Großstadtmarke das erste Mal 1875 geknackt – zur selben Zeit wie Frankfurt am Main und Bremen.

Heute zählt Hannover mit 532.163 Einwohnern (Ende 2015) zu den 15 größten Städten Deutschlands. Wir sind nicht in den Top 10, wie Ihr Euch bei so einer Formulierung schon denken könnt, sondern Platz 13 – mit den Bevölkerungszahlen von Ende 2015. Die von 2016 liegen noch nicht vor, nehme ich an.

Hannover hat eine Fläche von 204,15 km². Das ist ca. Zwei Drittel der Fläche von Münster oder Bielefeld, aber wir haben round about 200.000 Einwohner mehr als jede dieser beiden Großstädte. Ungefähr eine Bevölkerungsdichte wie Köln. Etwas MEHR Einwohner pro km² als Hamburg (ja, sollte man nicht meinen).

Und trotzdem sind die Mehrheit unserer Häuser hier eben keine Betonburgen (Ihme-Zentrum und noch ein paar Ausnahmen gibt es, aber es sind wenige, und einige wurden auch zurück gebaut), sondern die vierstöckigen Häuser, die Haus an Haus schon gezeigt hat. Übrigens – auch London hat nicht unbedingt die Hochhäuser Manhattans zu bieten – mit einigen wenigen Ausnahmen auch dort. Allerdings ist London natürlich VIEL RIESIGER als Hannover – nicht nur von der Einwohnerzahl.

Und so lebe ich denn in einer Großstadt mit Kleinstadtcharakter. Das ist OK … fühlt sich niedlich an, ist aber viel komplexer als man so meint.

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (4) – Haus an Haus

Hier in Hannover ist, wie in fast allen Großstädten, innenstadtnah Haus an Haus gebaut. In meiner Straße gab es dazu in den Jahren um 1929/30 ein Revival des Stils Backsteingotik. Die Häuser wurden als Blöcke und nicht als Einzelbauwerke errichtet.

Das ging so weit, dass ich, als ich 1997 in eine ebensolche Häuserzeile in einem Stadtteil zog, aus der Wohnung des Nachbarhauses das Besteck auf dem Teller klirren hörte. Es war nur eine Halbsteinwand eingezogen.

Jetzt wohne ich in einer anderen Gegend, innenstadtnäher, und der Block in dem ich wohne, sieht eben auch aus „wie aus einem Guß“. So wie meine Straße sehen viele Straßen hier in Hannover aus.

Hier ist ein Beispiel für eine solche Häuserreihe aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. (Auf dem Foto links) In meiner Straße.

Ein weiteres Beispiel dieser Architekturform ist ein altes, ehemaliges Energiegebäude, das zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet wurde, aber die alte Hülle erhalten hat. Man beachte die hübschen Verzierungen AUS ZIEGEL an der Stirnseite!

Aber mein einschneidendstes Erlebnis beim Thema Haus an Haus hatte ich 1997 im Dezember, in der Wohnung mit der Halbsteinwand, ich war dort gerade eingezogen.

Mein Schlafzimmer grenzte an das Wohnzimmer der Wohnung im Nachbarhaus – und die gute Frau auf der anderen Seite war schon ein wenig lebensälter – und schwerhörig. So kam ich am ersten Adventssonntag in den unvergleichlichen Genuss der Kinderchöre auf NDR 1*, die Weihnachtslieder sangen. Nicht gerade das, worauf ICH meinen Radiowecker stellen würde. Und schon gar nicht an einem Sonntag Morgen.Ich denke, dass mein Freund und ich (damals war ich noch bemannt) alles dazu getan haben, dass wir uns für diese Geräuschkulisse revanchierten. Habe ich schon mal erwähnt, dass Sex nicht geräuschlos ablaufen muss?

*NDR 1 Niedersachsen spielt noch zu 15 % Schlager *hurr*