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Das Neues-Jahr

Ich habe eine schöne Idee online gelesen (kann auch in einer online-Zeitung gewesen sein) – 365 Tage lang etwas Neues machen.

DAS wäre mir zu stressig.

Aber die Idee sich vorzunehmen, generell mehr neue Sachen auszuprobieren, finde ich sehr bestechend. Und ich nehme mir ja normalerweise am Jahresanfang nichts vor, aber ich habe da schon einige Sachen im Kopf.

Jeden Monat 1 (auch nur KLEINES) DIY-Projekt. Das muss nicht immer gleich die Vollrenovierung der Wohnung sein, auch das Austauschen meines Toilettensitzes zählt. Und das geht immerhin auch nach Dienst. Im November ist es der selbstgebastelte Adventskalender für meine Kusine. Ein Projekt im Monat erscheint mir händelbar … (Kellerregal kaufen und aufbauen, Keller aufräumen und entrümpeln, Flur streichen, Arbeitszimmer neu planen – und nach und nach umsetzen … sowas geht nicht auf einmal).

Dann finde ich es machbar, jeden Sonntag ein neues Rezept ausprobieren. Chefkoch ist so vielseitig – und ich habe heute schon damit angefangen und mir ein Schnelles Puten-Kürbis-Curry gemacht (also, ich habe das Rezept abgewandelt von dem, was bei Chefkoch stand, weil ich keine Aubergine im Haus hatte, aber Paprikaschoten. Meine rote Currypaste kam aber auf diese Art mal weg).

Der Vorteil dabei ist: Vor dem Kochen muss ich aus Platzgründen abwaschen *hust*

Andere neue Sachen, die mir vorschweben, die leicht zu verwirklichen sind:

Einen mir neuen Autoren pro Monat lesen. Das erweitert meinen Horizont. Ein Musikstück (oder auch ein ganzes Album) von einem mir neuen Musiker/einer mir neuen Band hören (das kann ich auch unter der Woche erledigen auf youtube oder sonstwo im Internet). Auch das erweitert den Horizont. Wo hin gehen, wo ich noch nie in Hannover war. (Ja, solche Plätze gibt es. Und ich rede nicht von Sportstudios, obwohl ich da auch die existierenden nicht von innen gesehen habe.) Auch das erweitert den Horizont. Ein neues Wort in einer Fremdsprache lernen (Französisch und Russisch bieten sich an).

Mal ein neues Parfum probieren, oder auch nur ein neues Duschgel, sonst geht das nämlich ins Geld. Das werde ich wohl kaum wöchentlich machen! Allerdings keine neue Haarfarbe, soweit geht die Experimentierfreude nicht.

Ein neues Spiel mit Freunden ausprobieren (gestern haben wir ein neues Spiel ausprobiert: Heroes of the World, aber das war gestern, also nicht 2017.)

Einem neuen Blog folgen.

Ihr seht, die Möglichkeiten sind vielfältig, ich muss nicht etwas Großes beginnen – aber ich hoffe, am Ende des Jahres habe ich mich ein wenig weiter entwickelt.

Morgen werde ich wohl erstmal ein neues Katzenfutter an die Katz bringen müssen, denn das neue Projekt für meine Katze ist: Wie fresse ich ohne Zähne? Sie hat FORL. Morgen wird ihr Gebiss „saniert“ – sprich, die Zähne extrahiert.

Ich würd ihr ja mein Curry anbieten, aber das ist nix für Katzen. Mir allerdings schmeckt das köstlich. 😀

 

 

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6 Wochen ohne? Oder lieber MIT?

Montag sprach mich eine Kollegin an, auf was ich denn in der Fastenzeit verzichten möchte.

Dieser Zwang, zu einer Zeit, wenn jeder es tut, auf etwas zu verzichten, nur weil alle es tun, diesem Zwang beuge ich mich nicht. Ich bin, seit ich 11 bin, kein Mitglied in jener christlichen Glaubensgemeinschaft mehr, die früher sogar mal Leute angeklagt hat, weil sie sich diesem Zwang nicht beugten.

Ich listete stattdessen meiner Kollegin auf, auf was ich in meinem Alltag IMMER verzichte. Und ich war nicht mal vollständig. Ich schaue wenig fern – weit entfernt von den drei Stunden täglich, die ein durchschnittlicher Deutscher sieht. Ich habe kein Auto. Ich rauche nicht und mein Schlammpanscher-Experiment um Sylvester hat mich darin bestätigt, dass ich auf Alkohol gut verzichten kann – und es daher auch ohne Fastenzeit tue. Von Sex wollen wir mal gar nicht reden.

Klar habe ich noch „Einsparpotential“: Süßigkeiten. Postcrossing. Fantasien über meinen Celebrity Crush (no name dropping). Aber sollte das Leben nicht noch ein paar Nettigkeiten auch in der Fastenzeit bieten? Soll man denn sich selber noch den letzten Spaß nehmen, nur um auch auf irgendwas zu VERZICHTEN? Und hat irgend jemand etwas davon?

Wäre nicht besser eine Fastenzeit MIT? Das Hirn kennt das Wort NICHT sowieso nicht. Will man sein Verhalten ändern, funktioniert es eben nicht, wenn man NICHT an rosa Elephanten denken will. Es funktioniert aber hervorragend an grüne Giraffen zu denken!

Daher stelle ich die Frage, sollte die Fastenzeit statt Verzicht besser Aktionen beinhalten, vor denen man sich sonst drückt? 6 Wochen mit regelmäßig erledigten Hausarbeiten? 6 Wochen die Treppen laufen oder die eigenen Füße für den Weg zur Arbeit nutzen? 6 Wochen zuhören? 6 Wochen mit vollständigen Sätzen? *Ja, ich bin mir der Ironie bewusst.*

Die Fastenzeit ist letztlich nichts anderes als die Vorsatzzeit am Anfang des Jahres. Und da habe ich jedes Jahr den gleichen Vorsatz: Mir keinen Vorsatz zuzulegen.

Ich werde 6 Wochen also verzichten – darauf, zu fasten. Um meinen Vorsatz von Neujahr einzuhalten 😉