Schlagwort-Archive: Lieferung

Herd zum Dritten

Liebe Otto-GmbH

ich habe mir gerade das User Manual (in klein oben am Rand: DE Benutzerinformation, das sollte den CDU-Abgeordneten aus Berlin freuen) von meinem neuen AEG-Herd angeschaut:

Das Gerät wird ohne Netzstecker und Netzkabel geliefert.

How cute.

Ich stelle mir das gerade vor, wenn wir im Amt so mit Euch umgingen.

Eine Otto-Mitarbeiterin möchte einen AEG-Ingenieur heiraten. Sie melden sich beim Standesamt an, kommen an, mit einem niegelnagelneuen Brautkleid und schickem, neuen Anzug, mit der ganzen Familie aufgerüscht und stellen fest:

Ihr Hochzeitstermin wurde, ohne Ihnen Bescheid zu geben, eine Stunde vorverlegt. Da waren sie leider noch beim Ankleiden.

Nächster Termin, dieses Mal wird eine Terminwahrnehmung sicher gestellt – man kommt an, wird vom Hausmeister in ein schickes Trauzimmer geführt, aber einen Standesbeamten gibt es nicht. Den hätte man dazu buchen müssen.

Und gerade als man dann im dritten Anlauf auch einen Standesbeamten dazu bekommt, der zusätzliche Kosten verursacht, ohne den aber eine Trauung nicht möglich ist, fällt der Brautmutter auf: „Rechtskraft muss man auch extra in den Warenkorb legen.“ Kostet nochmal extra.

Wie würde Euch das gefallen?

Dachte ich mir. Mir gefällt das mit dem Herd ähnlich gut …

Wenn ich bei Fiat ein Auto kaufe, gehe ich davon aus, dass mir der Händler Reifen mit verkauft. Es können Sommerreifen sein, dann muss ich mir im Winter eben noch ein weiteres Paar dazu besorgen. Es sei denn, es ist 15 ° warm … Aber ich habe einen Satz Reifen, der im Preis inbegriffen ist, nicht extra dazu gekauft werden muss und kann vom Hof fahren!

Meinen Herd konnte ich nach Lieferung NICHT in Betrieb nehmen.

FIAT übersetzt man mit Fehler in allen Teilen oder (aber das ist nicht zielführend, denn Italiener sind technikaffin: Für Italiener ausreichende Technik) – nun – AEG ist auch ein Akronym

. AEG : Alles ein Gammel
. AEG : Alt Eisen Gesellschaft
. AEG : Altes elektrisches Gerümpel
. AEG : Am Eigensinn gescheitert
. AEG : Ans Elend gebunden
. AEG : Aus Entfernung gut
. AEG : Auspacken – Einpacken – Gutschrift
. AEG : Auspacken – Einschalten – Garantiefall

und ich möchte ergänzen:

Aber Extra-Gebühren …

Die einzige Freude, die ich bisher an meinem Herd habe, sind diese Blogposts. Morgen kommt der Elektriker, mal sehen, ob er ein Kabel dabei hat – oder bereit ist, das vom alten Herd zu verwenden … *seufz* Murphy schlägt dieses Mal aber heftig zu.

 

 

Mal was anderes – wie man nicht einen Herd liefert

Dieses Mal nicht mein Lieblingslieferant mit den drei großen Buchstaben, sondern der mit den Flügelsandalen. Der Götterbote. Leider bin ich nicht göttlich, auch kein Orakel, ich kann daher nicht voraussehen, wenn ich um 6:28 meine Bestellungsseite beim Versandhandel aufrufe und mir mitgeteilt wird, dass dort in Kürze ein Liefertermin für meinen neuen Herd genannt wird, dass dieser unspezifizierte Liefertermin zwischen 7 und 11 AM SELBEN TAG liegt.

Ich bin also hoffnungsfroh gestern gegen 7 Uhr in den Dienst gegangen. Und als ich halb acht abends nach Hause kam, war auch keine Mitteilung im Briefkasten, dass gestern versucht worden sei, zuzustellen. Ich war also ahnungslos, bis ich gestern, so gegen halb zehn am Abend nochmal schaute, ob mir mein Herd denn HEUTE geliefert würde. Ich bekam zu meinem Erschrecken mitgeteilt, dass die Lieferung am 16.8. – ja gestern – zwischen 7 und 11 erfolgen sollte. Mit geografischer Verfolgungsmöglichkeit der Lieferung. Fein … Das hätte ich am Tag vorher wissen müssen.

Nun rief ich heute Morgen beim Versandhandel an: Wir können Ihnen da nicht helfen, ab 8 Uhr erreichen Sie jemanden beim Lieferservice – hier ist die Nummer. Langsam steigt mein Blutdruck und die nahende Menopause macht sich bemerkbar.

Ist es denn so schwer einzusehen, dass ein Herd nur geliefert werden kann, wenn jemand zu Hause ist, jemand, der einen Herd bezahlen kann und somit auch arbeiten gehen muss (irgendwoher muss die Kohle ja kommen)? Ist es denn wirklich so schwer, wenn ein Herd am Vorabend in den Wagen geladen wird, den Barcode einzuscannen, daraufhin automatisch eine E-Mail auszulösen beim Empfänger, wir liefern morgen gegen …

Hermes und ich, wir waren bisher gute Freunde … Das ist das erste Anzählen …

Er ist da!

Oops – sie taten es wieder. Die Herrschaften, die schon meinen Waschtrockner hoch trugen, haben auch meinen Kühl-Gefrierschrank hoch getragen. Jetzt leuchtet er hübsch rot und neu und riecht auch noch ein wenig neu – trotz einmal auswischen. Aber er muss ja eh noch eine Stunde stehen (eine steht er schon) – damit sich beim Transport verirrte Flüssigkeit wieder dort sammelt, wo sie hingehört.

Das ist mir bekannt, das ist nicht neu. Dass das Butterfach keine Klappe mehr hat, das ist neu. Und dass ich viel mehr Platz habe!

Meine Tiefkühlwaren sind natürlich angetaut, das Eis habe ich gegessen (es war noch Erdnuss-Eis da 😀 ) und den Spinat werde ich teilweise heute erneut zum Füllen einer Zucchini nehmen, mit der angetauten Zucchini-Käse-Suppe, sehr dickflüssige Qualität, funktioniert als Soße. Den anderen Teil nehme ich morgen in die zwei Scheiben Blätterteig. Mit Schafskäse – oder Schinken. Resteessen Pastete.

Vor der Freude über das neue Kühlgerät hatte das Leben natürlich den Schweiß gesetzt … ich hab zunächst abgewaschen, um die Küche aufzuklaren. Das war wieder nötig, zumal ich ja jemanden in die Küche lassen musste. Und dann habe ich den Topfschrank geleert, weggerückt, dahinter und darunter gewischt, den Schrank von allen Seiten abgewischt (ich bin mit sowas lässlich) und dann das gleiche mit dem Altgerät gemacht. Vom Netz genommen, Inhalt ausgeräumt, weggerückt, außen rum gewischt, Eis aus dem TK-Bereich entfernt, innen gewischt, weil es vom abtauenden TK-Fach noch eine Weile nachtropfte. Ich sag jetzt mal – DAS WURDE AUCH ZEIT, dort mal wieder zu wischen.

Jedesmal nach einer solchen Aktion nehme ich mir vor, beim nächsten Mal nicht so lange zu warten. (Aber jedesmal finde ich nicht den Anfang, es tatsächlich einmal jährlich zu tun). Immerhin habe ich einen Teedosendeckel wiedergefunden zu einer Teedose, die ich noch besitze. Ja, der Klassiker wäre, das sich die Teedose schon entsorgt hätte, aber heute kann ich Euch den Klassiker nicht bieten.

Ich habe, das werdet Ihr jetzt unschwer erraten haben, eine Modul- und keine Einbauküche. Das mach mich flexibler, was das Aufstellen von Sachen und den Neukauf angeht.

Es hat aber auch den Riesennachteil, dass die Schränke nicht zur Wand hin abgedichtet sind und wegen der Fußleisten auch nicht dicht genug an der Wand stehen … damit ist der Teedosendeckelfall vorprogrammiert.

Der Deckel wird heiß abgewaschen, ehe er wieder eine Teedose verschließen darf! Denn was sonst so hinter und unter dem Schrank sich sammelt – Schwamm drüber – einen sehr nassen, am besten heißen … mit VIEL Putzmittel. Ich nehme immer diese leicht zu entsorgenden Schwammtücher für so etwas.

Und beim Herd steht mir das Vergnügen noch bevor … in ca. drei Wochen. Dann heißt es wieder, benachbarten Schrank leeren, herausholen, säubern, Herd säubern, also, an den Seiten … und Herd leeren. Die Schublade, die eigentlich gar nicht für Backformen gedacht ist … 

Dann den Ort, an dem der Herd stand und der neue stehen soll gründlich reinigen – schließlich rücke ich den Herd nicht wieder so schnell ab. Und wenn dann der neue Herd da ist, gilt das Gleiche wie beim Kühlschrank – erstmal in Ruhe einfahren … Backofen einmal durchheizen – damit sich die Gerüche geben. Alles gründlich putzen.

Der neue Herd wird versenkbare Knebel haben! Das macht das Putzen schon einfacher. Genauso wie die ausfahrbaren Backblech- und Gitterhalter!

Aber DER HERD IST JA NOCH NICHT DA!

Es war übrigens lustig, heute wieder die Anlieferung zu verfolgen. Bei „weißer Ware“ (auch wenn sie, wie in meinem Fall ROT ist) ist der Lieferwagen nämlich live zu verfolgen – auf einer Karte. Und da steht auch, wieviele Kunden vorher noch zu bedienen sind. Morgens waren es 21 vor mir! Die Zeiten haben sich dieses Mal nicht so wild hin- und her bewegt wie beim Waschtrockner. Und ich war ja auch rechtzeitig mit dem Enteisen des Gefrierfaches fertig.