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Resteessen – Kekse

Ich habe seit Weihnachten eine geöffnete Packung Müsli hier herumstehen gehabt. Einmal habe ich nach den Feiertagen noch davon ein Müsli gegessen, aber normalerweise kommt mir Müsli eher im Sommer über die Lippen. Diese Packung war jetzt aber schon über 4 Monate geöffnet, ein Rest von etwa 70 g befand sich darin … und auf der Packungsrückseite gab es ein Rezept für Joghurt-Kekse. Eigentlich mit 150 g Müsli – ABER – ich hatte sowieso noch eine geöffnete Tüte gehackte Walnüsse. Und einen Rest Haferflocken in einer anderen Tüte (normalerweise hätte ich den unter Öffnung einer neuen Tüte Haferflocken zu Porridge verarbeitet, aber hier war das auch willkommen).

Ganz im Sinne der Chefkoch-Idee Reste aus dem Vorrat zu verwerten, habe ich also gleich drei Tüten geleert und bin so auf 150 g Müsli-Masse gekommen. Dazu 130 g Mehl, 150 g Butter (die bei mir auf dem Tisch war nun auch schon einen Tag länger geöffnet), 70 g Speisestärke, 1 Ei, Abrieb von einer Bio-Zitrone, 200 g Zucker, 3 EL Joghurt (für meinen Restjoghurt aus dem Glas kam die Backidee leider zu spät – der war nicht mehr gut, aber ich hatte noch ein geschlossenes Glas, das auch schon über dem MHD lag – und noch nicht schlecht war, Geschmacksprobe und Geruchsprobe) – und ein (bei mir gestrichener) TL Backpulver. Alles gut vermengen und in kleinen Häufchen (ca. 1 gehäufter TL) mit REICHLICH Abstand auf dem Backblech verteilen (ich habe zwei Bleche gefüllt, ergab bei mir 26 Kekse – GROSSE Kekse – amerikanische Cookie-Kekse).

Dann sollte es bei 160 ° in den vorgeheizten (Oh, hab ich vergessen, das zu erwähnen, ups, ja, auf 160 ° vorheizen) Ofen für ca. 1/4 Stunde. Ich bin mit 17 Minuten dabei – denn der gold-gebräunte Rand war vorher einfach noch nicht vorhanden. Im Rezept stand 12 bis 15 Minuten – aber mein Ergebnis passte einfach nicht mit dem Foto zusammen.

Wenn Ihr also mal bei einem Müsli einen Fehlgriff getan habt, oder einfach Nuss/Haferflocken/Trockenfrüchte (in meinem Müsli waren es getrocknete Himbeeren, aber Cranberries gehen bestimmt auch, oder Apfelringe) mal zusammenschmeißen wollt und sehen wollt, was dabei heraus kommt oder der Müsli-Rest nicht mehr wirklich attraktiv ist: Ihr seid herzlich eingeladen, diese Vorgehensweise zu kopieren. Das Ergebnis ist durchaus essbar.

Dieses Rezept stand auf meiner Joghurt-Müsli-Schachtel von Kölln-Müsli – Ehre, wem Ehre gebührt. Und ich mag das Joghurt-Müsli von denen eigentlich. Nur nicht bei winterlichen Morgentemperaturen. Da esse ich lieber Porridge. Mit Kölln-Haferflocken. Ihr könnt über meine Markentreue lächeln – aber ich habe andere blützenzarte Haferflocken ausprobiert – und es war einfach nicht so zart, nicht dasselbe Mundgefühl. Und ich habe diese bayrische Müsli-Firma einmal ausprobiert mit der unsäglichen Radiowerbung – und es war einfach nicht mein Fall. Und nein, dieser Post ist nicht von Köllnflocken gesponsort. Aber Geschmackssache.

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In der Weihnachtsbäckerei (Deutsche Landmarken)

Schon Anfang November aus Zeitgründen (ich habe für Ende des Monats einen Wochenend-Russischkurs gebucht) fanden sich meine Freunde und ich zum Backen zusammen. Kekse.

Deutsche lieben selbstgebackene Kekse.

Und bei allen raffinierten Keksrezepten, die es da draußen gibt, sind die Klassiker (Butterplätzchen zum Ausstechen und Dekorieren, einfach) immer noch mit die beliebtesten. Genauso wie Zimtsterne (nicht ganz so einfach) und Vanillekipferl (auch einfach). Wir haben uns alle drei Klassiker dieses Jahr verkniffen.

Es gab, in der Reihenfolge des Backens.

Schokoberge (kleine Kakao-Mürbeteig-Gipfel mit weißer Kuvertüre „beschneit“) Gezupfte Schoko-Mürbeteig-Pyramiden mit etwas Kakao-Creme (Dunkle Schokocreme mit Kakaobohnenstücken) im Teig, abgebacken und dann mit weißer Kuvertüre verunziert. Bitte nicht wie im Chefkochrezept weiße Schokolade nehmen, die schmilzt noch schlechter!

Liegnitzer Bomben, die bei uns mit ohne Orangeat und Zitronat, dafür mit kandiertem Ingwer hergestellt wurden – und weil die Teigmasse klebrig ist und der Bäcker ungeduldig, wurde die Füllung oft genug an der Seite platziert. Das heißt aber nicht, dass sie nicht schmecken. Wenn man kandierten Ingwer mag. Man sollte aber unbedingt die kandierten Früchte klein schneiden, damit sich das besser verteilt.

Schneebälle, eines der Klassikerrezepte in unserer Weihnachtsbäckerei  – nur für Kokosfreunde geeignet. Anders als bei den Chefkochrezepten wird hier nicht ein vorgebackener Biskuitteig mit irgendeiner Masse vermengt, sondern ein sehr weicher, fluffiger (Stärkemehl) Teig wird mit leicht angebräunten Kokosraspeln gefüllt, gebacken und nach dem Abkühlen in einem Zitronensaft-Puderzuckergemisch und dann in ungerösteten Kokosflocken gewälzt. Die Dinger sind mit Vorsicht zu essen, durch die Kokosraspeln gibt es eine gewisse Verschluckgefahr .. Aber sie sind saulecker. Daher gibt es hier fünf von fünf Kokosnüssen …

Mohnstrudel-Plätzchen folgten als nächstes – Mürbeteig mit Mohnmasse … eindeutig für Mohnfreunde. Die Herstellung konnte ich nicht verfolgen, da ich da noch beschäftigt war mit den Schokobergen.

Und dann, nicht unbedingt weihnachtlich, aber sehr lecker: Cranberries-Biscotti

Ähnlich diesem Rezept von Chefkoch, nur, dass in unseren Biscotti nicht Mandeln sondern Walnüsse enthalten waren.

Und nun weiß ich auch, warum es Biscotti heißt, es wird zweimal gebacken: Einmal als langer Teigstrang, dann abkühlen lassen, etwa 2cm Stücke teilen, anschließend nochmal backen. Aber nicht mehr so lang.

Den Abschluss machte das Spritzgebäck (ein echter Klassiker, der einzige, der es dieses Jahr in die Parade geschafft hat), Marzipan-Spritzgebäck in unserem Falle. Normalerweise die Lachnummer, weil ich mir eine motorbetriebene Variation von Gebäckpresse zugelegt habe, Riesending, unhandlich, aber tut seinen Dienst, wenn man keinen Fleischwolf und keine Küchenmaschine hat, dieses Mal die Lachnummer, weil ich die Einlegeplatte vergessen hatte, die man zum Durchpressen nun mal braucht. Also haben wir auf Handbetrieb umgestellt – und das hieß, Teigmasse durch einen klassischen Spritzbeutel mit Sterntülle pressen. Geht auch … und noch lebt mein rechter Arm.

Alles in allem haben wir wieder einen gelungenen Mix aus neuen Rezepten und (persönlichen) Klassikern hinbekommen.

Soviel zur guten Tradition hierzulande, Weihnachtsgebäck selbst herzustellen.

Zimtsterne selbst herzustellen ist übrigens eine Arbeit für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben, ich habe es einmal getan … also das Gebäck selber backen, die Eltern habe ich in Ruhe gelassen … es ist klebrig, es ist bröckelig, es ist Sekundenarbeit zwischen noch zu roh und schon zu braun (oben sollen sie ja NICHT braun werden) – und eine von uns vieren (nicht ich) mag keinen Zimt, da ist überhaupt nicht einzusehen, dass sie mit beim Zimtsternherstellen hilft.

Vanillekipferl sind, meiner persönlichen Neigung nach, einfach die Arbeit nicht wert, die man mit ihnen hat – und das ist nicht viel Arbeit!

Und Butterplätzchen – naja, wir haben alle keine Kinder, die mit bunten Zuckerstreuseln dekorieren wollen … Aber für Familien mit kleinen Kindern sind die ein Muss. Ich könnte sie mir trotzdem vorstellen, weil ich von einer konkurrierenden Gewerkschaft ein Rezept mit Gewürzen bekommen haben, die mal einen neuen Pfiff in die alten Kekse bringen.

Edit: auch im Jahr 2018 wird wieder gebacken – und ich brauchte mein Schokoberge-Rezept – das ich mal wieder sonstwohin gelegt habe, damit ich nächstes Jahr nicht danach suchen muss …

Und das Video musste ich ändern, weil der Rechteinhaber das alte bei Youtube gesperrt hat.